Nr. XXXIV. 2?. August 1794« Giessener JntelltgenMkk. In und Auswärtige Viktualien - und Markt s Preises I Yb Ochsenfleisch — 1 — Kühfleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — l — Schweinefleisch — 1 — Hammelfleisch — 7 —. Hammelsfett — 7 — Rindsfett ' — 1 — Schweinefett *— 5 — Seifen — f — Lichter — 1 — frische Butter — r — geschälte Hirse — 1 — grobqeschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Gie kr. 8 6 6 9 £ 90 16 16 18 18 5 3 6 len Pf- Dar kr. 9 8 8 9 8 l»S 90 20 21 msi Pf- 2 2 2 2 䣰°^i । । । । । । 1 1 1 1 ste1111111111111111 Fu kr. 8 7 5 10 16 lda Pf. 2 Ma fr. 8 7 5 6 8 6 90 90 16 16 18 20 5 5 7 rb. Pf- 2 1 24 W fr. 9 8 6 9 9 s^l | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 x '—» —1 We kr. 8 6 6 9 6 (6 16 20 24 6 5E 6 11 1 1 1 1 1 1 1 M M 1 1 1 ?.I8 Eyer ä 4 fr. — — 6 St. 6 St. 5 St. 5 St. 5 St. 4 St. Getraide denfl Städte. preise vom 16 . ä 60 kr. und Gemäs. .Aug. 6 das ft. Warzen isden j zu 34* wiegt tz.A oth ( Korn ug., ir kölnisch wiegtl 1 Frank »es Sil Gerste furt. S bergew wiegt Wahrung icht. Haferjlvkegt Darmstadt Friedberg Fulda Giessen Marburg Milburg Wezlar das Malter das Malter das Maas das Achtel das Mött das Achtel das Achtel st. 9 7 1 9 7 11 101 fr. 3o 20 22 t— 30 ft. <75 200 — 1 200 150 210 206 st- 6 6 1 7 6 8 9 kr Zc 3c S 2C 24 ft. J57 190 M — I80 135 200 190 fi. 5 5 1 5 4 6 6 Ikr. 136 |l2 40 30 ft. 140 170 — 160 120 168 st- 4 5 5 3 4 5 fr 34 — 46 50 20 - M. l 98 125 140 84 Schwarz Brod Weck — — Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. 1 1 1 1 J 1 koth IQ 6 3 8 EI Quint 3i/4 2 1/2 TI/4 31/2 — ) rz4 ( — Vom Aufläufen des Rindviehes and de» Heilungen dieses Nebels. Verfolg. Es haben nemlich diese Thier« vier hintereinander liegende Magen, wovon zur D'gestion ein feder bas feinige beiträ, get, so wie die Speisen nach und nach aus dem vorhergehenden Magen in ihn gebracht wird. Der erste Magen, in welchen die Speisen anfänglich durch die Speise. Röhre gebracht werden, ist der größte und heisset der Panzen oder der Wanst. Er dienet nur jur Erweichung der Speisen, und ist auf seiner ganzen Innern Fläche mit kleinen spitzigen Wärz- kein versehen , die zur Erweichung der Speisen einen Saft absondern. Der erste Magen zieht sich zusammen, um etwas zu dem Wiederkäuen in das Maul zu bringen. Der zweite Magen, welcher der kleinste ist, bildet den Brocken, der zum Wiederkauen in das Mauk gebracht wer« den soll, wobei sich die Rinne, die zu dem dritten Magen geht, verschließt, damit der Brocken in das Maul treten und wieder gekäuetwerden kann Wenn nun der Bissen aufs neue zerkauet und wieder verschluckt worben ist, so fällt er wieder in den ersten Magen; der zweite Bissen wird nun wieder in dasMauk geschoben, und der schon gekauete gelanget nach und nach auS dem ersten in den dritten Ma« gen, oder in das sogenannte Buch oder Salter. Hierinnen hält sich die Speise «ine längere Zeit auf als in den andern Mägen, und zwar wegen der Blätter die sich in demselben befinden. Von da ge. hen die Speisen in den vierten Magen, in welchem sie schon gewissermaßen daS Absehen Lines Mists bekommen, undwor« innen das ganze Geschäft der Verdau« vng sich endigt. AuS diesem vierten und leztern Ma, gen gelange« endlich die in demselben durchgekochten Speisen in die Gedärme, in welchen sie immer weiter, vermittelst einer i^mer fortdaurenden wurmsörmi» gen Bewegung der Gedärme fortgescho- den werden. Die Galle hilft nun eben, falls zur weitern Auflösung der Speisen, und macht überdem durch ihr« Schärfe, daß die Gedärme sich stärker