Nr. XXIX. ? t ~ ' 30*Su(»‘ ?7»N Giesser JnttMgenzVlalk. In und Auswärtig- Viktuali-N- und Markt »Preis«. t ft Vchk-nst-isch — I — Kühfleilch ~~ । Rindfleisch — ' i — Kalbfleisch — I — Schweinefleisch — i — Hammelfleisch — 7 w Hammelsfett — 7 — Rindsfett — i — Schweinefett — i Seifen — i— Lichter — i — frische Butter — I — geschälte Hirse — l — grobgeschälte Gerste I — klein geschälte Gerste Eyer ä 4 fr. — — 6 St. 7 St ü St. 8 St. 7 St. 7 St. 1 Giesen l Darmst. Dilleb. Fulda Marb. Weilb. Mezläk 1 kr. pf. | kr. pf- frjpf. fr. pf. kr. pf. kr. pf. fr. pf. 8 —I 9 ~ 8 2 8 — 8 — 9 — 9 —» l 7 7 — 6 2 8 — 7 — 6 —' 8 — — ,w*» «WW 5 1 — — —— ■—** 6 *— 7 2 4 2 5 — 5 — 6 — 6 — 7 — 9 ~ 8 — 7 — 8 — 8 — 8 — 6 — 8 — 6 — 8 — 6 1 9 — — —*e 9° —j 91 — — — — — 90 24 — —- 90 —’ 90 — —■• E— 90 — M«U 16 — 16 *— <6 — " —— 16 — 16 — —» — 11 11 18 — mM ■1 ■■■'■ 16 — 18 —< —*■ — — — 15 17 — — — — — 18 — — — 15 — 4 — — —— — ■ 5 — — 4 — 3 — IT —— —- 5 — ■ **• 6 — — — —— 7 — — —J 6 -2 Getraidevreis« vom i r.Julü bis den 20. Julii, in Frankfurt. Währung den fl. ä 60 kr. und das w. zu Z4.Loth Colnisches Subergewicht. Städte. Gemäs. Wa fl." izen kr. wiegt w. Ko fl. rn kr. wiegt tb. Gei fl. ste fr wiegt tb. Ha fl. fer fr. wieg Darmstadt das Maiter 9 30 «75 7 ;2O 157 5 40 140 5 — 98 Friedberg Fulda Giessen das Malter 7 20 200 6 30 190 5 170 5 — 125 das Maas 1 28 — 1 15 — 1 — 56 ■■■*• — 42 •—• das Achtel 10 — 200 8 180 6 — 160 5 30 140 Marburg baö Mött 7 30 ISO 5 50 i35 4 10 120 3 84 Weilburg das Achtel 10 10 210 8 — 200 6 •— •—■ 5 30 — Wezlar das Achtel 11 — 206 91 — 190 6 30 168 5 20 130 kr. Loth Quint Schwarz Brod 1 10 31/2 Weck — 1 6 21/2 Butter Bretzeln 1 3 11/4 »«mischt Drob «brr Taigscher 1 1 8 31/2 1 f f Verwahrtrngsmittel vor AnsseckrrttH epi- demischer R,rankheiten. 'Man weiß daß ’bTt fuft unserer Atmosphäre,zwei Drittel einer Lust enthält, Welche Menschen und Thiere plözlich röd- ret und Lichter auelöscht. Sie enthält ein Drittel Lebenslust als ihr ejgenthünr- liches Verdesseruugsmittel., Wvdmchihe Gift getilgt wird. ' u . L - . Der Schwaden in Kellers, worin Diel Most oder Bier gegohren, wirdvön frisch gelöschtem Kalk weggenommen. Dunst von Quelsilberarbeiten ist gefährlich; durch offene Gefäße von fri« schem Schwefellrber, düs' man neben sich stellt/ kaa man sich abep dagegen verwahren. Dies hat die Scheidekunst gelehrt. Ganz anders ists mit ansteckenden Fiebern und Epidemien. In freier Luft fiekt selbst Li* Pest nicht an, und daher ist dies Verwshrungömittel das beßte. Ich gebe daher folgendes Recept für alle, die Kranke besuchen, oder um sie ftpir müssen. Das rste ist, daß dem Kranken tag» kich das Bett mehrmals gewechselt wird, und früh ehe er in ein anderes gebracht Wird, man durch Thür und Fenster alles wohl auslüfte. 2) Dem Bette und Nacht» geschirr muß man so wenig als möglich nahe Kommen, wann man Kranke besu. chen will, muß man z) von Leidenschaft nicht hingerissen seyn. 4) Man bleibe immer beigewohnterLebensart, vermeide alle Strapazzen und Verkältung und hüte sich für Eckel. 5) Spürt man Zeichen der Ansteckung 1 so nehme man 1 Quent, rhen Chinarinde mit Wein ave z/4Stunden, bis alles völlig wieder verschwunden. Es ist nicht genug, sich selbst zu prä» raviren, es ist auch nöthig, für andere Air ist sorgen, daher müssen die Personen/ y,e mit solche Mauken MMftkt /»tt>greaj/ darauf sch en , daß fi? öie Klä» ♦ertpvMfn, unddi- man angehabt, so lang an einen luftigen Ort hänge, 1 Bei. Formalitäten ei.n^ Testaments' muffen die GerichrspersonL« oder Zeugen vorher darauf antragen, daß das Bett^ des Kranken -verrückt werde, uno oa der