Giesser AnzeLgungs-Blätkcßen. Samstags den 14. Februar 1807- Mro. VII. polizey, Taxe. 1 ft. Ochsenfleisch — -7 auch 1 — Küh fleisch — -7 auch 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — — 1 — Schweinefleisch — — t — Hammelfleisch — — 1 — Schaaffleisch — — i — KalbSgelinge — — 1 — Kalbsleber — — 1 — Wurst — — — l — Bratwurst — — 1 — Schweinefett — — 1 — Rindsfett — — em 1° 9 8 9 7 5 u 8 7 5 5 10 15 22 20 1 1 1 1 i 1 1 1 1 polizey - Tax4. 1 ft. innlandischeSaife — \ 1 - innland. Unschlicht-L'chter 1 Maas Bier, so 12 Grad halt so 10 Grad halt 1 Maas Milch — . *— 1 Maas Frucht - Brandtewem, so 7 Grad halten muß — kr. 20 26 '4 3 6 32 ' I 1 1 l 1 It- Brodtaxe und Gewicht. Vor l kr. Schwarzbtod i2Loth i Q. Vor »kr. Weck 6Lotb H/4Q. Vor i kr. Milchbrod zLotbu^F. Vor 1 kr. Butter-Bretzeln 3 Lott) 5/8 Q. Vor 1 kr. gemischt Brod oder Taigr scher yLoth 1 1/8 Markt-Preise. 1 Heckt — — — i — Karpfen — — 1 — frische Butter — — auch 1 — geschalte Hirse— - l _ grob geschalte Gerste — 1 — klein geschälte Gerste — fr. 16 22 23 8 4 IC 1 1 1 1 1 Mr> Markt - Prerfe. 4Haudk.äse — — — | 3 Ever — — — — 1 i Meste Erbsen — — | 1 Meste Linsen — — | i Meste Waizenmehl — — i Meste Allendorfer Salz — 1 1 Maas Niddaer Salz — kr. 4 4 64 6/ 10 4 l ipf. H— li- i — l — 8 - 8 — 2I— Getraidei • den si.a Städte. Darmstadt Giessen Marburg Wezlar greise vom y.Febr. bis den 1 60 kr. und das ft. zu 34L0IH Gema s.iWaizen! wiegt 1 Ko - fl. kr. ft. 1 fl- das Malter. 7 3>° X7S 1 5 das Achtel. 10 — 200 I 7 auch | 9 i3° I 7 das Mött. 7 |3° 150 1 5 jdaS Achtel. | 10 130 206 1 8 4-? 2 7 rn kr. 5i 30 40 tebr. f ^Quii wiegt ft. 157 180 199 in C Ge, fl. 4 5 5 4 5 öln ste kr. 34 50 54 ho mkfurt. M tsches Silb wiegt j Ha Iß fl. 140 1 2 160 I 5 120 1 3 168 1 4 "gl fer kr. 50 ung w. wiegt ft; 90 I3S ■B u Erklärung des Unterschieds der Weisheit und Gelehrsamkeit. ( Verfolg.) Dieser Zustand von angenehmen Empfindungen und die Mittel zu demselben find gar sehr verschieden: manche äussere Umstände und Situationen sind freylich Ursachen und Mittel, sich in ihn zu versetze», oder darin zu erhalten, und nennt man diese die äussere Glückseligkeit, so habe ich nichts dawider, als, daß man unter einander Mittel und Endzweck verwechselt, da sie nichts weiter als jene Mittel und Wege, nicht aber dieser, die Glückseligkeit selbst seyn können. Sein eigues Wohl, -feine innere, und wenn man so will, seine äussere Glückseligkeit zu befördern, ist sowohl Trieb als auch Pflicht, aber beide werden oft, und jene ganz natürlich auch dadurch besonders erhöht, wenn man das Wohlseyn ande» rer nach feinem Vermögen zu befördern sich bestrebt, so daß über lang oder kurz rrothwendig Reue und Kummer den beunruhigen muß, der eutweder durch nurechte Handlungen dem Wohlseyn anderer entgegen gearbeitet, oder doch nicht seinen Pflichten, seinen Umständen und seinem Vermögen gemäs, andern zu dienen und ihr Glück zu befördern sich be- strebt hat. Soll nun die Weisheit nicht bloS eine Eigenschaft des Verstandes seyn, ist sie vielmehr auch eine Tugend des Herzens, welches sie zugleich seyn muß; so wird sich der Weise feine eigne und die Glückseligkeit seiner Nebenmenfchen, so zum Endzwecke fetzen, daß alle seine Handlungen Mittel dazu werden. Diese- wende man sogleich auf Gelehrsamkeit und Gelehrte an. Einsicht, Wissenschaft, em mit Kenntnissen ange- 2.6 ( —* fülltet Verstand: prächtige