Giesser Anzelgungs-Blättel) en. SantsLags den 23. Octbr. 1819» Nmn. 43. Pol izey-Taxe. kr. Pf.; 1 U. Ochftufleisch — — 11 2 1 — Kühfleisch — — 9 —— 1 — Rindfleisch — — 8 — 1 — Kalbfleisch — — 9 — 1 — Schweiuenfleisch — 12 2 1 — Hammelfleisch, gutes 10 — 1 — gemischte Leder - oder Blut - Wurst — — 12 — 1 vbl. dergleichen von vorzüglü — eher Qualität — — 16 ■ 1 — geräucherter Spickspeck 28 ■ ..... 1 — geräucherter Schinken 24 — 1 — Bratwurst mit Gewürz 24 ■—• 1 — Rinds fett — — — 22 — 1 — Hammelsfett — — 20 1 — Schweiuenfett — — 25 — Polizey-Taxe. 1 U. Salz--- - 1 Maas Bier, welches wenigstens 14 Grad hat, wird taxirr zu 1 Maas Doppelbier — — 1 Maas Milch — — — 1 Maas Frucht-Braudtcwein, so wenigstens 30 Procent Weingeist enthalten must — «fr. 4 4 6 6 28 Pf- 2 Brodtaxe und G e w i cht. Für 1 kr. Schwarzbrod 12Lvth 1 2. Für 1 kr. Weck 6 Loth 24 Q. Für 1 kr. Mi i ch b rod 5 Loth 24 Q. Für 1 kr. Butter - Bretzeln 3 Loth Q. Für 1 kr. Taigscher 9 Loth 1-|2. Diese Fleischpreise sind blos von vollkommen schlachlbarem ausgemästetem Vieh zu verste. hen. Dasjenige Fleisch, welches von geringerer Güte befunden wird, wird auch geringer tfl« xirt und die Taxe auf den Tafeln der Metzgerläden jedesmal, bemerkt werden. Marktrpr eise. kr. Pf- M arkt-prerse. Ifl. kr. Pf. 1 %. Hecht — — — 18 — 1 halb ©immer Erbsen —* 4 1 — frische Butter — — 22 — 1 halb ©immer Linsen — Ist- 12 —. auch 23 — 1 %. Waizenmehl — — —— 4 2 5 Handkäse — — — 4 — 1 Ä. grob geschälte Gersten — 10 4 Ey er — — —. — 4 — 1 *ti>. klein geschälte Gersten •— 14 Gctraidepreise vom 16. Oct. bis dm 23. Oct. in Frankfurter Währung denfl. ü 60 kr. und das %. zu 32 Loth ländischen Gewichts. Städte. G em ä s. Waizen wiegt | Korn wiegt Gerste wiegt Hafer wiegt fl. kr. fl. kr. Ä. fl. kr. u. fl. fr. Ä> Darmstadt das Malter. 10 30 180 5 — 160 4 57 140 3 31 110 Giessen das Malter, 7 30 5 30 4 10 3 — — auch 8 — 6 — 4 20 •-— • 3 lo Marburg das Mött. 7 — 150 4 50 155 3 - 120 2 20 — Wezlar das Achtel. 7 30 206 6 20 190 4 10 168 3 30 84 Die Antoniter in Grünberg. (Beschluß.) Der Vorsteher dieses Hauses hi cs anfangs Provisor oder Verweser, nachher Präceptor / im Deutschen Meister und Gebieter. Denn durch eine Menge von ansehnlichen Schenkungen und Stiftungen von splchen, welche sich in die Brüderschaft aufnehrnen liefen, oder des Genusses der Seelmessen theishaftig werden wollten, stiegen Macht und Reich- thum dieses Hauses bald zu einer ansehnlichen Höhe. Ihre Kirche erlangte einen hohen Altar und mehrere Nebenaltäre. Der Präceptor erhielt ans den Hessischen Landtagen den Sitz unter den Prälaten, welchen später die Universitäten Marburg und Giessen , als Erben der Güter der Antoniter, eümahmen. Die Antoniter — man nannte sie gewöhnlich Thöngesherrn, — trugen ein langes schwarzes Gewand mir einem blauen Antoniuskrenz, in Gestalt eines T, auf der linken Seite. Der Präceptor trug dieses Kreuz um den Hals, mit einem daran befestigten Glöcklein. Eines eben solchen kleineren Kreuzes oder Hammers mit dem Glöcklein bedienten sich die Boten und Laienbrüder, welche oft in entlegene Länder ausge- schickt würden, Almosen zu sammeln. Denn dieses gehörte unter die Ordensregeln , obgleich das Grünberger Anto- niterhaus desselben nicht bedurfte. Die Almosen wurden zu dem Hospital verwendet. Schon 1242 befassen sie den Hof zu Rittgelshaussen in der Grafschaft Nidda. Ulrich von Müuzenberg schenkte ihnen 1251 einen Wald bey Wettcrfelden. Vorzüglich zeichnete sich die ansgegangeue Familie vorn Sassen durch mehrere ansehnliche Schenkungen aus. Sie wurden dadurch so begütert , daß