Leststvr, ohnehin bei Verstand sinn soll, stiidMrsa diese kleine Wcänderuttg wähl muß ertragfy kmmrii, so muß motr fük ihn ein anderes Zrmmef bereiten, HaS vorher ganz durchlüftet ist. Räuchern mit Essig und Wachholber istcherwerfl.ch, dann die Luft wird dadurch nicht ijem, sondern sie wird damif nur verdorben, mud hem Kranken schad» EbeManäns Zimmer.eines Kranken tritt, kan man leicht entscheiden^ ob das Zimmer durchlüftet worden ist, vor. hergegangene Räucherung aber sind blos Wohlgerüche, die weder der Patientnoch Drr Krankenbefucher braucht. Vo^Den Aichern, als einer Hülsenfruchr, ' Die vorzüglich zum Easseerrinken dien, lich ifL Die Erbse, wie sie gewöhnlich ge. nannt wird, ist eine Hülseüfrncht, wel- che in der Haushaltung auf mancherlei Weise mit Nutzen gebraucht wird. Die Hülsenfruche wird am' Rhein, ström, besonders aufdem Gauin Menge gepflanzt, und sowohl für die Menschen wie Erbsen gekocht, als auch zur Ma. stung fürs Vieh vernuzt. Gi- verlange einen noch m.ttelmäsiggedüngten Boden, der, wannS Ackerfeld ist, vor Winter, wo möglich, uistgepflügt worden ist Ists aber im Garten, so grabtman dashierm gewählte Stück auch gern vor Winter UM» — > tv ( — nm> Di«. Kichern werben im Frühjahr im s4pri( , wenn nan die Erbsen säet, auch gesaet, untergepflügt, und mit der Ege überfahren. Man säet sie abervirldün- ner, als die Erbsen, well sie sich aufdem Lande sehr ausdreiten. Wer nun in sei' nem Garten Kichern ziehen will, derkan .solche, auf die nemlrche Art, wie ichs mache, erziehen. Ich lasse fi# wie die .Zucker»Erbsen fyzAMl stecken, undthu« Tn jedes Loch 3. 4 5. Wenn sie oufge# :gangen sind, so Msiß man das Unkraut ausjäten, alsdann wachsen sie aufrecht, etwas gebogen in dünne holzigte Sten« gel, mit vielen Nebenzweigen, welche ein wenig rauh sind, 4 bis 6Schuh in die Höhe, wclnn sie guten Grund und Bo. den haben, und man ihnen im Gatten Stecken, gleht, (waches aber auf dem Acker nicht'nöthig ist). "DieBlatter sind Hn wenig eingeschnitten. Sie blühen gemeiniglich im Junius tHeils weiß, theils fleischfarbig; hieraufkommen kleine üüfgeblafene länglichte Schötgen, in rod* ehen gemeiniglich zwei solcher Kichern sich befinden, welche, wann sie reif sind, weiß- gelb ausrehen, und nicht wie die Erbse, rund find, sondern wie zwischen den Fin* gern platt gedrückt und ein wenig eckigt. Wenn die Stengel und Saamen-Schöt. gen gelb werden, so ists Zeit, sie adzu» schneiden; man läßt sie. sodann erlich« Tage auf dem Acker, oder sonst an einem luftigen Ort liegen, daß sie recht trocken und dürre werden, und sodann drischt und reiniget man sie. Es ist wahr, was D. Mich. Beruh. Dalentini in seinem Kräuterbuch sagt: „Wenn man die Kicher-Erbsen röstet, dis sie schwarz werden, zu Pulver stößt, und in Wasser siedet, so schmecken sie wie Caffee, weswegen einige dieselbe Coffee-Erbsen nennen; sie riechen roohl, und vd die Brühe davon schon etwas dittek schmeckt, ist diese Bitterkeit doch nicht widrig, und man kan solche schon angenehm machen, wenn man halb Kicher« und halb Eoffeebohnenröstek, und damit vermischet, und gehet an denselben eben so viel ad, als am Coffer. Esistgewis und sicher, daß unter allen Hülsenfrüch- ten, mit welchen man den Coffee nach, ahmen wollen, keine gefunden morde« seyen, mit welchen diese Sache so wohl angegangen, als die Kichern." Diese Anmerkung gab uns Anlaß, die Sache selbst zu untersuchen. Und nun haben wir seither auf nachfolgende Weise unsere Kichern zum Caffee vernüzt. Wiv lassen solche rösten, wie den Caffee, aber nicht, bis sie schwarz werden, sondern wann man sie in der Röstpfanne beständig