Mze Mr> g s -MsftUes. Samstags den 28. Sept. 1805. Nro. xxxix. Polizey- Taxe. 1 ft. Ochsenfleisch — — auch 1 — Kühfleisch — — auch 1 — Rind fleisch — — 1 — Kalbfleisch — — I — Schweinefleisch— — 1 — Hammelfleisch — — 1 — Schaasfleisch — — 1 — Kalbsgelinge — — 1 — Kalbsleber — — I — Wurst — — — 1 — Bratwurst — — i — Schweinefett — — 1 — Rindsfett — — kr. 10 9 8 7 7 10 8 7 7 7 8 2 18 w 1 1 1 1 1 1 1 Illi 1 1 Polizey - Taxe. 1 ft innlandische Seife — 1 — innland. Unschlicht-Lichter 1 Maas Bier so 12 Grad halt so ic Grad hält — 1 Maas Milch — — 1 Maas Frucht - Brandtewein so 7 Grad halten muß — kr. 20 26 4 3 5 40 Pf. Brodtare und Gewicht. Vor 1 kr. Schwarzbrod 9 Lorh 11/48. Vor 1 kr. Weck 5 Loth 1/2 Q. Vor 1 kr. Milchbrod 4 Loth i;2 Q„ Vor i kr. Butter-Bretzeln 2 Loth 2 1-4 Ö. Vor 1 kr. gemischt Brod oder Taig- scher 7 Loth 1Q. Markt - Preise. 1 ft Hecht — — — 1 — Karpfen — — 1 — frische Butter — — auch 1 — geschalte Hirse —- — 1 — grob geschalte Gerste — J — klein geschalte Gerste — kr. 16 22 20 8 4 10 Pf. Markt-Preise. 8 Handkäse — — — 8 Euer — — — 1 Meste Erbsen — — 1 Meste Linsen — — i Meste Waizenwehl— — 1 Meste Allendorfer Salz — 1 Maas Niddaer C alz — kr. 8 8 64 64 180 48 10 Pf. Getraidepreisevom ri. Sept, bis den 28. Sept., in Frankfurt. Wahrung den fl. a 6o kr.und das ft. zu Z4loth 2^ O.uint Cölnisches Silbergew. Städte. Gemas. Waiz en | wiegt fl. kr. ft. Darmstadt das Malter. 9 30 175 Giessen das Achtel. 73 30 200 auch Marburg das Mött. 11 —■ 150 Wezlar Idas Achtel. 12 30 206 Korn aviegt Gerste wiegt Hafer wiegt. fl. kr. ft. fl.lkr. ft. fl. kr. IbT" 7 21 157 5 । 28 140 4 16 90 IO — 180 7 30 160 — 135 IO 30 — — '—( — 6 30 735 5 36 120 4 — 10 30 190 8 20 168 6~. 84 ) 154 ( Der Tempel des Glücks. Ei» Traum. Ich befand mich iir dem Wohnplatze der Zufriedenheit, einem Orte, den die beiden Töchter des Himmels, En fehle und Arste, vorzüglich liebten, und dem sie selbst diesen Namen gegeben hatten. Er lag auf einer stillen einsamen Höhe, und bestand aus einigen geringen, und beinahe ganz leeren Hütten , deren wenigen Bewohnern es an allem dem fehlte , was zur Bequemlichkeit und zum Vergnügen dienet; ohne daß sie diesen Mangel im geringsten empfanden. Jede Beschwerlichkeit ward ihnen durch Aretens freundschaftliche und eiunehmende Aufmunterungen leicht, vornehmlich aber durch die Hofnung, welche ihre ernsthaftere Schwester stets in ihnen unterhielt, daß sie bald an ei- 11 en andern Ort sollten verpflanzt werden, dessen Herrlichkeit sie nicht genug rühmen konnte. Sie nannte ihn den Tempel der ewigen Glückseligkeit. Er lag, ihrer Erzählung zufolge, oben auf einem hohen entfernten Berge, dessen Spitze mit lichten Wolken ganz bedeckt war. Obgleich niemand daselbst ein Gebäude erblicken konnte, so trauete doch jeder Eusebiens göttlichem Llnsehen und nachdrücklichen Versicherungen. Jch muß gestehen, daß alles , was ich hier sähe und hörete, zwar im Anfänge keinen geringen Eindruck