Mesffsche wöchentliche MklMüßige KnzeUll mb Uachrichkcn Zehntes Stück. Dienstags den ßten Merz i77<>« Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Von einem neuen ökonomischen Versuch» t?27 tanae diese Blätter gemeinnützig heißen, so lange se.)en sich chr^ 3 Verfasser verbunden, alles mitzutheilen, was in semer öjfentirchm Bekanntmachung dem gemeinen Wesen nützlich seyn kann, es gehöre in eM Fach worinn es wolle. Sie können sich oemnach unmögüch nach eines jeglichen Geschmack bilden. Billige Leser werden dieses auch mcht verlangen Es kann gar wohl seyn , daß manche Leser dey Erblickung ökonomischer Sachen das Blatt weglegen. Andere, welche dichs bey dem Anblick einer Satyre thun, werden es im Gegenthcil lesen. Äranch^ UiÄ auch^keinWunder, wenn man gegen ökonomiM Sachen ei- n n Widerwillen ha^ Gar viele Vorschläge stehen lo lehr rn em allgemeinen daß biß zu ihrer Erfüllung noch em gar gros^r lXaum ist. Das cs^l-bieksa! rviederfabret aber allen Wissenschaften, welche noch rn ihrer EkltL Schrcklal wie^ersanrer a > tbuniicb zum voraus zu bestimmen, «”'«• «« »'* unö weiches nicht von Oiekr B-- 74 Gresilsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen Ansehung der leichten Wiederholung und Ausübung empfehle. Die Abhandlung theilet sich in drey Abschnitte. Der erste enthält den Versuch selbst: derzweyte, dessen nutzbare Anwendung; der dritte einige nöthige Anmerkungen. Der Versuch ist dieser: i. Man Me Korn, auf ein eben nicht sihrgedüngtes aber doch gutes £ant) , in der Mitten des Mayes. r. Es triebe mehr denn ein Schuh hohes Gras, schoße aber in keinen Halmen. 5. Die Halste wurde gegen den Herbst adgeschnitten , die andere Halste bliebe über Winrer stehen. 4. Das nicht abgeschnittene verfaulte. Alles aber triebe das Frühjahr einen 7. bis 8. Schuh hohen Halmen, brachte vollkommene Vierbrei- tige Aehren, und vollkommene Körner. 5. Die Wurzel hatte sich sehr ausg-breitet, und sehr viele Halmen getrieben: Um nicht ins Unglaubliche zu fallen, so überlaßt man eine nähere Bestimmung, der Ausbreitung der Wurzel und der Anzahl der getriebenen Halmen, wiederholten Versuchen. Die Anwendung dieses Versuchs kann hilft siyn: i. Man versichert sich der Erndte mehr, welche sonst aus manchen Ursachen/ welche hier gehoben werden, ungewis wird. Das Korn welches den Sommer über stehet, treibet eine tiefere und stärkere Wurzel. Daher rühret auch ohne Zweifel die Volkommenheit des Halms und der Körner. Die Wurzel welche sich mehr auöbreitet, berühret mehr Erde, und ziehet mehr Nahrung an sich. Aber eben diese Stärke der Wurzel verhindert das, was der Landmann ausdruckt: Der Schnee verzehret das Moritz und im Sandland bey einem heißen Sommer, die Sonne scheine es um. Ersteres rührt aus folgenden Ursachen. Wenn der Schnee im Frühjahr langsam abgehet, oder die Erde des TageS über aufthauet, und des Nachts wieder frieret, so heben sich die Wurzeln des Kornes. Sie werden dadurch beynahetos, und verderben entweder, oder der Wind reißet sie ganz los. Sind vun die Wurzeln so stark, als wie sie auf obige Art werden , so fallt diese Ursache weg. Wenn ein heißer Sommer ist, so entziehet die Hitze dem Sand alle Feuchtigkeit, er wird mürbe, und die schwache Wurzel ist nicht stark genug, den Halmen nebst seinen Früchten aufrecht zu halten. Auch diese Ursache würde auf obige Art gehoben. ES kommt noch eine Ursache hm- pr, welche die Erndte gewis macht. Wenn d-S