wöchentlich- Erstes Stück. Dienstag» dm -ren Ianuarm -77». Mit Hachfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. ikW^ir wollen unsere Leser nicht mit Wünschen aufhalte». Ein jede 8iW wird sich selbst die thun welche er am liebsten höret- Eben, sBSa wenig wollen wie bas eitle und leere derselbe.: «»zeigen. Betrach tunaen dieser Art sind schon längstens abgenutzt. Daher wollen wir sie der das eingesandte Schreiben welches im so. Stück dieser Anzeige befindlich ist beantworten, weil -S die künftige Einrichtung dieser Wochenschrift betrift. Die a-than- Vorschläge sind zum Th-il einer weiteren Betrachtung würdig, und wir versagen nicht allen unsere Aufmerksamkeit. Wir machen vielmehr den Anfang einige zu befolgen. Blätter von dieser Art muffen vorzüg. lick die Verbesserung der Sitten da wo sie geschrieben werden vor Augen daben Wir laden deswegen unsere Leser ein , Bemerkungen der Art, wie sie dorten angegeben sind uns zum allgemeinen Nutzen einzusende». Es ist nicht nöthig daß ste gerade so abgefaßk sind, wie sie sollen abge. druckt werden. Genug wenn sie entweder Oekonomrsche Verbuche, sic mögen gelungen oder f-hlg-schlagen seyn, vorgesetzte schädliche Jrrthumer, Llberalauben u. d. gl. erhalten. Letztere können so gar mörderisch werden, »MN sienähmlich manche» hülsi°sm°«-n. Lucinbeeine hosnungövoll^inzige t MeMsch« «?chentl,ch-tz«mck,^tz>'se A«)«lgm Tochter reicher Elker» lsg-.an fitter nicht' viel b-Menden Krankheit ein,'« oe Wochen darnieder. Die g-schicklesten A-rzt- versprachen Hülfe. Von tue» f« Krankheit waren manche durch Hülfe Mittelmäßiger A-rzke errettet wor« Den. Nach aller Wahrscheinlichkeit würde dieses jetzt um so viel gewisser ge» fchehen sepn, da Aerjte von Erfahrungen und Einssch jur Hand waren. Man'bediente, sich ihres Rathes, und ihrer Vorschriften. Seit 'etlichen Tagen gebrauchte man ihrer .Arzenei. Da der Patient nickt den ersten Tagvöm Bette aufstund; so sande sich Sophronia, eine der ehrbarste» Makronen ihrer Stadk von ihrem Gewissen gedrungen ihren Verdacht endlich nicht mehr mit schwerer Mühe zu verbergen. Die Welt ist b6» fe - dock man soll nichts sagen - Gott verzeih mirS ich will mchl lügen - aber - man hat gar zu viel Cxempel - Sier macht- sie einige Kreuze, kur; die Krankheit war nicht natürlich. Wenn man einmal mit dem bö» ftn ßeinD in Händel gereich, Io muß man etwas übriges thun. Man schickte zu einem Manne, der sich auf Liese. Handel verstände. Run setzte man die gehörige Nüttel be» leite. A!an räucherte, und nahm Tranke und Pillen mit der größten Ehrerbietung. Kurz man überlieferte den Patienten einen Betrüger, und der richtete ihn ungestraft hin. Ist «S nun nicht gegen die Menschenliebe, wenn man kiese und andere Barbarey mit kaltem Blute anfleht? Man kann zwar Nichthoffensolche auf einmal ru besiegen, aber man muß doch dahin arbeiten. Wahrend zehn biS zwanzig Jahren ist mancher Aberglaube verschwunden. Es ist zu hoffen, raß die traurige» Ueberr-st-, welche sich noch hier und da finden, ebenfals verschwinden werden. Jeder Menschenfreund n>uß das feine dazu b-ytra. gen. Bchttägxn von dieser Art wird dieses Blatt billig gewidmet. Was die ökonomische Abhandlungen betritt, so geben wir hier eben, falls dem Verfasser des Schreibens unser» B-»sall. Nur setzen wir noch dieses hinzu Die Beschwerlichkeiten des vorigen