Sams tags den 12. Julp 1823. Nummer 28. Poljzey - Taxe. 1 U>. Ochsenfleisch/ bestes 1 — desgl. mittelmäsiges — 1 — desgl. geringes — — 1 — Kühfleisch — 7 auch 1 — Rindfleisch — — — 1 — Kalbfleisch, gewöhnliches 1 — desgl. ausgemästetes — 1 — Schweineufleisch — — 1 — Hammelfleisch, gutes 1 — — geringes — — — 1 — gemischte Leber t oder Blut - Wirrst — — 1 'U. dergleichen von vorzüglicher Qualität — — I k.e. |10 8 6 5 8 7 10 2' 2 P o l i z e y - T a x e. 1 geräucherter Spickspeck 1 — geräucherter Schinken 1 — Bratwurst mit Gewürz 1 — Nindsfett — — 1 — Hammelsfett — — 1 — Sch wein en fett — — fv. Pf- 18 — 15 — 14 — 12 — 12 — 16 — Brodtaxe und Gewicht. Für ikr. Schwarzbrod 9Loth 24 Q* Für 1 kr. Weck 6 Loth 1 Q» Für ikr. Milchbrod 5Loth 1 O.» Für Ikr. Butter-Bretzeln 3 Loth Q» Für 1 kr. Taigscher 7 Loth 3ßQ. Nota. Die Zugaben dürfen in weiter nichts denn in Fleisch von derselben Gattung bestehen, und zwar auf zehen Pfund Fleisch nicht mehr als anderthalb Pfund, und so weiter nach Proportion, welches auf ein Pfund nicht völlig fünf Loth ausmacht. Köpfe, Füse, Geraub, wie auch die ganz blumige und nicht geniesbare Stücke vom Hals, sind von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. M a r k t / P r ei s e. kr. Pf- M a rkt/Pre i se. kr. Pf. 1 Hecht — — — 18 — 1 halb Simm er Erbsen — — 64 .—. 1 — frische Butter — — 14 — 1 halb Simm er Linsen — — 72 auch 15 — 1 %. Waizenmehl — — — 4 2 4 Handkäse — — — — 4 ——— 1 %. grob geschälte Gersten — 4 ■■■ — 5 Eyer — — — — 4 — 1 klein geschälte Gersten — L — ) 130 ( ■* Cdiktallavungen. i. Georg Keßler von Staufenberg ist Millens, nach Salzböden in das Kö- nigreich Preussen auszuwandern. In Gemäsheit des Gesetzes vom Men May 1821. über die Auswanderungen, werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Forderungen an denselben zu haben verneinen, auf- gefordert, dieselben innerhalb 3 Monaten so gewiß dahier anzuzeigen und geltend zu machen , als sie es sich sonst selbst beizumessen haben, daß ihnen nach Ablauf dieser Frist dahier keine Rechts- hülfe weiter geleistet werden kann. Giessen den Ilten Mai 1823. Großherzogl. Hess. Landgericht das. P l 0 ch. II. Uiber das Vermögen des» Joseph Löwenstein von Steinberg ist der Con- rurs erkannt worden. Es werden daher alle diejenigen, welche rechtliche Ansprüche an denselben zu haben vermeinenhiermit öffentlich vorgeladeu, diese um so gewisser un Termin Montag den 28ten Iuly l. I. Morgens 9 Uhr dahier anzuzeigen und geltend zu machen, als sie sonst damit von dieser Masse ausgeschlossen werdet!. Giessen den 27ten Mai 1825. Großherzogl. Hess. Landgericht das. P l 0 ch. . Bekanntmachungen. 1) Susanne ElisaberhaMarx, Tochter des hiesigen Orisbürgers und Fuhrmanns, Daniel Marx, hat um Entlassung aus dem Unterthanen-Vcroaud nach- gesucht. Mau fordert daher, zufolge gesetzlicher Vorschrift, etwaige Gläubiger derselben zur Angabe ihrer Forderungen binnen Frist von 3 Monaten hiermit auf. Giessen den 29ten Mai 1823. Großherzogl. Hess. Stadtgericht. M ü Her. 2) Nachstkünftigen Dienstag den 22cen dieses und die folgenden Tage, Nachmittags von 2 bis 5 Uhr , sollen in der Wohnung des verstorbenen Freyprc- digers Franz, au der Sonne, die zu dessen Verlassenschaft gehörige Mobilien, bestehend in Gold, Silber, Weiszeug, Mannskleider, Bettung, Holzwerk, Glas , Porzellan, und sonstiges Haus- gerathe , auch Bücher, wovon das Verr zeichniß von kommendem Donnerstag an bei Unterzeichnetem eingesehen werden kann, öffentlich gegen gleichbaare Zahlung versteigert werden. Giessen den Ilten Iuly 1823. B a p st, Großherzogl. Hofgerichts - Se- cretär. 