Mesflsche wöchentlich- V V Z» F F gmelNuW WnzeWlt mö Mchrichtt« Zwey und Fünfzigstes Stuck. Dienstags den 26ten Dec. 1*769. - Mit^ochft^Hcsscrr DarmstäLtischergnädigsten Erlaubms^^ Benjamins Zurückkunst aus Aegypten» Soliloquium und Dialdgus- Jacob» Ass.; fa» Sie sind dahin! - Sie alle sind vertohren! Weint nur ihr Mütter, weint, die ihr mir sie gebohren. m26in , mein graues Haupt, hebt, tief gebeugt von Sich kaum noch üngstiglich, Gott, zu dir himmelwärts. Mein Joseph war zuerst ein Raub der wilden Thiere: Und daß ich seinen Tod recht überzeugt erführe, ( So schickste man mir sein blutiges Gewand, Das feiner Brüder Hanf in unfern Wüsten fand, t < < Ggg ..... UL' Nun 41* Gr'eMsche w^chmEch-gemeinnötzige Anzeigen Nun war mein Benjamin der Trost von meinem Leben, Der zwcyte theure Sohn, den Rahe! mir gegeben: Doch, - o zu harter Fall! - auch diesen raubt man Mir: Er muß nach Mitsiain - Ich bleib allein allhirr. Die Brüder, die ihn mit nach Mitsram genommen. Sind ja das erstemal viel schneller wiederkommen? Jetzt bleiben sie zurück. Nur Jammer kommt hieher: Zwölf Söhne hakt ich sonst; nun hab ich keinen mehr! Erfahret Canaan den Tod von meinen Söhnen, So lachet es dazu und spottet meiner Thranen Seht, hör ich sie schon schreyn, seht den betrübten Mann, Den künftig stolzen Herrn, von unferm Canaan! Herr, wende diese Schmach, verkürze doch mein Leben, Das du mir, wie es scheint, in deinem Zorn gegeben- Entreiß mein Angesicht der schandenvollen Noth; Sind meine Kinder hin, so bin ich selber todt. Hanoch/ Rubens ältester Sohn, komme eilends vorn Felde und saget: Wisch' deine Thranen ab, o Vater! deine Kinder Sind nicht mehr wert von hier. Ich hütete die Rinder, Und sah sie kommen: schnell ließ ich die Heerde stehn, Um als ein Enget noch'vor ihnen herzngehn. Juda komme allein voraus. Der Herr laß Israeln noch lange fröhlich leben! Hier kommen wir zurück und den du mitgegeben, Dein Benjamin mit uns! - Ermuntere dich doch, Mzeyh uns - freue dich! -< Dchr Joseph lebet noch! Benjamin vttd kkachrichtött- 44T Benjamin und die übrigen. Der Gott von Abraham, der grosse Weltechalter, ErhalteL Vater, dich bis auf Das höchste Alter! Hier sind wir wieder da. Voll Freude kommen wir: Denk, Vater, Joseph lebt, dein Sohn schickt unS |U dir, ^jacob. O Benjamin, mein Sohn! komm; komm; laß dich umfangen, Du lebst noch? - Welches Glück! Wie ist es dir ergangen r - Doch wie erscheinst du jetzt in stolzer Kleiderpracht? - Benjamin. Mein Bruder Joseph ist's, der mich so stolz gemacht. Jacob nach kurzem StLUschwcigerb Der Herr sey ewiglich für seine Huld gepriesen, Die er mir, seinem Knecht, so väterlich erwiesen. Daß er, da ich aus Gram ihn mich zu töden bat, Euch alle wiederum zurück gesühret hat. Allein was redet ihr von Joseph meinem Sohne? - Der steht ja lange schon vor Gottes hohem Throne. Ihr selber fandet ja sein blutig buntes Kleid! - Drum schweigt, und reizt mich nicht zur alten Traurigkeit. Ruben. Verflucht sey, wer von uns dich zu betrügen meynet! - ANein so wunderlich es deinen Augen scheinet. So wahr ist es zugleich: dein Sohn, dein Joseph lebtr Er ist Aegyptens Herr, den Pharao erhebt- Ggg L 44$ Anzeigen Wir meynken's bös mit ihm, Gott aber hat's gewendet, Und ihm, zmu Heil für uns, nach Mitsrain gesendet. Dein