Nr, XXXiX. 28. ^eptembr, 179z. Giesser Jntelligenzblatk. In und Auswärtige Viktualien-und Markt-Preise. Giesen! Darmst. Dilleb. ^sulba Marb. Weilb. Weffak kr. lpf.1 kr. pf. tr. pf. kr. pf. tr. pf. kr. pf. fr. pf. f ft Schsenfleisch — 8 -1 9 — 9 — 7 2 8 — 8 — 8 — 1 — Kühfleisch — 7 -j ■-------- 7 — 6 2 6 2 7 - 6 — 1 — Rindfleisch — 6 — 8 — —— -1— 5 1 —- ——- — — 1 — Kalbfleisch — 7 — 9 " 5 l rr 6 — 6 — 6 — 8 — 1 — Schweinefleisch — 7 — 9 — 8 2 7 — 8 — 8 — 8 — 1 — Hammelfleisch — 6 1 8 — 8 — 7 — 6 | 7 - 7 — 7 — Hammelsfett — 90 — 91 - ■ —— _. —— 90 24 —— — — —• 7 — Rindsfett — 90 — 90 — —M — — —— 90 — — .— —— — 1 — Schweinefett — 16 — 16 — —* 7— 16 —: —— — 16 — 1 — Seifen — 16 — — —■ . — 77 ■: 77 16 — — — 16 — 1 — Lichter — 18 -r. «MM» — IL,_ r —■ ’ 16 — 18 — —* — 20 1 — frische Butter — 18 . 20 — —— • — -7- . 18 — — —— 16 — r — geschälte Hirse — 4 | — — —— 6TT* . .7“ — — 5 — - — 5 — 1 — grobgeschälte Gerste 3 — — -*• —— •— —— •*— 5 — —1’ —— 5 — 1 — klein geschälte Gerste 6 1 — — —7 —7 7 — —- ” 6 Eyer ä 4 kr. — — 5 St. 5 St. 6St 6 St. 7 St. 6©h Getraidepreisevom2i. Sept, bis den 28. Sept., in Frankfurt. Wahrung den fl. ä 60 kr. und das ft. zu 34koth Cölnisches Silbergewicht. Städte. Gemäs. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fi- kr. ft. fl- kr. ft. fi. kr. ft. fi- kr. Darmstadt das Malter 9 20 '75 7 40 157 5 12 140 4 30 98 Friedberg daS Malter 7 20 200 t> 30 190 5 — 170 5 — 125 Fulda daS Maas 1 28 — 1 12 R— — 52 •— i — 30 _ Giessen das Achtel 9 30 200 8 .0 180 6 — 160 5 —• 140 Marburg das Mött 7 — ISO 6 — 135 4 —* 120 3 —— 84 Weilburg das Achtel 11 3o 210 Xi 30 200 6 20 — 5 20 Wejlar das Achtel io 30 206 9 30 190 6 20 168 5 10 130 Schwarz Brod Weck — — Butter Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. 1 1 1 1 koth 10 6 3 8 aq Quint 3i/4 2 ißt 11/4 31/2 VöÄ ) If4 ( Vou den Anstalten und Mitteln wider die Theurung des Getreides. Verfolg. Diese Umstände stimmen selten mit Bedürfnis der Städte überein; und es trift selten, daß zu der Zeit, wenn viel Ge- treide in die Stadt kommt, sich eben auch gerade so viel Käufer finden, welche Getreide bedürfen und das Geld zum Einkäufe parat haben. Sind also in der Stadt keine Kornhändler, so können die Landleute ihr Getreide nicht los werden, Und müssen es entweder mit zurükneh. Men, oder es bei jemand in Verwahrung Einsetzen; da sie denn ihren Endzweck, Geld zu bekommen, vernichtet sehen. Dieser Vorfall darfsichnurein oder zweimal ereignen, um einen Landmann von DerSt^dt, die ihn also in seiner Hof, uung getäuschet hat, auf beständig mit seinen Getreidefuhren abzuhalten. Er Wird lieber viel weiter, und öfters aus- ser Landes in eine solche Stadt fahren, Wo er eines gewissen Verkaufes versichert ist, das ist, wo es Kornhändler giebt; Denn ausserdem wird der Absaz auch in der Volkreichesten Stadt allemal unge-^ Wiß bleiben. Die Erfahrung bestattiget das. Ein Land also, das keine Kornhändler hat, wird sein Getreide, ungeachtet es keinen Ueberfluß davon har,andern Ländern zuführen und hernach selbst Notb leiden und vielleicht aus eben die« sen Ländern sein Getreide mit seinem äus. fersten Nachiheil wieder abholen müssen. Eine Stadt aber, worinnen gar keine Kornhändler sind, wird allemal das Ge- treide um einige Groschen theurer bezahlen müssen, als solche Städte, die Korn- Handel treiben. Nur die Hofnung eines