Giesser AnzeiglluA-BllittHen. Samstags den 22. Ockbr, rgog* Nro, xxxxni. Polizey, Taxe. 1 Id« Ochsenfleisch, gutes — mittelmäsiges geringes — •I — Kühfleisch — — 1 — Rindfleisch — — £ — Kalbfleisch — — 1 — Schweinefleisch — — 1 — Hammelfleisch, gutes r — Schaaffleisch — — 1 — Kalbsgelüng« — — I — Kalbsleber — — 1 Pf. Wurst b'os aus Schweinen 1 Gelüng mit Grieben, s kr. mehr als i Pfund frisch Schweinen fleisch. ijPf. Wurst darunter Gelüng von anderem Schlachtvieh, L kr. weniger, als t Pfund frisch Schwcinenfleisch. kr. 10 9 8 6 7 10 8 7 7 Pf. 1 1 1 1 1 1 1 1 Polizey - Taxe. 1 ft« geräucherter Spickspeck so viel wie 2ft. frisch Schwrinenfl. 1 ft. Bratwurst mit Gewürz 1 — Schweinefett — — l — Rinds- oder Nierenfett 1 Maas Bier, welche wenigstens 14 Grad hat, wird taxirt zu i2 Grad zu 3 kr. 10 Grad zu 1 Maas Milch — — i Maas Frucht - Brandtewein, so 7 Grad halten muß — kr. 15 20 18 4 2 6 24 1 Hl III ? Brodtaxe und Gewicht. Bor 1 kr. Schwarzbrot» 11 Loth 13/4 Q« Bor 1 kr. Weck 7 Loth Vor l kr. Milchbrod 6 Loth Vor i kr. Bntter-Bretzeln Z Loth 2 Q, Vor 1 kr. gemischt Brod oder Taig, scher 9 Loth i Q. Markt-Preise« I Tb. Hecht — — — r — frische Butter — — auch 5 Handkäse — —- — z Eyer — — — — kr. 16 21 1 Pf. Markt, Preise. 1 Meste Erbsen — r Meste Linsen — 1 Meste Waizenmehl — 1 Maas Niddaer Salz kr. 64 64 90 Pf. Getraide den si. Städte. preise vom ä 60 kr. ur GemäS. £5.Oct >d das ft Waizen . bis d ♦ zu 34 wiegt en 22 Loth 2 Korn .Oct., A Qu wiegt in Frankfurt, rt'ttt Cölnifches Z Gerstes wiegt Währ vilberge Hafer UN- iv. wiegt Darmstadt Giessen Marburg Wezl-r das Malter. das Achtel. auch das Mött. das Achtel, fl- 8 8 9 6 9 kr. 40 45 20 30 tb. 175 200 I5o ssS fl- 5 7 5 7 kr. 22 30 40 tb. 157 180 r?5 190 fl. 5 5 6 3 5 kr. 5 10 40 30 ft. 140 160 120 I68 fl. 2 4 2 3 kr. 52 20 40 40 ft." 90 £35 *4t ) i7° ( «MM 1 Von den ersten Grundsätzen der Rinderzucht« ( Verfolg.) Das Wort Erziehung wird sehr ost gemisbraucht. Bald bedeutetes den äusserlichen Anstand und Bildung des Körpers , bald auch den Unterricht in Sprachen und Wissenschaften; allein die eigentliche Erziehung ist ganz was anders. Es ist weder das Werk des Tanzmeisters, noch der Französinnen. Die französische Sprache trägt so wenig dazu bei als die lateinische, auch die grofen Gesellschaften so wenig, als die hohen Schulen. Man kann artig, gefällig, wvhlredend, witzig und gelehrt, aber dennoch immer schlecht erzogen seyn. Wie das? weil inan alles das, und doch -ein unnützes schädliches Mitglied der menschlichen Gesell,chaft, ein schlechter Freund, Hausvater, Patriot, und ein schlechter Mann im Amte seyn kann. Die wahre Erziehung muß uns zu Menschen und Bürgern machen. Wenigstens soll dies die Hauptsache seyn. Der Wohlstand ver- rient nicht weiter in Betrachtung zu kommen, als in so fern die Lugend seiner bedarf, um nicht zu misfallcn. Denn, wenn das wahre Verdienst auch zuweilen aus Mange! eines gefälligen Aeusserlichen minder'gefällt, so verliert es doch öfter dadurch, daß man auf das Aeusscrliche einen größer» Werth setzt, als man sollte. Es ist sehr leicht, einem jungen Menschen das schöne Anschn zu geben, das unserm eignen Stolze selbst dadurch schmeichelt, weil wir andre dadurch hintergehen; und wenn er davon schon genug besitzt, um selbst sein Glück in der Welt zu machen, was sollte ihn da wohl bewegen, sich die Mühe zu geben, dies Glück durch mühselige Verdienste