Frühjahr sehr trocken ist, irrrb V7achn>htett. ist, so wird wegen Mangel der Feuchtigkeit das Korn dünn stehen. Em schon ganz bewachsener Äcker, tiefe und ausgebreitetere Wurzeln, empfinden dieses nicht so bald. Auch in diesem Betracht, kann die auf obigen Versuch sich gründende Art zu bauen die Erndte gewisser und ergiebiger machen. L. Rann guf diese Are der 2Ct es sich- rhun laßt. Dieses ist es was wir aus dem Versuch, welchen eine sichere Persoa «nqestellet bat, mitkheilen wollen. Die patriotische Gesinnungen und die allaemE Bemühungen, welche man in der Hekmomie i-tzoanwendek, er« sodttn es Da die Herr» Beamten und Geistliche dieses Landes d-ngnä. VigstenBefehkbabsn, N-densiunv-nzu Versuchen zu verwenden, und dem kandmann zur Verbesserung in d-r O-konomn vorzugehen, so zweifelt man nicht, daß dieser leichte und nützliche Vorschlag em Gegenstand ihrer Bemühungen s-pn werbe. Ä* 4) yw jetzigen Hsllänbifchen reformirten Theologen, die sieh am mehresten bekmmr machen. <-^ch wist jetzt ewige holtändischs GotteSgelehrken nennen, du sich m sewissm Theilen der Gokk-Sq-lahttheit besonders Hervorthun. Der Professor Mohr in Leyden, hat sich den Ruhm einer behendem Starke m der ^donmatik erworben. Er hakin einigen Quartbänden einen Commenkmium öber gnaifii Compend. Theol. geschrieben. Das ist die Quelle, woraus mnnebe andere Profeffores ihre E°ll-gia über die Dogmatik halten. Der Mof-ffor Bonnet in Utrecht, wird für den fieißigsten und richtigsten Sit- rsnlehrer gehalten. Er schrei» nicht o,el, aber desto überlegter. Der Prof, i* P U * , TP ? i 3’*^ i / <" * r v v' ■-> v. t*h 4 t • ’ ▼t-VV* Pfthr tzqß zlr M 6t- Stmk dWs 77 IM Nachrichten- Venems ist einer der besten diesigen Exegeten. Er ist bett Hochdeutschen durch Ernesti Bibliothek genug bekannt gemacht worben. Der Prediger Rieuweland im Haag verbindet am besten die Wölfische Philosophie mit der Theologie. Das thut auch Professor Chevalier in Gröningen; aber nur noch allein in Predigten. In der Kirchengeschichte, war der vor zwcy Jahr verstorbene Professor Gerdes in. Gröningen unstrittig der stalkste. cvn der biblischen Critik haben sieb zween Männer hervorgethan, die eman- der den Rang strittig machen. Der eine ist der Prediger Hsfstedt m Rotterdamm. Dieser hat m zween OuartbandenErklarungenund Anmerkungen über schwere Schriftsteller! gemacht. Er hat eigentlich seine Belesen- beit in diesem Fach von Wissenschaften zeigen wollen. Auf mancher Sek- t- Nch-n üb« 4° Autor-«, die Herr Hofstedk all- besitztund n»chg-schl°- aen hat. Der andere ist Professor Clemens in Herzogenbusch. Erh^ m a Quartbänden einen Comm. über den LukaS herausgegeben, und viel Cn- tik darinn geliefert. Dieses Werk find eigentlich feine Predigten, die er Wiche Jahr hintereinander vor ferner Gemeinde gehalten hat. Jetzt predigt er eben so überdie Apostelgeschichte. Riefer lich ist, besitzt in der That einen schönen Vorrath von biblischer Philolo- gie. Er ist nicht ein so blosser Critieus, als fern Collegder Professor Debit, welcher die Sprüchwörter SalomoniS zu lauter Wekssagungen auf Christum gemacht hat. In der Sprachwissenschaft wird der Professor Sachs in Utrecht, ein Sachse von Geburt, vor den stärksten ge- 5 ) Von der andern Kirdx / die unter der Holländisch Kefw mitten/ welche die herrschende ist gedulter werden. Die Französisch reformirte Kirche hat zwar in der Republik össenm- che Freyheit r weil sie aber ihre