Anzeigungs-Blättchen. Nr<>. XVIX. Samsta Giesser Mci i ft Ochsenfleisch — — l — Kühsieisch — — I — Rindfleisch — — I — Kalbfleisch < — — I — Schweinefleisch— — j — Hammelfleisch — — I — Schaaffleisch — — I — Kalbsqelizzge — — I — Kalbsleber -* — I — Wurst — — — I — Bratwurst — — gs ua kr. IQ 9 8 6 IQ 8 6 6 8 15 s 1 ZL 1 1 1 1 1 1 1 Illi li.Mai. 1800; und Markt-Preis. 1 ft Hecht — — — 1 — frische Butter — •— 1 — Span 5 Sau — — 1 — geschälte Hirse —-- 1 — grob geschalte Gerste — 1 — klein geschälte Gerste — i — Holländischen Käse — 4 Handkäse — — — . 6 Eyer — — — 1 Meste Erbsen — *— 1 Meste Linsen — —* kr.' 14 15 [Q 8 8 IO 18 4 4 48 64 £ 11111111III I — L>cyweinefett — — I — Rinds fett — — I — Hammelsfett — — I — innlandische Seife — j — innländ. Unschlicht-Lichter 20 18 24 24 1 M 1 l ’ 1 Meste Waizenmehk — — 1 Meste Salz — — — 1 Maas gur Vier — — 1 Maas Milch — 7- 1 Maas Frucht-Brandtewern 90 48 3 6 32 1 1 H 1 l ' Schwarz Brod Weck — — Milchbrod Butter-Bretzeln gemischt Brod oder Taigscher kr. i i i i i Loth 12 6 5 3 i 9 Luint 1 1 1/2 11/2 3/4 I 1/2 Getraidep den fl Städte. Darmstadt Giesse» Marburg Wezlgr reise vom ri . a Go kr. Ul 0 g in 5 s. das Malter. das Achtel, das Mött. das Achtel» i.Ma id das Waiz ft 9 7 9 i bi ft. eu kr. 40 3o 20 s der W 3 viegt ft. r?s 200 150 Ä06 24 4 kl Ko D 6-! 6 4 6 .99 >ch IN fn 4 P lai, il Cvlni wiegt ft. 157 180 i35 190 a Frankfurt. Wahn 'ches Silbergewicht. Gerste wiegt.Hafer st/str. ft. fl.lkr. 4 56 140 41 3 5120 160 4 40 4 to| 120. 315 414°1 16811 41— sng wiegt ft. 98 140 84 — ) 74 ( — Von der Cnttttt der Erdm-ndeln. Nach dem Urtheil der Caffee-Kenner übertreffen die Crdmaudeln bei weitem alle vorgeschlagene Coffee? Surrogate, und sie sollen selbst den geringer« Sorten des achten Caffees vorzuziehen seyn. Sie liefern aber auch vieles und seines Oehl, und da ihnen die Wetrerschaden nichts anhaben können, indem sie nicht Früchte, sondern die in der Erde steckenden knolligen Wurzeln, einer in Italien und der Levante wachsenden Grasart, Cyperus efculentus sind, sind sie desto schäzbarer. In Italien trägt man sie Zum Desert auf, weil sie wie süse Mandeln schmecken. Sie werden dafelH Dulcichino, Traft, Bacicci, im Vene- tianischen Dolzolini, im Genuesischen, Giuggioii terreflri genannt. Aber alle diese Artikel fehlen in unfern Waaren- Lexias, und ich habe sie vergebens bei LudQvici, Schedel, und Bohn gesucht. Die ersten Eremplare, welche bisher kam-,' , icd van dem Herrn Bergrath Garterer in Heidelberg, dessen Freundschaft ich schon so manches schöne Geschenk danke, ich gab sie Jemanden der einen Garten besizt, nebst der schriftlichen Anweisung ihrer Cultur. Allein man ließ die Vorschrift äusser Augen, legte die Mandeln erst spät im Mai in freies Land, und aus der Ernte wurde ganz natürlich Nichts Sie erfordern einen gedüngten lockern Boden, in einer warmen sonnigen Lage. Schwerer oder magerer Boden, so wie auch Schatten sind ihnen zuwie- drr. In der Mitte oder zu Ende des Aprils werden sie gelegt in Riefen oder Rinnen, welche 2 — 21/2 Zoll tief sind und io Zoll von einander stehen. Man weicht sie 24 Stunden zuvor in Wasser ein, legt sie dann 6 — 8 Zoll von einander, und verzieht sie in der Folge auf 16—18 Zoll, und zwar, wenn fie 3—4 Zoll hoch geworden sind. Mit den auS- gehobenen rekrutirt man die leer gebliebenen Stellen, und macht nun Pflanzungen damit. Im Anfang des Julius