Anzeigungs-Bläkkckell. Nr°. XXXVIII. Samstags den u. October. igoo* Giesser Vict I ft Ochsenfleisch — — i — Kal) fleisch — — 1 — Rindfleisch — — 1 — Kalbfleisch — — 1 — Schweinefleisch— — 1 — Hammelfleisch — — 1 — Schaaffleisch — — 1 — Kalbsgelinge — —- 1 — Kalbsleber — — 1 — Wurst — — — j — Bratwurst — — l — Schweinefett — — j — Rindsfett — ! — Hammelsf-tt — — j — in n ländische Seife — — innlättd. Unschlicht-Lichter ua kr. to 8 7 8 IO 7 6 6 8 iS 120 18 24 26 ien - pf. 1 — — und Markt- Preis. 1 ft Hecht 1 — frische Butter — — 1 — Span - Sau — — i — geschälte Hirse — — 1 — grob geschalte Gerste — f — klein geschälte Gerste — r — Holländischen Käse — 4 Handkäse — — — 5 Eyer — — — 1 Meste Erbsen — — i Meste Linsen — — 1 Meste Waizenmehl— — 1 Meste Salz — — — 1 Mass gut Bier — — 1 Maas Milch — - 1 Maas Frucht - Brandtewei« ft.1 16 19 10 8 8 IO 18 4 4 48 64 l8o go 3 6 32 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ' r Getra'depreise vorn 4 Oct. bis den 11. Oct., in Frankfurt. Wahrung den fl. 6v kr. und bas ft. zu z^Loth Cölnisches Silbergewicht. fr. Loth Quint Schwarz Brod 1 14 3 l/L Weck - — 1 7 1 M'Ichbrod I 6 1 But-ter- Bretzeln 1 3 2 1 ft gemischt Brod oder Taigscher 1 11 r/2 Städte. Gemä s. Waizen wiegt Korn wieat Gerste wiegt) Hafer [wiegt fi. W K" fLfV.I ’ft. fl. ifr. ft- j fl. kr. 1 ft. Darmstadt das Malter. 7 175 4 59 157 3 3 140’ 3 24 98 Wleflen oas Achtel. $ 20 20c 5 >0 18° A 3’ 160 3 20 140 Marburg das Mbtt. 7 - 3 40 »3 5 3 120 1 48 84 Wezlar das Achtel» 9 1° I 206] 513° 190 3 40 1681 31H *■* ) r§o ( — Nüzliche Verbefftrutt§ unsrer Mistbeete. Verfolgs Nun muß aber auch die rechte Zeit den Saamen zu säen, beobachtet werden. Dies darf er st nach xö—12 Sagen geschehen , damit der Saame nicht verbrenne. Erhizt sich das Beete zu stark, so wird es gelüftet. Wo- sich Brandflecken zeigen, wird die brandige Erde herausgenommen, und weggeworfeu. Kann man nun mit der Hand, durch die Erde bis auf den Mist langen, und fühlt man keine Hitze mehr, dann erst kann man mit Sicherheit die Saat vornehmen. Aber es ist eine Hauptsache: grose Hitze in den Mistbeeten abzuhalten, denn der Dampf ist nicht allein den Pflanzen, sondern auch den Fenstern sehr schädlich. Wenn daher die Sonne einige Tage warm scheint, so lüftet man die Fenster ein wenig, mittelst eines Kerbholzes, und sticht da, wo Pflanzen umfallen, Luftlöcher mit einem Pfahl in die Erde. Dabei kann man auch wahrend der ersten und stechendsten Sonnenblicke, Reiser auf die beschwizten Fenster legen, bis sich die Dampfe durch jene Öefnung meist wieder herausgezogen haben. Beim sehr frühen Treiben auf den Mistbeeten, ist erstaunlich viel, am Lustgeben, gelegen. Dieses ist im Marz, noch mehr "aber im April gar keine Kunst: denn da darfman nur die Fenster, und zwar an kühlen rauhen Tagen gegen den Wind öfnen, welches bei der frühesten Treiberei nicht angeht. Da ist eine geschickte Anwendung des Spickens oder Schröpfens das beste, wobei die Fenster, so lang es die Witterung verbietet, sie zu öfnen, meh- reutheils gänzlich verschlossen bleiben können. Je heisser das Beete ist, desto länger bleiben die Fenster offen. Bisweilen verliehren die. frühen Mistbeere ihre; Hitze, und dann muss nachgehelzt werden. Zu dieser Absicht legt man rings um den Kasten frischen Mist 2 Fus breit. Dieses Nachheitzen ist oft schon nach 14Tagen nöthig. Die Marren dürfen