3) Freitags den 18ten l. M. Morgens 8 Uhr, soll die Erndte folgender, von Conrad Noll, D. S., hinterlassenen Feldgüter: 182,9 [J Klftr. (54 R. ) am Krofdor- fer Weg, an ihm selbst; mit Kartoffeln , 182,9 Kl. (54 N.) daselbst, an vorigem; mit Kartoffeln, 233,1 Kl. (68 9t. 13 S.) stößtMrfden Haddergrabeu, an Peter Noll; mit Waizeu, 240,5 Kl. (71 N.) am Wicsmarer Weg, mit Colrabi, 242,4 Kl. (7191. 9 S.) daselbst, au vorigem; mit Colrabi, 333,4 Kl. (93 91. 7 S.) ansm Had- dersgraben, an Johannes Niuns Wittwe, H. S.; mit Erbsen, 233,1 Kl. (68 R. 13 S.) stößt aufden Hardtgraben, an Peter 92off; mit Waizeu, 229,7 Kl. (67 N. 13 S.) dase.bst, an Jeremias Schiffer; mit Waizeu, 34^3 Kl. (10 91. 2.1-©.) am Wiesma- rer Weg, an Peter Noll; mit Cres- centien, „ x ~ 177,8 Kl. ( 52 9t. 8 e. ) die Zwerch- gewanu/ — ) 131 ( — gewann, über'm Schwalbachischm Acker; mit Gerste, 184 6Kl (54 9c. LS.) am -3arres- araben, an ihm selbst; mit Korn, 1602 A. (47N. 5S.) daselbst, an vorigem und Ludwig Müller; mit 108,2 Kl. ( 31N. 15 ©. ) in den No- dern, an Daniel Hinkel; nntEib- 1Z6,3Kl. (40 91. 4S.) bei der Sandkaut , an Peter Noll; mit Korn, 153, Kl. (45 R. 3 S.) am Grumnger Pfad, an vorigem; init Korn, 205 8 Kl. (60 9i. 12©.) auf der ~ Weißerde, an Friedrich Lampus»; mit Waizen, „ öffentlich versteigert, und mit der Del- steigerung im Neustädter Feld der Anfang gemacht werden. Glessen den Ilten juh) 182^. Der Stadtgerichts-Assessor F. Win heim. 4) Montags den 28tenJuly d. I. Vormittags. 9 Uhr, sollen in dahiesiger Infanterie - Caferne ein kupferner Kessel von 18 Eimer,. ein dergleichen, von 17 Eimer, ein neuer Vlasbalg mit Rohr, zwei eiserne Stangen und ein Ambos, . . vorbehaltlich höchster Ratification an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden , welches hierdurch mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß sämtliche vorbenannte Effecten, vor dem Versteigerungs-Termin an Ort und Stelle können in Augenschein genommen werden. Giessen den 7teil Iuly 1823. In höchstem Auftrag. V olz, Lieutenant. 5) Mühlen t Verkauf. Die von dem Herrn Fürsten zu Solms-Braun- felö Durchlauchten dem Johannes Döll und dessen Ehefrauen zu Villingen in Erbleyben - Bestand gegebene sogenannte Zellmuhle, welche diese ihrem Sohn Eonrad Döll und dessen Ehesrau daselb- sten angeschlagen haben, soll auf Anstehen der ersteren öffentlich mehrstdietend, jedoch mit Vorbehalt der Genehmigung der gedachten Herrfchast und des Landgerichts, verkauft werden, und ist Termin dazu auf Montag den 14ten^uly l. I. Vormittags 11 Uhr auf dem Rath- Haus zu Villingen vorberaumt, in welchem die Kauflustigen erscheinen, die Bedingungen vernehmen, und bieten können. Es wird dabei bemerkt, daß die besagte Mühle 2 Mahlgänge hat, zu derselben noch 1 Morgen 20 Ruthen Ackerland gehören, und blos allein diejenigen znm Bieten zugelassen werden, welche sich durch obrigkeitliche Zeugnisse wegen ihrer Zahlungsfähigkeit legitimiren können. Hungen den 14ten May 1823. Broeske, Landgerichts - Assessor.' vigore commiss. 