7-Juni 1794* Giessener MteUWWM 'In und Auswärtige Viktualien- und Markt-Preise, 7 Lyer ä 4 kr. - Haferiwiegr u- fi. kr. ft. si.Ikrl -ft. Has Malter 8 20 175 7- 157 5I50 6140. das Malter t7 20 200 Ab 30 190 5 — #70 das Maas 1 34 _ I 18 2- 1 11 das Achtel . 9 3o 20p 8-20 ISO 6 r- 160 das Mött 7. — 150 6 — I35 4 — 120 das Achtel 11 3o -210 8 30 300« 6 TT — ■ das Achtel 10(30. 206 '9l24l -190 6(30 .168 — ) $0 ( — rttittel gegen die SpLnnr-üpen. Die Spannraups , phatacna briv inäta, welche von dem Dlattwrckler zu Ankerscheiden ist, gehört in manchen Ge, genden zu den größten Plagen derer, die sich mit dem Obstbau beschäftigen. Sie nagt die Obstbäume so ab, daß auch nicht ein einziges Blatt an ihnen übrig bleibt, und kann dem Besitzer eims mäßigen §aumgartens in einem Jahre leicht einen rrlust von T.oo auch mchrerrr Lhakern Verursachen, nicht zu gedenken, daß st-, wenn sie etliche Jahre hintereinander Zahlreich erscheint, selbst dsngesundesten und schönsten Obstdaumen, den Tod. bringt. Zu ihrer Vertilgung hat man allerhand Mittel vorgeschlagen. Eins her wirksamsten iß noch dieses, daßman von der Mitte des Oktobers an bis ge» gen Ende des Novembers (in welchem Zeitraum der Schmetterling, dessen Weibchen nicht fliegen kann, aus der Erve kömmt^) um die Stämme der Bäume-Ltwa eine Elle hoch von der Erde einen Hand breiten Gürtel oder Ring von Rothtannen- oder Birken - oder einer andern glatten Rinde, mit Bind' faden befestiget, und diesen Ring mit einer klebrichtrn Materie, z. E. Theer, vder VLgMeim und Terpentin, od-r Prch und Leinöl, bestreicht, wovon dann die Echmetterliiigsweibchen, wenn sie den Baüm hinaufkrirchen wollen, kledsn bleiben und ihre Eier an den Baum zu legen, verhindert werden. Nur Leigt sich bei Anwendung dieses sonst ganz zweckmäßigen und wirklich zu empfehlen, den Mittels eine Schwierigkeit? die kleb, ■ richt* Merrerw' 5 bts ^Wochen lang bei allen Veränderungen der Witterung ge. uau in dem Grade von Flüssigkeit und Klebrichkeit zu erhalten, daß.drr darüber kriechenden Schmetterling« festgehalterr Wtr&cnt Ändert Miltch nie-Schießen mit Pulver (ohne Pfropf,) Rauchen (mit Schwefel, spanischem Pfeffer u. dergl.) Besprengen der Bäume vermittelst eirvkc Handspritze (mit starker Lauge, Salz, wasser, und dergl.) sind nicht ganz un. wirksam, und besonders ist das öfter wiederholte Bespritzen mit blossem Was, fer den von SponnraupZn abyefressenen Bäumen sehr heilsam, und kann das gänzliche Absterben derselbrn verbinde-, Inzwischen ward bei Anwendung dieser Mittel die Absicht )mmcr nur in gezjn, gern Grade erreicht, und meistens blieb es zweifelhaft, ob das versuchte Mittel oder die Witterung und zufällige Um, stände am meisten gewirkt hätten. Die Hauptschwierigkeiten, die sich der V-r, tilgung diefeS unbeschreiblich schädlichen Ungeziefers in den Weg stellen, entsprin. gen aus der Natur der Raupe. Denn erstens werden die Eier, woraus die Rau- pen entstehen, schon im Herbst, an die Zweige des Baums, und sogar in die kaum sich zeigende Knospen hinein ge. legt. Ehe noch die Knospe im Früh, ling sich entfaltet, ist- das in ihr ver, fchloßne Räupchen schon mit Zerstörung derseiden beschäftiget, und viele Bäume kommen daher, wenn sie gleich voller Knospen sind, gar nicht einmal zue Blühte. Man