Giesser Anzeigungs-Blättchen. Samstags den 22. Juni 1822. Nurn. 25. »SfcSHBSSÄi Pollz-y-Taxe. 1 'H- Ochstnflelsch, bestes 1 — desgl. mittelmasiges — 1 — desgl. geringes — — 1 — Kühfleisch — •“ 1 — Rindfleisch —„ —. " 1 - Kalbfleisch, gewöhnliches 1 — desgl. ausgemäftetes — 1 — Schweinenfleisch —- 1 — Hammelfleisch, gutes 1 — — geringes — — — 1 — gemischte Leber $ oder Blut - Wurst “ — i %. dergleichen von vorzuglr- eher Qualität " 1 — geräucherter Sprckspecr 1 — geräucherter Schinken 1 — Bratwurst mit Gewürz 1 — Rindsfett — — — Pf. kr. I 9 7 - 6 — A — 7 — 8 - 7| — 7 2 110 2 18 - 15 —*• 14 - 12 — 1 1 1 1 1 1 1 Pf« 2 4 6 6 P oliz ey/Taxe. %. Hammelsfett — — — — Schweinenfett — — — — Salz — — — — Maas Bier, welches wenigstens 14 Grad hat, wird taxirt zu Maas Doppelbier — Maas Milch — — — ,kr. *12 14 2 Maas Fruchte Brandtewein , so wenigstens 50 Proccnt Weingeist enthalten muß — |241 Br odtaxe und Gewicht. Für Ikr. Schwarzbrod 12Loth 3Q. Für 1 kr. Weck 6 Loth 3 Q» Für Ikr. Milchbrod 5Loth 3Q. Für Ikr. Butter-Bretzeln 3Loth 1ZQ. Für 1 kr. Taigscher 9 Loth 3Q. Darmstadt Giessen Marburg , Wezlar. 1 1 Markt-Preise. Ä>. Hecht — — — frische Butter — -- auch 5 Handkäse — — 6 Eyer — — kr.Ipf.I 181—f 111 — 5 12 -I 4 4-S M a rkt - Pre i fe. 1 halb Simmer Erbsen — 1 halb Simmer Linsen — 1 %. Waizcnmehl — — 1 grob geschälte Gersten 1 klein geschälte Gersten kr.lpf. 28i — 30 — 4 2 4 — 8 — Getraidevreise vom 15. Juni bis den 22. Juni in Frankfurter Währung den fl. ä 60 fr. und das zu 32 Loch ländischen Gewichts. Städte. G e m ä s. Warzen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl. 1 kr. fl. kr, fl kr. fl- kr. das Malter. •— 190 3 50 170 2 31 150 1 37 120 das Malter. 7 40 .— 6 ——- — 5 -— — 2 52 auch 8 50 — —— — — — — —-- -— das Mött. 5 ,50 150 3 — 155 2 — 120 — — 50 das Achtel. | 8 Iso 206 | 4 120 190 ö 158 21 30 ) 110 ( Hebe r -en Gebrauch des Torfs als FeueruugsmiLLel. Aufforderung an das Publikum zur Be- Nutzung der in der Nachbarschaft von Giessen vorkommenden Torfartcn; von Dr. Ich. Georg Ludolph Blumhof, Großherzogl. Hoskämmerrathe und Professor in Giessen. Bekanntlich besteht der Torf aus einer mit verschiedenen Wurzeln, Blättern, Moosen und andern größteutheils ver- faulten Vegetabilien durchwachsenen Erde, die wenn sie herausgebracht und getrocknet wird, brennbar geworden ist, also aus einem Gemenge von Erde mit ver.' schiedenen Pflauzenresieu. Es kann hier nicht meine Absicht seyn, über die Ent.' jkehung und die Arten des Torfs zu reden , sondern, um die Nützli ch kett desselben kurz darzustellen. Ich finde mich hierzu um so mehr bewogen, da es in der hiesigen Gegend an mehrer» Orten bedeutende Torfmoore giebt, deren Benutzung, bey den bestehenden druckenden Holzpreisen, für die Einwohner von der höchsten Wichtigkeit seyn muß. In dieser Hinsicht verdanken wir denn auch dem thäcigen Eifer unsers Herrn Landraths von Zangen, die Unternehmung eines Torfstichs in der Nähe von Großenlinden, wo bereits ein Paar hundert Klafter gestochenen und gehörig getrockneten Torfs zum Verkauf und zur Abfuhr bereit stehen. Möge es mir doch einigermaßen gelingen, durch diese Worte zur Beseitigung mancher Vorur- theile gegen den Torf selbst beyzntragen, -ynb das Publikum auf den Vortheil der Anwendung dieses höchst nützlichen und wohlfeilen Brennmaterials aufmerksam zu machen! Zu mehrerer Ordnung will ich fol, gcnde 2 Fragen zu beantworten suchen: 1) Wie und zu-welchen Feueruugsan- stalten ist der Torf anwendbar? 