vnn h Nr. XXXX11. i5.0ct»bec 1796. Giesser Jntelligenzblatt. In und Auswärtige VtkLualien-und Markt-Preise. 1 ft Ochsenfl,'sch — i — Kühfleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — f . Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — —. Hammel-fett — — Rind-fett — — Schweinefett — —. Seifen — , — Lichter — l — frische Butter — — geschälte Hirse — — qrob geschälte Gerste r — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 fr. — — | Giesen '.Darmst. Dilleb. Fulda 1 Marb. Diez Wezlar. | fr. ipf. Ifr.i pf. fr. pf. fr.ipf. fr. pf. fr. pf. fr. pf. rz — 12 — 12 — 15 — 12 — I 12 1 —1— — 10 — LI — 9 — 14 — IO — | 10 | —*12 — — •— — *w 8 - —— ■— MM» 10 —12 — 5 — 9 — 9 - 10,- 9 - 12 —13 2 11 — 12 — 12 — 16 — 12 — 11—12 2 10 — 9 j - 9 1 - 14 — •** Y0 — 16X — — — 90 - — — — —* 90 — — — 90 — — — — w* 28 — 26 18 — » LK> LL l 1 .1 1 —. —— 25 — 28 — 30 — 28, — 32 — 34 — E— --- —— — 24 — —• —’ 28 — 8 — — — II 'M» —— —— E— 8 — —— •— 8 — 8 — — — 6J — — —— 9 — 10 — — — — — —— — 8 1 — I -- w 1— — 3 St. 4 St. 4 St. 5St. 4 St. 4©t. Getraidepreise vom 8. Oct. dcnfl. 3 6okr. und das bis den is. Oct., in Frankfurt. Wahrung ft. zu ZH ioth Cölnisches Silbergewicht. Städte. Gemas. Waiien wiegt Korn 1 wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl. fr. ft. i 7 kr_. ft. IN fr. ft. . fl- fr. tt. Darmstadt das Malter. TI 30 175 10 157 51 18 140 5 20 98 Friedberg Fulda das Malter. ! das Malter. 15 16 —" 200 _ 'n 12 — 190 — 1 1 9 ) — —I 170 _________ i TO > — — Giessen das Achtel 13 1— 200 9 — 180 6 iS 160 7 140 Marburg das Mötr. 10 30 15° 5 40 135 3 20 120 3 84 Diez das Achtel. 19 30 340 16 5° 300 10 20 - —— Weilar das Achtel. 14 — 1 206 9 130 190 7 — 168 8 1 - fr. Loch Quint Schwarz Brod 1 10 1 Weck — — 1 5 1 ify . Butter Bretzeln 1 2 25/8 gemischt Brod oder Taigscher 1 7 Tt 3 V» Etwas ) I6S ( 4t * * * * * * * * Etwas für Bienenfreunde. Verfolg. Ist nun dieses Brod übergekühlt, so wird eS im Stocke, wo die B'.enen im ger liegen, eingeft-tzt. Die Bienen schroten eö alsvenn bis auf die bxtnfce heraus, Iragen es ins Gebäude, und leben den,gan- ren Winter davon. Sechs bis sieben Pfunde dergleichen Brodle, sind hinlänglich, den ärmsten Stock, wenn er auch noch so volkreich wäre, den ganzen Winter hindurch zu erhallen. Man kann sich dieser Fütterung sowohe im Frühjahr als Herbste bedienen. Nur muß man wegen der Raubbienen die aehörigeVorsichtigkeit gebrauchen, und daS Brod nicht bei Tage , sondern nach Unter- Eg der Sonne den Bienen untersetzen. Der Bortheil dieser Fütterung soll darinn bestehen, daß i) viel Honig erspart wird, indem die Dirnen nicht den dntten The»l davon gebrauchen, als wenn er 'ihnen gereimt und in Näpfen vorgestellt wird , den sie bei großer Kälte unberührt sishen lassen und verhungern. 2) Daß er im Winter dienlich ist, wenn die Kalte nur so beschaffen ist, daß man den Stock ohne Schaden aufmachen r und dar Brod rn das Lager der Bienen einvrlngen kann, ^backnes Drod mit Hefen bringt nicht die schädliche Wirkung, als Mehl mit Hefen e.ngeruhr . Gesottener Zuckereingußin daS vorerwehnl Brov kann nicht mit Sicherheit zugesetzt werden, weil das Brod in lur^r Zett hievon schimlich und daher zum Futter ganz untaugttch wird. Jenes Brod aber be- fomml den Bienen wohl- daß sie den Zartesten- Winter dabei ausdauern , gesund und munter bleiben, sich im Fruhiahr darauf stark vermehren, auch zu rechteren, und mehr als andre Bienen, die diese Fütterung nicht erhalten, schwärmen. Vom Rornwurrne. ES giebt zweierlei Arten des für den Kornboden so schädlichen Jnsects, drS Korntvurms, der eine ganze Ernte verzehren kann, der weisse und der schwarze Kornwurm: so heißt eS durchgehends in der Sprache der Oeconowen. Es ist aber kein Wurm ^sondern ein Insekt, dessen Larve sich in einen kleinen Rüsselkäfer verwandelt. Dieses