Gresser Anzeigilrigs-Blätttken. Samstags den 2. Mai 1807* ^ro. XVHL polizey - Taxe. kr.g Polizey-Taxe. kr.g 1 ft. Ochsenfleisch — — auch 10 9 1 1 ' 1 ft. innlaudische Saife — 1 — innland. Unschlickt-Lichter 201 261 1 — Kühfleisch — -7 auch 8 9 1 1 .1 Maas Bier, so 12 Grad halt tfo 10 Grad halt 4 3 — 1 — Rindfleisch •— 7 1 1 Maas Milch — —; 6 1 — Kalbfleisch — — i — Schweinefleisch — — 5 1 1 Maas Frucht - Branbtewrln, so 32 11 1 7 Grad Balten muß — I — Haminelfleisch — — IO 1 Br 0 dtaxe und Gewi ch t. 1 — Schaaffleisch — -*■ — Vor i kr. Schwarzbrod i2Loth iQ. 1 — Kalbsgelinge — — 1 — Kalbsleber — — 5 2 Vor i kr. Weck 6Lotb 1 i kr. Milchbrod zLorh 1 i/4 i/4 Q. Q. 1 — Wurst — — — I — Bratwurst — — I — Schweinefett — 1 — Rindsfett — — 10 15 22 20 l 1 ll Vor 1 kr. Butter-Bretzeln g^cib 5/8 A. Vor 1 kr. gemischt Brod oder Taig- scher Y Loth i 1/8Q. Markt-Preise. . 1 M. Heckt — — — 1 — Karpfen — — i — frische Butter — ' — auch , — geschalte Hirse— — ! __ grob geschalte Gerste — l — klein geschalte Gerste — tr.i 16 16 15 Pf. ! Markt - Preise. ! 7 Handkase — • — — 1 ß Eyer — — 7* — 1 Meste Erbsen — — 1 Meste Linsen — — "i 64 64 WJ-L 8 4 IC 1 1 1 | i Meste Waizenmehl — — i Meste Allendorfer Salz — 1 1 Maas Niddaer Salz — icS 48 12 wiegt Korn Städte.! Gemas. Gerste 150 206 Giessen Marburg Wezlar rZ5 190 auch das Mött. das Achtel, 17s 200 ft. 157 180 sistr. 4150 6 10 6'— 440 6(— fl. kr. 6 3 7 14 7 — 5 36 8.10 Darmstadt das Malter, das Achtel. ' ! wiegt I Korn wiegt li Gerste wiegt | Hafer wiegt ft. fl. fr. t6. 140 1 249 90 160 ! 444 135 430 120 310 mi 168 4l— 84 Waizen fl- kr. 8 20 IO 20 9 30 8 •** 11 H ) 7° ( ** Erklärung des Unterschieds der Weisheit und Gelehrsamkeit. ( Verfolg.) Es gilt beinahe allgemein, daß ein Mensch, wenn er blos mit feiner Leben s- art, und mit dem, was dahin gehört, nothdürftig bekannt ist, unbekümmert um die Pflichten und um die Verdienste anderer in andern Umständen und Ver- lbindungen, in dem Grade von seinem Werthe tinb von seinen Geschicklichkeiten eingenommen wird, daß er andere neben sich verachtet ^und sich und ferne Kunst stolz über andere erhebt. Dies ist hie Pedanterey und ist nach dem, was Davon gesagt worden, und die Cr- Lahrung täglich bestätigt, sehr weit aus- aebreiret. Die Gesellschaft dieser Thoren steckt nicht blos in der Classe der Gelehrten; in allen Lebensarten und in Allen Ordnungen der Menschen giebt es dergleichen, und deshalb ist es Bosheit, «e blos unter den Gelehrten zu suchen. Was ist es anders als Pedanterey, wenn der Künstler, der Kaufmann, der Soldat u. f. w. ihre Lebensart für so wichtig ausgeben, daß alle andere ihnen nach- steben müsten ? Nothwendig, wichtig, rühmlich können sie alle seyn ; aber nicht weniger ndthwendig , nicht weniger rühmlich sind andere Metiers. Und jener Mann in öffentlichen Geschäften, der Viel pol tot , vie! schreibt und wenig denkt, sich' aber dennoch für so qros und wichtig ausgiebt, daß das Wohl einer »anzen Stadt und Bürgerschaft auf seinen Schultern ruhet, was ist er weniger Als der grose Mann, welcher er sich dünkt, und was mehr als der Pedant, welcher er sich nicht dünkt? Zu grose Einschränkung und' Ein- -kbrmigkeit in seinen Geschäften verursacht^ wenn mau Lumal w andern keinen richtigen Begriff erlangt hat, daß man die feinigen zu hoch und andere zu niedrig schält. Wie leicht ist also dieses bei einem Gelehrten, besten Wissen zu armselig und dessen Kenntnis zu