Giesser Anzeigungs-Blättchen. Samstags Len 2.5. Mai 1822. Num. 21. Polizey-Taxe. L %. Ochsenfleisch, bestes 1 — desgl. mittelmä'siges — 1 — desgl. geringes — — 1 — Kuh fleisch — — — < — Rindfleisch — — — 1 — Kalbfleisch, gewöhnliches 1 — desgl. ansgemästetes — 1 — Schweinenfleisch — — 1 — Hammelfleisch / gutes 1 — — geringes — — — 1 — gemischte Leber $ oder Blut - Wurst — — 1 Ä>. dergleichen von vorzügll- eher Qualität — — 1 — geräucherter Sprckspeck 1 — geräucherter Schinken 1 — Bratwurst mit Gewürz 1 — Rinbsfett — — — kr.lpf. , 9 - a 6 5 j 7 8 7 I 7 HO 18 15 14 12 2 2 2 2 Polizey-Taxe. 1 %. Hammelssett — — — 1 — Schweinenfett — — — 1 — Salz — — — — 1 Maas Bier, welches wenigstens 14Grad hat/ wird taxirt zu 1 Maas Doppelbier — — — 1 Maas Milch — — — 1 Maas Fruchte Brandtewein , so wenigstens SO Procent Weingeist enthalten muß — Br 0 dtaxe und Gewicht. Für I kr. Schwarzbrod 16Loth SlQ. tfiiril-fr. Weck 6 Loth 5Q, Für 1 fr. Milchbrod 5Loth so? Für Zkr. Butter-Bretzeln SLotb 1|O Hur 1 fr. Taigscher 11 Loth SzQ'- Markt-Preise. kr.lpf. Markt- Pre i se. 1 ss. Hecht — — — 18 — 1 halb Simmer Erbsen — — rr. ips. 28 j 1 — frische Butter — — \ auch Will — 1 halb Simmer Linsen — _ 1 %. Waizenmehl — — __ 50 — 4 2 5 Handkäse — — — — 4 -r 1 Ä>. grob geschälte Gersten — 4 __ 15 Eyer — — — — 8 — 1 %. klein geschälte Gersten — 8 - ! Gerste jwiegt 150 1 120 50 2t SO wiegt 2 2 155 190 3 15 2 I — 120 158 37 12 20 170 Hafer lwiegt st. kr? ft Ikr. i U. 2 51 150 Getraidepreisc vom l8.Mai bis dm 25. Mai in Franffurtrr.Wähnma de» fl. » 60 fr. und das Ä. zu 52 Loch ländischen Gewichts. ' 3 Städte. G e m ä s. Walzen wiegt Korn Darmstadt das Malter. st. . fr. Ä>. 190 st. 3 kr. SO Giessen das Malter. 8 — — — 4 25 Marburg auch ■■ 1 —— — das Mött. 5 so 150 Z ■ --------------------------------------------------- Wezlar. das Achtel. 8 130 206 4 20 ) 94 ( Von natürlichen und künstlichen verbesse- rungs - Mitteln der wiesen. (Verfolg.) Auch wird der Kohlenstaub zur Düu- guug der Wiesen angeprieseu. Allein Wallerius (in seinen Chemischen Grundsätzen des Ackerbaues, C.XV. §. 8. c.) bezeuget, daß er durch sein eigenes Wesen zur Ernährung der Pflanzen nichts beitragen könne, weil weder einiges Fett, noch was Gesalzenes mit dem Wasser aus den Kohlen gezogen werden könne. Und hiemit stimmet die Erfahrung völlig überein. Denn wenn eine Materie ihr Fett oder ihre Salze einer Pflanze mittheilen soll, so leidet ein solches Ingrediens eine Modifica- tiou, in dem seine Theile aufgelöset werden, und wenigstens einige derselben in die Pflanze übergehen, und während ihrem Wachsthum werden diese Nahrungssäfte in einen der Pflanze ähnlichen Stoff verwandelt. Eine solche Mo- dification gehet aber mit den Kohlen nicht vor, folglich auch nicht mit dem Kohlenstaube, soudern mäu kann sie nach vielen Jahren noch unverändert und unvermindert wieder finden, und aus dieser Ursache ist also dies kein Dünger für die Wiesen. Ganz anders aber ist es mit dem Ruß beschaffen, der als ein gutes Düng- mittel allerdings angewendet werden kann. Vor dem Gebrauch werden die gröbsten Stücke zerschlagen und auf der Wiese umher gestrcnet, so daß er nirgends gehäuft lieget. Die Engländer schätzen ein einziges Malter Ruß, der bei ihnen nur vom Steinkohlenranche entstehet, und bei weitem nicht die Güte hat, als der vom verbrannten Holze, einem ganzen Fuder Dünger gleich. Und allerdings hat er seinen Nutzen auf den Wiefels, und befördert durch sein eigenes Weseu das Wachsen der Pflanzen so gut, wie