Mesflsche wöchentliche WMllOge MzcWlt un6 UOrichten Fünf und Zwanzigstes Stück. Dienstag» den ixten Jun» mo. ' Mi, Hochfürstl. Hessen L-rmstädt.sch-r gnädigsten Erlaubnis. Apelles und seine Lunst. »velles war ein Mann, der unvergleichlich malte. Und nicht mit seiner Kunst wie mancher Künstler^ pralt«. Thu Lobes werkh, und schweig, es folget selber nach. ApeSes schwieg von sich; allein die Arbe^t sprach. <5=1 troff, recht wunderbar, «ach >eder Schönen Willen. Woher Eie seltne Kunst? Er malte nur durch Brillen. Poet! „ rüst Aristarch, „ du bist ein Ignorant. War m Apelles Zeit geschliffnes Glas bekannt? " Lns Bücher, eh du schreibst; sonst wir» du schänd,ch fehlen.,, Der Brillen mußten viel, und unterschlec,ne, ft) . ... w me ,94 Gr'eflrsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen Das Kinn zu sehr gespitzt, die Nase stumpf gebogen. Durch Brillen rechter Art ward alles schön gezogen. Ein Mangel ward ersetzt- ein Fehler fein beschönt; Das wahre schöne selbst mit neuer Zier gekrönt. Die gelbe Haut schien weiß; die Bleichsucht kriegte Farben: Der Blattern Tyranney verbarg sich mit den Narben: Em Fleck, den manche gern mit andren Fleckchen deckt, Ward durch ein hohles Glas verkleinert und versteckt. Einst kamen Runzeln vor: gleich war die Kunst vorhanden, Wodurch sie, wie ein Strich auf glatter Haut, verschwanden. So ging es jedem Fehl, der sich zu deutlich wies. Der Glaser rechte Wahl war, was den Meister pries. Man giebt ihm etwas Schuld: (und wer wird nicht beschuldigt?) Er hatte doch nicht stets der Schönheit treu gehuldigt, Und, da ein schönes Kind ihn einst zum Zorn gebracht, Die kleinen Fehler groß, die Schönheit klein gemacht. Er starb, und seine Kunst ist zwar mit ihm begraben; Doch, sagt man, soll die Welt noch eine gleiche haben. Wie tobt, rote tadelt man ? was ist der meisten Kunst? Die Maler sind sie selbst; die Brillen Haß und Gunst. ♦ XVie das Bier über Gommer / und Verschiedene Jahre hr'ridurch könne bewahret werden/ ohne daß es saure. Ich hoffe denen, welche des Sommers einen kühlen und nicht sauren Trunk lieben, und doch eben keine allzu gute Keller haben, einen nicht unangenehmen Dienst zu erweisen, wenn ich ihnen einen Vorschlag bekanntmache, welchen der Herr Magister Nie. Brelin herausgegeben hat, und in den Abhandlungen der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften sich befindet. ♦ Ich habe zwar, schreibt er, verschiedene Wei- ♦ Aus dem Arolser Intelligenz - Blatt. sen • Eiche der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften Abhandlungen zweiten Bandes fünftes Stück pag. 4,. f. der Uebersetzung. „nd Nachrichten. f,n anfübrän hören, tote das Getränke vor 6er Säure bewahret werde« könne ; nemlich, wenn man einige Kieselsteine in das Bmgetaße leget, nachdem da» Getränke gefaffet ist, und jeden Tag kalt Wasserunter dem Zapfen in einem Gefäße wechselswetse untergeft^etjviiD , ^verauch, welches besser scheinet, wenn man da« Getränk über ^ommer m fleiner tien Kisten bat Vie oben mit einem stachen Steine bedeckt lind , da man keines Fassens bedarf: dieses aber ist 6u kostbar Als "ich m Aug. soura aufb eit, fahe ich, daß man daselbst em Kraut auf dem Felde psimr e" |o » n K äuterverständtgen Geum. in den AM-k.n ab r L.- riophyllaia lutea, Bened.ktenwurz, genannt Wird, 0.e es kragk gckb Blumen und roennfelbige abgefallen, bleibt em runter zackigtei Knopf "m.e em keiner Gallapfel, und die Wurzel riechet ta 1: »u^Nag le,m Diefe Wurzel wird nächst vor Johannistage auigezogen , geiPäl“t und iufam Wirret, und alsdann in deutel eingenabet tn M« «i rfag gelegen da ich aber diese Weise noch mcht versucht, so überlasse >» solche« fu eines (eben Belieben, da insonderheit dieses Kraut häufig aus unfern Wiesen wächst. Folgende Weise das Getränke zu bewahrt«, ist, so viel ich bam verstehe, die beste. Man lasset sich