Joseph ist der Mann, der uns das Korn verkauft, Zu welchem alle Welt bey diesem Hunger lauft. Sich' doch die Wagen an, die er uns mikgegeben! - Die schicket Joseph her, dich, Jacob, drauf zu heben. Er will dich bey sich sehn. Wir alle ziehn zugleich Mir dir m Pharaos und deines Josephs Reich. Ich habe nun genug, daß mein Sohn Joseph lebet! - Uud glaube froh dem Wort', das ihr mir Kinder, gebetr Ich will, so all ich bin, noch nach Aegypten gehn! - Ich will, zu meinem Sohn» ich muß ihn selber sehn. I-L. walcher- „r/ V;.; Dassinven Rüdolstatischen Landen von der Hochfürstlichen Regierung Und Consistorioallerlev nützliche und das allgemeine Beste der Kirche und des Staats befördernde Verordnungen von Zeit zu Zeit gemacht werden, ist eine weltkündige Sache , und kann man dieselbe ans den so beliebten Albs hi(L ecclef näher kennen lernen. Man macht aber über dies auch hier zuLan» de auf den Städten und Dörfern allerlei) gute Einrichtungen in Ansehung der Sterb - Wittwen - und Heiraths - Lassen, davon zwar Die von E. Hochlöblichen Consifforio bestätigte Einrichtungen gedruckt, aber sonst nur wenigen äusser den Interessenten bekannt werden. Vielleicht wäre nicht Undienlich, daß man anderer Orten diesem Exempck folgte, und um zu zeigen, daß dergleichen Nachabmungen allenthalben möglich , wollen wir einmal die neulich auf Bogen in 8. gedruckte -Ordnung, welche die Mitgliederder Heyratbs-Societät in der Fürstl. Residenz Rudolstadt zu beobachten haben , hier etwas näher beschreiben. Diese Soeietär hat Acht die Absicht durch die ElnkauMtylM und fesigesetzte Veyttäge em Caps- und Nachricht«»- 449 Saoitol zusammen zu bringen: um von dessen Einkünften die Aussteuer -ubestr-lken Da,u wurde -in gor grosss Capnm, viele Mitglieder, und häufige starke Beyträge erfordert. Sie ist so -mgerichket, daß sie -ange besteb« uno allen ihren Mitgliedern, ohne, ihre Belchlv-rv- nützlich sepn kann. Sie bestchelauS ?ff. Mitgliedern, von denselben zahlet ein l-des Mitglied, bey vorfallender Heirath eines Mitgliedes z Groschen, welches eine Summe von fz st. ia Gr. beträgt, und davon «rhast das heira. thende Mitglied.zumGeschWk so,ft. hoch «wß ,em solches Mitglied vier «--fahre in der Gesellschaft gewesen s-yn, und seine Beytrage geleistet W ben. -ÖM ein Mitglied schon so viel B-ykrag- gekhan, daß er sofl.aus« gegeben, so wird er von solcher Abgabe srey erklärt, erhalt aber, wenn er noch heyrathek oder stirbt, nicht nur seine nach und nach ausgelegte so st. sondern auch alsJnteresse.0 Fl. also überhaupt 60 st. Bey ch bewand- ten V0!kb-ilhaften Umständen ist eS also kein Wunder, daß solche Socie- tät wirklich zu Stande gekommen, und daß sich außer den wirklichen Mitgliedern an der Zahl srs- auch schon zoz. Eppeckancen einschreiben lassen. 3um Beschluß. , Nichts weiter als «ine kleine Danksagung an alle Leser, die meinen Bemühungen bishieher günstig gewesen sind. Sind nur einige von ihnen zuirieden; so habe ich sckon Ursache vergnügt zu leyn. Ich bin es aber au» insbesondre um deswillen, weil ich wider V-rmuthen, bey meinen sich nach und nach merklich gehäuften Geschäften, dennoch im Stande gewesen bin, di- Aufmerksamkeit aus di- schon vor einigen Jahren von andern anqefangne Wochenschrift wieder zu erregen, und-men neuen Band Xu