mit einem Kochlöffel während dem Rösten umrührt, und sie fangen an, einen ganz natürlichen Caffeegeruch unter einem wohlriechenden Dampf von sich zu geben, so giebt man Acht, obsiebraun- roth werden. Ist dieses, so heben wie sie vom Feuer, und thun sie in «ine Schüssel, decken solche behende zu, und schütteln sie ein wenig durcheinander; alsdann lassen wir sie zugedeckt nach und nach verschwitzen und erkalten. Wir haben die klügste Ccrffee-Schwk- stern, welche von dem guten Geschmack eines ächten Caffee urkhcilcn wollen, da* mit angeführt; und wenn wir dieselbig« fragten: ovihnen derCaffee gut schmecke? so haben sie geantwortet: ja, es sey gewiß brauner Caffee. Und ro?nn wir ihnen die Wahrheit sagten, daßesmitCaf- fecbohnen vermischte Kichern seyen, so wollten sie es so lange nicht glauben, bis sie es selbst nachmachten. Wir nehme« nemlich gemeiniglich im Gewicht die Hälfte geröstete Kichern und di« Hälfte gerösteten Caffee. ■— ) ] Mittel, wie man den Flachs verfeinert. Man macht eine kalke Lauge von 3 Töeilen guter Äsche, und r Theil Kalk; dies löste man eine Nacht still stehen, und seihet es nachher gut durch. Man verknüpft alsdann jede Handvoll Flachs an beiden Enden, damit sich dessen Fäden nicht verwirren. In der Mitte breitet man ihn aus, und legt selbigen in einen Kessel auf ein Tuck, worunter zuvor auf dem Boden des Kessels etwas Stroh ge» legt wlrd. Auf die erste Flachslage wird Wiederein Tuch (leinenes nämlich) ge. legt, und darauf eine andere Flachs» läge ausgebreitet, welches so mit dem Tuche lagenweis adwechselt, bis der Kes» sel fast voll ist. Alsdann gießt man die Lauge über den Flachs, läßt ihn einige Stunden lang sieden; nachher wird selbiger herausge. nommen und im frischen Wasser abge. spült. Wenn nun der Flachs ander Luft wieder getrocknet ist, so laßt man ihn noch einmal brechen und schwingen, und dann grobe, zuiezt aber durch recht feine Hecheln ziehen. Auf diese Art erhält man einen Flachs, der fehr fein ist, und wie Seide glänzt. Nachricht. Nachdem- das vom Hrn. Reg. Rath Rayß hinterlassene Wohnhaus samt Hin» terbauund Garten, Inder Neuenbauge, legen, öffentlich an den Meistbietenden baare Zahlung verstrichen werden soll, M dem Ende Termin auf Dienstag den 6ten August Nachmittags 2 Uhr in dem Raysische« Haus anberaumt worden, als wird solches zur Nachricht hir» durch öffentlich bekannt gemacht. Gie- ßea Pen isrenInM 1793» l6 ( 6*8' Obnstrer'tkg ist von der Belagerung Mainz die beßte und vollständigste Coarte die kürzlich bei Krmpfeiu Frankfurt her, ausgekommen und, kostet z6kr. ganz illu» minirt aber 48 kr. (Bottcsbienfl am 21 Iulii. In der St. Panrratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags HerrSüperintend. Müller. In der Burgkirche. -Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Morgen den si.Iulii hat das Frischbacken der Beckermeister Adolph Seipp auf dem Markt. Ein» und Arrs passtr ts. Amrs.Jul. Hr. Landrath v.Bamm bach von Marburg, log. im Adler. Eod. Hr. Major v. Berg, in Kön. Preuss. Diensten, log. bet Frau Obrist Schmalkalber. Am 12. Jul. Hr. Hofmarkchall v.Le- henner von Laubach, durchpass Am 13. Jul Hr. Obervorsteher v. Schenk, durchpass. Am 14. Jul. Hr. AmtsfchultbeiS Schulz von Breidenbach, log. im Einhorn. Eod. Hr. Registrator Köhler nebst Familie von Marburg, durchpass. Am 15. Jul. Hr. Kammerherr v. Plesen, in Mecklenburgischen Diensten, durchpass. . Eod. Frau Kammerherrm v. Roeder , in Würtembergischen Diensten, durchpass. Am i6.Jul. Hr. Kammerherr von Rothenhahn, in König!. Preuss. Diensten, durchpass. Eod. Hr. Kammerrath Weg vog Heidelberg, durchpass