Nlesstsche wöchentliche gemcimüßige Knzetzen M Nachrichten Viertes Stück. Dienstags den rzeen Jenner nW Mit Hochfürsil. Hessen Darmstadtifcher gnädigsten Erlaubnis. V-n der Verbesserung des Ackerbaues überhaupt und der Lage des Landes wovon geschrieben wird. ♦ gantze Kunst der Verbesserung des Ackerbaues bestehet hierin: die Felder recht zu bearbeiten, die dazu schickliche Zeit zu beobachten, den Acker gehörig und zu rechter Zeit zu düngen, diejenige Dun- ae in das Land zu führen die verträglich ist, zu derjenigen Zeit zu säen, da nach der Erfahrung die Früchte gemeiniglich wohl gerathen , reine Saat- Früchte geschickt und in gehörigem Maaß zustreuen, durch Veränderung, und Abwechselung mit verschiedenen Früchten, den Boden zu verbessern, und eben dadurch auch mehrere Früchte zu ziehen. Dieß sind Regeln, welche bey jeder Gattung Erde in obachk zu nehmen sind, aber auch nicht bestimmt genug sind um den Namen allgemein zu verdienen. Sie dienen nur dazu, um sie auf das besondere anzuwenden. Aber damit man hierin vorsichtig gehe, muß man gewissen Grundsätzen folgen. Diese Grundsätze muffen jedoch durch Versuche bestättigt und Durch Er- D fahrung ♦ Dieses bezieht sich auf den Brief im aten Stück dieses Wochenblatts. L6 Giessische wocheMiche gemekttttützrge Anzeigen fahrung gerechtfertigt seyn, wenn sie'die Bedeutung dieses Worts ersül- len sollen. Ja die blosse Erfarung, einer Sache, wovon der Ackermann öfters keinen Grund angeben kann, giebt dem Ackrbau nützliche Requln an Hand. E6 würde daher eine übel verstandene Auslegung der Neber- Ichrift dieses Capitels seyn , wenn-man allgemeine Reguln von der Vcr- besserung des Ackerbaues Nun erwarten wolte. Dieß wäre eine unerhörte Verwegenheit von mir. Ich will, nur sagen daß der Landmann auf die am Anfang dieses Capitels gegebene Reguln vorzüglich aufmerksam seyn solle. Ich weiß, und es würde zü spät seyn, wenn ich es jetzt einsähe, daß es viele Schwürigkeiten hat, vom Feldbau etwas allgemeines zu sagen, und es ist eine noch unbeantwoLtett Frage ob es möglichrst, wenn ich daS Wort allgemein im strengsten Verstand nehme? Denn wie viele Dinge sind nicht bei) dem Ackerbau zu erwägen? Tragen nicht der Emfluß der Luft, der Himmelsgegend, die Lage, die Beschaffenheit Oes Bodens und der Erde alle das ihre zur Frucht- und Unfruchtbarkeit bey? Und wie verschieden, wie unendlich mannigfaltig sind nicht diese? Ich werde daber meine Leser mir derjenigen Gegend wovon ich handele bekannt zu machen suchen. Die hiesige Gegend liegt hoch, hat viele Berge, abhängige Felder, ,tiefe Thäler, viele Wasserflüsse, als: die Lahn, die Perf, die Salzböde, die Allna, und eine Menge kleiner Bäche, so daß fast durch alle Dörfer 'Wasser fließet, ziemliche ^Waldung, kurze Hecken , Wüstu nqen worauf viele Heyde wachset, hin und wieder fruchtbare aber auch magere und leichte Felder , dahingegen trefliche Wiesen, wenn solche recht gehandhabet werden. Die Erde ruhetmehrentheils auf schwarzen, rothen, blauen, Schiefer und Sch^.lgebürgenhier uud da auf schwartzen und grauen gar harten Wacken. Daker auch Silber, Kupfer, Bley, Quecksilber, Elsen, Alaun und ändert Mineralien darin gefunden werden, und beständig von verschiedenen Gewerckschasten darinnen gearbeitet und gewonnen wird. Der Boden der auf diesem Steingebürge ruhet, bestehet an einigen Orten in Lette, Leimen, in schwarzer, brauner, oder rothen Erde, letztere mit Wacken und Eisensteinen oder Sand vermischt, an andern in mürber grauer , . vnd V7achnch.eett. . ry grauer mit Schiefer untermischter Erde. Von allen diesen Boden, werde ich handeln und zwar von jeder Gattung besonders. 