der beste Dünger, Auf deu Grummetwiesen geschiehet es wohl, daß das lezte Gras wegen anhaltender schlechter regnigter Witterung nicht getrocknet werden kann, soudern faul und zu Heu ganz untauglich wird. Der Landmann pflegt solches alsdenn auf seine Miststätte zu bringen und den Dünger zu vermehren. Besser aber ist es, solches überall auf der Wiese auszubreiten und im Frühlinge abzuharken und auf die Miststätte zu bringen. Es dünget aufsolche Art die Wiese ausserordentlich , und das junge Gras kömmt früh und stark hervor. Auch der Leimen von den Wänden der Gebäude, die eingerissen werden, ist, wenn er auf die Wiesen umherge- strenet wird, ein gutes Mittel solche zu düngen. Nur muß er nicht zu dick aus- gesireuet werden, weil er sonst das Gras erstickt. Au einigen Orten bedienet man sich auch der Sägespäne zur Düngung der Wiesen. Auf dem Harze z. B. um Clausthal und den übrigen fünf Bergstädten kann wegen des früh eiutreten- den und lange dauernderl Winters gar kein Ackerbau getrieben werden. Desto schöner ist dagegen die Viehzucht in dieser hochbelegenen Gegend. Weil nun alles Stroh ein paar Meilen heraufgeholt werden muß, und dadurch sehr kostbar wird, so gebrauchen sie kein Stroh zum Unterstreueu, sondern bedienen sich statt dessen der Sägespäne, die den Kühen , so oft der natürliche Auswurf derselben zur Seite gefegt worden, welches jeden Tag sehr oft geschiehet, unterge- streuet werden. Auf die Art werden sie mit dem Mist vermenget, und auf dre Wiesen gebracht, die gewöhnlich mit sehr vielem und dem herrlichsten Grase bewachsen sind, und man merkt nicht, daß sie, wie einige vorgeben, das Gras sauer machten. — ) 95 ( — machten. Sie verwesen sehr leicht und werden zu Erde, wodurch sie den Wiesen überaus zuträglich werden. (Der Verfolg künftig.) Bekanntmachungen. 1) Donnerstag den 30ten Mai b. I. soll die Lieferung der Fourrage für die iu Giessen siationirte Landdragoner- Pferde für das zweite halbe Jahr 1822. öffentlich an den Wenigstnehmenden verr sieigt werden. Steiglustige werden daher aufger fordert, sich auf dem Bureau des Unterzeichneten, im bestimmten Termin/ Morgends 8 Uhr einzufiaden. Giessen den 24ten Mai 1822. Der Großherzogl. Hessische Land- rath des Bezirks Giesen. I. von Zangen. 2) Denjenigen, welche auf den Namen lautende • Großherzoglich Hessische Staatsschuldverbriefungeu gegen neue auf den Inhaber umtauschen wollen, erbiete ich hierzu meine Dienste mit dem Bemerken, daß ich mit einer geringen Provision von 30 Kreuzern für hundert Gulden, einschlieslich der Ver- sendungskosten, mich begnüge, und den Austausch gegeu bereis besitzende neue Obligationen auf der Stelle bewirken kann und werde. Zugleich beschäftige ich mich mit Kauf und Verkauf rnländischek und auswärtiger Staatspapiere. Giessen den 23ten Mai 1822. Jacob Kaufmann Worms'. desselben schon früher durch Subskription placirt, und nur noch ein kleiner Theik zum Abgeben verblieben ist; so werden die Liebhaber dieses herrlichen Geträn- kes höflichst ersucht, bald möglichst ihre Bestellungen zu machen. — Die Flasche kostet mit Glaß, frey abhier, 50 kr.; Kisten werden appart berechnet. Frankfurt a M. den 20. Mai 1822. Johannes Christoph Humbert, im Wolfseck am Paradeplaß wohnhaft 4) Eine EMorgen große Wiese im Weyher ist auf 3Jahre zu vermielheu. Auch ist das Gras zu Heu und Grummet von einem Viertelmorgen auf dem Gartfeld zu verkaufen. Den Eigenthü- mer erfährt man bei Ausgebern. 5) Ein E Morgen haltender Garten mit Hafer und Klee ist auf dies Jahr zu verlehnen. Näheres bei Ausgebern. 