Sams tags den 27. December 1823. Nummer 52. Polizey - T ax e. 1 %. Ochftnfleisch, bestes 1 — desgl. mittelmäsiges — 1 — desgl. geringes — 1 — Kühfleisch — — — i — Rindfleisch — — — L — Kalbfleisch, gewöhnliches 1 — desgl. nusgemästetes — 1 — Schweinenfleisch — — 1 — Hammelfleisch, gutes 1 — — geringes — — — 1 — gemischte Leber t oder Blut; Wurst — — 1 %. dergleichen von vorzügli- eher Qualität — — kr. 9 7 6 6 9 6 7 2 10 2 P o l i z e y - T a x e. kr. pf. 1 U. geräucherter Spickspeck — 18 — 1 — geräucherter Schinken — 15 — 1 — Bratwurst — — — 13 2 1 — Niudsfett — — — 12 — 1 — Hammelsfett — — — 12 —— 1 — Scyweinenfett — — — 16 —— Br odtaxe und Gewicht. Für I kr. Schwarzbrod 17 Loth 5 Q. Für 1 kr. Weck 7 Loth 2 Q. Für 1 tv. Milchbrod 6 Loth 2 Q. Für Ikr. Butter-Bretzeln 3Loth 3 Q. Für 1 kr. Taigscher 12 Loth 2ZQ. Nota. Die Zugaben dürfen in weiter nichts denn in Fleisch von derselben Gattung bestehen, und zwar auf zehen Pfund Fleisch nicht mehr als anderthalb Pfund, und so weiter nach Proportion, welches aus ein Psund nicht völlig fünf Loth ausmacht. Kopfe, Füse, Geraub, wie auch die ganz blutige und nicht geniesbare Stücke vom Hals, sind von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. Markt-Preise. kr. pf. 1 Ä>. Hecht — — — 18 _ 1 — frische Butter — — 16 — _ , auch 17 _ 7 Haudkäse — — — — 8 _ 4 Ever — — — —, 4 — Markt - Prei se. kr. pf. 1 halb Simmer Erbsen — — 24 — 1 halb Simmer Linsen — — 32 — 1 %. Waizenmehl — — — 4 2 1 Ä>. grob geschälte Gersten — 4 — 1 %. klein geschälte Gersten —- 8 — — ) 226 ( — Pol izeyliche Verfüguncr. Dek Preis des Kalbfl ei s ch es ist zu fünf Kreure v mr c stimmt wordeu, welches zur Nachricht hiermit bekannt gemacht wir? Giessen den 24ten December 1825. 0 roirOe Großherzor,. Hessische Poltzep - Deputation dar. vt. Rumpf. Bekanntmachungen. 1) Der Curator des, von der zu Darmstadt verstorbenen Ehefrau des Bierbrauers Dambmann, eine gebohrne Decker aus Giessen, hinterlassenen Kim des, hat auf Versteigerung der demselben von seiner Mutter angefallenen, in hiesiger Gemarkung gelegenen Feldgü- ter und zwar im S e l z er p fö r t e r Feld: 505,5 Klftr. (90 R. 3 S.) auf der Warth, an Daniel Schneider, 46(3,4 Klftr. (138 N. 5 S ) untcrm Weyerchen au Peter Vogt, giebt | Mesi. stärwig Korn in Kasten und 4Mest. med. den Hertifchen Erben, 610,2 Kl. (180 R. 2S.) am Steinbrunnen , an G. Melchior Weydig, 334,3 Kl. (9891. US.) am Wetzlarer Pfad, an Peter Kcup, Ediktalladung. Maria Katharina Vogek aus Staufenberg ist Willens nach Frohnhausen, im Churfürstenthum Hessen, ttberzuziehen. Gesetzlicher Vorschrift gemäß werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Forderungen oder sonstige Ansprüche an dieselbe zu haben vermeinen, hiermit öffentlich geladen, diese so gewiß binnen 3 Monaten dahier anzuzeigen und geltend zu machen, als sie es sich sonst selbst beizumessen haben, daß ihnen nach Ablauf dieser Frist Rechts- Hülfe dahier nicht weiter geleistet werden kann. Giessen den 18ten Sept. 1823. Großherzogl. Hess. Landgericht. Pl o ch. Neuwege r Feld: 555,7SI. (158 9L 5S.) am SIM: bufchwcg, an AndocasIugaod hm. Subt lJ «eff. unständig, den Hi», v. Schenck, zhntfr., 166,4 Kl. (49 R. 2 S.) Wiese in der Stephansmark, an G.Henr.Lony, zhntfr., " 277,8 Kl. (82 R.) am Altenfeld, an Andreas Loos, ^^^"pkörter