2) Ist die Anwendung des Torfs, als Feuerungsmittel, der Gesundheit nachtheilig? 1. Daß der Torf zu manchen Feue- rungsansialtcn anwendbar ist, beweißt schon der Gebrauch, welchen man von demselben seit undenklichen Zeiten in andern Ländern macht. Hollands Torfste- chereyen sind schon seit mehreren Jahrhunderten berühmt, und die Torfgräbe- reyen in Frießland, im Hannoverschen, Preussischen, in Bayern re. gewähren den Gegenden, wo sie epistiren , eine reiche Quelle des Wohlstandes, zumal wenn man bedenkt, daß die Natur gewöhnlich diejenigen Strecken, wo sie Torfmoore niederlegte, nur siiefmür- reUich mit Holz versehen hat. Auch in der hiesigen Gegend sind die Holzpreise, ungeachtet sich die Concur/ renz des Bedürfnisses durch die seit einiger Zeit statt gehabte. Staatsorgani- satiou und durch dell Abgang des Mili- tairs, etwas vermindert har, doch noch von der Art, daß eine Erniedrigung der' selben in jeder Hinsicht wünschenswerrh erscheint. Einen großen Theil des nö- thigeu Brenllholzbedarfs müssen wir lloch dazu aus dem benachbarten Auslände kaufen, denn die eigenen Forsten in der Nachbarschaft und des sogenannten Hinterlandes- verstatteu Ulis theils wegen Entfernung der letztern, theils wegen der dahin führenden Wege, noch feine merklich geringem Holzpreise. Um so mehr verdient wohl jedes Unternehmen die in der Nähe dargeboteuen unterirdischen Naturschätze dem Gemeinwohl zugänglich zu machen , unsere volle Aufmerksamkeit und Unterstützung. (Der Verfolg künftig.) Bc- - >111 c - Bekanntmachungen. 1) Das den Erben der Eiserssrämer Johann Balthasar Beckerischen Wittib zustehende Wohnhaus auf dem Kreuz, nebst Scheuer und Stallung in der Cap- lausgasse, soll Erbvertheilungs wegen Montag den 22tenJuli l. I. Nachmittags 2 Uhr in dem Gasthaus zum Löwen unter den im Termin zu eröffnenden Be- dingungeu / versteigert werden. Giessen den 6tenJuni 1822. Der Stadtgerichts-Assessor F. W i n h e i m. 2) Dienstag den 2tenJuly Nach- x mittags 3 Uhr soll auf dahiestgem Nath- haus das vom Burger und Schnhma-- chermeister Ludwig Flett nachgelassene Viertel Wohnhaus, neben Hrn. Kirchen- senior Friebel in der Neustadt, öffentlich verkauft werden. Giessen den Lten Iuny 1822. Der Stadtgerichts - Assessor L. v. S ch m a l k a l d e r. 3) Die dem Herzoglichen Hause Nassau zustehende Antheile an dem sogenannten Kroppacher - und Pulvermüh- len - Fcuchrzehnten, sollen Montag den 24teu Inny Vormittags 9 Uhr in der Behausung des Herrn Schulthei- sen in Heuchelheim auf mehrere Jahre in Geld - oder Fruchtpacht öffentlich begeben werden, wozu die Liebhaber vorgeladen sind. Usingen am 14tenJuny 1822. Herzog!. Nassauische Rcceptur. C o n r a d y. 4) Da bereits das Vurgermeisterey- Bureau auf dem Nathhanse eröfnet ist, so verfehle ich nicht, dies dem Publikum mit dem Anfügen bekannt zu machen, daß vorla'usig täglich Vormittags von 10 bis 12 Uhr, und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr, wenn nicht besondere Verhinderungen obwalten , jederzeit Jemand dorten anzutreffen seyn wird, welcher mit der Expedition aller städtischen Am gelegenheit beauftragt ist. Der Bürgermeister Gail. • 5) Das zeither von Herrn Freipre-- diger Franz bewohnt gewesene städtische Schulhaus soll öffentlich auf dem Bürean an den Meistbietenden vermicthet werden, und ist hierzu auf kommenden Montag den 24ten Juny Vormittags 8 Uhr- Termin zu dessen Versteigerung