auf mein junges Herz machte; aber die Beschwerlichkeiten und der Mangel, den die Beschaffenheit des Orts mit sich brachte , ermüdeten 'mich bald. Dies hatte die Wirkungen von Eusebiens Verheissungen schon etwas in lyir geschwächt, als ein Gesicht, das meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog, sie völlig unterdrückte. Ein Gebäude, das vor mir unten in einem Thalelag, worin die lieblichste Abwechslung von allem dem herrschte, was die Natur schönes und reizendes hat, riß alle meine Sinnen fort. Es schien an Pracht nicht seines gleichen zn haben. Der Glanz, womit es bedeckt, und dies Kostbare und Reizende, wovon eS umgeben war, hatten schon meine ganze Seele bezaubert, ehe Eusebie mir sagte, dies sey der Tempel des Glücks. Sie sagte mir oft, daß sein herrliches Ansehn lauter Blendwerk wäre; genug sagte sie mir, daß dieser so prächtig scheinende Tempel so baufällig wäre, daß ein geringer Nordwind ihn niederreissen könnte, dahingegen alle Wuth der Winde den Tempel auf dem Berge nicht wankend machen könnte. Mit welcher himmlischen Beredsamkeit ermahnte ffc mich nicht, ein beständiges ewig wahrendes Gut, einem kurze Zeit dauren- den vergänglichen vorzuziehen, in Hvf- nung zu leben, und nicht die wenigen Unbequemlichkeiten zu achten, die ihre wahren Verehrer kaum gewahr würden. Sie stellte mir vor, wie schwer und mühsam cs wäre, in den Tempel hineinzn- kommen, der unten vor uns lag, und daß ich gewiß, wenn es mir gelingen sollte, den obersten Tempel, der dock- allein mein Verlangen und meins Sehnsucht verdiente, ganz vergessen würde. Bleibe hier! sagte sie zu mir, mit einer beweglichen Stimme, bleibe bei mir, nm deiner Wohlfahrt willen, und der Himmel wird dich stärken. Aber wie der verliebte Dämon von brennender Ungeduld fortgetrieben wird, wenn ihm sein strenger Vater gebietet, die anlok- kende Galathee zu fliehen; so wie sein Verstand zuweilen gezwungen wird, die weisen Erinnerungen des Vaters zu billigen, dahingegen sein Herz den leicht- glaubi- ** ) Iff ( gläubigen Verstand und jede Pflicht hasset, Die ihn von seiner Geliebten trennen will: so waren auch alle Vorstellungen, die mir Eusebie thun konnte, vergebens. Sobald ich ihr zu glauben geneigt war, warv ich unwillig über mich selbst , und ich glaubte ihr nicht weiter, sobald ich uur'meine Augen nach dem Tempel des Glücks wandte. Ich war ganz mit dem Gedanken beschäftiget, wie ich auf eine anständige Art die Wohnung der Zufriedenheit verlassen könnte, als Eusebie Jelbfl .mid) aus dieser Verlegenheit riß. „Ich sehe wohl, (sagte sie,) daß dir Lust und Muth gebricht, hier zu bleiben , und weder Aretens noch meine Grundsätze erlauben uns, irgend jemand zu zwingen. Dein Geist ist ganz auf das reizende Gesicht gerichtet, das dich bezaubert Hai. Die Unerfahrenheit der- «er Jugend bringt es so mit sich. Ich habe Mitleiden mit deiner Verwirrung. Gehe denn hin zum Tempel des Glücks, wenn btt durchaus dahin