eingeschränkt ist, als daß er einsehen sollte, wie andere durch ihre von den eigentlichen gelehrten Lebensarten sehr ver- schiedne Geschäfte, oder wie andere Gelehrte bei ganz andern Kenntnissen und Wissenschaften, als die seinigen sind, einen weit grösern Einfluß auf. das besondere und allgemeine Wohljeyn haben, wogegen der Vortheil der Beschäftigungen jenes Gelehrten fast wie gar nichts zu rechnen ist. Es scheint, sagt der nef- sinnige He l v e t i u s , daß man in Rücksicht auf die Meynungen, Sillen und Begriffe, allemai an andern nur das hochhalt, was man au stich selbst sindet, und weil mancher Gelehrter gar nichts von dem, wodurch andere so brauchbar in der Welt sind, bei. sich findet, so achtet er ihre Verdienste wenig oder nicht, und ist nur für die seinigen-, so klein sie auch seyn mögen, eingenommen. Mich dünkt, es sey der Natur des Verstandes gerade entgegen, viel Kenntnis und Erudition, zugleich aber einen guten Theii von Pes danterey zu haben, daß also wenige Kenntnis als eine ergiebige Quelle dieser Thorheit, sie selbst aber als ein natürliches Zeichen von einer geringen und armseligen Wissenschaft gehalten werden müsse. Ein weiser Mann in unfern Tagen sagt an einem Orte der Wahrheit völlig gemas: „je mehr der Beruf und die Umstande eines Menschen die Wirksamkeit seines Geistes einschränken, desto geringer ist der Wertb seines Etandes; desto geringer ist der Grad vom Wohlstände, welchen sich derselbe davon versprechen kann." Eifert er nun dennoch nm seinen Werth und um seine Ebre, wir kg«» er Bnßktt-Mn anders erscheine ) 7J C tien, als der thörichte Pedant, der seine Wenigkeit andern weit vorzuziehen, sich erdreistet 3 (Der Verfolg künftig.) Bekanntmachungen. i) Da gegen den Johannes Euler Zimmermann zu Kirchgöns eine beträchtliche Schuldensumme eingeklagt worden, zur weiteren Verfügung in der Sache aber vor allen Dingen erforderlich ist, den Passiv - Stand des gedachten EulerS genau festzusetzen, so werden alle bekannte wie unbekannte Gläubiger des vberwahnten Johannes Eulers zu Kirchgöns hierdurch edidtaiiter vorgeladen, so gewis in dem zur Richtigstellung dieser Schulvsache auf Montag den Uten May dieses Jahrs anberaumten Termin, entweder in Person, oder durch einen hinlänglichen Bevollmächtigten zu erscheinen , und ihre Forderungen gehörig zu liqnidiren, oder sich der gänzlichen Präklusion demselben von dem Eulerischeu Vermögen zu gewärtigen. Langgöns den 2otc» April 1807. Grosherzogl. Hess. Amt das. C. G. v. Zangen. 2) In der Nähe von Giessen ist ein zu einem Spezereikram auf dem Lande eingerichteter neuer Kramladen , nebst einem Dehl - Schrank und Salz - Kasten, zu verkaufen. Nähere Nachricht ertheilt der Ausgeber dieses, 3) Dienstags den ryten Mai, Nachmittags, werden in Buzbach auf der käsigen Schreiner-Herberge die Meu- bleß ausgespielt werden. Christian Gescheidt. 4) Es wird ein junger Mensch in ei- mn Dienst gesucht, der mit Gartens beit nmzugehen weiß, zugleich aber auch auf einem Billard gebraucht werden kann» Nähere Nachricht erfährt man bei Ausgebern dieses Blatts. 5) Zwei meublirte Stuben , die sogleich bezogen werden können, sind in der Wallthvrstrase zu vernuethen. Dee Ausgeber dieses Blatts ertherlt nähere Nachricht. 