Nr. XXVI. -2.JUN! -794- Giessener Jntelligenzvlatt. In und Auswärtige Viktualien-und Markt-Preise.' i ft Ochfenflelfch — i — Kübfleisch i — Rindfleisch — i — Kalbfleisch — 1 — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — 7 — Hammelsfett — 7 — Rindsfett — i — Schweinefett — i — Seifen 1 — Lichter — i — frische Butter — x — geschälte Hirse — i grobgeschälte Gerste i — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 kr. — — , Giesen 1' Darmst Dilleb. Fulda Marb. Weilb. Wezla« 1 kr. 1 pf.i kr. Pf- kr. Pf- kr. pf. kr. Pf- kr. Pf» kr. Pf. 1 8 21 9 2 8 8 — 8 9 •— 8 1 7 — 7 — 7 — 7 2 8 — 6 *■* 6 i 8 2 —- — —- 5 I —— — — MM» 4 2 7 4 — 5 — 6 — 6 6 9 •M—■ 10 — 8 — 10 8 — 1 9 — 9 «E 7 — 8 2 — 8 — 6 —— 9 —— 6 «E 90 105 — — — 90 24 — 90 90 — — — — 90 — —— 16 — 20 — — — —* —1 16 — — —— 16 16 — — ........ — — — — 16 — —* 16 18 —. MM — —■ —— 16 ■ "l" 18 — — — 20 15 20 — —MM —— — — 20 — — 24 ME 5 1 ------ —- — —• — — 5 — — —■ 6 EW 3 — — —— 5 — — 5 MM 6 7 — 6 6 St? 6 St. 5 St. 5 St. 5 St. 4 St. Ketraidevreise vom 21. Juni bis den r8- Juni, in Frankfurt. Währung ö den fl. ä 60 kr. und da«». zu Z4t°th ColnischeS Silbergewrcht. Städte. Darmstadt Friedberg Fulda Giessen Marburg Wrilburg Westar Gemäs. das Malter das Malter das Maas das Achtel das Mött das Achtel das Achtel Waizen fi.lkr. 8 >20 7 20 I 34 9 3o 7i— 11 — 10,30 wiegt ft. 175 200 200 150 210 206 Ko fl- 7 6 1 8 6 8 9 rn kr. 30 18 20 24 wiegt ft. 157 190 — 180 135 200 190 Ger ■ft 5 5 1 6 4 5 6 ste kr. 50 12 — 2C 30 wiegt ft. 140 170 1 — 160 120 168 Hc fl- 4 5 5 3 5 rfer kr. 44 43 20 lwlegt 98 125 140 2* kr. koth Quint Schwarz Brod Weck — — Butter Bretzeln 1 1 1 10 6 3 3i/4 21/2 ii/4 31/8 gemischt Brod oder Taigscher 1 \ cc S Liebe ) r-r ( Lreöe tHitb^rger! Ihr werdet leicht mit mir darüber einig seyn: daß das Pflanzenrerch für Den Menschen höchst wichtig ist, und daß alles, was dem Pflanzenreich schadet, als Sem Menschen schädlich betrachtet werden müsse , und so auch umgekehrt. Nun aber sind die grösten Feinde des Pflanzenreichs sie Insekten. Lange hat rein Jahr so traurige Beweise zu diesem Satz'aelirfert, alS das gegenwärtige. Wir standen nur unsere Odstbaume da! kahl, und trauriger als mitten im Winker ! Ader nicht nur die Raupen find es, die unsere Gärten verheeren ; es giebt Hoch unzähliche andre Arten von Unge. ziefer, die die nämliche Absicht haben. Wer kennt nicht die bösen Erdflöhe, die Erdspinnen (welche die zartesten Ge- pflänze fressen) die Blattläuse und die unzähligen Arten von Käfern und Ge« würmen die sich alle aus dem Pflanzenreich, zum grosen Nachkheil der Men« fchen und unserer Haußthtere, nähren? Wenn Ihr einen Baum odereine Pflanze seht, welche trauret; so untersucht nur und Ihr werdet fast immer die Ursache in einem oder dem andern Insekt finden, das die Wurzel, den Stamm, oder die -Blätter zernagte. Insekten sind folglich aröffentbeils sehr schädliche wesen, ans deren Vertilgung der Mensch , nm selber Selbsierhalrung, aufs chärigste be* dacht seyn muß. Nun sind die Vögel die grösten Feinde der Insekten, und folglich die Freunde der Menschen und solcher vier- küßige Thiere, welche aus dem Pflan. zfMeich Nbrn. M'hrerr Arten der Bö, 1 ,'chrn ganz allein oder doch grösten» theUs von Insekten und Gewännen. Dahin gehören besonders die Graßmä- cken, die Roch^ehlgen, die Rorhfchwänz. aen, die Nlachrigau^, alle' Arten von Baumläufern , die f die Schwalben, die Staaren, die Speckte^ und andre. Ganz besonders nützlich aber sind die Meisen, denn diese suchen im Herbst und Frühling die Raupcneyev und die Puppen (oder Larven, welche nichts anders als verwandelte Raupen sind, die sich nachher in Schmetterlinge verwandeln, welche alsdann Eyerlegen, aus denen wieder Raupen werden ) an den Bäumen