rz. Deeembr. 1794* Nr, L In und?tuswartige Viktualien-und Markt-Preise. 7 Seifen 5 zSt. 4 1 1 i — Lichter — 1 — frische Butter — 1 — geschälte Hirse — 1 —. grobgeschälte Gerste 1 — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 kr. — t ft Ochsensie'fch 1 — Kühfteisch — Rindfleisch t — Kalbfleisch T — Schweinefleisch 1 — Hammelfleisch Hammelsfett 7 — Rindsfett Schweinefett Ketraidepreise vom 6.D« bis den i;.D-e. 7 in Frankfurt. Währung btnfl. aGofr.unb das ».zu ?4loth Colnisches Silbergewcht. Giesen l' Oarmst. Dilleb. Fulda Marb^ Diez Mezlar kr. tpf.l kr. pf- kr. pf. trjpf. kr. pf- kr. pf. kr. pf. 9 | —l 9 2 9 — 8 - 9 — 9 2 9 — 7 l - 7 2 7 — 8 — 8 2 / । 6 — 8 2 — —— —■ — 5 1 —• •— — — 8 — 9 2 5 - 6 , 2 5 — — 1 — 5 — , 9 — 10 — 9 — 8 | — 9 —i — "— 9 — 1 6 - 8 2 8 — 7j- 6 — —— — 6 — i qo — io«! — — 90 24 — - — ——- 90 — 9° — —— *—• *—■ *—* 9° — 16 — 20 — — — 16 — — —* (6 | — 16 — *— — —— — 16 - —• —— >6 - 18 — II— —<— < 16 — 18 — —— 20 — 24 — 5 — 26 —' — —- — — 1 1 0 w> — •— 24 — 6 — 3 — 6 I — — — —• •*— 1 " 5 — 7 - — —— . 0^ • H Stä dte. Gemäs. Waizen wiegt Korn wiegtj Gerste wiegt Hafer i wiegt Darmstadt Friedberg Fulda Giessen Marburg Diez Wezlar bas Malter daS Malter das Maas das Achtel das Mött das Achtel ft 9 7 r I07 20 10 kr. 55 20 45 30 1— 30 ft. k?5 200 200 150 206 ft-! 7 6 1 9 6 15 9 kr. 32 3o 14 50 24 ft. 157 190 —. 180 135 190 ft! 6| 1 5 i- 7 4 II 5 kr. 2 7 *— 50 ft. 140 170 1 — i 160 120* l68 fl. 5 5 7 3 4 i 1 & ! U. 98 125 143 84 Schwarz Brod Weck — — Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. 1 1 1 1 bd Loth 10 6 3 8 d Quint 1 r/2 Lieber — ) 10Ö ( — Ueber den erste« LNai oder die Wal- purgis - Nacht. (Aus dem Volksfreund.) Beschlus. Ausserdem bedient man sich noch ei» nes andern gleichfalls sehr kräftigen Mittels gegen die Gewalt des Teufels und gegen die Neckereien der Hexen und Zauberer in der Walpurgis-Nacht: man besteckt nemlich alle Thüren und Fenster der Wohnungen und anderer Gebäude mit grünen Zweigen von Birken, weiche man von diesem ersten Tag des Mais, Maien ju nennen pflegt. Diese Ge« wobnheit findet noch in dielen Ländern Statt, und vielleicht haben sie viele un* ferer Leser selber mltgemachk, ohne ihren Ursprung ju w ssen. Man hält nemlich die Birkenrweige oder sogenannten Maien für ein sehr kräftiges Mittel gegen alle Hexerei und Zauberei, womit man von der Keil. Wal, purgis folgende Geschichte erzählt und in jenen finstern Jahrhunderten wirklich glaubte. Die heilige Jungfrau, sagt man, kebke, aus bloser Liebe zu dem Worte Gottes, zur Verbreitung des Christen, thums, zur Erbauung ihres eigenen Her, jens und zur Befestigung im Glauben und in guten Werken, mit zwei sehr heiligen und gelehrten «> ännern, in einem äusserst guten Vernehmen und in sehr enger Ver, dindung des Herzens. Hieraus (denn der Verläumder schont selbst der unve« fcholkensten Heiligkeit und des unladel« hastesten Wandels nicht,) entstand für sie der Verdacht, als lebte sie mit ihnen in Unehrrn. Dies kränkte die fromme Jungfrau tief in die Seele; sie ward je» desmal bei dem bloßen Gedanken an eine solche Verläumdung rolh, von der Fußsohle bis oben unter den Schleier, der ihrheiligesfungfrauliches Antlitzbebeckte; und um sich gegen jenen argen undgott- los ersonnenen Verdacht zu rechtfertigen, steckte sie einen dürren Stab, dessen sie sich aus ihren Reisen bedient haue, in d,e Erde; und siehe, in einer Nacht fieng derselbe auf Gottes wunderthäkige Veranstaltung , zum Beweise ihrer Keuschheit und Züchtigkeit