Worte, aber — viellercht leere Töne, wenn ihr Werrh nach jener Beziehung beurtheilt werden soll. Ist denn wohl der Verstand eines leben tiefsinnigen und speculativischeu Mannes mit Wahrheiten angefüllt? und mit nützlichen? und mit solchen, die andre in der That interessiren ? oder macht denn den Gelehrten seine Kenntnis nothwen- dig zu einem bessern Menschen und Bürger ? Es wäre zu wünschen, daß man nicht eingestehn müßte, daß vieles, ja wohl das mehrste Wrssen mancher Gelehrten eine Menge von dunkeln gelehrt klingenden Worten ohne Kraft, ohne Bedeutung und ohne Wahrheit fty. Wird dieses für Gelehrsamkeit gehalten', wird es auch in Schulen für Schätze von Weisheit und Gelehrsamkeit ausgegeben von der einen bewundert, angenommen und erlernt von der andern Seite, so ist es doch wahrhaftig nicht Weisheit, da eS im Leben unnütz und unbrauchbar ist. Der tiefsinnige Helvetius merkt richtig an, daß wenn man die Begriffe eines andern schätzt, man seinen Vortheil darunter haben müsse, warum man es thue. Hat nun aber die ganze Wissenschaft eines Mannes keine Beziehung auf den reellen Nutzen der Menschen, wie kann sie von einem Vernünftigen geschätzt und hoch geachtet werden? So ein Schattenbild von Erudition verschwindet sobald als man eiusehen lernt, daß, so voll gepfropft auch immer der Verstand seyn mag, er doch leer an praktischen und nützlichen Wahrheiten sey. Hier gilt jenes persische Sprüchwort : man hört wohl das Klappern der Mühle, aber man sieht kein Mehl. Wenn aber auch der Verstand mit vielen und wichtigen Wahrheiten angefüllt ist, wenn der Gelehrte weiß, was gut, edel, billig, gerecht und löblich sey, und dennoch thue er das Gegenrheil, wenn überhaupt jenes ।m y 2 nes Llos eine Vollkommenheit des Ver- ftandes und keine Tugend des Herzens ist; so fehlt es ihm bei aller seiner Wissenschaft an Weisheit, und die bkose Erkenntnis ist ihm in der, Thcrt mehr schädlich als nützlich. (Der Verfolg künftig.) Bekanntmachungen. i) Wer an den Nachlaß des kürzlich dahier verstorbenen penstonirten Lieutenants Hartmann Ansprüche hat, hat sich damit bey unterzeichneter Gerichts- stelle in Zeit 8 Tag so gewis zu melden, als gewis nachher Niemand mehr damit dahier gehört, sondern der Nachlaß au die auswärtigen Erben verabfolgt werden wird. Giessen den rzlenFebr. igoy, Grosherzogl. Hess. Garnisonsgericht daselbst. s) Nächsten Montag den l6ten dieses, Nachmittags 2 Uhr, sollen folgende Garten: i) 23 Ruthen 12 Schrie am Nahrungsberg neben Jacob Karl Saalfeld gelegen, giebt io Alb. 13/5 Pfenn. ZinS in hiesigen Kasten und 5 1/5 Pfenn. Zins aufs hiesige Rathhaus, ist zehndfrey, 2) l i Ruthen 14 Schur am vorigen gelegen., giebt zAlb. 4/5 Pfenn. Zins in hiesigen Kasten und 2 2/5 Pfenn. aus Rathhaus, ebenfalls zehndfrey, und sind beide den Soldat Joh. Jacob Schneiderischen Er, den gehörig, 3) i/4 Morgen 4 Ruthen 15 Schur, ebenfalls auf dem Nahrungsberg neben Joh. Henrich Heßig gelegen", giebt 6 Alb. 6 Pfenn. Zins in hiesigen Kasten, ist zehndfrey und des Soldaten Nikolaus Leinwebers Wiktwe gehörig: 7 ( — auf dahiesiger Hauptwache unter den km Termin zu eröfnenden Bedingungen öffentlich versteigert werden; welches hiermit den Liebhabern dazu bekannt gemacht wird. Giessen den igten Febr. 1807. Grosherzogl. Hess. Garnlsons- gericht daselbst. 3) Aufdem Selzerswege in No. 495. sind zu vermielhen, und können zu Anfänge März 1807 bezogen werden: Z Wohnzimmer, eins mit Alcoven, i Küche. Diese Piecen auf einem Haus- gange. 