Giesser Anzeigungs-Blättchen. Samstags Len so. August 1817. Num. 35. 1 1 1 1 1 1 1 1 Polizey - Taxe. Ochsenfieisch — — . — Kühfleisch — — auch — fr. und — Rindfleisch — — — Kalbfleisch — — — Schweinenfieisch — — Hammelfleisch, gutes — Schaaffleisch — — — gute Leders oder Blut- Wurst — — — geräucherte Wurst —- — geräucherter Spickspeck — geräucherter Schinken — Bratwurst mit Gewürz — Rinds- oder Nierenfert — Schweinenfett — — kr. 16 14 12 9 16 12 16 18 28 24 24 20 50 1 1^11 1 I Polizey-Taxe. | 1 Salz - - — — 1 Maas Bier, welches wenigstens 14 Grad hat, wird taxirtzu 12 Grad und etwas darunter, zu — — — *— 1 Maas Milch — — — 1 Maas Frucht - Brandtcwein, so wenigstens 50 Procent Weingeist enthalten muß — kr. 4 8 6 8 48 I I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II 1 1 II 1 Brodtaxe und Gewicht. Hür I kr. Schwarzbrot) 7 Loth Für 1 kb. Weck 4 Loth Für 1 kr. Milchbrod 3 Loth Fürl kr. Butter-Bretzeln 2 Loth Für 1 kr. Taigscher 5 Loth 2 Q. Q. Q. O. Q. Nota. Die Zugaben dürfen in werter nichts denn in Fleisch von derselben Gattung beste» hen, und zwar auf zehen Pfund Fleisch nicht mehr als anderthalb Pfund , und so weiter nach Proportion , welches auf ein Pfund nicht völlig fünf Loth ausmacht. Köpfe, Füse, Geraud, wie auch die ganz blutige und nicht geniesbare Stücke vom Hals, sind von der Zugabe gänzlich ausgeschlossen. Markt - Preise. kr. Pf. 1 Markt - Preise. kr. pf. 1 Hecht — — —— 18 —— 1 Meste Erbsen — — — 2 fl. — 1 — frische Butter — 25 1 Meste Linsen — — — 2 fl. 8 — auch 27 — ! 1 Meste Waizenmehl — — 3fi. 18 — 3 Handkäse — — —— 4 1 Ä>. grob geschälte Gersten 12 11« 5 El)er — — — — 4 — 1 — klein geschälte Gersten — 16 Getraidepreise vom 23. Aug bis den 30. Aug., in Frankfurt. Wahrung den fl.ä 60 kr. und das 34 Loth 2/^- QuintEstnisches Silberqew. Städte. G e m ä s. Waizen wiegt Korn wiegt Gerste wiegt »Hafer wiegt Darm^adt das Malter. fi. kr. K 170 15 kr. U- 157 fi. 12 kr. 30 A. 140 fi. 7 kr. 50 95 Giessen das Achtel. 15 30 200 13 40 180 11 160 8 130 Marburg auch 16 14 45 — — 8 30 das Mött. 13 — 150 12 ■30 155 10 120 5 10 wwee Wezlar das Achtel. 24 — 206 16 190 12 30 168 9, — 84 o* ) 158 C — Die Seyer tos Reformationsfestes 1817. ( Verfolg. ) e Schon standen Taufende unter den Klügeren des Volks bereit, um die Religion oon den geifehl des Aberglaubens , der Unwissenheit und der Will- führ zu befreyen und sie, dem Geiste des fortschreitenden Zeitalters der Aufklärung gemäs, in ihrer ursprünglichen Reinheit darzustellen. In öffentlichen Kirchenversammlungen hatte man von einer nöthigen Verbesserung der Kirche in Haupt und Gliedern laut gesprv- ehen. Aber die Versuche einzelner scheiterten , sie endeten mit dem Scheiterhaufen oder mir ewiger Einkerkerung» Da stand ein Mann voll Muth und Kraft auf, Doctor Marlin Luther, ein Augustinermönch, Professor der Theologie zu Wittenberg und Visitator der Klöster Augustiner Ordens in Meissen und Thüringen Er stand unter dem Schutze eines der weisesten Fürsten seines Jahrhunderts, des Kurfürsten Friederichs des Weisen von Sachsen, rind hatte früher, bei einer Reise in Angelegenheiten seines Ordens nach Rom, daö Sittenverderbnis und die Mißbrauche bei der Römischen Geistlichkeit seiner Zeit mit eignen Augen gesehen. Damals reiste ein Dominikanermönch Johann Tezel als Commissar vder Unkerpachker des Ablasses in Sach, sen und den übrigen Provinzen des nördlichen Deutschlands herum. Dieser benahm sich in seinen Ablaßpredig- ten auf eine unkluge und vermessene Weise. Er bchauorete nem.'ich. der Ablaß fty die höchste und werchcste Gabe Gottes und