in einem Keller, oder solchem Orte, wo diej Sonne mit ihrem Scheine und Warme nicht binkommen kann, einen großen brethrnen Kasten machen , daß einige Tonnen darin liege« können. Unter jede Tonne wird ein Lager von Steinen gemacht, auch ein Stein zwischen biefeiben gelegt, damit sie allentbaiben's«»»« liege« kommen. Eben so müssen auch die Tonnen oder Fässer aus alun öetrea eine gute Querhand inwendig von den Wänden der Kiste abliegen Wenn nun Die Tonnen solchergestalt eingelegt, mit Getränke angesuUet, ver spundet, und auswendig adgettocknet sind; so muß man fernen.mW b abgetrockneten Sand in Bereitschalt haben , womit der butterne Kaste solchergestalt ausgefüllet wird, daß Die Tonnen auf allen Sitten , uno eine gute Dand hoch Darüber mit Sand umgeben sind. Darbey Manen noch unten an dem Kasten eine ober zwei, kleine Tbüren gemacht werden, wodurch der Sand au6rinnet uno fcbieumg roeggeiiommen* roub, roemi die Tonnen Im sind, unb anderes Getränk an oieSteUe omm , iulbef fen Bewahrung berfelbige Sand eben so nützlich ist. Bey Eml-gung d« Tonnen werden Zapfen darein gesetzet, die lo lang smv , ß f . een Saiten hineinrelchen, mit einer mgigen Lange voraus inm aviapten. r-s Giesftsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen and oben auf wird gleichfals ein Zapfen mit einem Lustloche eingesetzt, wodurch der Wind jedesmal, wenn man zapfet, sparsam und vorsichtig ein- gelassen wird. Ich habe gefunden, daß dieser Versuch die Probe hält, wenn neulich der Sand ganz fein und recht wohl abgetrscknet ist; überlasse demnach solches zu eines jeden Dienste und Nutzen, der zur heißen Sommerszeit einen guten und kühlen Trunk verlanget. Vorher aber müssen die Tonnen solchergestalt rein gemacht werden: man füllet sie halb voll Wasser, nimt heiße, glüend gemachte Kieselsteine, und wirft einige davon durch das Spundloch in die Tonne, bis dieselben das darin de- ßndliche Wasser bis zum Kochen bringen; und wenn es zu kochen aufgehöret, wirft man noch zu mehrernmahlen glüende Steine darein, bis aller üble Geschmack ausgekocht ist; worauf, wenn die Tonnen wohl ge» spület und ausgewaschen sind, das Getränke einen guten und > sehr reinen Geschmack bekömmt. Dies ist in der Haushaltung mit grosem Nutzen versucht worden. In den vorhergehenden Blättern haben wir der Sittenlehre Der Affecken gedacht. Es ist noch übrig daß ihre Beherrschung in Ansehung der Zeit und der Größe gedacht werden muß. Ersteres hat diese Regel: Mau verstatte ihnen Zeinen platz, wenn wir wichtigere Geschäfte zu besorgen/ oder die Zeit zu et# was anders anzuwenden haben. . Leo ist ein Mann der über feine Affekten Meister ist, läßt sich aber memalen in seinen wichtigen Geschäften stören. Wenn ihn seine ordentliche eingetheilte Stunden zu seinen AmtSge- schäften auffodern, so ist alle seine Aufmerksamkeit auf sein Tagewerk gerichtet. Er verstattet keinen andern Ideen den Eingang in seine Sele, und dieses bewerkstelliget er gänz leicht dadurch, daß er ihnen alle 2luft rnerksamkelt versaget. Er ist es nun so gewohnt. Anfangs kostete ihn diese Sache Mühe, durch anhaltenden Zwang aber ward sie stark, i-ko nun ist ihm solche ganz leicht. Aus Unvorsichtigkeit seines Kutschers wäre sein Wagen zerbrochen worden, und ein Pferd zu Grund gegangen. Man brachte ihm eben die Nachricht, als tr eine wichtige Sache unterschreiben • tollet, »97 mrd r^achnchtett. feHU. Er hörte sie ober kaum und setzte seine Gedanken fort. Gewisse Stunden sind ihm dazu ausgesetzt, wo er andere Dinge als ftme.