Käferchen legt die Eier ans Korn, und die Larven fressen daS Mehl der Körner aus, wiewol der Kaser mit seinem Rüsstl ebenfalls das ftinige thut. Wie viele haben diese Plage schon Jahrelang auf ihren Kornboden gehabt, suchen Mittel dagegen und fennen die Natur ihres Feindes fast gar nicht. Nicht genug, daß sie das Korn verderben; die Käfer bohren sich mit ihrem Rüssel durch alles durch; durch Wände, Decken, Balken, Bretter u. f. w. Wenn sie auch ins Bette kommen, so kneipen und peinigen sie des Nachts ärger, als die Wanzen stechen. Nach dem feuchten Korn, das sich in Haufen leicht brennt, und nicht oft genug um- geschüttet wird, gehen sie am meisten. Der Mangel der Zugluft ist ein Beförderungsmittel ihrer Fruchtbarkeit. Je unsauberer der Boden gehalten wird, desto mehr befördert man das Fortkommen dieser schädlichen Insekten. Man hat von je her Mittel dagegen vorgeschlagen; allein ein eigentlich recht bewahrtes hat man noch nicht gefunden. Das kommt wvl daher, weil es ein solches Mittel noch nicht giebt. Mit den Kornwurmern ist es , wie mit den Wanzen. Das beste Mittel hilft nichts, wenn man nicht auch alle, den Infekten günstigen äusserlichen Umstände aus dem Wege zu raumen sucht, und darauf bedacht ist, die künftige Brut zu vertilgen. Das erste wider die Kornwurmer ist dieses, daß das Korn ganz herunter, und der Boden gereinigt werden muß. Wände, Balken und alle Ritzen müssen sorgfältig aus- — 1 Ibl ( — ausgebürstet werden; denn da stecken die meijren. Könnte man auch eine ganze Generation von Kornwürmern vertilgen, so würde doch dir nächste Brut alles wieder erfüllen. Diese abzuhalten, nehme man ein Pfund Vitriol, und löse es in kochendem Wasser auf, und damit lasse man alles auf dem Boden durchstreichen. - Wenn der Boden rein ist, so bringe man kein in«= fjcirteS Korn wieder hinauf, sonst ist eS bald wieder wie vorher. Es haben daher, einige den Vorschlag gelhan, das Korn so von oben herunter in untergesetzte Gefässe zu schütten, damit unterwegs das leichtere, schlechte in die Luft verfliege und das schwere zu Boden falle. Freilich etwas mühsam, aber in der Folge belohnt sich die Mühe. Ist das Korn wieder aufgeschüttet, so lege man von Zeit zu Zeit frische Tabaksblätter, auch Hanf um den Haufen, und auf demselben herum. Der Geruch dieser Pflanzen betäubt alle Insekten. Der gefährlichste Bücher- Pflanzen- undInsektenfeind, der kleine Bohrkäfer, wird in einer Tabaksdose belaubt, wo ein frischer Rappee gewesen; er, der sich selbst in Arsenicalpillen ttn Nest bereitet. EinS der besten Mittel ist unstreitig folgendes: Wenn alles vom Boden ist, so läßl man in der Mitts ein Häufchen von Korn liegen; binnen 24 Stunden ist alles daran, was von Kornwürmern auf dem Boden noch übrig ist. Nun lasse man, wo es zu haben ist, aus dem Wald in einem Sackleinen Ameisenhaufen von den grossen rolhen Waldameisen holen, und schütte ihn über den gebliebenen Haufen her. Diese Ameisen, zwischen welchen und den Kornwürmern, sogar auch den kleinen Gartenameisen eine Todfeindschaft ist, machen gleich Iagdauf ihre Feinde. Sie würgen Käfer und Maden. Das beste ist, sie verbreiten sich auf den ganzen Boden, biS unter die ©ptr.mif wohin niemand kommen kann. Sie suchen alle Ritzen durch und lassen keinen Kornwurm übrig. In 2a Stunden ist der Boden rein , eher gehen sie nicht von dannen. Dies etlichemal wiederholt, wird gewiß von dieser Plage befreien. Bei dem zweitenmal wird der Sack nur in eine Ecke gelegt, und ge» öfnet. Die Ameisen gehen von selbst heraus^ und wenden sich gleich zu dem Korn* haufem Ein anderes Mittel ist, daß man über den Kornhaufen weisse leinene Tücher breitet , und sie über Nacht darauf liegen laßt- Den andern Tag nimmt man sie ab, und schüttelt die sich häufig aNgesetzten Würmer im Hühnerhofe ab, als eine diesem Geflügel