eigene Gtaubensbücher und Lyturgie hat, so hat die Holländisch reformirte Kirche dieselbe in ihre Gemeinschaft noch nicht ganz ausgenommen, föndern die letztere verlangt noch immer emen Größeren Vorzug über sie. Soistesauchmik der Engelländischen, die in Amsterdam dem Haag und Utrecht anzutrcffcn ist. Die Lutheraner üben ihren Gottesdienst in diesem Lande zwar öffentlich aus, doch werden ihnen ferne Gloäen, und an den meisten Platzm kein Recht zu copuliren zuge- standen. Es leben jetzo in den hiestgen Provinzen 21. lutherische Prediger, darunter sind ohngcfähr -6. Hochdeutsche. DieAmsterdammer Gemeinde, woran 6.Lehrer, < Rudeldeutsche und ein Hochdeutscher arbeiten, ist ungemein Ackhniich. Sie bestchetietzoansungefthr 40 tausend Gsitdern- Damnter find K Z W 7» GreMsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen sehr viele Kaufleute Die Fürstliche Einkünfte haben. Es lebt noch jetzo eine Wittwe daselbst, die grebt alle Neujahrstage einen Wechsel von 40. tausend Gulden in Die Arnrenbüchse, und nach ihrem Todte bekommt Vie Lutherische Gemeinde von ihrem Vermögen 3. Tonnen Golveö. Sie hat eS nöthig, Dann ste unterstützt viele^anvere Gemeinden, in unfern Landen so wohl als in Ost - und West - Indien. So gar hat sie es dahin gebracht, Daß in Lissabonnern Lutherischer Prediger steht. Die Ehre aber auch DteAr- beiten Der Amsteroammer Prediger sind gcmzamerordentlich. ES ist unterdessen zu beklagen, daß sich Die Lutherischen Geistliche m hiesigen Landen bey ihren gottesdienstlichen Verrichtungen zn sehr nach Dem Geschmack der holländisch herrschenoen Kirche richten. Doch kenne ich auch zu meinem Vergnügen, einige erhabene Männer unter ihnen, unter andern den Lehrer der Kirche in Herzogcnbufch, den Herrn Steuerwald, die aufeine vernünftige Art, mit einem guten Geschmack ihr Amt verwalten. Die Papisten sind in Ansehung Des äuff rlichen sehr eingeschrcknckt. In Herzo- genbusch, wo 3 Viertheil von Den Einwohnern Römisch sind, Darf keiner von ihren Geistlichen in seiner priesterlichen Kleidung öffentlich erscheinen, und kein Carholick darfein kirchliches Buch öffentlich tragen. Doch ist die Einschränkung nach Den Provinzen unterschieden. In Den Provinzen Holland und Gröningen haben sie Die mehreste Freyheit. Die Armi- maner, Die Bekanntermaßen unter allen Sekten Den Lutheranern am nächsten kommen; vermindern sich täglich. Die Politick unterhalt ihren Fall. Die Portugiesische Juden, zu welchen sich diese welche auser Europa trabt nen geschlagen haben, bleiben in Ansehung ihrer Synagogen von Den Hochdeutschen noch immer getrennet, und nehmen vor Diesen an Reichthmn und Ansehen immer zu. Mit der größten Aufmerksamkeit habe ich in Amsterdam Die größte Seltenheit in Ansehung kirchlichen Dinge, nämlich Den Gottesdienst Der Armenier und Der persianischen Kirche betrachtet. Sie bestand aus einer Messe mit fremder Ceremonie. Ich sähe etwa so. Glieder Dieser Gemeinde, und eine außerordentliche Reinigkeit in ihrem Tempel. Den Socinianern wird Die Ausübung ihres Gottesdienstes unter dem Namen Socimanisch in hiesigen Landen Durchaus nicht zugestanden. Sie verbergen sich in andern Kirchen, besonders unter Den Mennoniten. Die Mennoniten sonstige Anabaptisten, jetzige Doopsgesinnten sind noch in ziemlicher Anzahl in Amsterdam und Gröningen anzutreffen. Sie treiben die Sittenlehre in hiesigem Lande am allerstärksten. Unter ihren Lehrern ist der rmd V7ackrickeett. 