Krieges sind uns noch » sri'chem Andenken und sein- Schäden fühlen wir noch und werden sie «och lange fühle» Wir habendi- größt- Ursach- Gott für den bisher geschenkten Frieden zu danken, wir wünschen dessen Fortdauer, dürfe» wir sie aber hoffen? Wir bedürfen weder des fluchtigen Dtt-rs noch des Nostradami, um einen baldigen Krieg vorouSjusehen. Wir dürfen nur die neuere Historie Nachsehen, und wir werden finden, daß-IN ewiger Fne. knZieäwfÄ Jahren in Deutschland etwas sehr selten^ ist. «Wh Nnchrkchte». f Sollttn toiftthi HUH b« ökonomischen Fehler welche im vorigen Krieg «emacbt worden, und davon man viele jetzo auS der Erfahrung m-rckk,. nicht dahin bedienen, daß man sie verbessere i Wir an unserm Theil gla u< b«n daß eine genaue Ueberlegung und Anmerkung derselben vor vielem fünf« tigen Schaden bewahren werde. Werden uns unsere Leser mit dergleichen Bemerkungen versehen, so wird ihnen gewiS ein Platz vergönnet wer« den. Dieses kann von grosem Nutzen seyn, man kann sie verbessern. Wir fallen auf diese Gedanken, weil uns schon würeklich einige zum Ein« rücken sind eingesandt worden. ES folget bey weitem nicht, daß hieran« einiae B-schinwsung entspringen könne. Nur Thoren urtheilen allein au« den Folgen Aber auch nut Thoren wollen daraus nicht klug werden. Nicht alle Umstände können voraus erwogen werden. In ihrem Erfolg belehren sie uns aber allezeit, und diese Lehren sind nicht zu verachten. Der Gedanken wegen der Wetterbeobachtungen verdienet Ueberle« »uHfl Der Vorschlag ist an und für sich schon alt, und wird anch bin und wieder beobachtet. Do» durften dergleichen Bemerkungen in Schriften dieser Art eben nicht gewöhnlich seyn. Wir wollen UNS darüber ins künftig g< deutlicher erkläre». Von tungeit Hindernissen der Bienenzucht im Hesscnland. Die Bienenzucht hat in neueren Zeiten viele Aufmerksamkeit auf sich aet6«en. Es ist bekannt genug, daß man zur Verbesserung diese« Theil« der Landwirthschaft ganze Gesellschaften errichtet hat. Die Bienen liefern mroduktenohne merkliche Kosten, und sind der Aufmerksamkeit der Oekono. mie würdig. Hessen hat viele Gegenden, wo sie ungemein ergiebig seyn würde Ein groser Theil ist mit Waldungen und den besten Heiden ver« sehen1 E« ist bekannt, daß dieses das allernutzbarste vor die Bienen iss. Wenn auch der gantze Sommer nicht vortheilhaft für diese nützliche In« seckten auSfällt, und die Zeit wenn die Heide blühet ist gut, so sammel» dieselbe einen hinlänglichen Vorrath. Es lehret auch die Erfahrung daß sich mauche Landwirthe dadurch eine jährlich« Einnahme von fo. biS So fl A i ver« 4 Giaubbienen und andere Hinderniße, welche sie legen, die Muemwohner abzuschi ecken. Es ist uns davon ein Exempel bekannt. Ein solcher, der das Monopolmm in diesem Theil der Oekonomie erhalten wollte, machte,m Frühjahr bey den ersten schönen Tagen seine Stöcke zu. Setzte bey dieselben vergiftetes Honig. Die Bienen welche des Wassers wegen ihren Flug^ daher nahmen, fielen auf dasselbe; und es wurden viele andere Stöcke dadurch verderbet. Wann nur etwas weniges in jeden Stock von solcher Währung gebracht wird, so ist das schon genug ihn zu verderben. Dieses zu erhalten, darf man sich nur einen oder etliche Orte im fteyen Feld, wo die Bienen entweder des Äöassers, oder des Nußstaubs wegen ihren Flug hinnehmms wählen. Diese, Eder Unwissenheit sie zu behandeln könnte Verordnung. Von Gottes Gnaden wir Ludwig/ Landgraf)u Hess-N/ Fürst zu HerMS^KrafruLatzenelnbogen/ D.