und biö in die zweite Hälfte desselben, löset man die häufige» Seitensprossen von der Hauptpflanze ab, und verpflanzt sie, wobei man sie einschlämmt. Oesters Jäten und Auflockern des Bodens ist durchaus uöthig, wann sie gedeihe» sollen, nur muß es vorsichtig und flach geschehe». Aber noch weit mehr vortheilhaftet ist es, sie in Mistbeeten zu erziehen. Man legt das Mistbeet in der zweiten Hälfte des Merz au, und aeöhlte Papierfenster sind hinlänglich gut dazu. Im Mai, wenn keine Fröste mehr zu besorgen sind, hebt man die Pflanzen «US , unv jnineui fXe fpgictq, tu Avleger, wodurch ihre Vermehrung zum Erstaunen gros wird. Rükr nun die Zeit her. an, daß man drejemgen, welche im freien Lande erzogen wurden, zertheilt, welches im Julius zu geschehen pflegt; so kann man die aus den Mistbeeten verpflanzten zum zweitenmahl verteilen. Von der Mitte des Septembers Lis gegen das Ende desselben, mähet man die Halme ab, und füttert sie dem Vieh. , Im Oktober ist die Ernte. Man wählt dazu warme trockene Tage, und da sie in einem lockern Boden seicht stehen; so -ist die Arbeit leicht. Man reinigt sie von der Erde durch Waschen, und rrockner sie auf einem luftigen Boden auf Horde». Nach dem Trocknen renngr man sie vollends durch Reiben rmd Worfeln. tVM — J 75 C — was ist die wechfelretrterei. Wir hören und lesen izt so viel von Wechselreuterei, und noch neuerlich hat ein Hochachtungswürdiger Kenntnißrei- chcr Handlung^ - Schriftsteller, Hr. Professor Büscb seinen Mitbürgern gründlich gezeigt, daß die Wechselreuterei eine der Hauptursachen der ungeheuren Banke-' rotte in Hamburg sey, so daß ich es der Mühe werth halte, hier zur beliebigen Einsicht und Warnung für diesen Sckwin- Del, wie die Hamburger Juden dieWech- felreuterei nicht übel nennen, ganz kurz anzugeben worin» sie bestehe. *) 7 Die ganze Wechselreuterei gründet sich auf den Discont und die Leichtigkeit: Wechsel zu discontiren, d. i. einen Wechsel vor der Verfallzot sich gegen Zinsen für die Zeit , welche er noch zu laufen hat, auszahlen zu lassen. Diese Zinsen (Difconto) werden gleich von dem Vorschuß abgezogen, steigen oder fallen nach Umständen, und werden auf das Jahr zu 360 Tagen gerechnet. (Fortsezzung folgt.) Bekanntm-chttngen. 1) Wer an die Verlassenschafft des »erstorbenen Negierungs-Advokaten Neu- lbauers allhier aus irgend einem Grund eine Forderung zu haben vermeinet, hat sich desfalls a dato binnen 6 Wochen bei unterzeichnetem ommiflario zu melden, »der sich zu gewärtigen, daß jene Verlassenschafft den Neubauerischen Erbet» werde verabfolget werden. Giesen den 8>Mai 1800, Pon Commissions wegen. L e n s l er, Fürst!. Regierungsrath. 2) Nachdeme der dahiesige Burger und Fuhrmann Johann Christian Rinn eine solche Schuldenlast contrahirt daß dessen Vermögen zu deren Tilgung nicht anreicht, und dieserhalb der Coneurs- proceß erkannt worden , so werden alle diejenige, welche an obgedachten Rinn aus irgend einem Grnnd eine Forderung zu haben vermeinen, hiermit vorgeladen und angewiesen, in dem auf Donnerstag den söten Juny dieses Jahrs ad liqyi- dandum anberaumten Termin bey dahie- sigem Oberamt Morgens 9 Uhr zu er-- scheinen, ihre Forderungen einzuklagen und zu liquidiren, widrigenfals sich zu gewärtigen, daß sie damit ausgeschlossen^, und nicht weiter gehört werden. Signatum Giesen den 16. May 1800. Fürst!. Hess. Oberanft das. 3) Künftigen Mittwoch als den 