zu suchen? Wenn man das schöne äusserliche Ansehn zur Hauptsache macht, M heißt von hinten anfangen, das heiße einer gar noch nicht gebildeten Sache Schönheit und Schmuck geben wollen, Menschen zu Puppen und Bildsäulen wachen, und die ganze Denkungsart lunger Leute verderben, indem man sie gewohnt , Kleinigkeiten für wichtige Sachen, und wichtige Sachen für Klein,q- keitcn zu halten. Auf diese Weise versäumt man nicht nur den wichtigsten Theil der Erziehung, sondern man legt ihr auch unüberwindliche Hindernisse i» den Weg. Eine Kunst welche nur dahin ab- zielt, Zunge Leute reden zu lehren, ehe ste denken; anders zu reden, als sie mey- neu; zu gefallen, ohne Tugenden; sich geehrt zu machen, ohne Verdienste: das ist eine von den unglücklichsten Künsten, die die menjchliche Eitelkeit erfunden hat» und keine Erziehung ist besser, alssveine. Die Erziehung besteht nicht in dem Aeusserlichen, und eben so wenig in blo- sen Kenntnissen. Zwar giebt es einige wichtige Grundwahrheiten, die zugleich mit eingepragl weiden müssen. Das Ge- dachtniS hat in dem frühen Alter eine gewisse Stärke,* welche gebraucht werden muß; em Kind kann viel lernen, es kann mehr begreifen als man glaubt, wenn es nur auf die rechte Weise vvrqetraqen wird ; aber es wäre besser, daß es nicht viel lernte, als daß es dies so lernte, daß sowohl Vernunft und Lehrbeqierde abnehmen müssen, so wie das Gedächtnis gewinnet. Die größten und wichtig» sieu Kenntnisse können doch nicht eher erworben werden, als bis die Zeit der Erziehung vorüber ist; denn diese werden mchr blos ans Büchern gelernt, sondern sind eine Frucht der Erfahrung, des Nach- denkenS und des Umgangs mit Einsichrs» vollen Leuten. Dazu soll ein junger Mensch zug.eich angeführt werden, und lieber weniger lesen, tun desto mehr zn denken. 0 (Der Verfolg künftig.) Fnbli« ) I/I ( **™* *#* »*» *»• PuBLICANDUlff. Da inan hat wahrnehmen müssen, daß die bereits im Jahr 1805. unfern: iften October wegen der Reinigung der Strafen ergangene, sowohl durch die Schelle als durch das Wochenblatt bekannt gemachte Verordnung seit einiger Zeit nicht befolget worden; so wird gedachte Verordnung hierdurch nochmals bekannt gemacht, und in Ge- mäsheir derselben verordnet, daß ein je# der hiesiger Einwohner, ohne Ausnahme und wessen Standes derselbe auch immer seyn mag, wöchentlich dreh mal, nemlich Dienstags, Donnerstags und Samstags, die Strafe vor feinem Haus, und zwar nach dem Ausgang des Viehes, bis Mittags zwölf Uhr rein kehren, und den Kehrigt auf der Stelle wegschaffen lassen soll. Wer dieser Verordnung nicht nachlebet, und betreten wird daß er bis zwölf Uhr seinen Theil an der Strafe noch nicht gereiniget hat, verfallt in eine unnachlässige Strafe von drey Reichsthalern, welche Unvermögende mit Gefängnis zu verbüsen Haden. Giessen den lyten October igog. Groöherzoglich Hessische Poli- zey- Deputation. 2) Vor einigen Wochen wurde» zwischen Lollar und Sichertshausen itx der Nahe von.Kirchberg, vier Fürstl. Leiningische ^ings Coupons ; nämlich zwey von Nro. 536.,, der 6te und ?te, jeder ä 25 fl. und zwey dergleichen von Mro. 611., jeder 0 12 '1/2 fl. verlohren. Der redliche Finder wird ersucht, sie an die Expedition dieses Wochenblatts in Giessen gegen eine billige Belohnung abzuliefern, uiff so mehr, da wegen nicht Einlösung gedachter Coupons, die nö- thigen Vorkehrungen gehörigen Orts getroffen wurden, und diese Papiere dem Finder ganz ohne Nutzen sind. 3) Aus der hiesigen Stadt-Baumschule können mehrere Tausend Stamme junger Pappelvaume von verschiedene!» Sorten, verkauft werden. Wer deshal- beu nähere Auskunft zu haben oder davon zu kaufen wünscht, beliebe sich hey Unterzeichnetem zu melden. Giessen den zten Oct. »Sog. Wormser, Stadtwald - Inspektor. 