Feld: 571,8 Kl. (168 R. 13 S.) linker Hand am Wiefccker Weg, an G. Henrich Lony, giebt 6 Meß. 5A Gesetz, ständig Korn zur Kelleren, zhntfr., 399,7 Kl. (118 R.) Wiese unterm Wic- fecker Weg, an G. Wilhelm König, zhntfr., Frey Ritte rguth: 440,6Kl. (130N. IS.) am halben Zehnten, an Philipp Vogt, Eberhards Sohn, 117 R. 8S. Wiesen unterm Weyer, an ihm selbst, angetragen. Es wird demnach zu dieser Versteigerung Termin auf Dienstag den SOfcn Dec. I. I. Nachmittags 2 Uhr im Gasthause zum Rappeu anberaumt, und sollen alsdann die nähern Vedin- guugen , unter welchen den Verkaufstatt findet, eröffnet werden. Giessen den 17ten Nov. 1823. Der Stadtgerichts; Assessor F. W i n h e i m. 2) Nachdem zur nochmaligen Versteigerung des dem Burger irnd Blaufärber Walther Zinßer dahier zugchörir gen Wohnhauses im sogenannten kalten Loch, — ) 227 ( — Loch, hinter der Stadtpforte, Termin auf Montag den 12ken Januar 1824. Nachmittags 2 Uhr auf dahiesigem Rath- hause anberaumt worden; so wird dies mit dem Bemerken hierdurch bekannt gemacht, daß die nähern Bedingungen im Termin eröffnet werden sollen» Giessen den 19tenDec. 1823» Der Stadtgerichts/Assessor F. Winhei m. 5) Höherer Anordnung zufolge Vringt man hierdurch zur öffentlichen Kcnntniß, daß die in der Bekanntma- chung vom 2ihm November zu Bezahlung der Commuualbeiträge de 1822. bestimmten Ziele vor der Hand aufgehoben werden und, sobald der definitive Gemeinde-Einnehmer in Thätigkeit getreten seyn wird, wegen der Bezahlung weitere Bekanntmachung erfolgen soll. Giessen den 25ten Decbr. 1823. Der Bürgermeister Gail. 4) Cariirte waschleinene Hamburger Fußdecken, 6 Viertel breit, das Stück 60 Ellen haltend, die Elle ä•12 fr. im ganzen Stück, weisse Schlesische Le-in- wand, das Stück 50 Ellen, in Rester von fl.5. 80 kr., st. 6» 36 fr. bis fl.R 30 kr., schwarze wollene Englische Ho- sensa'cke, die zu Hosen und Unterhofen dienlich sind , fl. 1. 20 kr. pr. Stück, Leipziger colorirte baumwollene Frauen- Unterröcke, fl. 2. 30 kr. pr. Stück, röche «nd grüne wollene Gesundheitö-Leib-Binr den fl.2. 42 kr. pr. Stück, werden in Frankfurt auf der Fahrgasse Lit. A,. Nro»7. der Döngesgasse über, verkauft^ 5) Bei Johannes Stephan, aus ^.rrvl, welcher allhier im Darmstädter Hans logirt, sind Zitronen , das Stück 2 3. 4. und 5 fr., auch Hundert - und ainrenweise, so wie auch bittere Pome- ranzen, zu haben. 6) Mehrere Sorten Wand - und Comtoir - Kalender, aufgezogen und mir aufgezogen, dergleichen zum Gcschäfts- gebrauch in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen, der Hess. Hausfreund von Schiez , der Landkalender durchschossen und undurchschossen zu 4u. 6 fr. pro 1824., eine Auswahl von Bilderbüchern und Jugendschriften , alle hier gebräuchliche Schul - und wissenschaftliche Bücher gebunden, stets in Menge vorräthig , Reujahrwünfche, mechanische pr. Stück 10 kr. geringere, blaue mit Sprüchen pr. Stück 6 fr*, alle Sorten Schrei bmater ialien,,wovon das Conceptpapiet pr. Ries fi/1 30 kr. bis fl. 3 Schreibpapier fl. 3 10 fr. bis fl.5 und noch höher, fein und ordinair Post- papier , so wie auch Zeicheumaterialien, einzeln und in ansehnlichen Parthien, zu haben sind, bei Universitätsbuchbinder Balser. 