6) Zweyhuudert Gulden liegen all- hier gegen gerichtliche Hypothek und L PCt. Zinsen, zum Ausleihen parat. ES werden solche aber blos in hiesige Stadt än irgend jemand ausgeliehen. Näheres ist darüber bei Ausgebern zu erfahren. 7) Die Amtsboten von Bufeck und Londorf, sind vom 26tenMai an ber dem Wirth Johannes König in der WallL thorstrafe, anzutreffen. Der Bingenheimer und Schotter Amtsbote ebenfalls vom 26tenMai an> bei dem Wirth Schiefer auf'm Neuem weg. 3) A n die r e s p. Liebhaber des englischen Porter Biers. Unterzeichneter hat wieder einen Transport des besten englischen Porter Biers erhalten. Da indessen der größte Theik 8) Unterzeichnete macht hiermit allen ihren geehrten Handlnugsftemrden die Anzeige, daß sie bei dem bisher ger führten Diel-Handel, nun auch den Floß- oder Bauholz-Handel beigclegt «— ) 96 ( hat, wobei die billigste ur.b reelleste Be- dieuung versprochen wird. Beuja min Wecker Wittib, im Dieihof in Frankfurt a. M. 9) Alle Sorten feine Hute nach der j etz i g e n n e u e n Mo d e, so wie auch Mittel- und gewöhnliche Sorte»/ find um billige Preise zu haben bei Ludwig Gail, Hutmacher -Meiner, wohnhaft auf der Mausburg. 10) In Nro. 527. ist ein Logis/ bestehend in 2 geräumigen Stuben , 2 Kamm-ern , Bodenraum , Küche, nebst Keller, Holzplaz und Theil an der Waschküche, an eine stille Familie zu vermicthen, welches sogleich bezogen werden kann. Das Nähere ist bei Ausgebern zu erfahren. 11) Den zweiten Pfiugstfeierkag nach geendigtem Gottesdienst, ist gute Tanzmusik auf dem Windhof bei Heuchel- Heim-, auzutreffen. Man wird für gute Getränke und prompte Bedienung bestens besorgt ftyn. Haus - Verkauf. In Wetzlar sieht das Hofrath von Sächsische Hans ans frei er. Hand zu verkaufen. Die Perkaufsbediugungen sind bei dem dasigeu Posthalter, Jusiizrath Don Sachs zu erfahren. a Dieses in dem besten Zustande sich befindende Wohnhaus, hat zu ebener Erde drey große Stuben, zwey Kammern , zwey Küchen, eine geräumige Waschküche, Holzremise und Pferdesiall für 4 Pferde; — im mittler» Stock drey große Gesellschaftszimmer mit Kabinct, ferner drey kleinere Stuben mit Kammer ; im dritten Stock fünf Stuben und eine Kammer nrbst geräumigen Speicher: — darüber in der Mansarde zwey große Stuben, eine Kammer, und Schwarz-Tücher-Kammer, ferner einen geräumigen Speicher. Das Gebäude selbst liegt ander Lahn, und hat ein kleines Hausgärtchen, worin sich ein Badhaus befindet. Gottesdienst am ersten Pfingsttag. In der neuen evangelischen Kirche. Morgens Herr Superintendent Palmer. Nachmittags Herr Superintendent Buff. Am zweiten Pfingsttag. In der neuen evangelischen Kirche. Morgens Herr Professor Diessenbach. Nachmittags Herr Dr. Engel. Morgen den 25ten Mai hat das frischbacken: Bäckermeister Caspar Löher, in der Neustadt. Den 26ten Mai: Bäckermeister Balthasar Magnus, auf dem Selzerswcg. Getaufte bei der evangelischen Gerfieinde. Den 21. Mai. Dem Burger und Bäcker, Moriz Wallenfels, eine Tochter, Marie Christiane. Dens. Dem Burger und Bäcker, Friedrich Koch, ein'Sohn, Friedrich Ludwig August Christian. Eod. Dem Herrn Stadtmusicus, Johannes Bauer, ei» Sohn, Friedrich Carl Ludwig.- Den 22. Mai. Dem Burger und Uhrmacher, Moriz Graf, eine Tochter, Johannette Christine Amalie. Auf dem am22ten Mai statt gehabte» Fruchtmarkt wurde verkauft: (im Mittel - Preist): Waizcu 23 Malter ä 200 K. 7 st. 40 fr. Korn 5 Malter a 180 K. 4 st. 6 ft. Gerste — Malter ä 160 U. - fl. — fr. Hafer — Mltr. L — st. — ft.