auf. Ein grosser Thril der übrigen Vögel lebt zwar auch aus dem Pflanzenreich, gewöhnlich von Gesams, sie fressen aber doch auch, besonders im Vorsommer, Insekten. Dahin gehören die flinken aller Art, die Hänflinge, dke Lerchen und selbst die Sperlinge oder Spatzen. Da uns inzwischen diese Ar» ten, besonders die letzkern an unfein Gärten nach Johanni mehr schaden, als fie uns vorher nützten : so bin ich eben nicht geneigt, solchen und am wenigsten den Spatzen, das Work zu reden. ES wäre vielmehr zu wünschen, daß die zu deren Vertilgung bereits bestehenden höchsten Verordnungen besser, als bis« her zur Ausübung gebracht würden. De« stomehr aber muß uns die Erhaltung der erstgenannten Arten von Vögel am Herzen liegen. Es ist wirklich fast auf« ser Zweifel, daß die Bäume in unfern Hausgärten nur deswegen dem Rau» prnfraß weniger als die in den Feldgär« ten ausgesetzt sind, weil sich dorr Vögel aller Art in grösserer Menge aufhaltcn als hier. Laßt uns also, theure Mitbürgers mit Macht auf die Feinde jener nützlichen Vögel loßgrhn, und die Fürsii. Poiycey, deren Pflicht es ist, alles ju befördern, was zum gemeinen Besten zielt, welche auch bisher diese Pflicht zu erfüllen, ei. neu edlen Eifer zeigt — wird uns in unfern Bemühungen unterstützen. Wir wollen nun die Feinde der Vö. stel, also die Feinde des Pflanzenreichs, also älso dir Feinde der Menschen und die 6i* fen nützliche Thiere näher^ kennen lernen. Die gröffen, gefährlichsten und hauptsächlichsten sind — unsere Jungen. Da ist kein Vogelnest, welches von diesen nicht ausgrspüret, nicht zerstöret wird. Sie verderben die Eyrr, heben die Jungen aus und fangen oft die Alten dazu. Es werden Fallen gelegt, Sprenkel und Meisenkörben gestellt u. f. w. Das also müssen wir nicht leiden. Die erste Pflicht darüber liegt den Aelrern ob. Sie müssen es nicht zuge, den daß ihre Kinder die Vogelnester auf- suchet, und noch weniger sie zerstören. Sie müssen im Gegentheil die Fortpflan. zung der Vögel und den Anbau ihrer Nester zu befördern suchen. Wer Gär. ken und Häuser darin hat, lasse unter dem Dachkrauf Löcher und inwendig zu- gemachte kleineGefächer machen: so wer. den sich bald die Rothkehlgen, Roth, fchwänzgen u, a. Vögelgen darein nisten und der Gartenbesitzer wird denVortheil davon spüren. Nach den Aeltern stehen in jener Pflicht zunächst die Schullehrer.. Diese müssen ihren Zöglingen das Zerstören der Logelnester und das Vogelfängen nützlicher Vögel, als ein Laster, als ein Verbrechen als eine Sünde schildern — denn das ists in mehr als einer Rücksicht. Sie müssen diejenigen, welche dirses Verbrechen begehen, zu entdecken siichen und strenge und öffentlich strafen. So werden sie dem gemeinen Wesen Hoppelt nützlich werden. Drittens ist diese Sache wie schon- oben erwähnt rin Gegenstand der poty» cey. Es steht schon so viel ich weiß, eine Strafe auf das Fangen der Nachtigallen, und auf' das Ausheben der Graß rnückrnnrsier. Wer ist sie auch wohl schon exeguirt worden ? Cs sey mir erlaubt diesem, mir übrigens sehr ehrwürdigen Colleq hier öffentlich einige unmaßgebliche Rathschläge zu rrtheilen: bloses Verbieten eines Vergehens reicht? nach meiner Einsicht nicht bin, dasselbe zu verhindern; wenn nicht zugleich Anstalten getroffen werden, die Frevler zu entdecken. Es wüsten deswegen — ria oder einige ehrliche und von der Liebe zum gemeinen Wohl beseelte Männer, Die Niemand äusser der policeyveputa- tion kennt, angestellt und beeidiget werden , dir alles, was gegen die Poly» ceygesetze läuft, ohne daß es jemand bemerkt, auszukundschaften suchen und gehörigen Orks anzeigten. Würde es nun entdeckt, daß irgend jemandes Kind, rin Vogelnest ausgrhoben oder einen alten Vogel gefangen hätte, so müsten fürs erste die Aeltern in eine Geldstrafe ge* nommen, fürs zweyte der Thater öffent- lich gezüchtigek, fürs dritte angebalten werden, den alten Vogel so gleich fliegen zu lassen; die Jungen aber so lange; bis solche fliegen können, aufzuziehen und alsdann loszuiassen; für jeden aber, der vorher umkomwt, noch eine besondere Straf zu erlegen.