7) Bey Unterzeichnetem sind wie früher schon bekannt, eine schöne Auswahl feiner Pappe - und Saffian - Arbeiten , zu Weihnachts- und Neujahrs- Geschenken , so wie auch Neujahrwünsche, Kalender und alle Sorten Schreibund Zeichenmaterialien zu haben. H. Lüd eki n g; 8) Taschenbücher, Kinderschristen und Pappearbeiren zu Weihnachts- und Neujahrsgeschenken, mechanische Neujahrwünsche , wie' auch alle Sorten Schreib - und Zeichenmateriaiien, in-jeder beliebigen Quantität, sind zu haben bet Buchbinder K ü h n, - in der Wallthorstrase. 9) Ein neues F o r t e p i a n o mit mehreren Veränderungen, nebst einer angebrachten Harmonika, ist bei Instrumentenmacher Christian Debus zu- verLaufen* 10) Zur Frankfurter Obcrpossamks- so wie auch zur Großherzogl. Hessischem — ) 228 ( — , Zeitung/ werden noch einige Theilnchmer gesucht. Näheres bei Ausgebern. Iagdverpachtung. Die landesherrliche hohe und nie« dere Alleinjagd, in derAnneroder Wald t und Feldgemarkung, sott Montag den 5ten Januar 1824. Vormittags 10 Uhr, dahier in meiner Wohnung, auf wei- tere 5 Jahre, vom 15ten Febr. 1824. bis dahin 1829., öffentlich verpachtet werden. Dieses wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß nach abgehaltener Versteigerung, keine Nachgebote angenommen werden. Giessen am 19tenDec. 1823. Hoff. Gottesdienst am 28. Deebr.. In der evangelischen Kirche. Morgens Herr Stadtpfarrer Engel. Nachmittags Herr Kandidat Spamer, aus Cranichfeld, (Probepredigt.) Am Neujahrstag. In der evangelischen Kirche. Morgens" Herr Superintend. Buff- Nach- vn-ttags Herr Stadtpfarrer Engel. Morgen den 28teu Decbr haben das Frischbacken, die Bäckermeister: Georg Noll, in der Neustadt, und Heinrich Noll, im Stern, auf der Mausburg. Getaufte bei der evangelischen Gemeinde. Den 23. Dec. Dem Burger und Schuhmacher, Johann Heinrich Friedel, ein Sohn, Johann Balthasar Karl Wilhelm. Den 24. Dec. Dem Burger und Schuhmacher, Melchior Noll, ein Sohn, Konrad August. Dens. Dem Burger und Huthma- eher, Ludwig Christoph Gail, eiu Sohn, Friedrich Emil. Den 26. Dec. Dem Großherzvgl. Revisor, Herrn Fink, ein Sohn, Heinrich Ludwig Adolph. Beerdigte bei dieser Gemeinde. Deu 23. Dec. Peter, des Burgers unb SubernAntiSz VZrlheln»Oiitt«, alt 5 Jahr, 6 Monat. Dens. Herr Hofgerichts - Advokat Philipp Balthasar Busch sen. , alt LI » Jahr, 7 Mon. 2T. Den 26. Dec. Johannes Hoß, Burger und Schreiner allhier, alt 58 I. Ectraidepreise vom 20. Dec. Lis -en 27. Dec. in Frankfurter Wahrung den fl. L 60 fr. und das T. zu 32 Loth ländischen Gewichts. Stadt e. Gema' s. Waizen wiegt Koru wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fi. fr. A. st. fr. ss. fr. si- fr. A. Darmstadt das Malter. — 190 — 170 2 16 150 1 44 120 Giessen das Malter. ’ 5 40. 5 40 — 2 — — 1 45 —* auch. das Mott. 6 Willi — 4 — 2 10 —— — —— •—3 Marburg 5 50 150 5 — 135 2 120 1 12 90 Wezlar. ~ das Achtel. . 6 10 206 4 —— 190 2 20 j 158 2 ■— 125 Leztes Stück vom Jahrgang 1823. Ankündigung einer muen Lehrmethode zur Bildung des Anstandes, der Grazie , der feinen Lebensart und des gefälligen Aeuffern. ; - Für die zarte Jugend, das Mittelalter, Erzieher und Erzieherinnen. Das Aeussere ist unstreitig das Erste/ worauf gesehen wird/ worauf die Blicke der meisten Menschen zuerst fallen. Gefällt mm dieses nicht, so ist es nur ein Ohugefähr, ein Gerathewohl, wenn Verstand und Tugend nach ihrem Werthe taxirt werden. Mall muß schlechterdings die Sinnen der Menschen zuerst- anger nehm reizen/ wenn man auf sie einen vortheilhaften und dauernden Eindruck mar chen, nud seine übrigen, wirklich inneren Werth besitzenden Cigenschaftett er-karrrrt wissen-will.