sie.1489 dem Kloster Arnsburg 8000 Goldguldcn, damit es feine abgebrannten Klostergebäude wieder aufbaueü konnte, vorstreckten. Arnsburg vermochte diese grche Summe nicht wieder abzutragen, und trat dafür seine Besitzungen und Gefälle im Buseckerthal und Hüttenberg au die Antoniter ab. Das Gen.eralcapit.el des Ordens war in Vienne. In Grünberg war eine Ge- ueralpräceptorey oder Valley, welcher mehrere Antoninshaüser in der Umgegend untergeordnet waren. Der neugewählte Präceptor mußte iedesmal vom Landesfürsten bestätiget werden. Das Antoniterhaus und Kirche wurden mit vielem Aufwande erbauet. Sie stauben am Ende der Stadt nach Giessen zu, und mau nannte davon dieses Thor dasAn- touiusthor. Von deM heil. Antonius, welcher hier mjt seinem Attribute, dem Schwein, in Stein ausgchaueit war, nannten sie Spötter die Saupforte. Landgraf Ludwig IV. errichtete dieses Haus zu einem Fürstliche« Schlosse zu: heutzutage dient es den beiden Beamten zur Wohnung. Die 'Kirche wurde von der Universität zum Frnchtboden verwendet. An lnxhrercn anderen Orten wohnten statioufw'ii oder Boten, welche die Gefälle beittiebeu. Ein solcher wohnte auch in Giessen. Ei« reicher Einwohner, Conrad Faßaiid, hatte sein Haus vor dem Wallthor, mit mehreren Gärten und Gitterstücken ," den Antoniter» 1379 vermacht. Dieses Hans wurde in der Folge veräusert, und dagegen 1576, äls unter Landgraf Ludwig IV. eine neue Strafe, die Neuen Bäue genannt, in dem Burggarten angelegt wurde, daselbst von der Universität Marburg ein ansehnliches Dogteygebäude, das ietzige Päbagoggebäude, erbaut. Bekanntmachungen. 1) Nachdem erforderlich ist, um das Invenkarium über den Nachlaß des verstorbenen Burgers Anton Schäfer und dessen - ) 179 ( - dessen vor kurzem verstorbenen Wittwe richtig zu stellen, und hiernach die Rinder abzutheilen, den Passtvstand vorher fcstznsetzcn; so werden alle diejenigen, welche eine Forderung an die versiorbc- neu Anton Schäferischen Ehelente zu haben vermeinen, hiermit ansgeforoert, in Zeit 14 Tagen solche bei Amt anzu- zeigen, gegenfalls sich nach vertheUtcr Masse zu gewärtigen, mit allenfallsigcr Anforderung nicht weiter gehört zu werden. Giessen den 21ten Oct. 1819. Grosherzogl. Hess. Stadt - Amt. 8i a y si. 2) Das dem Burger und Bierbrauer Heinrich Christian Magnus dahier zugehörige Wohnhaus nebst Zugehör , üi der Wallthorstrase neben Heinrich Ferber und Aaron Ziegelstein, nebst der in der Sreinwegsgasse zwischen Daniel Steinberger und Christian Wallenfels stehenden Scheuer, soll Montag den I5tcn künftigen Monats November des Nachmittags um 2 Uhr auf dahicfigcm Nathhaus öffentlich versteigert, und die Bedingungen im Termin erofnet werden. Giessen den 21teu Oct. .1819- Grosherzogl. Hess. Stadt - Amts- fecrctariat das. S t a u dinge r. 5) Der Schuhmachcrmeistcr Carl Stephan ist willens, sein Wohnhaus, ans der Mänsbnrg in der Nebengasse belegen, ans freier Hand zu verkaufen. Es bestehet aus 5Stuben, 1 Kammer, 2 Böden, sehr guten Keller, und Mist- batte. 4) Ein ohnweit des Buschischcn Garten bclegener Acker, 1^2Morgen hallend, und ein im Altenfeld bclegener und mit Obstbänmen beseztcr) 1^4 Morgen haltend, so wie auch ein Triebvier- tci, sind zu verlchnen. Der Eigenthn- mer ist bei Ausgebern zu erfahren. 5) Es wünscht jemand allerhand Hansrath, als Bettladen, Bettwerk, Tische , Stühle und sonst noch mancherlei, aus freier Hand zu verkaufen. Ausgeber dieses sagt wer. 6) Ein runder Ofen, der in einen Saal oder in eine große Stube paßt, steht dahier zu verkaufen. Bei Ausgebern erfährt mau den Eigenthnmer. 