vermögend, den Sünder auch ohne Reue und Buße zu rechtfertigender gebe dem, der ihn kaufe, die ursprüngliche Reiuigkeit, die er in -er Lauft empfangen habe, wieder; der Weltheiland habe seit feiner Himmelfahrt keine weitere Gewalt über die Kirche, diese stehe dis zum Tage des allgemeinen Weltgerichts dem Pabsts allein zu, das rothe Ablaßkreuz nut dem daran Hangenden päbstlichen Wappen sey folglich als das Allerheiirgste zu verehren und eben so wirksam, als bas Kreuz Christi. Wer dieses bezweifelte, wurde schon zum voraus mit dem Bann bedroht. Luther, welcher schon zuvor über die Lehren des Christen- lhums und die Pflichten der Christen vor feinem Kurfürsten mit Beifall gepredigt hatte, wagte es, seine Stimme gegen diesen Mißbrauch zu erheben, um so mehr, da mehrere seiner Beichtkinder, welchen er Aelle und Besserung empfohlen und bis dahin die Absolution verweigert hatte, auf den Ablast trotzten. Er predigte am 31. Oktober 1817. an einem Sonntag, in der Schloß» kirche zu Wittenberg, gegen den herrschenden Kaltsinu in der christlichen Religion und zeigte, daß der Christ, dem seine Seligkeit am Herzen liege, weit grösere und wichtigere Pflichten zu erfüllen habe, als den Ablaß zu lösen. Zugleich schlug er 75 Theses an der Schloßkirche zu Wittenberg an, in welchen er alle Freunds der Wahrheit auffoderte, diese Satze, welche er zrr veckheidigen bereit fty, einer weiteren gelehnten Prüfung zu unterwerfen. ( Der Verfolg künftig. ) polizey - Bekanntmachung. Es iit zwar vormals in die en Blattern die Polizeyverfügung schon einge- scharft worden, daß Jeder hiesige Einwohner, bei welchem fremde Personen übernachten, noch vor der Abendzeit die Anzeige davon mit der Bemerkung, wieviel Tage ungefähr der Aufenthalt solcher auswärtigen Personen dauern werb-, a» bell Thorschreiber am Wall- khvr. ) 159 ( — thor einzuschlcken habe. Da aber die hiesigen Schriftsässigen dieses bisher fast allgemein undeachlet gelassen haben, so wird diese Verfügung nochmals wiederholt, mit dem Bemerken, daß Jeder, wer er auch seyn möge, im Unrerlas- fungsfaS in 1 Rthlr. Strafe genommen werden wird. Dabey wird allen Hausbesitzern bekannt gemacht, daß sie von solchen Personen , welche von andern Orten hierher ziehen und bey ihnen zur Miethe wohnen, in den zwey ersten Tagen dieselbe Anzeige zu machen haben; von welcher Anzeige blos bey ncuankommen- den Studenten und Pädagogschülern eine Ausnahme statt findet. Giessen, den 28tenAug, 1817. Grosherzogl. Hessische Polizey- Leputation das. Bekannrrriachrrngen. 1) Da im lausenden Jahr der auf den 27tcn dieses Monats August fallende Wetzlarer Barlholomäi - Markt, wegen dem aufden nämlichen Tag ein- trelenden hiesigen Markt nicht starr finden kann; so ist derselbe auf acht Tage Tage hinaus, mithin auf den Sten Sept. a. c. verschoben worden, welches zur Nachricht hiermit bekannt gemacht wird. Giesen am 23ten Aug. 1817. Grosherzogl. Hess. Stadt-Amt. R a y ß. 2) Da die Steuer vom Sten Quartal d. I. bis zum loten des künftigen Monats bezahlt werden must, so wird solches denen Steuerpflichtigen hierdurch mit dem Anfügen bekannt gemacht ihre Schuldigkeiten bis dahin zu entrichten, nach Verlauf dieser Frist werben die Saumseligen mit Zwangsmittel dazu angehakten werden. Glessen den 29tcu Aug. 1817. Schmid. Herberk- 5) Dreihundert Gulden find auf eine gerichtliche Hypothek und 5, PCt. Zinsen, allhier zu verlohnen. DaS Nähere ist bei Ausgebern zu erfahren. 4) Künftigen Donnerstag dcu4te» Sept, fahren zwei Herrn von hrrr nach Frankfurt, und wünschen noch 2 Gesellschafter. Das Nähere bei Ausgebern- 6) Ern eiserner Ofen mit einem blechernen Aufsatz ist zu verkaufen. Bei wem, erfährt man bei Ausgebern. 