- Endlich liegt die Pflicht auf jedem rechtschafnen Mann und Staatsbürger, dieser zum offen heben Schaden und Verderben gereichende Unart nach seinem- besten Vermögen zu steuren. Ich erwähne nun noch einiger andern Feinde der nützlichen Vögel. Die nächsten im Range nach den Gassenjungen, sind •*-- manche unberufenen Schützen, die, welche die Jagd» freyheir entweder haben, oder sich solche anmafen. Ich weiß sehr gut, daß ein rechtschaffener und verständiger Mu- sensohn sich schämt, rin solches unfchul. digrs, — ) i®4 ( — diaes, dem Menschen nützliches Vogel- aen zu töden; ich tvetg aber auch, daß andre, die keinen Hasen zu schresen tm Stande sind, es sich zur Beschäftigung macken, die Gegenden um die Stadt und die G^teuwrge zu durchstreichen, auf dikleinen armen Dinger mit ihren Flrnten koszudonnern, und sich, wenn sie ein Bachftelzgen oder Grasmuckgen erlegt haben — ob der rühmlichen (!) That gewaltiglich freuen. Mit BetrubtnlK habe ich bemerkt, daß man die Staaren, welche zu unserer Rettung kamen, um die von den Bäumen gefallene Raupen und Puppen aufzufressen, und uns so, wenigstens fürs künftige ja&r davon zu defreuen — von solchen unverständigen Wägern verfolgt und verscheucht worden sind. Löbliche Universität, die ohnehin auch ihren Deputirten zur Pol'ceydepu. tation gitbt i wird hoffentlich auch die, fern Unfuge sieuren. Zuletzt mach- ich noch «"-n Feind der kleinen Vögel bemerkbar. Es sind dieß eine Art Fleiner Eulen, die, sobald der Tag sich neigt und jene sich m Schal» ten der Baume zur Ruhe begeben haben, mit einem lauten Geschrei) — Daum zum andern fliegen, und denjeni» qen Vogel, der sich dadurch aufstoren ?Lst, sogleich als eine Beute erhaschen. Di-s-n Ö»d>.n,Eul-N als° « m tbun, würde -ine bessere Beschäm« aung für diejenigen seyn , welche gern schiefen und doch nicht weit gehen wollen. Haben wir es nun durch di« Befol» aung dieser Rathschläge, denen vielleicht noch manche beygefugt werden können, dahin gebracht-- und das kann in we» vigen Jahren geschehen, .daß wir auf unfern Feldbäumen eben so viel Insektenfresser , als auf den Stadtbäumen Spatzen herumfiiegen sehen; dann wer- den wir nicht mehr das traurige Schauspiel erleben, unsre Dlüthen, Bläktet*, Früchte und Pflanzen von Insekten ver- Zerdt zu sehen. Der Verfolg künftig. Gottesdienst am 29 Juni. In der St. PancratiuSkirche. Morgens Herr Superintendent Bechthold. Nachmittags Herr Mag. Reiber. In der Durgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 29. Juni hat das Frischbacken des Caspar Löbers Wittib in der Neustadt. Ein, und Auspasstree. Am 19. Jun. Herr Oberlieutenant Dichmann in Kaiser!. Diensten durchpass. Am 20. Jun. Hr. Lieutenant Mat- theS, in Hessen Casselisch. Dienst, durchp. 21m 23. Jun. Hr. Hofrath Schmal- kalber von Grünberg, log. bei der Frau General Major v. Schmalkalder. Am 25. Jun. Herr Hauptmann v- Münchbauseu von Hessen Cassel, u. Frau Oberbaumeister v. Hanau, log. im Einhorn. , Eod. Hr. Kammergerichtsbelsitzer V. Frohn von Wezlar, durchpass. Am 26. Jun. Hr. Pfarrer Bär von Königsberg, log. im Einborn. Eod. Hr. Capitain Vogt, in Preussischen Diensten, durchpass. Gebohrne und Getaufte bei der Burg- kircbe. D-n 19. Jun. dem Feldwebel Bernhard Walb beym Füßelier Bataillon ein Töchterlein. Den 25. Jun. dem Furstl. Reg. Advokat Hrn. 0. Suntheim, ein Söhnlein. Gestorbene und Beerdigte bei der Gtadtkirche. Den 2i. Jun. bes Burger und Knopfmacher Haasen Wittib.