4ten Juni, Nachmittags 1 Uhr, soll in des verstorbenen Fuhrmann Johannes Noll Behausung in der Neustadt, ein Karn, Pflug und Egge, Weiszeug, Eisen und Holzwerk, sodann allerhand Hausrath, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden- *) Zum Voraus ist tu erinnern/ baß man mit der Wechselreuterei, weder ein überlegtes Hin und wieder Trassirem (Tirailliren ) auf Credit, ohne welches die Banker ihre Geschäfte garuirtt machen können — noch das TraAren eines schwächern Kaufmanns auf einen mächtiger», der ihm dieses aus Freund.chaft erlaubt/ und in vollen Geschäften sich nöthigen Falles Geld tu verschaffen, — noch eine gegründete Wechsel, Speeulation, die insonderheit bei dem Handel mit rvbkm Silber •les Gold Statt hat, •» «emechseln darf. ) 7^ ( . "* so hierdurch zu jedermanns Nachricht bekannt gemacht wird. Giessen den Loten Mai 1800, „. Fürst!. Hess. Oberamt das. Rayst. Gottesdienst am Ersten Pfingsttage. In der St. Paucratruskirche. Mor- Herr Superintendent Bechtold, e Nach- Luittags Hr. Superintendent Müller, Zn der Vurgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Puff. Am zweiten Pfingsttage. ' In der Sk. Pancratiuskirche. Morgens Hr. Professor Palmer. Nachmit- rags Hr. Superintendent Müller, In' der Vuakirche. Morgens Here Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Kandidat Kunz. i Ein - und Aaspasfirie, Am 26. Mai. Herr Loozen und Hr. Albertin, Kaufleute von Livorno, log. in der Post. Eod. Hr, Rudolph von Gotha, Hr. Dieckel von Freyeusee, und Herr Obex^ lach, Kaufleute von Elberfeld, log. im Löwen., Arn 27« Mai. Hr. Forstmeister Klip- stein aus Solms, log. im Einborn. Am 28. Mai. Herr Obristlieutenant von Geismar nebst dessen Gemahlin von Hanau, und Hr. Kaufmann Sachs von Frankfurt, log. in der Post. Eod. Hr. Kauffmann Kratz von Hain- Lach, log. im Rappen. Eod. Herr Forstmeister Hurtig von Gladenbach, log. im Einhorn. Eod. Herr Generallieutcnant von Kospoch, in Hessen Easseiischen Dienst» Hmchpasslkt« Am 29, Mai. Herr Ri ecke rt, Kaufmann aus Sachsen, und Hr. Kreis von Frankfurt, log. im Löwen. Eod. Herr Doctor Hagemann von Marburg,, log. im Ritter. Am 23. Mai. Hr. Hauptmann von Gall, in Hessen Darmstädtischen Dienst, log. im Einhorn. Eod. Herr Keidel, von Mannheiur, llog. im Rappen. Eod. Herr Hertzberger, von Homburg an der Höhe. Herr Werso, von Coblenz. Hr. Wagner, Kaufmann von Wetzlar. Hr. Rudolph, von Sachsen Gotha. Hr. Liebs, von Bremen, log« im Löwen. Am 24. Mai. Frau Fürstin v. Dirnberg zu Dirnberg, nebst Suite, undHr. Doctor Riffhach, von Dasburg, log. in der Post. Am 25. Mai. Hr. Hauptmann von Holwag nebst dessen Familie, in Hessen Easseliffchen Diensten. Herr Kaufmann Decker, aus AUendorf, log.im Einhorn. Getaufte bei der Stadtkirche. Am 22. Mai. Dem Burger und Kaufmann Friedrich Heusler, eine Tochter, Namens Johannetta Wilhelmina, Getaufte bei der Burgkirche. Am 19. Mai. Dem Mousquetier Ludwig Becker, beym 2ten Bataillon Landgraf ein Sohn, Namens Georg Philipp Balthasar» Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 24. Mai. Johann Peter North, Scharffrichtkr allhfer, alt 37 Jahr. Am 25. Mai. Dein Burger und Rothgerber, Johann Henrich Sack, eine Tochter, alt r Jahr aMouar 2;Tage. Am 28- Mai. Der Burger und Traiteur, Johann Christoph Damer, alt 53 Jahr 4 Monat. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 24. Mai. Christian Sturmer, Itwalid, alt,69 Jahr. - '