7) Eine Partie Knhdünger ist zu verkaufen. Ausgeber sagt bei wem. 8) Zwei gute Claviere sind in Nro. 21. neben der Hofkammer, zu ver- miethen. 9) In Nro. 541. sind drei heizbare Stuben, drei Kammern, ein Boden, Me Küche, Keller, und Hoizfta«, in vermiethen, davon im Livvember Bcsiz genommen werden kann. Liebhaber , die es rn besehen wünschen , belieben sich bei dem Mczgermeistcr Philipp Voigt, aus dem Kreuz , als Vormund darüber, zu melden. 10) Eine gnt möblirte Stube ist in der Wallthorstrase zu vermiethen. Den Eigenthnmer erfährt man der Ausgebern. 11) Ans dem Selzersweg in Nro. 373. ist eine möblirte Stube mit einem Alcöve zu vermiethen. 12) Durch mehrere Aufforderungen bin ich nunmehr bereit, dem Unterricht int Fr anzö fisch sprech en, täglich eine Stunde zu widmen; beehre Mich demnach höflichst ^anznze,gen, daß besagte sogenannte Sprech si n n d e, abwechselnd mit Ucbungcu utt ftanzosischcn Briefstyl, mit Anfang künftigen Monats begitnicn wird. .. Der Unterricht in der kaufm a n- ni scheu Rechenkunst und im dop- — ) 180 ( — doppelten Buch führ en, so wie in der französi s chen und e n g l u schen Sprache, wird wie bisher, mit größter Aufmerksamkeit ununterbrochen fortgesetzt werden. T. H. M. Stein, Privatlehrer. 13) Unterzeichnete ist Willens des Nachmittags in feiner weiblichen Arbeit, als Sticken , Spitzen stopfen, fein Nähen llnd Stopfen, Unterricht zu erthei- len; sodann erbietet sich auch dieselbe, gute wollene Shawls, seidene Strümpfe, Blonden, Filosch , so wie auch Spitzen , auf neue Art zu -waschen. Louise Geisler, gebohrue Bommersheim, ans Hanau, wohnhaft bei dem Wirth Hrn. Loos, in der Judengasse. 14) Ein Frauenzimmer in gesetzten Jahren — Mädchen oder kinderlose Wiktwe, von guter Erziehung, welche einer Haushaltung .mit Umsicht und Sparsamkeit vorzustehen weiß — auch Zeugnisse einer guten Aufführung anf- weisen kann, wird zu Kindern, um dem ganzen Haushalt vorzustehen—.gesucht. Nähere Auskunft bei Ausgebern. 15) Meinen Gönnern mache ich hierdurch bekannt , daß ich zu Ende dieses Monats allhier eiutreffen werde, und jedem meine Dienste offerire. Mein Logis ist in der Krone, in der Neustadt. L e r ch, Krautschneider, aus Tyrol. Gottesdienst am 24. Oct. In der Bnrgkirche. Morgens Herr Superintendent Palmer. Nachmittags Herr Superintendent Buff. Morgen den 24. Octbr. haben das Frischbacken, die Bäckermeister; Moriz Wallenfels, in der Wällthorstrase, Noll, gegen der Kühgaß, und Valentin.Löber, -in der Neustadt. Angekommene Fremde. Vom 15. bis zum.21. Octbr. haben in den hiesigen Gasthäusern logirt 213 Personen. In Privathäufern haben logirt 59 Personen. Ropulirte bei dec Gtadtkirche. Den 17. Oct. Herr Carl Wilhelm Fink, Großherzogl. Kirchenmths-Rech- nnngsrevisor allhier , und Jungfer Sophie Friederike, Herrn Superintendeu- tcn Dr. Palmer Tochter. Getaufte bei der Stadtkirche. Den 17. Oct. Dem Burger und Schuhmacher, Heinrich Volx, eine Tochter, Namens Catharine Caroline. Eod. Dem Burger und Metzger, Carl Stoß , ein Sohn, Namens Peter Martin Carl Johann. Beerdigte bei der Stadkkirche. Den 19. Oct. Der Bürger und Leinweber, Nicolaus Werkmaun^ ..alt 45 Jahre. Getaufte bei der Burgkirche. Den 15. Oct. Dem Herrn Musikmeister Basiert eine Tochter, Namens Marie Henriette Christiane. Den 17. Oct. Herrn Hofkammersc- krctär Goldmann eine Tochter, Namens Johannette Wilhelmine. Beerdigte bei der Burgkirche. Den 16. Oct. Johannette, des Cor- porals Carl Weber Tochter, alt 3 Monat , 21 Tage. Getaufte bei der katholischen Dirche. Den 16. Oct. Dem Burger und Sattler, Franz Karl Bleymann, ein Sohn, Namens Conrad.