zusammen ziehen, und die verdauten Speisen desto eher fortschieben, bis sie endlich durch den Masdarm völlig auS dem Körper fortgebracht werden,nachdem derMUch. saft daraus, durch die Milch-Gefäße auf. genommen worden. Der gewöhnliche Futterklee, die weif, ftn Rüben, wie auch bas fette Futter, gras des Herbstes auf fetten Musen, be. sitzen nun eine vorzügliche Menge von wasserigten Feuchtigkeiten und Luft. Wenn also ein Stück Vieh, welchem es gefüttert wird, vor anderem an der Schwäche der Fasern der Eingeweide lei. bet, so gehen die Speisen gar leicht in eine Gährung über. Der rohe Saft die. ser Gewächse, welchen der Magen wegen der Menge der Speisen, oder wegen der zu großen Schärfe derselben nicht über- wattigen kan, setzet die Nerven der Mä- gen und Gedärme in eine krampfhaft« Bewegung, und versperret dadurch b«. neu Wtnden ihren Ausgang, welche ferner durch die in dem Körper vorhandene Wärme sich ausserordentlich ausdehnen, daß der Leib also zu einer solchen entsetz, lichen Dicke aufläufet, und daß die Luft endlich, nachdem die Mägen und der ganze Canal der Gedärme so viel wie möglich erweitert worden ist, durch di« Häute der Gedärm« durchdringet, und eine Windgefchwulst in dem ganzen Leibe her. vorbringt, wovon das Vieh, wenn man ihm nicht alsobald schleunige Hülfe ver. schaffet, zerplatzen und sterben muß. Um -** ) IZ5 ( Um dieses Uebelzu heben, müssen Wir vorerst auf die Ursachen gehen, wel. ehe die Luft zurück halten, und dadurch zu solcher Ausdehnung der Mägen und der Gedärme, oder dem ungestümen Aus- druch derselben in den Hinterieib Anlaß geben. Sobald bas Anbäufen der Speise in dem Körper geschiehst, so höret die regulaire Verdauung allgemach auf, der motus periftalticus wird unterdrückt, es erfolget Verstopfung des Leibs, dieReste der Speisen können nicht mehr fortge- schäft werden, der Mastdarm fängt sich an durch die krampfhafte Zusammenziehung zu verengern , und die in dem Tbiere noch enthaltene Speisen fangen sogleich an in eine Fäulung überzugehen, welches man aus dem üblen Geruch der Winde gar leicht erkennen kan. Zulezt erfolgt der Brand, und das Thier läuft immer mehr und mehr der Gefahr des Zerplatzens entgegen, da die Mägen nicht mehr im Stande sind, zur ordent, Eichen Verdauung der Speisen etwas beitragen zu können. Oesters würben solche Zufälle, durch ein schnelles Ausleeren der Speisen aus denen Mägen mit einem Brechmittel können gehoben werden. Da uns aber die Erfahrung belehrt, daß die Beschaffen, heit der Mägen, und der Bau des Kör- pers bei dem Viehe nicht von der Artist, noch die Tbeile miteiner so empfindlichen Irritabilität versehen sind, wodurch eine so schnelle Zusammenziehung, die zu sol- eher Ausleerung nölhiq ist, hrrvorqe- bracht werden kan, auch die allergröste Dosis der stärkesten Brechmittel nichts anders als die allerheftigsten Beängstigungen, Zittern, ja sogar Convulsionen erregen, ehe ein wahres Brechen von ihnen bewirket wird, sy müsse» wir dieser Mittel entbehre». An den mehresten Orken, besonders wo sich dieser Zufall am öftesten zu ereig. nen psteget, ist fast ein jeder Landwirth oder Bauer, immer mit einem Vorrath einiger von feinen Ekkern geerbten Medikamenten, oder von feinem Nachbar entlehnten Rezepten versehen, welche Fort- Pflanzung bei ihnen ja nicht darf verab. säumet werden. Da muß immer gleich das Terpetinöhl, Skeinöhl, Pechöhk, Tannzapfevöhl, Scorpionöbl, Lohr- öhi, Balsam. Sulphuris, Theriac, und dergleichen bei der Hand feyn, mit welchen sie den Versuch ein und das andremal anstellen. Will das nicht helfen, so