anberaumt worden, wo die Bedingungen vor der Versteigerung näher bekannt gei macht werden. Der Bürgermeister Gail. 6) Da die Ehefrau des vor kurzem in den Schutz aufgeuommcnen Juden Hirsch Breslauer zu Großenbuseck, Feile, eine gebohrne Stern, dahier erklärt hat, daß sie mit ihrem Ehemann, keinen gemeinschaftlichen Handel treiben wolle, so wird dieses hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Großenbuseck am 14tcnJuny 1822. Großherzogl. Hess. Freyherrl. von Vuseckisches Patrimouialge- richt das. H e i n z e r l i n & • 7) Der Unterzeichnete empfiehlt sich im Sieden alter mud neuer Pfeifenköpfe von Meerschaum, in Oehl, unter sehr' vortheilhaften Bedingungen. * Heinrich Stein. 8) Das Hinter- oder auch das Vorderhaus, Nro 173. auf dem Selzersweg, ist zu vermicthen. Jedes bestehet in 4 heizbaren Stuben, 2Kabinets, mehre/ ren Kammern, Küche, Keller, Holzstalk und Waschküche. Auf Verlangen kann auch ein Stück im Hausgarten abgegeben werden. Es kann sogleich Besiz davon — ) 112 ( — von genommen werden. Näheres dar- über ist bei dem Eigenthümer zu en fragen. 9) Eine neue Baad - Bütte mit eö fernen Reissen,. ist zu verkaufen bei Philipp Magnus, Küfermeister, wohnhaft auf dem Kreuz in Nro.345. 10) Morgen, Sonntags den 23ten ^nnt), nach geendigtem Gottesdienst, ist gute Tanzmusik auf dem Windhof bei Heuchelheim, anzntreffen. Man wird für gute Getränke und prompte Bedienung bestens besorgt seyu. • 11) Dem Leseliebcnden Publikum mache ich hierdurch die Anzeige, daß die Neue — oder 2te Abcheiluug meiner Le- febibliothek.jezt gebunden und ausgestellt worden ist. Es umfaßt dieselbe die Nummern 5101. bis 5730. Das ge- druckte Verzeichnis ist um 6kr. bei mir ru haben; der vollständige Catalog tostet jert 22 fr. Zugleich verbinde ich damit die Nachricht, daß die vosilläudige Ergänzung der ersten Abteilung der Lesebibliothek im Laufe dieses Jahres Statt finden und alsdann ebenfalls öffentlich angezeigt werden wird. G. F. Heye r. Anzeige für die Pränumeranten auf die w o h V feil e Taschenausgabe von Schillers * Werken in 18Banden. Zu dieser Ausgabe erscheint eine Sammlung von 18 Kupfern, bearbeitet von guten Künstlern, deren jedes einem Bande desselben angehört. Die sehr bu. lige Pränumeration für das Ganze ist fl. 2. 24 kr. und der Unterzeichnete nimmt Bestellung darauf an. G. F. Heye r. A V *** Gottesdienst am '23. Juni. In der neuen evangelischen Kirche. Morgens Herr Professor Dicffenbach. Nachmittags Herr Superintendent Vnss. Morgen den 23ten Iuuy haben das Frischbacken, die Bäckermeister: Koch, an der neuen Kirche, Balthasar Kempf, aufdem Sclzersweg, und Daniel Noll, in der Neustadt. Getaufte bei der evangelischen Gemeinde. Den 16. Jun. Dem Bcysaß, Johannes Christian Retter, ein Sohn, Johannes Christiau. Den 18. Jun. Dem herrschaftlichen Reitknecht, Heinrich Koch, eine Tochter, Margarethe Iohauuette Catharine. Beerdigte bei der evangelischen Gemeinde. Den 16. Inn. Ottilie Christiane Justine Hermine, des Herrn Baron v. Grolman Tocbter,' alt 2Mon. 14 T. Den 18. Jun. Engelhard Heinrich Wilhelm Ludwig, des Hru. Lieutenants Volz ehel. Sohn, alt 12I. 10 M. 27 T. Getaufte bei der katholischen Gemeinde. Den 15. Jun. Dem Burger und Schreiner, Wendelin Iungel, ein Sohn. Christian Samnel Theodor. Aufdem am IStcu I»ui statt gebabteu Fruchtmark« wurde verkauft- Waizen7Matter ÄWÄ’’ K»m -»Matter ä 180«. 4fr 40kr. «AKt? Walter a 160«. Sfr - kr. Hafer - MItr. -> - fr