7- der Doktor Philipp Hakshof als em feiner Gekehrter der Welt bekannt. Die welche sich unter ihnen zum Lamme rechnen, find starke Socinianer. Doti leichter mürber Erde mit Schrefcrskcm Sand vermischt. Der meiste Boden im hiesigen Amt liegt, gleich wiedas Feld so zum Schloß Blankenstein gehöret, auf Schieferleyhe, ist theils teimamg theils fandigt , theils von mürber brauner und schwarzer Erde So leicht dieser Boden an sich zu bauen ist, so sehr macht aber vcS in oemsetben sich häufig befindliche Unkraut dem Ackersmann zu thun. In nassen Jahren und wenn den Wmker zuvor der Boden mit Schnee wohl bedeckt gewesen, hat er eine mittelmäßige, in trockenen Jahren aber ohngeachtet seiner vielen Mühe und Arbeit sehr wenig Winterfrucht zu gewarten. Die Sommerfrüchke gerathen aber doch mehrenkheils besser als das Korn, daher muß der Besitzer eines solchen Feldes hiervon mehr aussäen, als an andern Orten, damit er hieran etwas erziehe. Gegen die Ausrottung des Unkrauts in diesem Boden gebe ich folgende Regeln. Man lasst den Acker so lange liegen biß das Unkraut hervorkömmt und brache erst im Monath Junius. Den folgenden Monath lasse man das Feld mit fetter vermoderter Rindviehdunge befahren, solche auöstreuen und ungesäumt unterackcrn, damit das untergepflügte Unkraut zugleich mit der Dunge verwese. Im September auch wohl am Ende des Augusts lasse man zur Saat pflügen, und säen, damit die Körner, ehe die Erde durch die Winterkälte verschlossen wird, wachsen, stark werden und der aufgegangene Saa- rm um sich pflanzen kann Doch mnß ein verständiger Ackersmamr vor der Saat so oft pflügen, und egen biß er seinen Acker von allem schädlichen Unkraut geremi- get sichet. L H- 5ir verpackten. Nachdem? man von Seiten der hiesigm Skavk entsMffen ist, die gemeine Sch.afhuth, welche w'tohugefchr 1000. Stück betrieben werden kann, in -einen Temporalbestmv zugeben.- So wird solches zu dem Ende hierdurch öffentlich bekannt gemacht, Pamir diejenige welche solche zuüber- vchmm Nachricht» -Nachdem- die dritte Dass- der Hochgräfiich Neuwied» «er rottenden loten Martii dieses, gewiß vorgehe» wird , ois werden Oie Henn Interessenten ersucht ihre Loose mit; fl. fr. jeitifl zu tenoviten. Es linö auch noch einige Kaufloose bey Ausgeber dieses j« haben, und kann de- neu Henn Liebhabern Damit gedient werden» Der Zichungstermin der Churcöümschen -ten Lotterie erste Claffe wird den rrten Martii gewiß vor sich gehen. Man kaust das Loos mW 2 fl. i c kr. und sind ganz ansehnliche Preiße Dar inne zu gewinnen. Die sich nun dieser favorablen Lotterie bedienen wollen, können bey Ausgeber DK* seö Plans und Loose erhalten» g0 GreMsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen mbmen willens sind, sich a dato in z. Wochen bey Rath dahier melden, die weitere Conditiones vernehmen, und IßDann ihr Gebote thun wögen» Signatum Grünberg den roten Febr. 1770» Bürgermeister und Rath daselbsten. Balthasar Schuchard. p. r. Bürgermeister» Ein - und auspaßirende vom m« Stbv« bis den r. Merz 1770. ^rr Lieutenant von Löwenhaupt, in Hessen Casselischen Diensten, paßi- ^>err Cammersecrekair Gönner von Battenberg, log. im Hirsch. Herr Lieutenant Reichholt, in Hessen Casselischen Diensten, pass, durch, Extra logirte. ^rau Geheimderathin Grovmannin aus Westphalen, log» bey Herrn 0 Reaierungsratb Grotmann. , Herr Assessor von Schenck, von Weltershaustn, log» bey Herrn Cap:- tain von Schild.