? *H Zieffsche wöchentlich- Neun und Vierzigstes Stück. Dienstage den itttn Nev. 17«- ! ~ Mit Hochfürsti. Hessen Larinstädlischer gnädigsten Erlaubnis. Die göttliche Regierung und Vorsehung offenbart sich durch " a unser ganzes Leben. yÄje amtliche Regierung und Vorsehung offenbart sich durch unser V3J aanres Leben. Gott besorgt und veranstaltet nicht nur die Fort« ;fl’.unfl t><6 menschlichen Geschlechts, sondern er setzt und be. «immt auch das Ziel, die Z-ic und den Ort, wann auch, wo wir uns je« >, «mal aufkalten oder auch noch aushalten werden. Er hat gemacht, baß von einem Blut aller Menschen. Geschlechte auf dem Erdboden wohnen, und Kak Siel gesetzt, zuvor versehen, wie lange und wie weit sie wohnen kosten Welch-i" weites und fruchtbares Feld erblicken wir nicht hier? JS wir fähig, dasselbe in seinem völligen Umfange zu übersehen? Je mehr der Verstand des Menschen der Gerechtigkeit, Güte und Weisheit naämrüb-lt, die Gott Key jenen Schicksalen und Belohnungen hält, de« Nomebr verliert er sich darinn. Dieß ist «ine Seekgkeit, die nur allein für die Bewohner jener Höhen bestimmt ist. Indessen ist es do» einem ver. vünstigen Wesen sehr anständig, wenn eS, soviel eS seine Kräfte julaffen, . dje 4*4 Giesilschervochentlich-SemerrmützLSe Anzetzm Die Verknüpfung und den Zusammenhang der Dinge einzusehen sich bemühet. Ja, wir sind recht darzu gemacht, unS mit unserm Geiste tn ütc Betrachtung der göttlichen Vollkommenheiten zu versenken , um dadurch zur Erkenntniß eines Wesens zu gelangen, ohne welches wir weder leben noch glücklich seyn können. Allein , jemehr wir uns mit der Betrachtung eines unendlichen Gottes, und insonderheit auch mit jenen Wegen beschtz- tigen, die er mit uns geht, desto unbegreiflicher kommen sie uns vor, und wir brechen endlich voller Verwunderung aus! O welch eine Tiefe des Reichthums, beyde der Weisheit und der Eikenntmß Gottes! Wie unbegreiflich sind feine Gerichte, und unerforschlrch seine Wege«! Die göttliche Regierung uud Vorsehung aussert sich zuförderst bey dem Anfänge unsers Lebens, oder bey unserer Geburt. Schon zu der Zeit waltete jene Vorsicht über uns, da wir noch ohne Bewegung im Verborgenen lagen. Wer ist derjenige, der diesen Leib gebildet? Der diesen Leib mit so herrlichen und brauchbaren Gliedmassen ausgeziert? Der diese Theile und Glieder so wunderbar zusammen gefügt, und sie zu diesen und jenen Bewegungen und Handlungen eingerichtet und fähig gemacht hat? Wer ist derjenige, der uns , ehe wir noch das Licht dieser Welt erblickten, vor so mancherley Zufällen bewahrte, die unS hatten betreffen können? Wer ist derjenige, der diesen Leib mit einer Seele begabte, die vernünftig und unsterblich ist ? Mit einem Worte: der uns zu Menschen gemacht hat? Ist es nicht der Schöpfer, von dem ein frommer Hiob rühmt; Deine Hande haben mich gearbeitet, und gemacht alles, was ich um und um bin ? Du hast mir Haut und Fleisch angezogen, mit Beinen und Ädern hast du mich zusammen gefügt? Und David: Du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du wärest über mir in Mutterleibe. Ich danke dir darüber, daß ichswunderbarlich gemacht bin. Es war dir meine Gebeine nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht und gebildet wurde unten in der Erder deine Äugen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war. Und abermals: Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen , du bist mein Gott von Mutterleibe an. Zweitens aussert sich auch die Vorsicht des Himmels in Ansehung der Eltern, der Zeit und des Orts unserer Geburt. Es kostet überaus