2^ Die Fortsetzung folget. Sortierung des imatcn Stü^ abgebrochenen rechtlichen Bedenkens. Sodenn die zweyte Frage betreffend, gewinnet e- zwar das Ansehen, daß die bet) voriger Frage angeführte Gründe nur in Ansehung gefährlicher Zufälle und Krankheiten striygirten, mithin Die daraus hergeleitete Exclution der benannten Personen von der praxis medica billig nur jpuf solche einzuschranken wäre; Dieweilen aber dennoch die zuverläßlge Beurtheilung, ob in einzelnen Fällen eine Krankheit gefährlich oder nicht gefährlich sey? an sich eine gründliche Wissenschaft der Medicin vLraussetzet, und daher wenn fothane Beurtheilung dergleichen Lmpiricis überlassen werden solke > solche selten gehörig ausfallen würde, mithin eine Denenfelben geschehene Gestattung der praxeos medicae, unter der Einschränkung auf nicht gefährliche Krankheiten , dem gemeinen Wesen eben diejenigen Beschwerlichkeiten zu Wege bringet, welche eine in genere ihnen gegebene Erlaubnüß nach sich ziehet? gestallt dann die diftintiion unter gefährlichen und nicht gefährlichen Krankheiten eben deßhalb, weilen solche in hypothefi sehr schwer zu ap- pliciren ist, auch in andern Absichten billig verworfen wird. (add. Boeh- mer de medicorum animae & corporis coniunftione in (anandis aegris p. 4).) und bey allen obrigkeitlichen Verordnungen dahin zu sehen, daß durch gewisse darinnen enthaltene Umfchränkungen nicht tyr Weg erüfnet werde, dieselben überhaupt zu eludiren, und ftuchtioß zu machen; welches in solchem Fall, da das Verboth der von empiricis zu treibenden praxeos medicae auf gefährliche Krankheiten bloS eingeschränkt werden sollte, allerdings zu befahren; alß ist rechtlich dafür zu halten daß dergleichen Personen alle innerliche Euren absque limiutionebei Straffe billig zu verbieten. V, D r Fslgtn, iB Gr'effrsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen Folgendes Verzeichnis von Büchern ist als eine Sartre einge» fand worden. Anweisung wie ein Student auf hohen Schulen seine Zeit recht genießen, denCredit eine Zeitlang erhalten, um desto medr Schulden;u machen, sich endlich heimlich davon schleichen , und zu Hause die Mine eines * gelehrten Mannes annehmey; kann; ohne eine Vorlesung besucht, oder irgend ein gutes Buch gelesen zu haben. 8. r Alph. Gespräch zwischen einer Thurnhaube und einer Perugue über das Gleichgewicht in Europa, den Türkenkrieg^, den Cometen, und die neuesten Trauerspiele. Lexicon aller berühmten Müßiggänger Fol. 4. Bände. ] Übersetzung der Bücher des Seneca von dem Zorn, nebst einer Zuschrift an meine Frau. Actenmäßiger Bericht von dem Ausstand der Bauren in der Ukraine, nebst unvorgreiflichen Gedanken eines Cameraliste/u über die Mittel die man in Deutschland anwendet, denBauren den KW zu vertreiben. Neues genealogisches Handbuch der berühmtesten Katzen und Hunde in und außer Deurschmnv, zum augenscheinlichen Nutzen derer, die sonst von weiter nichts in Gesellschaften zu reden wissen. Vorurtheile der Welt über die wahren Verdienste, widerlegt durch die Geschichte einer Comüdiantin. Die vor verlohren gehaltne Kunst Gold zu machen, oder Anweifuna iu Sportuliren. Anweisung zum Schneiden und zum Brennen, oder vollständiger kehrbegriff der Chirurgie. Grundsätze zum Predigen, oder Anweisung, wie man sich eine starke Stimme zu wegen bringen könne. Als Herr R. der Jungfer H ihr Geld, und sie-seinen Titel hematheke, wollte ein guter Freund seinen Glückwunsch und herzliches Beyleiv zu gleicher Zeit abstellen. Ein Hochzeit-Gedicht. x Betrachtungen über nichts, eine Wochenschrift. Eine jede Woche drzy Bogen. Anweisungen vnd Nachrichten. Anweisung zu-en galanten Studien, oder kritische Untersuchung der mancherley griechischen Dialecten tt. z. starke Bände. Ackcnmäßige Nachricht von einem