Anzeigungs-BlätttHcn. Nro. XVII. SamsiagS den i?.Mai. igoo»* Giesser Victualien - und Markt-Preis. kr. pf. kr. Pf- 1 ft Ochsenfleisch — — 9 1 ft Hecht — — — f4 1 — Kühfleisch — — 7 2 1 — frische Butter — — 17 — 1 — Rindfleisch — — 6 2 1 — Span-Sau — — IO 1 — Kalbfleisch — — 5 — 1 — geschälte Hirse — 8 —- 1 —. Schweinefleisch— — 10 *■* 1 — grob geschälte Gerste — 8 — j —, Hammelfleisch — — —— — 1 — klein geschälte Gerste —• 10 1 — Schaaffleisch — — — 1 — Holländischen Käse — 18 **■ 1 — Kalbsgelinge — — 5 3 Handkäse — — — 4 1 — Kalbsleber — — 5 7 Eyer — — — 4 «NM I — Wurst — — — 8 — 1 Meste Erbsen — — , 48 1 — Bratwurst — — 15 1 Meste Linsen — — 64 1 — Schweinefett — — 20 i MestrWaizenmehl— — 90 »MW 1 — Riudsfett — — 18 < lÄeste Salz — — — 48 — j — Hammelsfett — — — — 1 Maas gut Bier — — 3 *■* 1 — innlandische Seife — 24 — 1 Maas Milch — — — 6 ME 1 — innländ. Unschlicht-Lichter 24 — 1 Maas Frucht-Brandtewein 132 EM Getraidepreise vom iv.Mai bis den 17.Mm, in Frankfurt. Wahrung den fl.ä 6okc. und das ft. zu Z4Loth Cötnisches Silbergewlcht. kr. Loth Quint Schwarz Brod 1 12 1 Weck — — 1 6 .1 r/r Milchbrod 1 5 I JJ2 Butter-Bretzeln 1 3 3/4 e gemischt Brod oder Taigscher 1 9 .11/2 Stadt e. Gemä s. Waizen wiegt Korn | wiegt Gerste tviegtj Hafer wiegt st. kr. ft. fl.i kr.' ft. fl- kr. ft- ! fl.fr. ft. Darmstadt daß Malter. 8 IO 175 6 - »— 157 4 57 1401 4110 98 Giessen das Achtel. 9 40 200 6 $0 180 5 SO 160* 5 45 140 Marburg das Mött. 7 30 | 150 1 5 — 13S 4 30 \ 120; 3 3o 84 Wezlar idas Achtel. |io 20 | 206 || 6 140 190 5 20 | i6g| 4i3° **• ) 66 ( -* Was ist der wachstem? Im Reichsanzeiger wurde lezthin berichtet : eine gewisse Familie in Franken bewahre als einen kostbaren Schatz einen Stein auf, den man auf die Wunde eines von einem tollen Hunde gebissenen Menschen legre, wo er sich vollsaugte, nnd dann absiel. Ich lasse seine Wunderkräfte dahin gestellt seyn, wage es aber dreiste zu behaupten, daß dieser Wuthftein nichts anders als der sogenannte schon lange bekannte Scklan^ genstem, Piedra de Cobra , fey. Wir erhalten ihn aus Ostindien. Ceylon, Malacca, Sumatra und Lorneo liefern den meisten, die Indier schrei» den ihm gar wunderbare Kräfte zu, und man gab ehemals vor, daß er von der Brillenschlange Cobra de Capellofomme. Sie sind sehr rheuer, das Stück kostet selbst auf dem Cap, wo Tbunberg den ersten zu Ro de Sand sah, oft io — 12 Rthlr. Der Stein hat die Grdse und fast auch die Gestalt einer Bohne, ist schwarz Mit einem bleichen aschfarbigen Flecken in der Mitte. Die hellgrauen sind am meisten gebrannt, die dunkelgrauen weniger. Legt man ihn in Wasser; so steigen eine Menge Blasen auf, die ein Zeichen seiner Güte sind. Nimmt mau ihn in den Mund, so muß er sich fest an den Gaumen anhängen. Er wird durch die Kunst aus der Asche einer Wurzel, und aus einerg-wissen Erde bereitet, die man hei Kin auf Ceylon findet. Beides wird zusammengemischr von neuem gebrannt, zu einem Teig gebildet, und daraus der Schlangenstein gemacht, den man alsdann austrokuen läst. Er hat sehrfeine Poren, die man aber nicht mit blosen Augen sieht. Ist Jemand von einer Schlange gebissen worden: so legt man diesen Stein darauf, der sich fest