höhern Preises kann zuweilen einen Land- mann anreizen, es auf den ungewissen Erfolg ankommen zu lassen und in eine Stadt tu fahren / töt keinen Kornhandel hat; und die Einwohner einer solchen Stadt, die nicht allemal so viel Getreide ankommen sehen,', als ihre dringendeBe. dürfnisse erfordern, dürfen in solchem Falle einige Groschen nicht achten. Auch dieses wird durch die Erfahrung genug, sam bestätiget. Aus diesem allen erhellet, daß der Kornhändler vielmehr ein in dem gemeinen Wesen nüzliche Person ist. Er ist derje, nige, welcher den Zusammenhang zwischen dem Geldbedürfniß des platten Landes und dem Getreidebedürfniß der Stadt unterhält, der ausserdem selten zu einerlei Zeit mit einander übereinstim. met. Die Polizei hat also gar nicht nö- thig den Kornhandel zu hindern und zu unterdrücken. Siewürde in diesem Falle ihrem Endzwecke eine schlechte Genüge leisten. Alles, was sie thun kann, ist, daß sie eine gewisse Zeit bestimmet, z. E. Vormittag ioU&r, vor welcher die Kornhändler nicht kaufen dürfen, damit diejenigen, welche das Getreide zu ihrer eigenen Bedürfniß nöthig haben, sich vorher damit versorgen können. Zugleich aber muß sie auf die Kornhändler ein wachsames Auge haben, daß sie durch be- sondere Ranke und Wege keine muthwil- lige Lheurung veranlassen. Unterdessen darf es eine weise Regie, rang nicht auf die kleinen Magazine gu- ter Landwirthe und der Kornhändlrran- kommen lassen. Go nüziich diese Vor. rathe dem Lande sind, und so viel Einfluß sie auch in das Aufnehmen der Land, wirthschaft haben; so kann doch ein ge, ringer Umstand eine merkliche Theurung verursachen. Diese Leute, so bald sie einen Aufschlag des Getreides merken, sind sehr geneigt mit ihren Vorrärhen zurück zu halten, um dadurch den Preis immer iu erhöhe«. Die vorgejchlagentn Ge. treibe. — ) «55 ( treidemagazine sind allein vermögend, Lirse Leut« in den Schranken |u halten, und das Land vor der Theurung zu be. wahren. Vielleicht wird man erinnern', daß man diesen Leuten von Seiten der Poli- zei Grtreidetaxe ftzen sollte, und man würde alsdenn keiner Magazine notylg haben. der That wird dieser Wunsch öfters geäußert. Allein solche Wünsche und Vorschläge geben eben keine große Einsicht in das Polijeiwesen zu erkennen. Man bedenket nicht, daß sich jene L.axen nach dem Preis des Getreides und des Wiehes richten müssen, wenn sie brllrg und unschädlich seyn sollen; und daß»«6 mithin bei den Getreidetaxen auf die Menge des im Lande vorhandenen Ge- treides und auf den Preis desselben in benachbarten Landen ankommen müße, welche Umstände den Nutzen dieser Taxen sebr gering machen würden. Sie bedenken nicht, baß es sich ohne Unbilligkeit und verschiedene nachlheilige Folgen nicht tbun läßt, denen Menschen in den Ge- brauch ihres Eigenthums einzugreifen, und daß man sowohl das Aufnehmen der Landwirthschaft, als den Kornhandel darnieder schlagen würde, wenn man denen damit beschäftigten Personen die Lofnung benehmen wollte, von den Um> ständen der Zeit Vortheil zu ziehen, als wodurch sie allein bewogen werden können, ihr Vermögen zu wagen. Und so giebt es noch viele andere Umstande, dr« man bei diesen Vorschlägen nicht erwäget. kocht, und mit einer hölzernen Schaufel lange umgerührt werden; dann gießt man sie durch neue grobe Leinwand, und bedient sich des durchlaufenden Wassers zum Kneten des Mehls, wobei