6) Montags den 14tenIuly, Vormittags 9 Uhr, soll auf dem Vüreau der Bürgermeisterei) die Lieferung des zur Laternenanstalt, voll Ende August 1823. bis Anfang Juny 1824. erforderlichen Brennöhls, an den Wenigstfordernden öffentlich versteigert werden. Giessen t>e» 4teil Iuly 1823. Der Bürgermeister Gail. 7) Mühlen Verpachtung z u Giessen. Die Hälfte der vor der hiesigen Stadt, an der Lahn gelegenen großen Mahlmühle, die sogenannte Untermühle, welche mit 5 Mahlgängen versehen ist , soll vom Iten Oktober dieses Jahres an, auf mehrere Jahre anderweit in Bestand gegeben — und die des- falstge Verpachtung Montags den 18ten künft —— ) 132 ( ** . ünftigen Monats August, Vormittags 9 Uhr, auf dem Vürgermeisterey - Vü- reau vorgeuommen werden. Mau bringt dieses hierdurch zur oft fentlichen Keuntniß, mit dem Anfügen, daß die Pachtbediuguugen in dem Termin eröffnet werden; auf Verlangen je< doch auch vorher darüber vom Unterzeichneten Nachricht ertheilt wird. Giessen den 4ten July 1823. Der Bürgermeister Gail. 8) Diejenigen hiesigen Ortsbürger, welche ständige Wiesenviertel.-Zins pro 1823. zu bezahlen haben, werden hierdurch aufgefordert, solche längstens binnen 14 Tagen an den Hrn. Beygeordne- ten Ferber zu berichtigen, ansonst mir ernsthaften Maasregelu vorgeschritten werden muß. Giessen den lOtenJuly 1822. Der Bürgermeister Gail. 9) Montags den 21tcn July dieses Jahrs , Vormittags 8. Uhr, sollen auf dem Vüreau der Vürgermeisterey dahier a) ein großer stark vergoldeter Becher mit Deckel, von 2L. 7 Lock) Ge- ivicht, d) vier kleinere dergleichen, mit Deckel und Fußen, von ungefähr 2 U Gewicht, ' c) drei dergleichen, inwendig veraol- det, von 20 Loth Gewicht, ä) 2d silberne Eßlöffel, und e) 8 weiße linnene Vorhänge, öffentlich meistbietend versteigert werden, wozu man die Steigliebhaber einladet, und oemerkt, daß bei annehlnbaren Ge- voten der Zuschlag sogleich ertheilt wird. Giessen den 16ten Juny 1823. Der Bürgermeister Gail. 10) Ha u s ve rka n f. Unterzeichneter ist Willens, sein Wohnhaus an der Ecke des Asierwegs, neben Balthasar Walter und Eberhard Pansch, aus freier Hand zu verkaufen. Liebhaber dazu, haben sich blos an ihn allein zu wenden. E. C. R ühl, Buchbinder. 11) Ein Zweijähriger, gut dressirter Hühnerhund, männlichen Geschlechts, weiß von Farbe und braun behängt, ist allhier zu verkaufen. Auf Verlangen wird der Hund auf Probe gegeben. Näheres bei Ausgebern. Gettaidepreise vom 5. Jul. bis den 12. Jul. in Frankfurter Währung den fl. ä 60 fr. und das U. zu 32 Loch ländischen Gewichts. Städte. Gema s. Waizen wiegt Korn wiegt, Gerste wiegt Hafer wiegt st. kr. U fl. kr. %. ft. kr. fl. kr. Darmstadt das Malter. — 190 170 4 55 150 3 35 120 Giessen das Malter, auch das Mott. 8 30 — 8 30 — 6 — —- 4 -— — 9 15 ■*. — 9 15 — — — —- ■ —- Marburg 7 — 150 6 50 . 135 5 — 120 3 50 90 Wezlar. das Achtet. 9 20 206 9 20 | 190 6 56 2158 5 20 125 Anf bein am lOten July statt gehabten Fruchtmarkt wurde verkauft! ( im Mittel - Preiß): Warzen — Malter A 200 T. — fl. — kr. Korn 7 Malter ä 108%. 8 fl. 46 fr. ttetten. 4) 6) Ohncrachtet ich, wie vorsteht, im Buschischett Garten mit einer Har.' mouie-Musik aufwarten werde, so er# laufet mir mein Musik - Personale, auch Monat, . jene im Neuweger Quartier am ersten Dienstage, diejenigen im Setzer Quartier am er.' sten Donnerstage, im Neustadter Qarticr am ersten Freitage und „ _ die Ausmärker am ersten Samstage ihre Steuern und andere Gelder an mich bezahlen. 3) Nach dem 10ten mutz gegen dir Nestanten die gesetzliche Mahnung cm# hatten. Stadtmusicus Varrer. 