an zu grünen und ward ein schöner großer Birkenbaum. Von dieser Zeit an wurde der Birken« bäum der Jungfer Walpurgis geheiligt, uno in der Walpurgiö-Nacht als ein Mittel gegen Hexerei und Zauberei von allen gläubigen Christen mit dem besten Erfolge gebraucht. WaS von diesem Glauben zu halten sey, darf ich meinen L-sern wohl nicht er, klären. Genug daß sie nun hie Entste, hung dieser Gewohnheit wissen. Von der heiligen Walpurgis muß man auch das sogenannte WalpurgiS- Feuer erklären. In vielen Gegenden Deutschlands und in andern Ländern fleckt man nämlich an hem WalpurgiS- Abend Strohwische oder kleine Bündchen Stroh auf lange Stangen, zündet die, selben an und läuft damit in den Tör- fern und in den Straßen der Städte um, her, um, wie man sagt, damit denTeu, fel und die Hexen zu verscheuchen. Wie schädlich diese lächerliche Gewohnheittver, den kann, und oft geworden sey, fällt jedem Leser in die Augen; und auS diesem Grunde ist sie auch an den meisten Orten, auf getroffene Verfügungen vernünftiger Obrigkeiten,abgeschasst worden. Wollte ich über dieseThorheiten und lächerlichen Vorurtheile jener Zeiten der Unwissenheit und des Aberglaubens meinen Lesern noch meine Urtheile mitkhei, len, so würde mir dies Stoff zu man. cheriet Betrachtungen geben, und ich Würde würde ziemlich weitläuftig Werden muf« (en Dirstrbalb überlasse lch dies dem «iarnen Nachdenken meiner Leser und be» aK« mich, ibn.» bl°s historisch bi« Thatsachen mitgetheilt zu baden. und die Hühner vollkommen qesunb wer. den. — Die Hühner heilen sich oft selbst davon, indem sie sich kratzen und den Wurm sich untereinander selbst abzieyin: allein daS sicherste Mittel ist der Fisch* thran. Leichte Art, em Zimmer LnverGefchwin- digkeir von Hliegen zu reinigen« Das Einsetzen von Gift gegen die Fliegen, ist schon oft Hunden, Katzen rc. löoilich g.w.sm, w.nn st- von d.n rod. ren am Gift« gestorbenen Fliegen mey» rere gefressen haben: dagegen ist folgen« des einfache Mittel völlig unschädlich/ wenn es gleich auf einig« Minuten einige Unbequemlichkeit verursacht. Man nimmt trockne Kürbisblätter, wirft sie auf Koh« len, damit die ganze Stube mit einem starken Dampfe angefüllet werde. Halt man die Fenster dabei zu, so sterben alle, läßt man aber die Fensteo offen, so zie« hen alle hinaus, als wenn sie g-lagt würden. Den Gähnern den Pip zu vertreiben. Wenn ein Huhn anfängt, die Flü- «d sinken zu lassen, oder wenn «6 sie nicht fest an seinen Körper anschließt, so muß man nicht säumen, seinen Kopf sorgfäl« da zu untersuchen. Hier wird manzwrl bis drei, mehr oderweniger, kleine Wur» mrr finden, die anfänglich braun und tedr klein sind, die aber in wenigen Ta» aen io groß werden, daß sie den Kopf aniressen, sich in die Runde ziehen und die Größe wie Kohl • oder Rübesaamen bekommen. Dieses Ungeziefer ist die wahre Ursa che des PipS. Es zu tobten ist nichts kräftiger, als ein Tropfen «ischthran auf den Kopf zu gießen, ihn einzureihen und so zu vertheilen, daß der ganze Kopf davon befeuchtet werde. Die Würmer werden augenblicklich sterben Mittel wider das Nachtwandeln. Man breiter ein wohl durchnäßte» Tuch auf den Boden vor bas Bett des Nachtwandlers. Wenn nun diesem die Lust zu seiner nächtlichen Promenade an» kömmt, und er mit blossen Füßen daS nasse Tuch berührt, so wird er sich fiugS eines bessern besinnen, und dahin zu» rückkehren, woher er kam, und wohin denn doch auch eigentlich der Mensch zur Nachtzeit gehört. Hält man mit dieser Wasserkur eine Zeitlang an: so