-tz/ S tSenha^ Nidda/ Hanau/ Si^aumburg, Isenburg und Bud,ng / » «Thun kund, mW fügen hiermit zu wissen; NaKdem Wir m g Si Erwegung gezogen, wasmaffen Unsere Fürstliche Bediente, und ub b P Unsere Unrerthanen, und darunter besonders die Unvermögende/ W i Witwen und Waysen, durch Die, bey Denen sie und'd« 8-mcken b . treffenden Sterbfällen, i8r sich und Die Ihrige anjufchaffenDe^T^^^ vnd Nachn'cht«». ' bald gehoben werden, wenn man sich nur iwchden Gempeln andernGe, g-nd-n in Deutschland richten wollte. Man rechnet eS für kemen Schimpf wenn Geistliche oder Beamten, welche obnehin des Wohls'h rer Nebenmenschen wegen besoldet werden, ohne Nachtheil ihrer Hmip g schäften, auch das äußerliche Wohl in ihren Nebenstunden iu befördern suchen. Jene sind sreylich da, das höchste Wohl ' den sittliche» Zustand zu besorgen, und diese den äuserliche». Die grose Pßichle» A« M sen di- kleinen nicht aus. Man hat deswegen an mrteni örDeni WwwgeW (fhaffen erMtek Man liefet und liefert Sänften, .welche! zu vielem kM ire h.>nfn 'Warum sollte man dieses nicht auch in Hessen thun. b / man eine allgemeine Aufmercksamkeit auf die vorgehende Evel würK« , und diese würden gestraft werden. Lieferte man Schriften, welche man ohne merkliche Kosten in Gesellschaft twlchaffen könnte, Dem kandmann in die Hände, so würden Die GeheiNMisse »welche ein und .D andere nur zu besitzen glaubt, keine Gehemimffe mehr ble.ben und man wird hiedurch, wo nicht alle, doch viele Hindernisse heben. Ls kommt nur Darauf an, daß nur wenige Patrioten Damit tw-n Anfang mache . c>ehe Sache! hak nur einen geringen Anfang, in der Folge wird jtt .w ch tiger. 9)?an macht sich allezeit um das menschliche man solches ohne Schaden anderer sucht zu vermehren. Produkten dieser Art schaden niemand. Sie werden durch Fleiß gleichsam unmitkeMrzum Daseyn befördert, und niemanden wird Dadurch etwas entzogen. Sii g hören wie viele ökonomische Vortheile, welche keinem andern Schadei j fügen, zu Den edelsten Früchten des menschlichen Fleißes. 6 Giess: sche wochentlich-gemeinnürztze Anzeigen Mdung, in nahmhaftrn Schaden und Kosten, und wohl gar in Arnruth versetzet werden, daßwirdahero aus Landesvätterlicher Vorsehung für das Wohl und die Aufrechthaltung derselben (gleichwie Wir bereits durch Verstattung der stillen Begräb-und Leichenbegängnissen gethan haben) zu verordnen gnädigst gut befunden haben, daß fürohin in allen nur möglichen Sterbfallen, sowohl in Ansehung Unserer Fürstlichen Dienerschaft, wes Standes und Würden Dieselbe seyn mag, als auch bey andern pn- vatis, und überhaupt sämtlichen Unfern Untertanen, alle und jede ohnehin auf eine blosse Ceremonie und leere Einbildung hinauslaufenden Anschaff, und Anlegung einiger Trauer, sie bestehe worinn sie wolle, von nun an gänzlich abgestellet und abgeschaffet seyn solle. Und gleichwie Wir zuversichtlich hoffen, daß diese Unsere gnädigste Intention, und wohlgemeynte Verordnung, von allen vernünftig und recht denkenden mit geziemendem Dank werde anerkannt werden ; Also wollen Wir dahingegen auch , daß derselben von jedermännigllch genau und ohnverbruchlich nachgelebet, und darwieder zu handlen nicht gestattet, sondern der * und diejenige welche dagegen aus Ambition oder anderem VoMtheil etwas vornehmen würden, jedesmalen mit einer Straft von Fünfzig Reichsthaler angesehen werden sollen. Wornach sich also ein jeder zu achten wissen wird. Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrlfc, rc. Darmstadt, den 2zten Januarii 176-. (L- S.) Ludwig/ Landgraf zu Hessen. . ~ Nachricht. Buchhändler Nicolaus von Daaleu im HW macht bekannt, daß kr Gerhardi Meermanni Supplementum NovtiThefauri Iuris Civilis et Canonici unico vohimine in Fol. unter der Presse habe so wohl auf groß als klein iPapier, auf groß Papier ist rofi.sundauf klein Papier iz fl. die Zahlung und soll dieses Werk im Julio 1770. die Presse verlassen. diejenigen Herrn so des Meermanni I hefaurum btsttzen und das Supplementum auch anzuschaffen gesonnen, Weben sich bey allhiesigem Univer- vttd Nachrichten. 1 Um'verMs Bnchhändler Johann .Philipp Krieger in Giessen |U Melden, welcher denen Herrn Liebhabern darinne bedient seyn wird und den Con- spectum von den Materien so hierinnen vorkommen sollen, zur Einsicht mittheilen. Ein-und auspnßrrettde vom r). Decembr. bis den ' zr. Decembr. 1*769. Herr Capitain von Fritsch und Herr Fähndrich Kaiser, von den Hessen Caffelischen Truppeu, log. im Einhorn. Herr Lieutenant von Kalkoffen, von den Hessen Cassel,schen Truppen, paßiret durch- Herr Hofgerichtsrath Homberg, von Marburg, log. im Einhorn. Extra logirte. Frau Geheimderathin Grollmannin aus Westphalen, log. bey Herrn Negierungsrath Grolmann. Hrr Lieutenant Ferber, in Kaiserlichen Diensten, log. bey dem Becker Simon. Herr Assessor von Schenck, von WelterShausen, log. bey Herrn Capi- rain von Schad. Gebohrne und Getaufte. Am 10. Dec. Maria Elisabeth« Johannetta, Herrn Philipps Balthasar Vetzbergers, des XVI. Raths Mitgliedes Töchterlein. Am 16. Decembr. Anna Catharina, Moritz Decherts, Schäfers aühr'er, - Töchterlein. Am 14. Decembr. Maria Catharina Johannetta, Georg Philipp Kämmerers, BürgersAnd Beckers, Töchterlein. - - ------... Verstorbene. Am r6. Decembr. Johann Peter Borberg, Bürger und Kramer all hier. In alb- 2164 sl. i Summa aller Ausgaben an die Armen g Giessfche wdchentlich--gemeittnStztze Anzetzett cyn dem verflossenen -?6ssten Jahr sind dm» göttlichen Seeg-'', von Jbro Hochfürstlichen Durchlaucht, von löblich« Universität , von Dem l^licken Regiment, vom löblichen Magistrat, wie auch aus denen w». chentsichen Büchsen, und von gutherzigen Christen, bey dahicsiger Sinnen Casse eingekommen; p I4 glb. Hiervon sind au-gegeben an hiesige Stadt Armen • ' * ♦ »» Z '« an fremde und reisend ♦ ♦ • 79 fl- M *»•>• Afn der Kirche und auf Dem RathhauS, sind an gesirsteten Allmosen den hiesigen Armen gereichet worden - -4« fk *9 alb. °»a dem verflossenen 17* Jahr stnd copulirt worden : J 1) bei) der Stadtkirche . . 1$ W; r) bey der Burgkirche ♦ • 7l -^aar. Gebohren und Getauft, bey der Stadtkirche, worunter z unehliche * * • • 6 \\ LBey der Burgkirche, worunter 8 unehliche - - _*______[1 Summa x<8 Verstorbene be» der Stadtkirche « » * * * " Bey der Burgkirch« * * ♦ * ______________L Summa 118 sind also in diesem Jahr 1 mehr Communicante/bey der Stadtkirche, womnter 107 Consirmikte sind Be» der Burgkirche « ,°47 ♦ ' - 1068 Summa ™- - wi*»ntW&t Anteilen werden von dem Verleger JohannPhllippKrie, mit denen schon heraus,clomm,. ncn Stärken dienen.