6) Jemand, der schon zwei Jahre ÄÜHier mit Beifall die französische Sprache unterrichtet, sucht zur Ausfüllung einiger ihm noch vakanten Stunden einige Scholaren in oder äusser seinem Logis zu unterrichten. Ausgeber sagt wer. 7) Morgen, Sonntags den Slfett Aug. wird ei.i Ritter - Schiessen bei mir gehalten, wobei ich für gute Tanzmusik, kalte und warme Speisen , und auch für mehrere Sorten guter Weine, besorgt seyn werde. — Abends wird zur Unterhaltung ein Kunstfeuerwerk, unter mehrerem das Bombardement vov Algier vorstellend, abgebrannt werden. Grosenlinden den Ä. Aug. 1817. Alexander Dosse. 8) Bei der am vorigen Montag erfolgten Verloosung der auszufpielen- den Sachen, haben folgende Nummern Gewinnstc erhalten: 309. den Berlenburger Pfeiftnkopf Nro. 5. 154* die Ohrringe Nro. 8. 60. die Uhr Nro. 1. 346. den meerschaumenen Pfer'ftkr- kopf Nro. 3. 76. die Ohrringe Nro. 7. 78« die filberne Eaffeelöffei Nro, 2. 374* w ) 160 ( —- 574. den Ulmer Pfeifenkopf N,ro. 4. 225. die Ohrringe Nro. 6. Greftn am 28ren Aug. 18 J 7^ Johannes Dillmann* Versteigerung von Zeitschriften. Nachstehende Zeitschriften sollen -Donnerstag den 4ken Sept. Nachmittags um 5 Uhr im Gasthaus zum Einhorn gegen gleich baare Zahlung versteigt werden: 1) Allgemeine medicinische Annalen, Jahrgang 1814* 2) v. Siebolds Journal für Ge- burtshülfe, Frauenzimmer- und Kinderkrankheiten, lr Band, 1. 2. 3s Stücks 1713 — 15. 3) Harles Journal der ausländ, med. chirurg. Literatur, llr Band 1813. 4) Reil und Aukenrieths Archiv für Physiologie , 12r Band 1. 2s Heft. ,1813 — 14.. 5) Horns Archiv für medicinische Erfahrung, Jahrgang 1813 — 15. 6) Tübinger Blätter für Naturwissenschaften und Ärzneykunde, herausgegeben von Autenrrelh und Bohnenderger, Ir Band, 1—3tes Heft. 1815'. 7) Deutsches Archiv für die Physiologie von Meckel, 1r Bd. 1—4tes Heft. 1815. 8) Asklapirion rc. von Wolfart, 1, 2s Heft. 1813 — 14. 9) Salzburger med. chirurg. Zeitung, Jahrgang 1815. nebst Erganzungs- banb. 10) Hufelands Journal der praktischen Heilkunde, Jahrgang 1814- 11) — Bibi, der pract. Heilkunde 1814. 12) — — — 1 — 10ter Band 1799 — 1804. 15) Miszellen für die neueste Weltkunde von Zschocke. Jahrg. 1815. 14. 15. 16) Morgendlatt. Jahrgang 1813. 14. 15, 17. 18. 19) Zeitung für die elegante Welt. Jahrgang 1813. 14* 15« 20. 21. 22) Erholungen. Thüring. Unterhaltungsblatt 1813 —15. 23. 24. 25) Der Freymüthige. Jahrgang 1813. 14 • 15. 26. 27) Allg. Anzeiger der Deutschen» Jahrgang 1809 u. 1814. 28. 29) Nakionalzeitung der Deut- schen. 1814. 15. 30) Jenaische Literaturzeitung. Jahrgang 1815. 31. 32) Hallische Lit. Zeitung. Jahrg. 1815 —16. ,33. 34. 35) Die Zeiten, von Voß, Jahrg. 1809 1813. 1814. 56) Kronos. Eine Zeitschrift histor. polit. u. liter. Inhalts, 4 Bände. Jahrg. 1813. 37) Minerva. Jahrg. 1803. u. 181.3, Gottesdienst am 31. August. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Palmer. Nachmittags Herr Superintendent Buff. Morgen den 31. Aug. haben das Frischbacken, die Bäckermeister: Noll, am Wallthor, Caspar Löber, in der Neustadt, und Keil, an der Caplansgaß. Getaufte bei der Stadtkirche. Am 23. August. Dem Burger und Schuhmacher, Christian Benner, ein Sohn, Namens Georg Conrad Christian. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 24. Aug. Johann Philipp Christian, des Sergeant, Nicolaus Scherer, im ersten Bataillon Leibregiment, Sohn, alt lO Mon. 16 Tage. Am 26. Aug. Christian Ludwig, des Sergeant, Georg Weil, Sohn, alt 9 Monat.