1 Kammer und die Hälfte des Speichers , i gewölbter Keller. Sodann der Seitenbau , aus j Zimmer und 2 Kammern bestehend, und 1 verwahrter Holzstall. 4) Ich bin entschlossen, meinen am kleinen Steinweg liegenden Garten entweder auf mehrere Jahre zu verleihen, oder aus der Hand zu verkaufen. Die zu einem, oder zu dem andern Lusttra- gende ersuche ich, mir vor dem Ende die» ses Monaths Gebote zu thun. Giessen den 29. Januar 1807. Elwerr. ,5) Ein ganz neuer groser Blasbalg, den jeder Feuerarbeiter gebrauchen kann, stehet in hiesiger Nachbarschaft aus der Hand zu verkaufen. Nähere Nachricht hiervon giebt Friedrich Hbpfner Nro. 17g. 6) Es sucht eine Herrschaft dahier einen Bedienten, der zugleich mit Gar- kenarberr umgehen kann. Er muß aber Zeugnisse feines Wohlverhaltens beibrtn- gen können. Bei Ausgebern ist das Nähere zu erfahren» 7) Ganz — ) 28 ( — 7) Ganz frische Holländische Häringe , das Stück zu 8 vis io fr, sind « Gottfried Spmck, in der Wallthorstrase. Am ii.Febr. Hr. v. Butlar und Hr. e Wolf, Kapirains, in Hess. Caffeli- schen Diensten, log. in der Post. Am 12. Febr. Hr. Kaufmann Kas- mann, von Kirchhain, log. im Einhorn. Gottesdienst am 15. Febr. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Supceintend. Palmer. Nachmittags Herr Inspektor Buff. In der Burgkuche. Morgens Herr Inspektor Buff. Nachmittags Herr Kandidat Stiehl. Morgen den 15. Febr,, haben das Frischbacken, die Beckermeister: Magnus, auf dem Selzersweg, und Walenfels, in der Wallthorstrase, Ein- und Auspasstrte. x Am 6. Febr. Die Hrn. Kaufleute, Schmidt, von Hamburg, und Find, von Durlach, log. im Einhorn. Eod. Hr. Zamburi und S)t. Zerimo- nali, Handelsleute, aus Mailand, log. im Rappen. Eod. Hr. Scholl und Hr. Sochner, Handelsleute, von Rüdesheim, log. im Hirsch. Am 7. Febr. Hr. Hauptmann von Schenck und Hr. Lieutenant Kekule, in Grosherzogl. Hess. Diensten, log. im ^^Eod. Die Hrn. Kaufleute, Eichob, von Stuttgard, und Engelhard, von Preussisch Minden, log. im Einhorn. Eod. Hr. Kleinmetz, Handelsmann, von Marburg, log. in der Sonne. Am 8. Febr. Die Hrn. Kaufleute, Vurgmund, Kroh, und Sommer, von Frankfurt, log. in der Poft. Eod. Hr. Kaufmann Trmklnger, von Frankenthal, log. im Einhorn. Am 9. Febr. Hr. Bott und Hr. Weller, Handelsleute, von Grünberg, log. im Löwen. Getaufte bei der Stadtkirche. Am Zi. Jan. Dem Burg. u. Schuhmacher, Jvh. Christoph Ramspeck, eine Tochter, Namens Johannette Katharine Marie. Am 8. Febr. Hrn. Reg. Rath Heß, ein Sohn, Namens Joseph Wilhelm Christian Georg. Am 10 Febr. Dem Burg. u. Schreiner, Johann Valentin Hoß, ein Sohn, Namens Johannes Martin. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 30. Jan. Johann Simon Flett, Bürger und Eisenhändler allhier, alt 65 Jahr. Am 10. Febr. Johann Dame!, deö Burger u. Fuhrmanns, Konrad Schwan, Sohn, alt 23 Jahr, 6Mon., 22 T. Getaufte bei der Burgkirche. Am 11. Fehr. Herrn Hauptmann Schenck, beim ersten Bataillon Leibregiment, eine Tochter, Namens Wilhelmine. Beerdigte bei der Burgkirche« Am 7. Febr. Philipp Balthasar Köhler , Haurboist beim ersten Bataillon Leibregiment, alt 41 Jahr, i6Tage. Getaufte bei der katholischen Rirche. Am ii.Febr. Dem Freiherrn Karl von Rheims, Premierlieutenant im ersten Herzog!. Nassauischen Leibgrenadier- Baraillon, eine Tochter, Namens Charlotte.