schneide im Februar ei. neu Zweig mitKnospen von einemApfel- oder Kirschenbaum ab und lasse ihn in der warmen Stube im Wasser treiben. Giebt es in demselben Jahre Spannrau^ pen an diesem Baum, so werden die kleinen Räupchen, sobald sich die Knospen in der Stube öffnen, sich zeigen, und durch ihr Dasein die Meinung widerle. gen, als wenn sie erst im Frühling durch gewisse Att/n vvp RtAen erzeugt wurden. Zweitens hat diese Raupe ein sehr hartes Leben. Weder Nasse noch mäßige Kälte ist ihr sonderlich schädlich, undbei aiigesisssttst Versuchen hat sich gezeigt, daß ) yr ( Last eine mit scharfer Aschcnlauge oder Sakzwasser benetzte Spannraupe sich nach diesem Bade nicht eben schlimmer zu b(, finden schien, als vorder. Drittens, fitzen die Spannraupen nie in Haufen beisammen, daß sie leicht abgelefen wer, den könnten, sondern jede treibt ihre Wirthschaft für sich. Viertens, zieht die Spannraupe mit einigen Fäden die Blühtenbüschel, ingkeichen einander nahe stehende Blätter, zusammen, und trotzt hinter diesem Bollwerke der Witterung und feder gegen sie vorgekehrten Anstalt. Man kann am Tage einen Baum voller Spannraupen stark schütteln, und kaum läßt sich eine oder die andere an ihren Fä, h»n Herab. Eine zufällige Bemerkung, welche über die Orkonomie dieser gefräßigen Lhiere neuerlich gemacht worden, bietet «in untrügliches, in der Anwendung leichtes und wenig kostbares Mittel zur Vertilgung dieser ärgsten Feinde der Obsicultur dar. Die Spannraupe hält ihre Hauptmahlzeit nach Sonnenunter, gang, zwischen halb 8. und n.Uhr. Um diese Zeit kömmt sie aus ihrem Hinterhalte hervor, und liegt ganz offen und tos auf den Blättern, an denen sie sich weidet. Schüttelt man in diesen ©tun, den den Baum oder einen Ast desselben, so lassen sich gleich mehrere an ihren Fä» den herab und hängen schwebend da. Fährt man mit Schütteln fort, so fallen sie zu hunderten, ja zu taufenden aufden Boden hrruneer. Nach n odev halb 12 Uhr aber, ingleichen bei wirklich rauher und kalter Witterung, sitzen sie schon fe, fier und fallen nur sehr einzeln. Auf diese Beobachtung gründet sich folgende durch Erfahrung bestätigte Pro, eedur. Man lasse, wenn die Witterung mcht allzu rauh ist, in hn benmklklr Stunden zwei grosse leinene Tücher oder Planen so um den Baum legen, daß fic an dem Stamme genau zusammen passen, und nach allen Seiten hin etwas weiter reichen, als die Aeste des Baums. Dann lasse man den Baum, oder, wenn er zu stark ist, die einzelnen Aeste desselben mehrmalen und so lange mäßig schütteln, dis keine Raupen mehr herunter- falleu. Ist man mit einem Baum fertig, so lasse man die Tücher mit den darauf befindlichen Raupen zu dem nächsten Baum behutsam forttragen, und so immer weiter. Hat man etliche Bäume ab- geschüttelt, so läßt man die aufderErde liegenden Tücher scharf anspannen, di« darauf befindlichen Raupen mit einem Besen zusamnrenkehren, und sie in ein Gefäß mit Wasser werfen, wo sie ihren Tod finden. Auf diese Weise kann ein Mann, welcher schüttelt, und^Kinder, welche die Tücher forttragen und dre Raupen zusammenkehren, in 3 bis 4 Stunden go bis 40 Bäume säubern , und, wenn die Bäum: voll sitzen, sehr viele Tausende von Raupen vernichten. Zu meh, rerer Sicherheit wiederholt man nach r oder z Tagen die Operation, deren guter Erfolg dadurch befördert zu werden scheint, wenn man während des' Schük, telnS hellbrennende Laternen oder rin« Fackel in den Bai-m hinein hält. