Ailzekgungs-Blüttcßtll. Samstags den 7. Februar 1807. Uro. VI. polizey # Taxe. 1 ft. Ochsen fleisch — 1 - Küh fleisch — 1 — Rindfleisch — 1 — Kalbfleisch — 1 — Schweinefleisch — £ — Hammelfleisch — 1 — Schaaffleifch — 1 — Kalbsgelinge — 1 — Kalbsleber — 1 — Wurst — — I — Bratwurst — 1 — Schweinefett — 1 — Rindsfert — auch auch 1 U..J -10 9 8 9 7 5 11 8 7 5 5 10 15 22 2O Pf. 1 1 1 1 1 1 1 Polizey - Taxe. Il 1 ft. innlaubische Saife — '/ 1 — invland. Unschlicht'Lichtcr £ Maaö Vier, so 12 Grad halt so io Grad hal't 1 Maas Milch — — 1 Maas Frucht - Brandtewein, so 7 Grad halten muß — 'r. 20 2.6 4 3 6 32 Pf* 1 1111111 I I Brodtaxe und Gewicht. Vor i kr. Schwarzbrod i2Loth iß. Vor i kr. Weck 6Loth H/4Q. Vor £ kr. Milchbrod zLvth 11/4Q. Vor i kr. Butter-Bretzeln 3 Lotb 5/8 Q. Vor 1 kr. geinischt Brod oder Taigr scher 9 £vtl) i i/8Q. Markt-Preise. 1 ft. Hecht — — — 1 — Karpfen — — 1 — frische Butter — — auch 1 — geschalte Hirse— — 1 — grob geschalte Gerste — 1 — klein geschalte Gerste — kr. 3 22 20 8 4 10 ■iji I IJJJ I Markt - Preise. 4Handkase — — 7 Eyer "— —> — 1 Messe Erbsen — 1 1 Messe Linsen — 1 Messe Waizenmehl — i Messe Allendorfer Salz 1 Maas Niddaer Salz — kr. 4 8 6z 6s IC? 12 ' 1 1 1 1 111 ?. Getraide den fi. a Städte. Darmstadt Giessen Marburg Wezlar preise vom 60 kr. unt Gemas. das Malter, das Achtel. auch das Mött. das Achtel. bi.; das Waiz si- 7 10 9 8 10 ji i i 1 1 « • c< | w * <3 4 ,-^i £4 <*-- ?.€x _____ rung lew. wiegt ~ftT 90 135 84 Erklärung des Unterschieds der Weisheit und Gelehrsamkeit- Gelehrsamkeit, eine grose Vollkom- rnenheit, und Weisheit eine noch grösere, könnten und sollten genau unter einander verbunden seyn; nur Schade für die Welt, und Schande für die Gelehrten, daß ihr Wissen fo oft ohne die schöne Begleitung der Weisheit iss. . Es ist nicht genug, ein weiser Mann zu feyn, daß mau es zu seyn scheine, und am wenigsten , daß man, es zu seyn, sich einbilde. Mag also mancher Gelehrte diesen Schein Lei andern haben , und mag ihn der Schimmer seines Wissens selbst so blenden, daß er Verstand , Klugheit und Be- vrtheilung als nothwend-ge Gefährten seiner noch so ausgebreiteten Wissenschaft «nsieht; die Erfahrung, die Vernunft, 11 nb die wahre Philosophie wird diesem rhörichten Wahn am nachdrücklichsten widersprechen Die Gelehrsamkeit ist keineswegs ein Gut um ihrer selbst willen; sie muß ein Mitte! zum Wohlseyn des Gelehrten und zum Glücke und Vortheile anderer feyn« Stimmt nun aber das Wissen eines Mannes, so groß und so ausgebrei- tet es auch immer seyn mag, nicht aus fein eignes Glück, und bezieht es sich wenig oder gar nicht auf den Nutzen der Nebenmenschen; so ist es in der ersten Absicht höchstens ein mit Mühe erlangter Schatz, der nicht gebraucht wird, und in der zweiten ein Schatz von Kleinigkeiten , der nicht gebraucht werben kann. Will mau es ja Gelehrsamkeit nennen, so verdient es doch nichts weniger , als den erhabenen Namen der Weisheit. Ein Weiser macht sich einen bestimmten Plan,, er setzt sich einen gewissen End- 22 ( — zweck zu erreichen vor, und dieser ist nichts geringers, als was wir alle wünschen und wohin wir beständig arbeiten, viele aber ihn gar nicht erlangen und niemand völlig erreichen kann, nemlich die Glückseligkeit Wenn dieser Ausdruck nicht gar leer, und wenn man ihn nicht durch hundert