Proceß, der bey dem Babylonischen Thurnbau entstanden ist, und noch biß dato seine Endschaft nicht erreicht hat. Von einem Liebhaber der Justltz herausgegeben. Die Kunst zu hungern, von einem Liebhaber der schönen Wissenschaften zur Vollkommenheit gebracht. Mit dem Bildniß des Verfassers. Unglaubliche aber doch wahre Geschichte eines zu grosen Ehren und Reichtümern gelangte» Narren , zum Tröst seiner häufigen Mitbrüder. Beweiß von der Notwendigkeit, daß unser Frauenzimmer gtie- chisch lernen müsse, um unsre deutsche Schriftsteller zu verstehen. Mit - Exempeln. Die geprüfte Treue eines Freundes, ein gegen das Ende misrath- nes Stück, das sich aber im Anfang ganz angenehm lesen laßt. Ursachen, warum die Gerechtigkeit mit verbundnen Augen gewählt wird,-nebst einer Nachricht von einem sehr seltnen Gemahlde, in welchem sie mit halb, osnen Augjn vorgestellt wird. Handbuch vor die Betschwestern , oder Anweisung, wie sie aus ben gleichgültigsten Handlungen, die sie entweder nicht mikmachen wollen oder mcht mehr mitmachen können, ein Verdienst und einen Beweiß ihrer Frömmigkeit hernehmen können. Geschichte aller berühmten Wassertrinker, von Anfang der Welt in, biß auf die heutigen Zeiten, worinnen es immer nothwendiger wird; nebst einem Anhang von dem Alterthum des Rockencaffees. Melodien zu verschiednen Canzelreven, von einem Liebhaber des Sin- gens, zum Gebrauch angehender geistlicher Redner. Neues System der Philosophie, oder Anweisung, wie man die be- kannteste und ausgemachteste Wahrheiten der Vernunft recht dreist und un- D ) verschämt ?o GüMche wöchentliche gemcittnützige Anzeigen verschämt leugnen könne, mit schicklichen Beyspielen aus den Schrift« der Engländer und Franzosen. Beweiß daß die gelehrten Narren unter allen Narren die größte sind, mit ausgesührten Epempeln. Ein pragmatisches Werk. 3 s - - Z. Fortsetzung der gebotenen Feste in dem Ekjstifte Mainz, samt dem Verzeichnisse der Tage, an welchen dieselben in dem Jahre 1.770» gefeyert werden. Ianuanus. Den rken Neujahrstag. Den 6ten heilig: drey Könige. Februarms. Den Lten Marien.Lichtmeß. Den uten gedothener Fasttag wegen dem , den folgenden Tag einfallenden, Feste des heiligen Apostels Mathias. Den iUten heil. Matthias. Dieses Fest, welches sollst auf den 24ten gefallen, ist auf den i8ten, alS auf den zten Sonntag dieses Monats, und der gebothene Fasttag auf den vorhergehenden Sonntag, zurückgejegt. Es ist also der Hte kein Feyertag, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. Merz. Den iZtcn heil.Joseph. Dieses Fest, welches sonst'auf den i^ten gefallen, ist auf den i8ttn, als auf den 3. Sonntag dieses Monats, zurückgelegt. Es ist also der 19. kein Feyertag, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. Den 25. Marien Verkündigung. April. Den i6ten Ostermontag, der Osterdienstag wird nicht gefeyert, und man ili nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. Den 19. Philipp und Jacob. Majus. Da das Fest der heiligen Philipp und Jacob, welches sonsten auf den ersten Dieses gefallen, auf den 29. als auf den sten Sonntag des vorigen Monats, zurückgelegt worden: so ist der ife dieses kein Feyertag, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören Den sten Kreuzerfindung. Dieses Fest, welches sonst auf den zten gefallen, ist auf den 6ten, als auf den 1. Sonntag dieses Monats, verlegt. Es ist also der tte kein Feyertag , und man ist niche schuldig an solchem eine heilige Messe zu hören. Den 24. Himmelfarth Christi. Junius. rmd Nachrichten. 