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. 1) Nachderne Dienstag den i7ten die» feS Morgens 9 Uhr aufdahiesigem Rath. Haus die von Ludwig Balthasar Ferber hinterlassene Wiese von 1/2 Morgen, 6 Ruthen, i6Schuh, neben Johann Bal. thasar Henkel, und Johann Tobias Löher am Atzelbusch gelegen, worauf ein« Mest Medum in dahiesigen Kirchenkasten haftet, öffentlich an den Meistbietenden ptksttichtll w-rdry soll/ gl- wird vieles IHV zur Nachricht hiermit bekannt gemacht. Gießen den gten Juni 1794. Fürstl. Hess. Oberamk daselbst .R a y ß. 2) Da sich ergeben, daß das Ver, mögen des Gemeindsmannsund gewese, nenKastenmeistersHenrichMankjuWies, sek, zu Bezahlung dessen aufhabenden psMvorum nicht hinreichend ist, und da, her der Concursproceß erkannt worden, als werden alle diejenige, welche an ge. dachten Henrich Mank einige Forderung zu haben vermeinten, auf Mittwoch den LZten lauffenden Monats Juni hier, durch anhcro zu Oberamk vorgeladen, um alsdann diese ihre Forderungen be» hörig zu liquidiren, imAusbleibungsfall aber zu gewärtigen, daß sie damit wei- ter nicht gehört, sondern bei diesemEon« cursproceßpräcludirtwerdensollen. Gie, sen den 4^« Juni 1794- Fürst!. Hess» Oberamt allda. 5) Ein frischer Transport Fachin. ger Wasser ist angekommen und zu ha, den den Krug ä 12. Kreuzer bei F. Kuhnhardt in der Engel-Apotheke. Gottesdienst am ersten Pfingsttag. In derSt.Pancratiuskirche. Mor, genS Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags HerrSuperintend. Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Am zweiten Pfingsttag. In der St.Pancratiuskirche. Mor« gens Herr Professor Palmer. Nach, mittags Herr Magister Reiber. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff- Nachmittags Herr Su« perintendent Schulz. Ein, und Attspasfirte- . Slmso Mai. Hr. Obrist v. Gallvow. Wittgenstein, log. im Einhorn. Lod. Hr. Kammergerichtsassessor v. Neurath, von Wezlar, durchpass. :> Eod. Hr. ProfessorKnieper undHr. Professor Hildenbrand, aus Erlangen,, durchpaff. Eod. Hr. Rittmeister v. Studnitz ip Engl. Diensten, durchpass. Am 31. Mai. Hr. Kammergerichts, assessor Graf Spauer von Wezlar, durchp. Eod. Hr Reg. Rath Brodreich, von Lich, durchpass. Amr. Jun. Hr. Regimentsquartiermeister v. Schulze, rn K. Preuss. Diensten, log. im Einhorn. Eod. Hr. v. Heydwolf, Hessischer Obervorstehe^, durchpass. Eod. Baron v. Reden, Hannöverischer Gesandter, durchpaff. Eod. Hr. Hofrakh Schönhalü von Marburg, durchpass. Eod. Hr. Obristlieuken. Meyer, in Holländ. Diensten, durchpass. Am 2. Jun. Hr. Major v. Hazberg, Hannöverischer Ritterschafrlicher Depu« tirter, durchpass. Am z. Jun. Hr. Feldprediger Wel, ker, m Holland. Diensten, log. im. Ein« Horn- Eod. Hr. Professor Krieger, von Weilburg, log. im Adler. Am4>Jun. Hr. Oberauditeur Lüdet, in K. Preuss. Diensten, durchpaff. Eod. Ihrs Durchlt. Fürst von Wal, deck, durchpass. Gestorbene und Beerdigte bei Der Seaptkirche. Am 1. Jun. Des verstorbenen Dur, gers und Schuhmacher Johann Daniel Löbers, hinterlassene Wittib, alt L2J. Am z.Jun. Des verstorbenen Lag, löhners Engelhard hinterlassene.Wittib, alt 8zJahr.