dann auch nur bei Sonnenschein weg- genommen. werden, desgleichen nach einem Regen, damit das Wasser besser ablaufe, und weil nasse Matten kälten, und die Fenster drücken. Wenn nun die Scheiben unrein werden, leisten die Fenster kaum die halben D-enste mehr. Sie müssen daher mit Bürsten und Schwammen fleisig gereinigt, die Unreinigkeiten von den Marten abgrkehrt, und die Scheiben wenigstens alle Jahre einmal mit Bleiweis und Brannrewein recht rein abgepuzr werden« Warme Regen sind den Mistbeeten gut, man läst sie also scharf davon befeuchten. Hingegen sind ihnen die qrosen Regentropfen an warmen sonnigen Tagen nach- theilig. Das Begiesen ist bei gut angelegten Mistbeeten, wenigstens so lange Fenster darauf liegen, selten nöthig. Mehr offen gelassene Beete trocknen eher auS. Wenn nun die welken Blatter Durst verrathen, begiesetman die Pflanzen des Morgens mit lauem Wasser. Können aber die Fenster offen bleiben, so ist der Abend die beste Zeit zum Begiesen. Wenn man nun die Fenster ganz wegnehmen dürfe, muß jeden Gärtner die Erfahrung lehren. Mistbeete dürfen nur dünne besäet werden. Fallen die schwächer» Pflanzen um, so zieht man sie aus, damit sie nicht faulen und die gesunden anstecken. Aber man muß auch wissen, welche Pflanzen sich im Wachsthum mit einander vertragen. Denn viele verhalten sich in Ansehung der freien Luft, nicht gleich gegen einander. Melonen vertra- geu — ) 10 ( — gen keine, Möhren und Bohnen abef viel Luft. Manche müssen gleich Anfangs weit aus einander gesezt werden, und dann kann man zwischen die Reihen etwas anderes setzen. Zwischen Melonen bleibt viel Raum, aber man darf nichts dazwischen setzen. Gurken vertragen dieses eher. Zwischen Möhren kann man einzeln Radiese oder Lattich säen. So gicdr eö auch viele Pflanzen., welche ungleichen Raum und Erdtiefe haben. Diese vertragen sich gleichfalls nicht mir einander. Da nun dle Mistbeete so viel kosten , so muß man sie auf mehrere Ernten hinter einander benutzen. Man reinigt also gleich nach Aushebung der Pflanzen das Beete, und säet gleich wieder etwas anderes hinein. / 1 Die Mistbeete haben auch manche Feinde und Dinge, die ihnen schädlich Ist ihnen die Nasse schädlich, wenn ste von Anfang mit in das Beete gebracht wird — wenn von tinten* an den Mist tritt und ihn erkaltet — wenn Regen oder Nebel von oben durch, dringen. 2) Kalte. Man schuzt sich dagegen durch Matten, Laden und Nach- heitzen. 3) Schneidende Winde. Man muß also, wenn die Pflanzen Luft bedürfen, be- urtheilen , wie weit die Fenster zu öfuen,- und wann sie wieder zu schliefen sind, besonders wenn sich der Wind umsezt. 4) Mause. Wmn man welche spürt, muß man sie wegfangen oder töden, indem man mit weiser Nießwurz abgekochte Erbsen in ihre Löcher wirft. 5) Maulwurfsgrillen' sind den freien Beeten gefährlicher als den eins geschloffenen» 6) Ameisen. Die Erde muß dann geschwind ausgehoben und ins Wasser geworfen, hierauf ein mit Honig bestrichenes Papier hineingelegt werden, auf welchem sie sich sammeln , welches dann behutsam aufgehoben f und in Wasser gesteckt werden muß. 7) A>egen - und andre Würmer halten sich gern in rohem Mist und Hvlz- spänen auf. Man muß also gute trokne, wohl verarbeitete Erde zu den Mistbeeten nehmen. 