6) Es stehet dahier, eine geräumige Scheuer aus der Hand zu verkaufen« D>as Nähere bei Ausgebern, 7) Es ist am Sonntag, den s6ten April, auf der Schor zwischen dem Eel- zerthor und Wallthor, eine goldene mit Perlen verzierte Halötuchnodel verloren worden. Wer sie gefunden hat, nnd in der Schröderschen Buchdrukkerei abliefert, eryäit ein Douceur, Gottesdienst am 3. Mai. In der Sr. Pancratinskirche. Morgens Herr Superinrend. Müller. Nachmittags Herr Inspektor Buff. In der Burgkirche. Morgens Herr Inspektor Buff Nachmittags Herr Freiprediger Langsdorf. Am Himmelfahrtstage. In der St. Pancratinskirche. Mor» gens Herr Superintend. Müller. Nachmittags Hr. Kandidat Münch. In der Burgkirche. Morgens Herr Inspektor Buff. Nachmittags Hr. Professor Dieffenbach. Morgen den 3. Mai, baden daS FriMbacken, die Beckermeister \ Löber, in der Walltlwrstrase, und Magnus, gegen der Kühgaß, Ein- Ein- und Auspassirte. Am 24 April. Hr. Rentmeister Ebel, von Lauterbach, log. im Einborn. Eod. Hr. Aktuarius Bromm, von Romrod. Die Hrn. Kaufleute, Gröschel und Dehuhorr, von Hess. Cassel, log. im Rappen. Eod. Hr. Pfarrer Möbius, von EichelSdorf, log. im Löwen. Am 25. ApnI. Hr. Or. Kleinschmidt, aus dem Waldeckischen. Hr. Rentmeister Tittel, von Darmstadt. Hr. Phir- sching, Kaufmann, .von Marburg, log. hn Einhorn. Am 26. April. Die Hrn. Kaufleute, Schmidt, von Olpe, und Koch, von Siegen, log. im Einhorn. Eod. Hr. Scholl, Particulier, von Schweinsberg, log. im Rappen. Am 27. April. Hr Syndicus Briehl, von Grünberg. Hr. Kilp, Kaufmann, von Bacharach, log. im Einkorn. Eod. Hr. Kaufmann Steinmund, von Nancy, log. im Löwen. Am 29. April. Baron v. Dornberg, von Göttingen. Die Hrn. Kaufleute, van Beiderbeck, von Bremen, und Zimmermann, von Bacharach , .log. im Einhorn. Eod. Die Hrn. Handelsleute, Sechen, Starbach und Knope, von Malmedy, log. im Hirsch. Arn 30. April. Hr. Kaufmann Tem- Jrriiif, von Jppenbüren, log. im Einhorn. Getaufte bei der Stadtkirche. Am 23. April. Dem Burger und Fuhrmann, Jeremias Müller, ein Sohn, Namens Jeremias,, der den folgenden .Tag gestorben ist. Am ,26. April. Dem Burger und Mezger, Heinrich Valentin Mehl, eine Avchter, Namens Jvhannette Juliane. Eod. Dem Burger und Schuhmacher, Kaspar Steuerwald, ein Sohn, Namens Johann. Eod. Dem Burger und Rothgerber, Konrad Melchior Plank, ein Sohn, Namens Heinrich Konrad Karl. Am 29 April. Herrn Regierungs- rath Elwerr, -ein Sohn, Namens Äu- ,gust Friedrich Heinrich Adolph. Am 30. April. Dein Burger und Rothgerber, Balthasar Vetzberger, ein Sohn, Namens Friedrich Xaverias. Beerdigte bet der Gtadtkirche. Am 24. April. Marie, des Bürgers mnd Fuhrmanns, Jeremias Müllers, Ehe- frau, alt 32Jahr. Am 26. April. Heinrich Jakob Karl, ches Pädagogpedellen, Daniel Diehls, Sohn, alt l Jahr, 6Mon.„ 27 Tage. Am 27. April. Christiane Eliiabethe, des Burger und Fuhrmann, Job. Georg Wegs, Tochter, alt 3 Jahr, 2M0N. 15 Tage. Am 30. April. Christine, des Burger und Stadlmüller , Johannes Müllers, Tochter, Lahr, _2Mon. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 26. April. Walther Rohrbach, Soldat bei der .Reservebrigade, alt 59 Jahr. Am 27. April. Anne Margarethe, des Korporals beim zweiten Bataillon Leibregiment, Ludwig Muhls, Tochter, alt roMon., 7Tage. Am 30. April. Jvhannette, desver-« storbenen Grenadiers , Nicolaus Müllers, hinterlassene Wittwe, alt 65 Jahr. Am i. Mai. Philipp Daniel, deS verstorbenen Soldaten, Johann Jakob Benners, Sohn, alt 44 Jahr, tMon. Getaufte bei der katholischen Rirche. Am 2Z. April. Dem Ignaz Wein« ricb> Musketier beim zweiten Bataillon Leibregiment, ein Sohn, Namens Elias Daniel Karl.