an die Wunde hangt, und wenn er sich vvllge- sogen hat, fallt er wie ein Blutigel von selbst wieder ab. Hierauf legen ihn die Indier in süseMilch, wodurch diese blau wird, der Stein sich von dem erngesoge- nen Gifte wieder reinigen, und auf daö Neue brauchbar werden soll. Bisweilen scarificiren sie die Wunde, ehe sie den Stein auflegen. Die Hottentotten haben noch eine kürzere Kur. Wird einer von einer Schlange gebissen; so sucht er einen Frosch auf, und reibt die Wunde damit. Ver;eichnrs unsrer Gartengewächse. Im freien Lande werden in Teutschland gebaut. Diandria, monogynia. Roam-riu, Rofmarinus officinalia. Wird weit besser, wenn man ihn im freien Lande zieht, und im Winter mit einem Bienenkorb bedeckt. Salbei, Salvia offieinalis. Zur Reinigung derjenigen Zimmer, wo sich oft Flöhe in groser Menge finden, dienen die Stengel der klebrlgen Salbei/ S. giurmofa, die bei unferm ge- schikten botanischen Gartner H. Sauer zu haben ist. Man wirft die Stengel unter fr je Bettstellen, wenn sie voll Flöhe hängen, verbrennt man sie. Jeder kann sich diese Pflanze selbst ziehen. Triandria n oaogynia. Groser Baldrian, Vale>iana Phu. Die zarten Blatter mischt man unter die feinen Kräutersalate. Rapumet ( hier N üßgen, an andern Orten Schaaf-Mäulchen , Valeriana io« curta olitoria. Gurke/ Cncumis fativus, mit verschiedenen Abänderungen. Rürbi« i Cucurbita, mit mancherlei Da- rittaken. •** ) 6? ( ErdMände!, Cypem efculentiis. Von Bechstedt zuerst zum Anbau pfohlen. Tetandria. Lrähenfuß, Plantago coronopus. Unter die feinen Salatkrauter. Ptntandria. ü>chscn;unge , Anchufa offic. , Die Blatter werden zu Gemus und unter die feinen Salatkrauter genom- men. Borrage, Borrago off. Unter die feinen Salatkrauter. Rübrapun;el, Campanuia rapunculiis. Die runden knolligen Wurzeln zu Sa- kat. walvapumel, Phyteuma fpicata. Dieselbe Nutzung. Lartoffeln, Salanum tuberofiim. f Die frühen Sorten zieht man in Garten. Spanischer Pfeffer, Capficnm annuum. Die unreifen Früchte milcht man unter saure eingemachte Sachen. Meloe, Atriplex horteotis. Statt des Spinates als Gemüse. Möhren, Daurus carotta. a) lange rörhlich gelbe, b) Carotte, c) hoornische. Angelika, Angelica. e Vorzüglich häufig von den Engländern in ihren Garren gezogen, die die Blätter und Wurzeln zu Brühen nehmen. Erdkaskanie, Bunium btilbocaflanum. Seefenctiet, Crithmnm maTitimum. Die Blätter unter die Salalkräuter. A«ekerwur;el, Sium fifarum. Lerbel, Scandix. Der spanische K. 8. odorata wird untre die feinen Salatkräuter gemischt, an Suppen und Brühen gethan, giebt aber auch im Frühjahr ein gutes Milch- futter. (Fortfezzung folgt.) Bekanntmachttttgen. i) Wer an die Verlassenschafft des verstorbenen Negierungs-AdvokatenNeubauers allhier aus irgend einem Grund eine Forderung zu haben vermeinet, hat sich desfalls a dato binnen 6 Wochen bei unterzeichnetem Commiffario zu melden, oder sich zu gewärtigen, daß jene Ver- laffenschafft den Neubauerischen Erben werde verabfolget werden. Giesen den 8. Mai 1800. Von Commissious wegen. L e a s ! e r, Fürst!, Regierungsrath. 