Begriffe dunkler machen will, als er an sich ist; so dünkt mich, ist die ganze Glückseligkeit eines Menschen in dem Inbegriffe und in der Summe seiner angenehmen Empfindungen zu setzen. Da diese nun bei verschiednen verschoben sind; so ist dieselbe sehr man- n-gfaliig, und so ist der eine bei weit schlecht ern äußern Situationen, als ft» bet einem andern sind, oft unendlich glückseliger als dieser, der nach dem Scheine und noch dem Urtheile derer die das Herz des Menschen nicht kennens einen hohen Grab von Glückseligkeit erlangt haben müßte. Will man mir einwenden r ,, Em- pfindurigeu, angenehme Empfintungeu sollen Glückseligkeit seyn, o so muß der lasterhafte, der Wollüstling ganz ohn- ßreifig^er glückseligste seyn';" allein ein Vergnügen, welches ganz gewiß von einem eben so grosen Mievergnügen begleitet, oder doch bald, sehr bald von diesem lezten verdrängt wird, ist doch wahrhaftig kein wahres und fern reelles 'Vergnügen. Die eigentliche Glückselig, keit kann darum unmöglich eine Grundlage zu einem künftigen folternden Elende und Kummer seyn, und eben dieses ist nun die ganze Glückseligkeit jenes sinnlichen Lasterhaften. (Der Verfolg künftig.} Bekanntmachungen. r., r) Demnach die hiesige Herrschaftliche Erbie.hmuhle, die.Stadtmühle ge- timr# bestehend m zwey Mahlgängen, ei» '"wm ) LZ ( —• \ Schlaggang und ein Fluthgang, ein Wohnhaus, Hofraith, Scheuer und Stallungen cum pertmentiis , an tiefer und Grabland, Wiesen und harten, so inclufive den Mühlplätzen und der Fahrt laut des in anno 1770, neu errichteten ynb in termino licitationis denen Maup llustigen vorgelegt werdenden Gewann - und Lagerbuchs / Morgen 26 Ruthen 1 Zoll enthalten, die Ruthe zu rü Schufen und 180 Ruthen ins Quadrat auf einen Morgen gerechnet, welche die allei- uiae Banngerechtigkeit in hiesiger Stadt und an Abgaben jährlich folgendes zu entrichten hat: an gnädigste Herrschaft 24 Mött Korn Marburger Maas 6fl. 26 älb. Zins I Huhn, an hiesige Stadt 2 K. 14 Alb. Beed und die Versteuerung der Abgaben zum Ritterstock, auf Befehl Grosherzoglich Hessischer Rentkammer zu Giesen auf eine Erbieihe dergestalt wiederum öffentlich versteigert werden solle, daß gegen obbemeldte und bey der Versteigerung selbst naher noch bekann.t gemacht werdende Bedingungen auch sogleich baar zu bezahlenden Erbkaufschil- ling der Zuschlag auf Ratification zu gewärtigen, und hierzu Termin auf Montag den ytenMärz dieses Jahrs festge- fezt worden; als wird solches zudem Ende öffentlich bekannt gemacht, damit jed"k Kauflustige am bemeldcten Termin Morgens y. Uhr auf allhiesigem Rathhaus sich einfinden, das Gebott zu Protokoll geben, und der Meistbietende des Zuschlags auf Ratification sich gewärtigen könne, wobey jedoch unbekannte Li- citanten ratione p raeltandorum auch der erforderlichen Kentnis, durch obrigkeitliche Zeugnisse sich zu legirimlren Haden. Signat. Allendorf an der Lumda den rgten Jan. 1807* _ Grosherzvglich Hejftsches Justiz - und Rentey-Amt daselbst. Euler. Strecker. 2) Aufdem Selzerswegein 495. sind zu vermiethen, und können zu Assange .März 1807 bezogen werden: Z Wohnzimmer, eins mit Alcoveu, 1 Küche, Diese Piecen auf einem Haus- gange. x Kammer und die Hälfte des Spei* chers , 1 gewölbter Keller. Sodann der Seitenbau, aus 1 Zimmel und 2 Kammern bestehend, und 1 verwahrter Holzstall. 