wenig Mühe, zu begreifen, daß alle diese Dmge und Begebenheiten nicht von ohngesähr geschehen sind. Alle diese Umstände führen uns, wenn w 1 c f und Nttchrichierr. wir sie in ihrer Verbindung und in ihrem Zusammenhänge betrachten, auf eine höhere und verborgens «Hand zurück, die alles so und nicht anderst gefügt hat. Wie vieles geschieht nicht durch unser ganzes Leben, welches nimmermehr erfolgen würde, wenn wir von andern Eltern, odet auch zu einer andern Zeit und an einem andern Orte geboren worden? Wenn David von andern Eltern oder an einem andern Orte und Theile der Welt, als z. E. in Amerika, geboren worden wäre, oder auch einige' Jahrhunderte eher oder später gelebt hatte: würde er wohl brS auf den Thron eines Königes erhaben worden seyn? Eben dies können wir noch täglich" in ähnlichen Verstände wahrnehmen, wenn wir unsere Eltern, die Zeit und den Ort unserer Geburt u. d. g. aufmrrksam betrachten. Uner- forschliche und unbegreifliche Weisheit der göttlichen Regierung.' Wer ist fähig, jene Absichten und Ursachen zu erklären , die Gott bey so vielen und so weit ansfehönden Veränderungen und Folgen unserer Geburt hat?' Wer kann jene Gründe bestimmen, warüm wir eben gestern und nicht heute, warum wir zu der, und nicht zu einer andern Zeit, warum wir an diesem, und nicht an einem andern Orte das Leben erhalten? re. Sollten wir nicht auch hier in heiligster Ehrerbietung und Verwunderung bekennen: Dein Rath, o Gott ist heilig und wunderbar 1 du führest alles herlich hinaus. Zum dritten offenbart sich auch die Vorsehung und Regierung Gottes bey dem Fortgänge oder bey der Erhaltung unsers LebenS. Gott hat bereits vom Anfang der Schöpfung die Anlage gemacht, daß ein jedes unter den lebendigen Geschöpfen, auf eine seiner Natur gemässe Weise, seine Erhaltung bewerckstelligen kann. Wenn man z. E- die mancher- ley Thiere, Vögel und Gewürme betrachtet, Wie immer eins dem andern zur Speise und Nahrung dienen muß, und wieausdiese Art dis äusdeck Urberfluß derselben zu besorgende Last, in Absicht auf disMenschen, weg- fallt, oder doch wenigstens erleichtert wird; so mü)ke ein Mensch ganz verblendet seyn, wenn er hieraus keine höhere und sirr ihn wachende Vör/ sicht erkennen wollte. Der Mensch ist unter allen, auf Erden befindlichen Geschöpfen am vorzüglichsten; folglich erstreckt sich in so weit die göttliche Vorsorge auf eine ganz besondere Weise über den Menschen, um dessentwillen die ganze Welt geschaffen wurde. Gott handelt bey feiner Regierung mehr mittelbar als unmittelbar. Der Mensch muß also nach dem Maaße der, von dem Schöpfer erhaltenen? Kräfte arbeiten, und sich jene m dem Sehü- Ece r M 4i 6 Giessische wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen pftr erhaltenen, Kräfte arbeiten, und sich jene, von dem Schöpfer gemachte, Anlage in so ferne zu Nutze machen , als zur Erhaltung seine- Lebens nöthig ist. Er muß dabey mit unverwandten Augen aus den sehen, der ihm die Kräfte oder auch die Gelegenheit gibt, etwas zu scbaf- - fen, wodurch er sich volkommmener machen kann. -O! wie schlecht und elend sind diejenigen dran, welche beständig mit ängstlichen Sorgen ange- füllt sind? Ein Mensch muß seinen Beruf abwarten , und dabey seine Hoffnung und Zuversicht auf Gott setzen. Er muß von ihm allein das Gedeyen erwarten, womit er nach seiner Zusage, unsere Arbeit und Bemühungen begleiten will. Die wirklichen Vergnügen, die wir hier geniessen, sind ohnedem so gering, daß wir in der That mehr als bedaurenswürdig seyn würden, we.nn uns die gütige Vorsehung nicht mit jener süssen und