wird der Nachtschwärmer nach und nach allen Ge» schmack an solchen unzeitigen Streife» reien verlieren. Dieses einfache, gewiß unschädli» ehe, und dabei äusserst wohlfeile HauS« mittel pflegt ein äusser Deutschland le» bender berühmter akademischel Lehrer in seinen Vorlesungen als untrüglich zu empfehlen. Wll Jemand, der dazu Ge» legenheit hat, den Versuch anstellen, so Wird er im Namen deß ganzen nachtwan» delnden Publikums gebeten, von dem Erfolg« Nachricht zu «rtheiien. Wider das Durckliegen in langwierigen Rrankheiren. Man nehme ungesalzenes Ochsen- Kalb- oder Hammelfleisch, koche solches, und nehme den Schaum davon, welcher ohnehin pflegt abgeschäumt zu werden, und bestreiche damit den durchgelegenen Theil oder Stelle, Tages vier bis fünf, mal, so wird die schleunigste Heilung ohnfehlbar erfolgen. Be- ) 2vr ( --- Bekanntmachung. Meinem jüngsten Sohn, Ernst Chri» siian, einem Knaben von 14Jahren, fal« Ua so viele unüberlegte Jugendfehler zur Last, daß mir für dessen Ausartung und üblen Folgen bange wird. Ich bin da. hrr genöthiget, Jedermann zu warnen, sich mit demselben in ein Negoj auf ir. gend eine Weise einjukassen, indeme ich mich hiermit ein für allemal und öffentlich für unverbindlich erkläre. Giesen am isteaDttembr. 1794, Lrach. Gottesdienst am M* Decembr. 3« derSt.Pancrariuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Wachmitlags Hr. Superintend. Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Su» p^rintendeut Schulz. Morgen den 14. Dec. hat das Frisch' backen der BeckermeisterJughard in der Wallpförter Straße. Ein' und Attspassirte. Am z.Dec. Hr. Graf v. Spaarund Hr. Rittmeister Zians, beide in Königs. Preuss. Diensten, log. im Rappen. Eod. Hr. Hauptmann v. Pourreich nebst seiner Gemalin, in K. Preuss. Dien- sten, log. im Adler. . Eod. Hr. Kapit. Centgraf, in Hess. Cassel. Diensten, dnrchpaff. Eod. Hr. Rittmeister v. Flans, in K. Preuss. Diensten, durchpaff. Eod. Hr. Obrist v. Graan und Hr. Major v. Kleist, beide in Kön, Preuss. Diensten, durchpaff. Am 5. Dec. Hr. Geheimerrakh und Oberstallmeister Freiherr v. Barkhaus und Herr Kammerrath Zimmermann von Darmstadt, log. in der Post. „ Eod. Hr. Amtsrath Weiß, in Hess. Cassel. Diensten, durchpass. Eod. Hr. Liruten. Goeren in Kön. Preuss. Diensten, durchpass. Eod. Hr. Obristlieuken. v. Harde, Müller, in K. K. Diensten, durchpass. Am 6. Dec. Hr. Kapitain v. Lahr, in Engl. Diensten, durchpass. Am 7. Dec. Hr.Kriegskömmkssarius v Schulheim. Hr. v. ©affin und Hr. Oberlieuten. v. Wisthof, sämtlich in K. K. Diensten, log. im Einhorn. Am 8-Dec. Hr. Geheimerrath von Schlabendorf, log. in der Poft. Am 9. Dec. Hr. Major v. Petit und Hr. Lieuten. v. Semifch, beide in K. K. Diensten, log. im Einhorn. Eod. Hr. Major v. Horspitzky, in K. Preuss- Diensten, durchpaff. Eod. Hr. Hauptmann v. Scharnhorst, von dem Fürst!. Hess. Darmstadt, Leichten Jnfanteriebataillon, durchpass. Am io. Dec. Chevalier de L'Aukrm aus England, durchpass. Gebohrne und Getaufte bei der Stüdt- kirche. Dem 7. Dec. Dem Burger und Schneider Ludwig Geißler, ein Tochters, Eod. Dem Burger und Tuchmacher Ludw. Melchior Stohr, ein Söhnlein. Demo.Dec. DcmBürgern. Schuhmacher Mathias Brauer, ein Söhnlein. Gestorbene und Beerdigte bei der Stadrkirche. Den 8. Dec. Maria Catharina kö- Wensteinin, alt 83 Jahr. Den 11. Dec. Frau Clara, Herrn Apotheker Alexander Gustav WortmanuS hinterlassene Frau Wittwe, alt 49 Jahr 9 Monath 20 Tag. Am 12. Dec. Der Burger und Kaufmann Ludwig Daniel Höstreich, altzzJ.