7) Nach der höchsten Verordnung vom 2ten März 1620. und nach den darnach eingerichteten Steuerzettel, müssen die Steuern in den ersten zehn ^ageri eines jeden Monats bezalt werden. Da meine Arbeiten neuerdings sich vermehrt haben, und ich einen Theil des Monats auswärts werde zubringen müssen , so muß ich auf Erfüllung der ge- fettigen Vorschriften, genauer als bisher, halten, und beziehungsweise wiederholt hiermit bekannt machen: 1) Von dem Iten bis zum loten leben Monat werde ich) wie bisher jeden Vormittag , Sonntage ausgenommen, Steuern, Sporteln und andere indirekte Abgaben, so wie Commissariatsgelder, in Empfang nehmen. 2) Um zu verhüten, daß zu viele Personen auf einmal zusammeu kommen, welche daun-lange warten müßten, rvcrdcn die Einwohner im Wallpförter Quartier immer am ersten Montage im Commissions - Rath. 2) Eine geräumige Scheuer ist in der Asterwegstrase zu verlehnen, und der Eigenthümer bei Ausgebern zu erfahren. Z) Eine neue Waschbütte von 23 bis 24 Last Wasch groß, darin schon gewaschen worden, sodann 2 neue Zulast, stehen allhier zu verkaufen. Bei wem, ist bei Ausgebern zu erfahren. 4) Morgen, den I3ten July, nach geendigtem Gottesdienst, Nachmittags, wird bei hiesigem Schießhaus ein Ringel - Schiessen gehalten , wozu die Herrn Schießliebhaber höflichst einladet G. H. Kraus. 5) Mit einer gutbesezten Harmonie-Musik wird mvigen im Buschischen Garten zu unterhalten die Ehre haben der Stadtmusicus. Baue r. zur Num. 28. des Giesser Anzeigungs - Blatt. Bekanntmachungen. hBSSEW LLWLM mentttcb mehrere Hundert Stücke Diehlen, Bauholz und eine Parthie Glas versteigert werden wird; so werden die.Liefen Haber zu dem gedachten Hause, mrt Bc. zug aufdie frühere Bekanntmachung hier von benachrichtiget. Giessen den 30ten^sNM) 1823. Von Commissions wegen. ) 0 ( —• 4) Von dem Ilten an, kann ich nur Len Samstag in jeder Woche zu Hause feyu und die Gelder von den Zurückgc- Lliebenen in Empfang nehmen; die übrigen Tage bin ich auswärts. In diesem Monat werde ich vom I4ten an , Samstag ausgenommen, auswärts seyn. Ich wünsche sehr, daß die so nö- thige Ordnung möglichst eingehalten und mir die Unannehmlichkeiteu erspart werden möchten, die gesezlichen Zwangsmittel in Anwendung bringen zu müssen. Glessen den lOteuIuly 1823. Der Distriktseinuehmer PraetorLus. Musikfest zu Giessen. Mittwochs den löten d. M. wird zum Vesten der Armen in der hiesigen neuen Stadtkirche ein großes Musikfest, Und zwar: Haydns Schöpfung, gegeben werden. Die seit mehreren Jahren so erfreulichen Resultate ähnlicher Feste, lassen auch diesesmal um so mehr zahlreiche Lheilnahme hoffen, als man der Mitwirkung bedeutender und anerkannter vaterländischer Talente entgegensetzen zu dürfen glaubt. — Diejenigen Freunde der Tonkunst aus der Umgegend, welche sich noch ent? schließen sollten, durch Uebernahme von Vokal- oder Instrumentalstimmen die bedeutende Anzahl der bereits vereinigten zu vermehren, werden höflichst ersucht, ihren gefälligen Entschluß dem Unterzeichneten mittheilen zu wollen. Zugleich bemerkt derselbe, daß die zwei lez- len Hauptproben, welche von sämmtli- rhen Mitwirkendeu uothwendig besucht werden müssen, am Abend vor dem Mu- stkfest, und am Morgen des dazu bestimmten Tages, gehalten werden. Die Aufführung selbst beginnt Nachmittags um 5 Uhr. Billets ä 56 fr. und der Text des Oratoriums