man Sau- erteig dem Bierhefen vorziehen muß. Dieses Wasser giebt dem Brodte einen ausserordentlichen Wohlschmack; durch daS Kochen sondert es Mehl, Salz und jede andere Substanz von der Kleie oder der Grütze, macht das Brod saftig, und vermehrt das Gewicht «mein Pfund auf 5 bis 6. Durch diese Methode ersparet man noch ausserdem, wie oben schon angezeigt, die Kosten des Wiedermahlens der Grütze. Bierhefe macht das Brod sauer, wenn solches nicht an dem Tage, da es gebacken ist, gegessen wird. Bekanntmachung von verschiedenen Sachen. i) Auf gegenwärtigen Michaeli sind in den neuen Dänen 2 mit einander ver- bundeneStuben und eineKammer, wozu erforderlichen Falls in der nämlichen Etage noch eine Kammer und eine Stube weiter gegeben werden kann, sodann 2 einzelne Stuben, von denen die eine mit einem Alkoven versehenist, billigenPrei- fes zu vermiethen. Bei AusLebern die, ses ist nähere Nachricht zu erhalten. 2) 150. bis 200. fl. liegen hier in Giessen zum Ausleihen gegen gerichtliche Hypothek parat. Ausgeber dieses er- thriir weitere Nachricht. Mittel, Das Brod wohlschmeckend zu macken. Um die Kosten zu vermeiden , die aus der Kleie gezogene Grütze noch einmal mahlen zu lassen, muß solche eine halbe Stunde in einem großen Kessel durchs«. 3) Ein treflicher P.'an von Landau ist angekommen und für 48 fr. zu haben. Desgleichen die histor. geographische Beschreibung der Städte und Festungen in den französ. Niederlanden, samt 15 Fe, siungsplanen für rsi 3°fr. in haben. Krieger, Got- — ) -56 ( — Gottesdienst am 29 Sept. In der St. Pancratiuskrrchs. Mer« gens Herr Superinteyd. Müller. Pach« mittags Hr. 5tandidat Diehl. In öer Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buss. Morgen den 29. Sepk. hat bas Frisch, backen des Beckermerster Caspar Löbers hinterlassene Wittib in der Neustadt. Erund Anspasftrte. Am 20. Sept. Hr. Hoftath Jung von Marburg, durchpass. Eod. Hr. Kapit. Guiting, in Hess. Cassel. Diensten, dlrrchpass Am 2!.Sept.^ Hr. Generalmajor v. Haustein, in Hess. Cassel. Diensten, durch, pass. Eod. Domherr v. Bismar von Hil. desheim, durchpass. Eod. Prinz Friederich von Hessen und Prinz von Solms, durchpass. Am 22. Sept. Hr.Oberkammerrath Schmitt von Lippstadt, durchpass. Am 2z. Sept. Hr. Professor Weis von Marburg, log. ,m Einhorn. Eod. Hr. Hofrath Reich von Lich, log. im Riesen. Am 24.Sept. Hr.v.Gall, ausPa. derborn. Hr. v. Hill aus Braunschweig. Hr. Odrist v. Linziug, in Französ. Dien, sten, log. in der Post. Eodem. Hr. Hofrath Menone von Wezlar und Frau Regimentsquartier« meister Krimmel, von Caffel, log. im Einhorn. Eod. Graf Mariaty, ohne Bedienung, durchposs. Am 26. Sept. Hr. v. Bülow, auS Hannover, ohne Bedienung, log. in der Post. Eod. Hr. von Grolman, Königs. Preuss. Gehrimerrakh, log. bei Hrn. Re. grerungs-Direktor v. Grolmaun. Eodem. Zwei Herrn v. Mengersen, ohne Bedienung, durchpass. Evd. Hr. v. Fleischbein, ohne Be. drenung, durch pass, Eod. Hr. Auditeur Licwe und Hr. Corner Cramez, in König! Preuss. Dinr. stcn, durchpass. Ropuliree bei Der Gradrirche. Am 22. Sept. Georg Bairhas. Sack, Burger und Mezger allhier, weiland Johann Elias Sacks, Burgers und Mer, gers allhier, hinterlassener ehelicher Sohn, und Anna Katharina, Johann EW hard Vogts, Burgers und Mergers aLhier eheliche Tochter. Am 2d. Sepk. Johannes Kohler, mann, Bürger und Handelsmann all» Oi