3) Ich bin entschlossen, meinen am kleinen Steinweg liegenden Garten entweder auf mehrere Jahre zu verleihen, oder aus der Hand zu verkaufen. Die zu einem, oder zu dem andern Lusttra- gende ersuche ich, mir vor dem Ende die« seö Monalhs Gebote zu thun. Giessen den 29. Januar igo/. Elwerr, 4) Ein ganz neuer groser Blasbalg-, den jeder Feuerarbeiter gebrauchen fann, stehet in hiesiger Nachbarschaft aus der Hand zu verkaufen. Nähere Nachricht hiervon giebt Friedrich Hopfner Mro, 178. 5) Einhundert Gulden liegen gegen gerichtliche Sicherheit und zPrveente zum Ausleihen bereit, die sogleich in Empfang genommen werden können. Das Nähere bei Ausgebern. 6) Selbst gegerbtes Sohl - und Brand - Sohl - Leder, das Pfund a 36 fr. ist zu haben, bei . Andreas Sack, wohnhaft am tiefen Weg. 7) Es werden einige Stücke 6 Viertel breites gZählig leinenes Hausma- cher- •**" ) 24 ( eher-Tuch zu kauft« gesucht. Jedes Drück muß aber goEhl hatte«. Wer dergleichen zu verkaufen hat, kann das Nähere bei Ausgebern erfragen. * -V: K , , -,v K K -!* > Nachricht für Gartenfteuude. Unterzeichneter benachrichtiget, hierdurch ferne einheimische und auswärtige Freunde : daß alle Sorten von Gemns- Saamen, wie schoirlaugft bekannt, frisch und gut bei ihm zu haben sind. Verzeichnisse werden gratis ausgegeben. Griefe erbittet man sich aber Postfrei. Giessen den zten Jan. .1807. I. W. Sauer, Uuiversitätsgartner. Gottesdienst am 8. Zebr. In der Sr. Pancratiuskirche. Mor- aens Herr Supecinteud. Müller. Nachmittags Herr Kandidat Marchand. In der Burgkirche. Morgens Herr Inspektor Buff. Nachmittags Herr Professor Dieffendach. Morgen den 8» Febr., haben^ das Frischbacken, die Beckermeisier: Löber, in der Neustadt , und Noll, auf der Mausburg. Ein- und Auspassirte. Am zi.Jan. Hr. Buderus , nebst Familie, von Hess. Cassel, log. im Einhorn. , , • Eod. Hr. Friedberg. Kaufmann, von Bingen. Hrn. Gebrüder Fey, Handelsleute, von Holzhausen, log. im Rappen. Eod. Hr. Fuelgraf und seine Fra«, Kaufmann, von Hess. Cassel, log. im Löwen» Am i: Febr. Hr. Hoftatl) Follenius, von Grofenbuftk, log.j in der Sonne. Am z. Febr. Die Hrn. Kaufleute, Hartz, von Erbach, Lidel, von Frankfurt , und Walter, von Minden, log. im Einhorn. Eod. Hr. Licrtten. Schwabe«, in Groöherzogi.Hess. Diensten. Hr. Köhler, Kaufmann , von Elbenrod, log. im Rappen. Am 5. gebt. Hr. Kleiumietzer, Handelsmann, von Marburg, log. in der Sonne. Äusser den Gasthäusern logiren: Am 2. Febr. Hr. Pfarrer Dechert, von Grosenbusek, log. bei Hrn. Superintendent Müller. Eod. Hr. Pfarrer Bernbek, log. bei Joh., Philipp Bernbek. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am z.Fcbr. Susanne, des verstorbenen Burger und Brandenweinbrenner, Joh. Philipp Bernbeks, Wittwe, alt 72 Jahr. Am 6. Febr. Hr. Kirchensenior Joh» Konrad Vogt, alt 42 Jahr, 8 Monat, 5 Tage. Getaufte bei der Burgkirche. Am gl. Jan. Dem Sergeant, Philipp Schneider, beim ersten Bataillon Leibregiment, ein Sohn, Nirmeus Johann Heinrich Friedrich. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 5. Febr. Der Invalid, Christian Hauser, alt 85 Jahr. Getaufte bei der katholischen Rirche. Am 1. Febr. Dem Kaiser!. König!. Französischen Herrn Bataillons - Chef und Kommandanten in Giessen, Gus- pand Therese Eures, eine Tochter, Namens Felicile Therese Dorothee Marie Amalie.