2) Mittwochen den 28ten dieses, Morgens io Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus i) daS von dem Pförtner Johann Ludwig Hahmel hinterlassene Wohn- haus am Selzersthor, nebst dazu gehörigem Stall und Mistplatzchen, 2) das dem Schäfer Daniel Müller zu Mainzlar zustehende Wohnhaus, auf dem Selzersweg, neben Hrn. Rathsfchöff Magnus öffentlich an den Meistbietenden gegen ba^re Zahlung verstrichen werben, Liebhaber dazu können sich alsdann einfin- den, und die weitere Bedingungen vernehmen» Giesen den loten Mai i8°°» Fürst!. Hess. Dberamt das. Rayß. o) Freitags den 2gteu dieses, Morgens 10 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus das des Juden Elkan und Löw Hirschen Kinder zustehende Wohnhaus, nebst Zugehör, in der Wallthorstrase, neben Fuhrmann Schwan, öffentlich au den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden, so hierdurch zu jedermann- «*■ ) 63 C mannS Nachricht bekannt gemacht wirb. Giessen den iten Mai ißoo. Fürst!. Hess. Oberamt das. Rayß. 4) Dienstags den 22ten dieses, Nachmittags l Uhr, foll in des verstorbenen Fuhrmann Johannes Noll Behausung in der Neustadt, ein Paar Ochsen und 2 Kühe öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden. Giesen den löten Mai 1800. Fürst!. Hessisches Oberamt das. Rayß. 5) Ein Logis, aus 4 Stuben und 2 Kammern bestehend, ist in der Neustadt zu vermiethen; auf Verlangen könnten auch noch 2 Stuben und 1 Kammer dazu gegeben werden. Das Nähere ist bei Ausgebern zu erfragen. Gottesdienst am 18. ttTfti. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Superintend. Müller. In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Buff. Am Himmelfahrtstage. In der St. Pancratiuskirche. Morgens Herr Superintendent Bechtold. Nachmittags Herr Magister Diefenbach. In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Superintendent Schulz. Morgen den 18. Mai hat das Frischbacken der Beckermeister Wahlen- felS, in der Neustadt. Em- und Auspasstrte. Am 8. Mai. Hr. Wisserer und Hr. Jung , Kausteute von Frankfurt. Hr. Kaufmann Grethe, aus Hanau, log. im Einhorn. Am 9. Mai. Hr. Kaufmann Fleischmann , von Frankfurt, log. im Einhorn. Eod. Demoiselle Hoffmann, auö Grünberg, log. bei Hrn. Kaufmann Hast. Getaufte bei der Sradtkircbe. Am 14. Mai. Dem Burger und Kiefer Johann Philipp Reiber, ein Sohn, Namens Georg. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am io. Mai. Elisabetha Christina, Philipp Magnus Beckers, Burgersund Gasthalters zum goldnen Ritter, Tochter, alt 2M0N. Eod. Susanna Magdalena, Georg Balthasar Stohrs, Burgers und Tuchmachers, Tochter, alt 4 Mon. iyT. Am n. Mai. Dem Burger u. Schreiner, Georg Conrad Debus, eine Tochter, Namens Maria, alt izJahr. Eod. Ein unehelicher Sohn, Namens Georg, alt 1 Jahr, 7 Mon. Am 15. Mai. Dem Hrn. Universi- tatsapotheker Franz Gottfried Kuhnhard, ein Sohn, Namens Georg August, alt 7 Mon. 28 Tage. Eod. Des Karzerdiener Joseph Sta- delers, nachgelassener Sohn, Namenö Balthasar, alt 9 Mon. Ropuliree bei der Burgkirche. Am iz. Mai. Hr. Ludwig Wilhelm Weisgerber, Fürst!. Rentmeister und Amlskeller zu Wallau, in der Herrschaft Epstein, und Jungfer Karolina Pfaff, des Fürst!. Hrn. Kriegszahlmeister Pfaffs allhier, jüngste Jgfr. Tochter. Beerdigte bei der Burgkirche. Am 15. Mai. Anna Margaretha, eine unehel. Tochter.