n 6 fr., (lezterer ein Bogen in Median-Qttav stark, geheftet,) sind ber dem Concertdiener Diehl /und U Tage des Festes, an der Kirche, äis Di*. S. Gassner, * Musikdirektor. Gottesdienst am 13. Iuly. ,3» ber evangelischen Kirche. Morr gens Herr Superintendent Palmer, ^nachmittags Herr Superintendent Buffi Morgen den loten Iuly haben das Frischbacken, die Bäckermeister: Chris- ttauIugard, in derWallttzorstrase, und Ebel, an der Kühgaß. Getaufte bei der evangelischen Gemeinde. Den 6. Jul. Herrn Revisor Stock eine ter, Auguste Friederike Christiane Margarethe. Dens. Dem Burger und Schuhmacher, Chris- trän Balser, eine Tochter, Johanna Elisabeth« Susann«. 1 J Den 10. Jul. Dem Burger und Universitats- Uhrmacher, Hrn. Joh. Georg Felstng, ein Sohn, Karl Heinrich. Beerdigte bei dieser Gemeinde. Den 6. ^5ul. Maria Katharina, des verstör^* denen Burgers und Metzgers , Matthaus MöhlI hinterlassene Tochter, alt 26I 6M. 23T. ' . y Henriette, des Invaliden, Da- mel Diefenbach, Tochter, alt 67 I. 6M. 20 T. . . ®enf* verstorbenen Hrn. Kirchen- Konrad Bogt, hinterlassene Tochter, alt Den 8. Jul. Henriette Juliane, des Burgers, Heinrich Eiff, Tochter, alt 1 I. IM. 1 T. Den 11. Jul. Henriette Sophie, des Burgers und Weißbinders, Philipp Bollmann, Tochter, alt II. 5 M. 4 L. * Dens. Elise, des verstorbenen Burgers und Schuhmachers, Nicolaus Schreyer, hinterlassene Tochter, alt AVI. 3M. u ib er Musikfeste im Allgemeinen und über das Giesser Insbesondere. Ein Vorwort an die bei dem Musikfest am 16ten activen Mitglieder. 11SA-AmM i .Gießen , Bibliothek der meiner großen Freude sehe ich die verehrten Musikfreunde Giessens und der nähern und weil lern Umgegend, nunmehr zum drittenmale ver, sammelt, um vereinigt ein seit Jahren als deS Künstlers und der Kunst Triumph anerkanntes Werk, aufzuführen. Es möge mir, vermöge meiner Stellung zum Ganzen, erlaubt seyn, bei dieser Gelegenheit, als Dank für frühere Unterstützung, und als Aufforderung zur künftigen Theilnahme, über Mu- sikfeste im Allgemeinen, und über das hie- sige Insbesondere, einige Worte vom Herzen zum Herzen, zu sprechen. Gleichwie in der Natur 2 Natur einzelne, theils größere, theils kleinere Kräfte sich mit einander vereinigen, um für das Ganze zu wirken, wie das allein stehende unber deutend scheinende, dem anerkannt Bedeutenden nicht fehlen darf, um durch das Zusammenwirr ken die Zwecke des Schöpfers zu fördern, müssen auch die Menschen nach den ihnen gewordenen Kraft ten gemeinsam thätig seyn , wenn sie nicht die traur rige Erfahrung machen wollen, daß der Einzelne ohne die Hülfe des andern, nur ein schwaches Ger schöpf ist.— In allen Verhältnissen des menschlichen Ler bens hat es sich bewährt, daß das Große ohne das Kleine nicht groß sevn, nicht bestehen kann. Wende ich diesen Satz auf das hier zur Aufführ rung des Hayd'nschen Meisterwerks versammelte Zahlreiche Personale an, so wird es gewiß nicht schwer, denselben hinlänglich durch rriffrige Gründe zu beweisen. Berühre ich zuerst die VocalrSor lsstimmen , so verlangen dieselben allerdings von der Natur begünstigte, durch die Kunst gebildete Individuen. Eben so verhält es sich mit den ersten Stimmen der Blaser und Saiten rInstrumente. Man denke sich jedoch die genannten Stimmen ohne Begleitung oder Unterstützung der sogenannten unterr geordneten Stimmen, so werden sie uns, g l e i chr f am verwaist erscheinen, und