^vertrauten Geschäfte vornimmt. In diesen bleibt fern Herz Empfindungen eigen. Clito ist gerade von ihm das Gegentheil. Jede unangenehme oder angenehme Nachricht treibet ihn um, wenn er auch mitten m seinen Geschäften ist. Er hat davon den schönen VortheN । daß solche oft unterbrochen werden, und er sie wieder von vornen anfangen muß. Daher Weiler keine Zeit beobachtet, weis er auch keinen -Ort zu unterscheiden. Es darf nur in einer Gesellschaft-ein Gedanken mihm rege werden , welcher ihn auf etwas unangenehmes leitet , so kommt er augenblicklich m Affekt. Selbsten über seine Domestiqum erzürnt und klaget er in der muntersten Versammlung. Das vornehmste in der Regierung der Affekten bestehet dannn, daß man solchen nicht die ganze Seele einräume. Wir haben schon vorher gedacht, daß wir eine bestimmte Anzahl von Gedanken annehmen können, deren die menschliche Deele $u gieper Qeit fähig sind. Raubet ein Affekt diese größtentheils , so behalt der Mensch nicht so viel Vermögen, daß er über das, was '" 'bm vorgehet gehörig refiectire, also seine Neigungen seinen Zorn, seine Freude prüfen, und in ihren gebührenden Schranken halten kann. Menschen sind nie sicher, daß sie von reydenschaften angefallen wer^ dm. Der weise aber verhält sich wie ein kluger Haushalter, und setzet fein Vermögen nietet alle einem Zufall aus, sondern behalt etwas in St* cteerheit. Er behält sich einen Theil der denkenden Kraft der Selen frei), womit er in jedem Fall im Stande ist, das übrige was in der Sele ifHu überdenken. Wo dieses nicht geschiehet, so bleibet der Mensch saft ganz dem Zufall! ausgesetzt. Es hängt nämlich von einem Zufall ab, daß angenehme ober unangenehme Ideen durch die Sinnen in ihn eindrmgen. Hat er sich nicht gewöhnt, so viel Kraft zu denken gleichsam für sich -urüekzube- hMn, so ist er den Anfällen eines jeden Sturms angenednm oder unan- r -S Gresirsthe wöchentliche gemeinnützige Anzeigen genehmer Vorstellungen ausgesetzt. Wie leicht kann er sich da nicht vergehe«/ ja ganz unglücklich machen? Dieses ist wohl eine Sache woraus wir erklären können , warum Manche von einer Vergehung in die andere fallen. Sle sind gar nicht gewohnt, wenn ich so reden darf, mit ihren Vorstellungen hauszuhalten, lasten sich solche von allen Gegenständen rauben, und werben eben dadurch ein dloses Spiel äußerlicher Zufalle. Tttius empfinge eine Heine vermeintliche Beleidigung von seinem Fürsten! er brache im Zorn unanständig los, und mußte das Land raumen. Wird er nun kluger worden seyn? So lange er alle seine Gedanken den erste« Eindrücken »Preis gibt, so lange wird er mcht klüger werden. Diese Strafe hat ihm zwar einen Eindruck verursacht, welcher sich bey ihm emstellt, so bald er zu einem ähnlichen Laster gereitztt wird. Ist dieses aber von anderer Art, so ist seine Seele so offen wie vorher. Kurz darauf empfing er eine Beleidigung von seines gleichen, er erzürnte sich übermasig, und erlegte Den andern. So lange er den gedachten Hauptvortheil sich zu bewahren nicht lernet, so wird er von einer Ausschweifung aus die andere fallen, und wenn ihn erst Die Strafe eines jeden Lasters soll durch ihre Eindrücke, welche er Den Versuchungen zu Affekten entgegen fetzen kann, klüger machen , so wird es zu spat seyn. Daß man aber so viele Vorstellungen übrig behalte, nur durch diese über einen entstehenden Affekt wachen zu können, uiid daß man eine solche Gewohnheit bey sich lasse fest werden, muß von einer vorhergegangenen Bestimmung seiner selbst zuwege» gebracht werden. Es entstehet daher diese Regel: Man bestimme vorher bey sich / wie man sich bey Gemürhsbewcgungrn wolle verhalten. In dem daß man diese Regel aus Der Acht läßt, begehet man eben Den größten Fehler in der Regierung seiner Affekten. Sich obenhin nur etwas vornehmen, heißet sich nichts vornehmen. Druckt man sich aber vorher eine Sache recht fest ein, und verbindet einen solchen EntschluS mit'einer ?Dee welche einem alsdann gewis Vorkommen muß, wenn man Diesen Cnlschlus nöchig hüt, so wird uns dieser auch wieder einfallen. Es entstc- und Nachrichten« *2> entstehet daher noch diese Regel: Mangedenke sich vorher wo nicht alle möglichen/ doch die