sehr angenehme Kost. Dies wiederholt man 14 Tage, wodurch, die Würmer über dem ganzen Boden völlig ausgerottet werden. Wie wirds aber mit der Brut. Am besten waren die Ameisen dazu! und im Frühjahr, schon im Anfänge des Februars wüste man alles thun, die Brut zu vertilgen. Man versieht eö in diesem Stücke darin, daß man entweder die Plage gleich im Anfänge, da man vorbauen könnte, zu sehr einreiffen läßt; oder daß man nur immer ein Mitte! und zwar zur Unzeit, wenn es nicht mehr helfen kann, und nicht mehrere zugleich gebraucht. Die Hauptsache ist, bei solchen schädlichen Insekten genau nachzuspüren, was sie für Feinde haben, die sie entweder als Nahrung • verzehren, oder doch aus feindlichem Triebe vertilgen. Der Verfolg im nächsten Stück. Bekanntmachungen. i) Da der bevorstehende dahiesige auf den 3. 4. und $ten Oktober fallende Pferde und Vieh- wie auch Kramermarkt wegen der zur nemlichen Zeit einfallenden jüdischen Feiertagen alsdann nicht gehalten werden kann und daher 4Wochen zurückgesezt un$> und auf den ZI. October / r. und rtenNor vember verlegt worden, so wird dieses hierdurch öffentlich zu Jedermanns Wissenschaft bekannt gemacht. Giessen den s^ten September 1796. Fürst!. Hess. Oberamt allda. 2) Des verstorbenen Universitätsbuchbinder Christoph Wilhelm Engels hinterlassene Wohnhaus am Burggraben hinter der Stadtkirche, mit dazu gehörigen Stall, Misienftatte und Pläzgen vor dem Haus, soll Mittwoch den I9ten dieses öffentlich dem Meistbietenden käuflich überlassen werden. Lusthabende wollen sich alsdann Nachmittags 2 Uhr in des Herrn Rathsschöffen Buschen Hause in der Brandgaffe einfinden und dem Verstrich beywohnen. Capitalia, so gesucht werden. Wer 10— 15000. Thaler zu v-rlehnen willens ist, beliebe die zu machende Bedingungen dem Herausgeber dieses Blatts binnen 8 Tagen schriftlich mitzutheilen. Gottesdienst am 16. Aerober. In der St. Pancratiuslirche. Morgens Herr Superintend. Mütter. Nachmittags Herr Stipendiatenma>or Diehl. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Sti- pendiatenmajor Diehl. Morgen den 16. Octbr. hat das Frischbacken der Beckermeister Adolph Seipp, auf dem Markt. ißin « und Auspassirte. Am 7. Oct. Hr. Kriegsrath Zipp, von Hess. Cassel, durchpass. Am 8. Oct. Hr. Kammergerichtsassessor v. Autenried, von Wezlar, durchpass. Am 9. Oct. Hr. Kemzleirath Usener, Vpn SolmS- Lich, durchpass. _ Am to. Oct. Hr. Obrist Bauermeister und Hr. Rittmeister Godesacker, beide in Hess Cassel Diensten, durchpass. Am ii.Oct. Hr. Legationsrath Jordis , von Frankfurt, durchpaff. Ropulirte bei Der Stadtkirche. Am 9. Oct. Friedrich Neeb , Burger und Nagelschmid allhier, weiland Georg Henrich Neeb, Einwohners zu Klingelbach, Amrs Katzenelnbogen, ehel. Sohn, und Iohannetta Christina, weiland Henrich Michael Einkaufs, Burgers und Schuhmachers allhier, hinterlassene ehel. Tochter. Eodem. Conrad Berger, Burger und Seikermeister allhier, dermaliger Wittwer, und Juliana, Ioh Philipp Brauns, Bur, gers und Weisgerbers allhier, ehel. Tochter. Gebohrne und Getaufte bei der Stadr- k i r c b e. Am 10. Oct. Dem Burger u. Schneidermeister Ioh. Georg Weber, ein Töchter!. Am ii.Oct. Dem Burger u. Schuhmacher, Ioh. Wilh. Wannich, ein Söhnl. Eod Dem Burger und Kirschner, Ioh. Christoph Lippmann, einSöhnl. Am 12. Ort. Dem Burger und Fuhrmann, Ioh. Henrich Schäfer, em Töchter!. Am iz.Oct. Hrn.RegierungS'Secre- tär Diez, ein Söhnl. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am io.Oct. Dem Burger und Nagel- schmid, Ioh. Philipp Kunz, een Söhn!, alt l Iahr, 1 Mon. Am 14. Oct. Anna Eleonora, dcs Burger und Schreinermeister Johannes Philipp Mylichs Ehefrau, alt 79 Jahr, starb an einer Brustbeschwerung. Beerdigte bei der Bnrgkirche. Am 8- Oct. Der Musketier Michael Kraft, unterm 2ten Bataillon Landgraf, alt 58 Jahre.