Es winkt der Herr; das Jahr erscheint Und streut auf Menschenkinder Den Saamen mancher Thaten aus. Es treibt hier mehr, dort minder, Und wirket in des Menschen Brust Des Kummers viel, noch mehr der Lust. Was weinest du und grämest dich 3 Hast Liebes wohl verloren Verzage nicht; wer Wunden schlug, Har Heilung auch erkoren. Die Zeit in ihren ew'gen Lauf Sie nimmt ja allen Kummer auf. Wie Lethestrom, so bringet sie Vergessenheit der Leiden. — Doch Eins ist noch, das bleibt dir hier, Wird dort nicht von dir scheiden. Bist du dir guter That bewußt, Das stirbt nicht in deS Menschen Brust. Wer gab Le! schweren Wunden noch Dem Krieger jenes Lächeln? Wer half in heißer Lodesstund' Ihm mildernd Kühlung fächeln? Es war dem Krieger wohl bekannt, Daß er gekämpft fürs Vaterland. Doch nenne, was die Kraft verleiht, Die Thaten zu erfüllen, Und was so froh und glücklich macht Und lehret Gottes Willen! O kennst du's nicht?— Ein frommes Herz Ist Goldeswerth und fernt den Schmerz. Das Jahr ist hin; ein andres reiht Sich an den Lauf der Zeiten. Wie's sey; wir sind in Gottes Hand. Er wird nicht von uns scheiden. Doch Gutes thun und fromm zu seyn, Das bleib' des Menschen Schatz allein. Im verflossenen Jahr1Nl5. sind bei hiesiger Burgkirche geboh- ren 44 Kinder; 25 Knaben und 19 Töchter, darunter 10 Uneheliche. Kopulirt / Paar. Gestorben 35. Christian Valentin, Opfermann bei der Burgkirche. Das Jahr ist unS verschwunden. Der Welle gleich im Bach. Denkt seiner heitern Stunden, Denkt seiner trüben nach! In diesen und- in jenen, Bei Freud' und Trauerthranen, Bracht' es doch großer Gaben viel Und führte hin zum schönem Ziel. In stetem Wechsel kreiset Des Menschen kurze Zeit; Er blühet, altert, greifet Und geht zur Ewigkeit. Bald schwinden selbst die Schriften Auf seinen morschen Grüften, Und Schönheit, Reichthum, Hoheit, Macht Sinkt mit hinab in Todesnacht. Sind wir noch alle lebend, Wer heute vor dem Jahr In Lebensfülle strebend Mit Frohen fröhlich war? Hier ist der Freund verschieden; Dort ruht in süßem Frieden Der Vater; auf des Lieblings Grab Weint da die Mutter jetzt hinab. Wer weiß, wie Mancher modert Ums Jahr, gesenkt ins Grab? Ohn' Unterscheiden fodert Der Tod die Seinen ab. Trotz lauem Frühlingswetter Wehn oft verwelkte Blatter. Drum lasset weis' der Zeit uns freun; Schnell ruft die Ewigkeit uns ein! Der Gute aber schließet Sein Äug' nur ruhig zu; Mit Himmelstraum versüßet Ihm Gott des Grabes Ruh. Er schlummert sanften Schlummer Nach dieses Tages Kummer; Dann weckt ihn Gott, vom Glanz erhellt. Zur Wonne seiner bessern Welt. Wohlauf denn, frohes Muthes, Auch wann, uns Trennung droht! Wer gut ist, findet Gutes Im Leben und im Tod.. Dort sammeln wir uns wieder Und singen Wonnelieder. Wohlauf, und: Gut fep'n immerda Sei unser Wunsch zum neuen Jahr! B e i der Evangelischen Militär-Gemeinde zu Darmstadt wurden in dem verflossenen 1816- Jahre Geboren und getauft: Söhne 61, Töchter 53. — Summa n4* Darunter sind 4 Zwillinge; Uneheliche 15. Konsirmirt: Söhne 33, Töchter 29. — — Summa 62. Kopulirt: 54 Paar. Kommnnicirt: — — — — — — ^19. Beerdigt: Mannl. Geschlechts 4° # weibl. Geschl. 4?» Summa 87. Hiervon sind todtgeborne: 9. Darmstadt, Den isten Januar 1817. Des seligen Christian Schulz, Garnison r Kirchendieners, trauernde Tochter.