muß erst noch der gemeine Vieharzt kommen, der Weber den Bau des Thieres, und die Ursachen des Zustandes kennet, »scheine gründliche Wissenschaft oder einig« Er- kenntnis eines schädlichen oder nützlichen Heilmittels hat, der dann erst noch auf die dem Viehe schon emgegedene Mittel, einen Trank oben eingicbk, mit welchem er entweder der eingefchlossenen Luft die Wege noch mehr verkleistert, oder wohl gar eine Entzündung irgendwo an denen Verdauungs-Werkzeugen aus Unwissenheit hervorbringk, die Circulation des Geblüts vermehret, den noch geringen vorhandenen motus perirtakicns unter, brückt und die Verdauung also gänzlich verhindert. Der Verfolg im nächsten Stück. Bekanntmachung r>on verschiedene»» Sachen. i) Vor kurzen Tagen sind zu Nacht, zelten au6 dem Fürstt. Weilburgifchen Speisesaal, von silbernen Schwenkkum. pen zwei große faxonirte silberne Hand, haben mit Carricakur-Köpfen, weiche zusammen 23 Mark Silber wiegen, so, bann -arm zwei kleine Carrlcakur-Köpfe ad 4 Mark, diebischerweise entwendet worden. Derjenige, welcher zu Entdeckung dieses Diebstahls sichere Nachricht anzu» geben vermag , hat eine Douceur von ivoRthlr., auch der Käufer dieses Silbers den Ersaz seiner Auslage, alsogleich sich zu versprechen. Derjenige aber, wel. Lher von diesem Diebstahl Wissenschaft hak, und davon keine Eröfnungbei Oder» amt dahier thut, eine nachdrucksame Strafe zu gewärtigen. Giesen denaoten August 1794- Fürstk. Hess Oberamt allda. 2) Es liegen 800. Gulden auf gr» richtliche Obligation sowohl im ganzen, als vertheilet, zum Ausleihen parat. Ausgeber dieser Anzeigen gitbt Nachricht davon. 3) Künftigen Montag, den 25. Au» gust, wie auch Montags den 1. Septem« der, wird im Buschischen Garten allge» meiner Tanz gehalten. Es verspricht billige und prompte Bedienung Ioh. Philipp Busch. Gottesdienst am 24. Arrgust. In der St. Pancratiuskirche. Mor» 8«us Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Superintend. Müller.. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittage» Herr Su» perintendent Schulz. ' Morgen den 24. Aug. hat das Frischbacken der Beckermeister Ioh. GeorgLö» der, in der Neustadt. Ein- und Auspasstrte. Am 12. Aug. Hr. Kammergerichts» -eisitzer von Ulmenftein, Don Wezlar, burchpass, Eod. Hr. Legatkonsrath Kunsteis von Braunschweig, burchpass. Am iz. Aug. Hr. Graf v. Beerst, burchpass. Eod. Hr. Major und Generaladju» tantv. Heister, in Hess. Cassel. Diensten, durchpass. Am »4. Aug. Hr. Hauptmann von Kaufmann, in Hannöverischen Diensten, log. im Einhorn. Eod. Hr. Generalmajor v. Lempe, von der Hess. Cassel Artillerie, durchpass. Eod. Hr. Geheimerrath Baldingee vvn Marburg, durchpass. Am 15 Aug. Hr. Lieuken.v.Baum» bach, in Hess. Cassel. Diensten, durchpass. Am 17. Aug. Hr. Geheimer Kam» merrakh v. Weitz, von Cassel, log. im Einhorn. Am i8.Aug. Hr. Obrist v. Lindau, jN Hess. Darmstadt. Diensten, burchpass. Am 19. Aug. Hr. Hofrath v. Med» ding von Frankfurt. Hr. D. Hauch von Offenbach, log. im Einhorn. Eod. Hr. Kammergerichts-Assessor Grafv. Spauer, von Wezlar, durchpass. Eod. Herr Graf Fersen und Herr Hauptmann Gansenberg, in Kaiftrl. Diensten, burchpass. Am 20. Aug. Herr Kammerrath Strohmayer, von Wittgenstein, burchp. Eod. Hr. Fahndrtch v. Hartmann, in K. Preuss. Diensten, burchpass. Gebohrne und Getaufte bei der Stadt^ k i r c h e. Am 16. Aug. Dem Bürger».Wald» förster Johann Walther Schmall, ein Söhnlein. Beerdigte. Am 15. Aug. Des Bürgers ».Glasers Johann Henrich Balsers Ehefrau, alt 79 Jahre. Am »8. Aug. Der Burger undMez» ger Valentin Mehl, alt66Jahr.