- ,■ • , E-N Mensch, der die Kunst nicht versteht, mit Anstand und Grazie vor an.' Lern zu erscheine», sich in je^em Verhältnisse so zu benehlrrerr, wie es die fNastlr dieses Verhältnisses erheischt, sich von einer Seite zn zeigen, die dem Äuge seiner Beobachter schmeichelt, nnd in alle seine Beweglrngen urrd Handlungen, Mienen, Gebährden und Sprache, Stellung, Blicke, Händehaltung nlld Ggrrg, mit ei; nein Worte-,' in sein ganzes Thun urird Lassen, etwas Angenehmes Apizendes, Harmonisches ,. seirrem eigenen, wie dem Charakter jedes Einzelnen, mit dem er eö zu thun hat, Cutsprecheudes zu legen : ein solcher Mmsch , er mag Mrigeus so vollkoinmerr seyn, als er wolle, er mag der Tugendhafteste,/ der Gelehrteste- der Geschickteste seyn, wird demungeachtet den Beifall der feinem Welt, nicht er/ halten. Den Menschen, nach seinem iunern Gehalte zn schaßen, dazu gehören man, oherlei Kenntnisse, scharfer Beobachtungsgeist , Verleugnung seiner selbst, Zeit und Gelegenheit; Bediugnirgell, die man in'cht bei jedem Einzelnen vorausseßen kann. Im Allgemeinen nimmt uns die Welt so, rvie wir sich uns ihr von aussen zeigen. Es ist daher unsere Pflicht , uns so darzustellen, daß sie Wohlgefallen an uns beim ersten Blicke-finde, und uns der Muhe werth halte, zu nutersucheu, wie wir auch von innen beschaffen sind. Dazu kommt noch, daß sich sogar in vier len Stuckeir der innere Mensch durch den äusseren verräth. Den ordentlichen, ger schick. schickten, gebildeten Mann, die verständige, sanfte, gesittete Schöne, kann mair leicht an Blick, Miene, Gebehrden, Gang ir. s. w. erkennen, so wie sich die AuM schweifnng, der Unverstand, die Unsitte in eben diesen Dingen nicht selten enthül: len. Gewiß ein sehr wichtiger Beweggrund, nach einem tadelfreien Aeussern m ringen, nm nicht zu nngünstigen Urtheilen durch sichtbare äussere Schlacken uM Mängel Anlaß zu geben. Ich habe mich daher entschlossen: (äusser dem Unterricht in der Tanz/ und Fechtkuust) nach einer eigenen Methode, und nach den Grundsätzen der Tam-Acar demie zu Paris z Lu nachfolgenden Bildungsgegenständen , noch Unterricht zu m theilen: 1) Uiber die Haltung des Körpers überhaupt. 2) Uiber die Haltung des Kopfs und des Halses. 3) Uiber die Wendungen des Kopfes'. 4) Uiber den Blick und die Minen. 5) Uiber die Haltung der Schultern. 6) Uiber die Haltung der Arme. 7) Uiber die Stellung der Schenkel, Knie und Beine. 8) Uiber die Stellung der Fuße. 9) Uiber den Gang und seine Ißau düngen. 10) Uiber das Sitzen und Aufsteher». 11) Uiber Abreichen und Abnehmer». 12) Uiber. das Compliment. a) Das^ . gehende, b) Das, stehende. e)DaK sitzende. 6.) Das Köpft und Hand/ Courpliment. w*0** 13) Uiber den Gebrarich des s2ttr- tes rc. rc. Auf Verlangeu , »verde ich zuweilen mit den jugendlichen Schülern und Schülerinnen, statt der Lehrstunde, einen Spaziergang vornehmen; um das Fehlerhafte der. Gebehrden und Haltungen des Körpers desto besser beobachten zu föttt rien. - - ! Giessen den l^Novembr. 1823. P. B. Bartholomay^ Akademiker Uuiversitäts Tanz/ und Fechtmeijler, Lehrer der Mimik. 'n ar