willst. Gehe, begieb dich in meiner Schwester Gesellschaft und bitte sie, dich hinein zu bringen. Hüte dich vor dem Rath und Beistand aller derer, die nicht zu ihrem Gefolge gehören. Du magst hineiukom- men oder nicht, so vergiß vor allen des obersten Tempels nicht. Wende zuweilen deine Augen dahin, wenn der Glanz des untersten Tempels dir am meisten reizend scheint. Bist du mir gehorsam, so sehen wir uns einander ganz gewiß wieder, und vielleicht zu einer Zeit, da du es am wenigsten vermuthest." Hier drückte sie mich mit-einer mehr als mütterlichen Zärtlichkeit an ihre Brust, und überließ mich Areten. hen. Ich bat sie, Eusebiens Rathe-zrr- folge, mich mitzunehmen. Sie war willig dazu, vhngeachtet ihre« Anhänger, wie sie sagte, viele Mühe hätten hinein zu kommen. Ich hörte diese Worte kaum, und meine heftige Begierde, mich dem Tempel zu nahen, ließ dem furchtsamen Zweifel keinen Raum in meinem Herzen'. Wir begaben uns sogleich auf den Weg. Ehrlichkeit, ein ehrwürdiger Mann, in altväterischer Tracht, schlecht und recht, und Fleiß, ein gesunder starker junger« Mensch, dessen Munterkeit seinen Kräften gleich war, waren in dem Gefolge, um Areten zw helfen, mich und meine Mitwandcrer in den Tempel zu bringen. Arete betrachtete mit einem nachsichtsvollen Lächeln den Eifer, womit wir vom Berge her- abeilten. Sie bequemte sich zu unserer Ungeduld , und wir kamen bald in daö anmuthigste Thal. ( Der Verfolg künftig. ) Bekanntmachungen. i) Nachdem gnadigst verordnet worden, daß von dem lten Oktober dieses Jahres an, Vie Erhebung des Schoor - und Brücken - Geldes gänzlich aufhören, dagegen aber von gedachtem Tag an, das bisher» gehobene Brückengeld in und Suite. Hr. General Berrlsier, nebst Gemalin, in K. Franzos. Diensten. Hr Rat» Koller und Hr Krussi rind Hr Eckhart, beide Eomissairs, au? Hannover, log. in der Post Eod. Domberr v. Tbom, von Kölln. Hr, Amtmann Wagner, in Kurhessisch. Diensten, von Rosenthal Dir- Hrn. Kaufleute, Bernhard, von Frankfurt, und Eckhard, von Offenbach, log. hu Einhorn. Am 22. Sept. Die Hrn. Kaufleute, Kessmann, von Frankfurt, und Kilp, von Bacharach, log. im Einhorn. Am 23. Sepr. Die Hrn. O erforst- meisier, v. Rau, und v. Schöufladt, in Waldeckischen Diensten, log. im Einhorn. Eodem. Hr. Hofrath Schuhmacher, von Bremen, log. in der Post. Eod. Hr. Kaufmann Köhler, von Elbenrod, log irn Rappen. Am 24. Sept. Hr. Rentmeister Deiwel! , von Catzenelnbogen, log im Einhorn. Am 25. Sept. Hr. Dr. Braun und Hr. Senator Derner, nebst Familie, von Hamburg. Die Hrn. Kaufleute, Paul, Daranack, Kabener, und Hirad, von Bremen, log. in der Post. Eod. Hr. Procurator Reichart, von Wezlar. Hr. Kaufmann Bauer, von Frankfurt. Hr. Schmidt, Hofzahnarzt, von Leipzig, log. im Einhorn. beerdigte bei der Gtadtkirche. Am 21. Sept. Hr Dr. Gottlieb Wilhelm Liebknecht, Landgrafl. Regie- rungsadvokat, alt 68 Jahr. Am 26. Sept. Eusabetbe, desMau- rergesell Christoph Kochs, Tochter, alt 18 Wochen.