gewöhnlichsten Gelegenheiten/' wo man in einen Affekt kommen kann/ und denke voraus daran, wie man sich darinnen verhalten wolle/ so werden die Esitschlie/ jungen uns alsdenn beyfalle«/ und wir werdet uns gewöhnen nach und nach über die Bewegungen welche in uns^ vergehen -n- re» flectiren, und also über dieselben zu herrschen. Diese Regeln wollen wir einigermaßen «lautern. Um sich etwa» vor dem Uebermas des Zorns zu verwahren, so stelle man sich so viel möglich die Gelegenheiten vor, bey welchen man in Zörn gerathen könne. Diese seyen z. E daß man entweder von einem Mann welcher uns kann schaden, oder öoji einem seines gleichen' beleidiget werde. Man überlege' vorher, wie es rathsam seye, daß man mir Aufmerksamkeit das Betragen solchen Mannes betrachte, daß man daraus seine Gesinnungen und die Quellen desselben ganz vollständig abnehmen, und nachdem zu seinem Vor» theil gebrauchen könne; wie es im Gegentheil könne vielen Schaden bringen , wenn man sich gegen ihn vergehe. Diese Vorstellungen präge man sich recht ein, und denke sich dazu die Gelegenheiten, wo sie etwan würden zu gebrauchen seyn. Wenn diese nun vorhanden sind, so werden unS alle diese vorhergehende Entschliesungen einfallen, ihre Aufmerksamkeit auf sich, und von der empfangenen Beleidigung abziehen. So wird man Zeit und.Raum gewinnen zu reflectiren, und den Affekt beherschen. In dem andern Fall denke man vorher, man könne gar leicht bey einem Ausbruch seines Verdrußes sich in ein größeres Uebel stürzen u. s. w. Könnte man sich nicht leichtlich alle mögliche Umstande voraus gedenken, so fasse man den Entschluß recht fest, man wolle, so bald unS etwas entweder unangenehm oder sehr angenehm rühre, allezeit seiner U^ürksirmkeit Einhalt thun und sie verschieben, indem man dadurch manchen Fehler vermeiden könne Wird man nur mit Ernst wol^ leit/ fo wird man leicht den Anfang können machen , und »nachdem mit Verwunderung sehen, wie man seiner Affekten seye Meister worden. Der Mensch ist vielen Ausschweifungen unterworfen, wenn er aber wi«, so kann er auch viele glücklich vermeiden. io» GieMche wöchentliche gemeinnützige Anzeige» Vtobtid)t* In brr Kriegerischen Universttärsduchhandlung wird ein CataloguS von neuen Büchern welche aus den letzten Frankfurter und Leipziger Metzen mitgebracht worden, gratis ausgegeben. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger JohanuPhilipp Kries aer Umversitäts Buchhändlern hieselbst, an die Herrn Lledhaber gegen einen Rthlr. hcttiriibM Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden fur4.tr. ausgege- den: Man kann auch ren Herren Liehhadern mit denen schin heraussttvmmr- nen Stücken dienen» Ein-und avspaßirende vom Juni, bis den 14, 3uni 1770. Herr von Goue, Herr Lieutenant Manse von Wetzlar, und Herr Lieutenant von Zythen, in Hessen Caffelischen Diensten, logiernnn Löwen. , Herr Rath Tabor von Friedberg, paßuet durch. Herr Baron von Schröder, kommt von Wetzlar, paff, durch. Herr Obrist von Faniga, in Kaiserlichen, Diensten paff, durch. Herr Fahndrich von Löwenhaupt, in Hessen Caffelischen Diensten, paßl- ret durch. Herr Amtsadvocat Münchroth, pass, durch. Herr HosrathAbchus, von Eisenach, paff, durch. Herr Capitain Porbeck, in Hessen Caffelischen Diensten, paff, durch. Ihro Excellenz Herr Graf von Stargardt, nebst dessen »Suite, paßnen durch. , Herr Rath Heimold, von Friedberg, paff, durch. Herr Lieutenant von Rabenau, in Preußischen Diensten, logtert tM Einhorn. v Herr Baron von Berg, kommt von Frankfurt, pass, durch. Herr Lieutenant Cederuö, von Hannover, pass, durch. Extra logirte. - Riau Gcheimderathin Grolmännin aus Westphalen -und Herr Referenda» rius Grolmann von Cleve, log. bey Herrn Regierungsrath Grol* mann. Herr Assessor von Schenk, und Herr Lieutenant von Schenk, von der Hessen Caffelischen Garde, log. bey Herrn Capitain von Schad.