ohnerachr tek ttt ihrer Virtuosität mit einem großen Philoso, phen zu vergleichen seyn, dessen treffliche Vor/ träge ihren ganzen Werth verlieren, wenn sie nicht durch Theilnahme unterstützt werden. Sind jedoch die größere Kräfte der Soloparthieen mit den kleinern Kräften der begleitenden Stimmen vereinigt, so entsteht durch die Vereinigung des Größer» mit dem Kleinern ein Ganzes. Beobachtet man nun die mit den Solostimmen abwechselnde Masse des Chors, (welcheshäufig als untergeordnet betrachtet wird , ) so wird diese Masse gegcir die vorher geringere Anzahl von Stimmen einen Contrasi bilden, wodurch der Effect gesteigert wird, Dieser Contrast zwischen Einheit und Einigkeit ist am besten bei einem musikalischen Kunstwerk , und besonders bei Hayd'ns Schöpfung zu bemerken, wo nach der Aufforderung einzeU nev Stimmen , sich das ganze Personale zum Lobe des allerhöchsten Gottes vereinigt. Bei einer solchen Vereinigung zeigt sich nun, welche herrliche Wirkung durch ein zahlreiches Personale hervorgebracht werden kann, und wie sehr in Vereinigung von thätigen Kunstfreunden weder der eine noch der andere Theil untergeordnet erscheint, sondern wie das gemeinsame Zusammenwirken Vieler, etwas Ungewöhnliches durch Einigkeit in Mehrheit zu liefern fähig ist. — , Diese 4 Diese Erfahrung hat Künstler, welche den wahren Sinn für die Kunst und ihre Wirkungen haben, bewogen, Musikftste zu veranstalten, um durch gemeinsames Wirken den Spender der Kunst/ anlagen zu verherrlichen, ihm Lob zu singen, und die Kunst auf die ihr gebührende Stufe zu brin/ gen. — Es ist unlaugbar, daß die musikalische Kunst auf das Gemüth der Menschen wirkt, den Keim für Edles und Erhabenes weckt, und deßhalb den geistigen Menschen bildet. Wenn auch in neuerer Zeit der Sinn für die Kunst im Allgemeinen mehr, als sonst, ge- weckt zu seyn scheint, so ist es immer noch eine Frage, ob nicht ein großer Theil von Musikfreun- den nur des guren Tons wegen sich mit Musik beschäftiget, und ohne die wahre Ansicht von der Kunst zu haben, mit derselben tändelt, ihr mehr schadet, sie mehr herab, als auf eine höhere Stufe bringen hilft. Unstreitig legen gediegene Kirchen - und Kammer - Musiken den Grund- stein zu einem guten Geschmack; und man wird bei aufmerksamer Beobachtung in unsern Tagen leicht finden, daß vielen Musikern und Dilettanten der wahre Ernst und das tiefe fleißige Studium fehlt, was unsere achtbaren Vorfahren so sehr auszeichnet , und ihre Namen der späten Nachwelt aufbewahrt. — Jedem Jedem wahren Verehrer der Kunst muß eS daher heilige Pflicht seyn, die Kunstjünger von Irrwegen abzuleiten, und fle auf die rechte Bahn zu führen. Der Kenner wird wohl einsehen, daß hier nicht von Verbannung der lyrischen Musik die Rede seyn soll, sondern nur für Bildung des Geschmacks zu sorgen, und die an vielen Orten in Vergessenheit gekommenen Kirchen ; Musiken, (welche durch manchen neueren Ohrenkitzel ver- drangt wurden,) wieder in's Leben tretten zn se- hen, gewünscht wird. Dieser Wunsch, welchen man Bedürfniß nennen konnte, ist durch Veran- sialtung von Musikfesten — zu welchen sich wer der Instrumental - Variationen für Singsiimmen, poch Opern, Texte, mit vom Sanger beliebig zu komponirender Musik eignen, zu erfüllen. Unt> wenn auch nicht jeder fromme Wunsch erreicht wird , so ist doch irgend ein Gewinn für die Kunst zu erwarten, welcher mit der