8) Unkraut kommt von nicht bereiteter Erde, welche noch voll Unkrautsaas men ist^ 9) Schwamme sind ein Zeichen von schlechtem Mist oder nasser Erde. Man muß die Erde herausnehmen, den Kasten abkratzen, und die Höhlung mit frischer trvkner Erde ausfüllen, io) Unreinllchkeit, welche der Mist, indem sich die Feuchtigkeiten sammeln^ zurücklast. (Forksezzung folgt.) Bekanntmachungen. i) Es ist vielleicht manchem inftPu- blico gedient, sich der Last alter verle- 'gener Bücher zu entledigen, die für nichts geachtet, bisher verbrannt, oder dem Mänsefraß frei gegeben worden. Der Buchhändler Rrieger allhier er- öfnetdahrr jebem, der^ergleichen besi'zt, einen Weg> solche gut zu versichern. Ich taufe zum Beispiel i) jede Qualität und Quantität alte gebundene Bücher, alte Zeitungen und dergl. nach dem Gewicht in Pfunden oder Zentnern. 2) Alle Arten beschriebene Papiere, als t alte Handlungsbücher, Bei efschaf- ten, Akten, mir einem Worte, alles, waS — ) T52- ( — was mir beschriebenes Papier beißt, in jeder Grose, ohne Ausnahme. 3) Gedrucktes Makulatur von jedem Format, es sey Druck - oder Schreibpapier. 4) Weisse Abschnizzel von Spiel - und Addreß - Karten. 5) Altes Pergament von Büchern. 6) Papier-Spane, wobei keine bunte ' Spane, Pappe, Leder, Lumpen, oder sonstiger Schmutz seyn darf. Wer ein oder das andere dieser angeführten 6 Arrickel zu verkaufen hat, der beliebe sich bei mir zu melden. Ich werde jede Quantität nach dem Gewicht sogleich Haar bezahle«. Johann Christian Krieger, < Universitars - Buchhändler in Giessen. ' 2) Bei dem Schuhmacher-Meister Johann Konrad Diez, allhier, sind achte englische Stiefel - Zugschaften, dergleichen von Seehunden, auch ächtes Aachener Kalbleder, und Leipziger saf- si'anene Pantoffeln, von allen Farben, und verschiedener Grose, in billigen Preisenju haben. Giessen den r. Oct. iZoo. ' Gottesdienst am 12. Octbr. In beriet. Pancratiuskirche. Morgens HerrSuperintend. Müller. Nachmittags Herr Stipenbiaren-Major Diehl.' In der Burgkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Kandidat Wiener. '' Morgen den 12. Octobr. hat das Frischbacken der Beckermeister Adolph Seipp, auf dem Markt. Einr und Auspassirte. Am 2. Oct. Hr. Eckinsvhn und Hr. Hieber- Küusieutr von Frankfurt» . He. Kaufmann Pelletier, von Wezlar, log. ui der Post. Am z.Oct. Hr. Kaufmann Kölber, von Frankfurt, log. itn Einhorn Am 4 O-ct. Hr Professor Behrens, nebst Faimlie, von Marburg Hr. Kauf- manu Krebs, von Hamburg, Hr. Professor Lefebure, kommt von Frankfurt. Hr. Kaufmann John Parkinson, von London. Hr, Amtmann Heß, von Nttda log. im Einhorn. Am 6. Oct. Hr. Doctor Kiesselbach. Hr. v. Winzingrod und Hr. Kammerrath Motz, von Hanau. Hr. Kaufmann Hvs- mann, von Münden , log. im Einhorn. Am 7. Oct. Hr. Kaufmann Haas, Von Frankfurt, log. in der Post. " Am Z. Ocr. Baron v. Capelle, von Utrecht. Hr. Pfarrer Ritter, von Fauerbach , log. in der Post. Eod. Hr. Kaufmann Semler, von Siegen, log. im Einhorn. Amy. Oct. Frau v. Groß, «ehstih- rer Familie, log. im Einhorn. Geraufte bei der Stadrkirche. Am 5. Oct. Dem Burger u. Schneider Kühn, ein Sohn, Namens Friedrich Christoph. Beerdigte bei der Stadtkirche. Am 3. Oct. Johannes, des Burger und Beckers, Johannes Schütz, Sohn, alt 1 Jahr, 9 Mvn. c Am 6. Oct. Frau Anua Sabina von G'ockner, weiland Herrn Obristen von G'öckner nachge.'asscne Frau Wittwe, qe- bvhrne Riegelmann, alt 76Jahr, 24T. Am y. Oct. Christian Peter Jakob, des Hrn Rakhsfchoffen und Waloinspek- tor Wormsers Sohn, alt 7 Jahr, s M 26 Tage.