4) Sehr schöne veredelte junge Obst- bäume, sind allhier zu bekommen bei Rathödiener Balser. 5) Guter Apfelwein, vom vorige» Jahr, die Maas ä 16 fr., ist zu habet» bei Schneidermeister Stühler. Bekanntmachungen« 1) Mittwochen den eören Octobr. soll ein nochmaliger Markt dahier gehalten werden, welches den Handelsleuten hierdurch zur Nachricht bekannt ge- macht wird. Giessen den 2ytett Sept. igsZ. GroSherzogl. Hess Stadt-Amt. Nayß. 6) Fünfzehnhundert Gulden liegen gegen gerichtliche Sicherheit und gewöhnliche Zinsen zum Ausleihen parat. Auch kann es in kleineren Summen, jedoch nicht weniger als zu 500fl. ausgeliehen werden. Bei Ausgebern ist bas Nähere zu erfahren. 7) Es sind allhier dreyhnndert Gus» den zu 5 Prvcente und gerichtliche Obst, Mion, ) . gatkou, zu vekkehnru. Man hat sich deshalb au den Prrufenmacher Kohler- mann $u wenden. Am 16. Set. Die He«. Kaufleute, Müller, von Minden, und Remy, von Frankfurt, log. im Einhorn. 8) Ein junger Mann erbietet sich in der französischen Sprache, so wie im Deutsch-Schreiben, Unterricht zu erkhei- !en. Nähere Nachricht erfährt man bei Ausgeber». 9) Zu der Schröder'schr» Buchdruk- kerci sind die Tabellen zur Vermögenssteuer, und zwar: Hauptverzeichmffe vebst Anlagen zu dem Hauptverzeich- niffe, wie auch Gemeindercgister, der «inzele Bogen ad 2 fr,, das Buch aber ad 36 fr,, zu haben. Am 17 Oct. Hr. von Both, von Meklenburg, log. im Einhorn. Evd. Hr. Tobsick, Kaufmann, von Bielefeld, log. im Hirsch. Am 18. Oct. Hr. Pfarrer Handel, von Eidorf. Hr. Amrsschultheie Klinr gelhöfer, von Alsfeld. Hr.Or. Simon, von Schlitz, log. im Einhorn. Eod. Hr. Burkhard, Handelsmann, «US Tirol, log. im Löwen. Am 19. Set. Hr. v Oyen, Geher, merralh, von Rothenburg. Hr. Kaufmann Most, von Frankfurt, log, im Einhorn. Eod. Hr. Brauberger, Handelsmann, von Oberwillstäor, log. im Hirsch. Gottesdienst am 23. Octbr. In der Burgkirche« Morgens Herr Superintendent Müller. Nachmittags Herr Kirchenrath Buff. Morgen de« »5- .Octbr., haben das Frischbacken: Hr Müller in den 3 Kronen, und Hr. Kirchensenior Noll, bridr in der Neustadt. Ein- und Auspassirte« Am iq. Oct. Die Hrn. Kaufleute, Todt, von Heidelberg , Engelhardt, von Strasburg, Seirel und Schwarz, von Frankfurt, log. im Einhorn. Am 15. Oct. Die Hrn. Kaufleute, Roth, von Siegen, Fleischmann und Kohl, von Frankfurt, log. im Einhorn. Eod. Hr. Servier, Kaufmann, von Frankfurt, log. im Rappen. Getaufte bei der Stadtkirche. Am 20 Oct. Dem Burger u. Weißbinder, Christoph Ludwig Petri, titi Sohn, NameuS Georg Melchior Carl. Evd. Hrn. Joh. Ludwig Hast, Burger unv Kaufmann, eine Tochter, Namens Johanne Ottilie Eleonore Wilhelmine. Am 21. Oct. Dem Burger u. Schuhmacher, Conrad Diez, eineTvchter, Namens Cbristiue Friederike. Beerdigte bei -er Stadtkirche. AIN2V. Oct. Des Burgers u. Schuhmachers , Balthasar SenSfelder, hinterlassene Wittw«, alt 66 Jahr. Getaufte bei der Burgkirche« Am 16. Oct. Dem Sergeant, Joh. Daniel Zindel, beim sten Bataillon Leib, regiment, eineTvchter, NamenS Henriette Caroline Louise« 6 1