31 Junius Den z Bonifacius. Den 4. Pfingstmontag, der Pfingst- dienstag wird nicht geftyeret, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. Den 14. Frohnleichnam Jesu Christi. Den 24. heil. Johann, der Täufer. Den 19- heil. Peter und Paul. Iuüus. Den r. Marien Heimsuchung. Dieses Fest, welches sonst auf den r.gefallen, ist auf den i. als d.en ersten Sonntag dieses Monats, zurückgeleget. Es ist also der 2. kein Feyertag, und man ist nicht schuldig an solchem eine heilige Messe zu hören. Den Z heil. Ulrich, des hohen Doms Kirchweihe. Dieses Fest, welches sonst auf den 4. gefallen, ist auf den 8. als auf den Uen Sonntag dieses Monats, verlegt. Es ist 'also der 4. kein Feyertag, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. Den 21, gebotener Fasttags, wegen dem am folgenden Tage einfallenden Feste.üeLÜMiAM, Apostels Jacobus. Den 22. heil. Jacob. Dieses Fest, welches sonst auf den 25. gefallen, ist auf den 22. als auf den 4. Sonntag, und der gebothene Fasttag auf den vorhergehenden Samstag, zurückgeleget. Es ist also der 25. kein Feyertag, und man ist nicht schuldig, an solchem eine heilige Messe zu hören. August. Den 11. gebothener Fasttag, wegen dem, am folgenden Tage einfallenden Feste des heiligen L.amentnrs. Den 12. heil. Laurentius. Dieses Fest', weiches sonst auf den 10. gefallen, ist auf den 12. als auf den 2. Sonntag dieses Monats, und der gebothene Fasttag auf den vorhergehenden Samstag verleget. Es ist also der 10. kein Feyertag , und man ist nicht schuldig, an solchem eme hei/ige Messe zu hören. Den 14. gebothener Fasttag, wegen dem, am folgenden Tag eiufällenden Feste der Himmelfahrt Mariens. Den 25. Marien Himmelfahrt. Den 2s. ge- hothener Fasttag, wegen dem am folgenden Tage einfallenden Feste dcS heiligen Apostels Bartholomäus Den 2äten heil. Bartholomäus. Dieses Fest , welches sonst auf den 2 4. gefallen, ist auf Den 26 , als auf den 4 Sonntag dieses Monats, und der gehotbene Fasttag auf den vorhergehenden Samstag verleget. Es ist also der 24. kein Feyertag, und man ist nicht schuldig an solchem eine heilige Messe zu hören. Der Beschluß der gebotenen Feste folgt nächstens. Em' und auöpaßirende vom 13. Januar, ins den 20. Ianuarü 1770. Herr Rittmeister von Rau, boh Den Hessen Caffelischen Truppen , paßi- ret durch. . • •' * 4 ;}i/L • Herr zr Gr'efUsthe wöchentliche gemeinnötzige Anzeigen Herr Hofcammerratb von Erfurt, paßiret durch. Herr Lieutenant von Buseck in Preußischen Diensten, log. im Einhorn. Herr Capitain von Gaugräber, in Churpfälzischen Diensten, paß. durch. Extra logirte. Frau Geheimderäthin Grollmannin aus Westphalen, log. bey Herrn Negierungsrath Grolmann. Herr Lieutenant Ferber, in Kaiserlichen Diensten, log. bey dem Becker Simon. Herr Assessor von Schenck, von Welkershausen, log. bey Herrn Capi- tain von Schad. Herr Lieutenant Funken, in Chursächsischen Diensten, logiert bey Herrn Generalmajor von Rothberg. (Eopulirte. Am 4. Januar. Johann David Rinn , Bürger und Fuhrmann, und Christina Philippina, Johann David Gombrechts , Emwohners Grosenbuseck, eheliche Tochter. Gebohrue und Getaufte. Am i. Januar. Anna Christina, Johann Matthäus Mehl, Bürger- und Metzgers, Töchterlein. Am L. Januar. Susanna Maria, Johann Jacob Müllers, Bürgers und Fuhrmanns, Töchterlein. Eodem Elisabekha Catharina, Georg Conrad Verdrieß, Bürgers und Schreiners, Töchterlein. Eodem Christina Catharina, Andreas Decher, Bürgers allhier, Töchterlein. Am 4. Januar. Johann Melchior, Herrn Johann Walther Müllers, Bürgersund GastwirthS, wie auch Kirchensenioris allhier, Söhnlein. Am 6. Januar. Margaretha Elisabeths, Johann Adolph Frech, Bürgers nnd Metzgermeisters, Töchterlein. Verstorbene. Am r. Januar. Herr Ernst Christian Pfnorr, Cancellist bey Hochfürstlicher Regierung allhier. Am r- Januar. Maria Magdeleng Veitin, weiland Wendel Veits, Bürgers und Beckers, hinterlassene Wittib.