Zeit auf die so sehr zu wünschende Bildung des Volkes Einfluß haben kann. Von diesen, oder ähnlichen Ansichten, mögen wohl die ersten Veranstalter der Mufikfeste ausgegangen seyn, wenigstens waren dieß die Hauptgründe, welche den Unterzeichneten bewogen haben, hier Musikfeste einzuführem 6 Was nun insbesondere das hiesige Musikfest betrifft, so mögen folgende wenigen Worte dem sich für die Sache Jnteressirenden genügen. Seit 40 Jahren besteht hier eine musikalir sche Gesellschaft, deren Stifter theils weit entfernt, theils gestorben sind, von welchen aber einige noch in loco mit stetem Eifer für die Sache wir,' ken. Diese wahre Kunstfreunde erhielten auf ihr in Verbindung mit mehreren andern S r. K ör nigl. Hoheit, unserm hochverehrten Groß Herzog, den anerkannten Kunstfreund und Kenner, eingereichtes Gesuch, eine jährliche Unterstützung, durch welche die Stifter und Di,' rectoren des hiesigen Liebhaberconzerrs in den Stand gesetzt wurden, die Anstalt auf eine höhere Kuusistufe zu bringen. Seit dieser Zeit (1818) habe ich in Verbindung mit meinem würdigen Collegen Hrn.Hofmann, die Direction des hie, sigen Liebhaberconzerts geführt. Obgleich die Mittel fehlten, durch Anstellung vorzüglicher Vo,' calisten und Jnstrumentisten, ein zu großen Auf- führungen taugliches Personale zusammen zu brin, gen, konnte doch durch den Eifer mancher bra- ven Musiker, und vieler durch die Universität herbeigezogenen Dilettanten, so wie durch hiesige von meinem achtbaren thätigen Vorfahren Hrn. Müller, gebildeter Liebhaberinnen und Liebhaber der Kunst 7 Kunst, so wie durch die Zöglinge des Herrn Cantor Hiepe, manches Gute geliefert werden. Erfreut ein so brauchbares und thäriges Personale zu ber — so unangenehm störend auch der auf Universitäten unvermeidliche Wechsel wieder ein/ wirkte — machte ich mehrere Versuche, größere Aufführungen zu Stande zu bringen. Als das günstige Resultat keinen Zweifel ließ, daß Aehn- liches und Größeres mit angestrengtem Eifer- ger liefert werden könne, — wozu unsere Nachbarn zu Marburg, Wezlar, Butzbach, rc. rc. beizur tragen sich erklärten, welche uns auch manche treffliche Hülfe leistetenwar im Jahr 1820 das erste Musikfest hier, und so konnte jedes Jahr ein ähnliches veranstaltet werden, bis wir denn nun die schwierige Aufgabe zu lösen, Hayd'ns Schöp, fung aufzuführen, unternehmen konnten.— Der erste Zweck unserer Musikfeste war und ist, den Geschmack zu bilden, den Sinn für die Kunst zu wecken, und den thätigen Musikfreunden Gelegenheit zu angemessener Uibung und zu ungewöhnlichem Genüsse zu geben. Mit diesem Zweck noch einen wohlthätigen Zweck zu verbinden, ( da man es für unwürdig hält, das Gotteshaus in welchem diese Conzerte gegeben werden, zu finanziellen SpeculationenEinzelner zu benützen,) war der allgemeine Wunsch, und es hat sich bisher der Kunstsinn der hiesigen Einwohner und der freund- 8 freundlichen Nachbarn stets so schön gezeigt, daß ich es bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen kann, denselben hierduch öffentlich zu rühmen. Mögen Sachverständige Fremde unsre Leisr tungen nach unsern Verhältnissen beurtheilen, die auswärtigen Musikfreunde der Sache auch für die Folge ihre Theilnahme nicht versagen, damit das fortgesetzte gemeinschaftliche Wirken der Kunst fromme, Künstler und Kunstfreunde erfreue. Giessen im Iuly 1823. Dr. F. S. Gassner, Musik; Direktor.