angenehmen Leidenschaft, der Hoffnung, begabt hätte. Die Hoffnung hat an sich etwas Angenehmes und Reizendes in sich. Sie giebt uns einen gewissen Geschmack von den Gütern, die wir entweder wirklich besitzen, oder von denen es wenigstens möglich ist, daß wir sie besitzen können. Sie belebt, so zu reden, unser ganzes Leben. Sie macht, daß ein Mensch bey allen Zufällen , die ihm begegnen, gesetzt, munter und stölich bleibt. Kurz! Vie Hoffnung auf Gott ist, wenn ich so reden könnte, eine Art von einer lebendigen Wärme in der Seele, die sie belebt, erquickt und erfreuet. Die Hoffnung macht alle Widerwärtigkeiten und schmerzhaften Empfindungen seicht und erträglich. Sie versüßt alle Arbeit und Mühe, die sonst ein Mensch hat, wenn er, nach göttlicher weisester Verordnung, im Schweisse seines Angesichts das Brod essen muß. Die Hoffnung macht, daß ein Mensch demjenigen , was ihm die gütige Vorsicht im leiblichen Könnt, keinen höheren und grösseren Werth beylegt, als es wirklich verdient. Kömmt er in Trübsal und Noch: so vergißt er sie, in Ansehung der Hoffnung, die ihn belebt. Er wird ruhig und stille in Gott, an dem , sage ein Hanverk und zehmRthlr. (i» Frankfurter «Währung genommen) gezahlt und guarkaliter cingesandtwerden. Diejenrg e S p Personen welche ihre Söhne in diese Erziehung geben wollen, sind aLbeten sich an mehr aedgchten frgnzöschen Pfarrer Theobald zu wenden, welcher ihnen sogkich und nach Verlangen zu antworten Die Ehre haben wird. Frankenhgyn bey Treisa und Ziegenhayn den 9f ^176-. w . I. F. Theobald. t V7achrlchv. Nachteme Fürstlich Hessen Casslisches Bergrathscollegium über die in hiesigen Territorien hinreichende Anzeige auf Stunkohlen/als ein gar be- qmm abhelilicheS Mittel des in hiesiger Gegend sich täglich mehr Haufen, den Holtzmangels , eine Muthung demjenigen, welcher wettere Versuche darinnen zu unternehmen willens seyn wird, zu ertherlen resolviret»als wud 42ö GreMsth«rv§ckentI»ch-MeMütz»Se Attzeige« ein solches rüdem Ende hiedurch bekannt gemacht, um sich deshälben dahier in löco zu melden und nähere Nachricht zn gewärtigen, unter der Vesten Versicherung, daß dabey mit möglichster Beförderung angedient zu wer« den man sich bestreben werbe. So geschehen Grüningen den - zken No». l?6?‘ I 3- Meder. Die Ziehung der Chur Cölinischen zu Bonn «en Classe achter Lotte, rie bat den r«en Nov würklich ihren Anfang genommen, davon auch be» reit« einige Wen eingeiaufen, alle Tage ausgenommen Sonn, und Festa« ae werden ausgesetzt, werden 2000. auSgezogen / und tollen nach und nach bis Ende dieselbe eingehen. Die Herrn Interessenten können solche «ur Einsicht haben ob ihre.Loose gewonnen. .Auchwird ein neuer Plan w der 9ten Chur Cöilmschrn Lotterie welche zu Bonn wieder veranstaltete hey Ausgeber dieses ausgegeben und BilletS zu Kauf haben. Kerner sind von der «en Hochgräflich Neuwied» Armenlotterie di« Ziehungslisten erster Classe angelangt, welche denen Herrn Interessenten zur Einsicht mjtgetheilt werden. ES sind auch Kaufloose zur «en Claff« bey Ausgebern dieses zu haben. Ern.rmd eruspaßircnde vsm 18. klov. bis den r;. Novembr. 1769. H«k RegierungSratb Kulp, von Ofenbach, und Herr Häuser von Frank, surr, log. im Posthauß. Herr Rittmeister von Pretlachvon Echzel, Herr von Löwenfeld, von Marburg, log. im Einhorn. Extra logirte. Frau Geheimderäthin Grollmännin auö Westphalen, log. bey Herrn RegierungSrath Grolmann. Hrr Lieutenant Ferber, in Kaiserlichen Diensten, log bey dem Becker Simon. , , Herr Assessor von Schenck, von WeilerShausen, log. bey Herrn Tapi, tain von Schad.