dertelbiq-n nach meinem Versprechen zu liefern. Der, Verleger wird suchen auf di-f-S bevorstehende Jahr für die Befriedigung aller zu sorgen. Er ist bey reiten darauf bedacht gewesen, die Besorgung einem Manne zu übertragen , von dessen Bemühungen man siä> schon im Voraus viel gutes versprechen kann. Ich habe wenige Gönner, der-n B-r,träge ich schätzen, und öffentlich rühmen kann. Ilne Ar- beste» sind uli? bezeichnet, und ihr B-yfall bleibt ihnen, Manch- I 4fo Giessische rvöchenellch-gemerrmü^ige Anzeigen mal sähe ich mich genöthiget meine Zuflucht zu fremden periodischen Schriften zu nehmen. Die daraus entlehnten Arbeiten hielte ich in manchem Betracht für sehr gut, und dann habe ich mich dadurch nicht/, sondern vielmehr ihre Verfasser empfolen. Wer etwas gutes gerne zweimal lieft, hat sich auch darüber niemals beschweret. Nicht für diese; iondern für meine eignen Aufsätze bitte ich um eine billige Nachsicht. Ich muste sie oft eben so geschwinde verfertigen, als wie sie gedrückt wurden. In Zukunft schreibe ich mit Muße, und höre deswegen hier auf. 2 M. Erich Christian Blevesahl. Neue Bücher. Der neue Goldmacher oder das wahre Geheimniß der Freymäurer eine wahre Geschichte 8. Berlin 1770. zokr. Geschichte eines Deutschen von Adel r. Th. 8. 1769. ip. Die eifersüchtigen Freunde eine englische Geschichte 8. Leipzig 1*769. *4 kr. - Herrn Gleims Kriegslieder 8. Leipzig 1770. 24fr. Grundlinien zu einer Weggeschichte und proctpchen Anweisung die Poft und Handelsstraßen ohne Lost der Untcrlhanen mit Ersparung der schreckhaften Kosten einträglich zu machen, ar. 8. -769.12 kr. Dramatische Kinderspiele 8. Streßt». >7^-. 24Fr. Eberhards (D. I. P.) Gedanken vom Nutze» der Malhemalick und ihren Einfluß in den Staat 8. Halle 1769. 8 kr. Heusingers Predigten über die Sonn »und Festtags Evangelia 2. Theile 4. Eisenach 1769. Z fl- , _ , Eberhards (I. H.) Beyträge zu Erläuterung der deutschen Rechte rter Theil 8- Leipzig 1769. 45 kr. Des Grafen Joh. Moritz von Bruhl Anleitung Feldlager auszumessm und abzuftecken, mit vielen Kupfern gr. 8. Straßb. 1770. i fl. / 30 kr. , . Die wahre Hoheit der menschlichen Seele zte Auflage 8- Leipzig 1769« z o kr. , Joh. Byron Erzählung feiner Unglucksfälle aus der Küste von Patagonien 8. Nürnberg »769. zv kr. Anecvo- imt> Nachrichtt«. 4ft giect)okn zür Erläuterung der Brandenburgischen Geschichte r. 1770. 1 f fr» Geschichte von Califormeri,2 Tbeile Lemgo 1769. r fi. i f kr. Briefe über Die vornehmsten Merkwürdigkeiten der Schwertz L.rterBand Leipzig 1769. zokr. Nuiadrsgeschenke für Frauenzimmer und junge Herrn 1770.15 kr. ' ' Sind in der Kriegerischen Buchhandlung zu haben. Nachricht. Weilen nunmchro das Jahr zu Ende eilt, und wir unsre Giessische ge- Meinnüklae Anzeigen künftig fortzusetzen gesonnen; als roerDen die reipec- tive H-rrn Gönner und Freunde geziemend ersucht, ihre Vorauszahlung auf künftiges halbe Jahrvon Jan. biß Jul. 177°. Mg emzusenden dan^ man ficb mit dem Abdruck darnach richten kann. Diejenige aber so noch in Rückstand geblieben? werden dienstlich gebeten sich in Richtigkeit zu setzen > sonsten man mit Übersendung sich keine Mühe nehmen wird. Eka-und auspaßirende vom 16. Decembr. bis den rz. Decembr. 1*769. ' ^rr Lieutenant von Rabenau, und Herr Lieutenant von Buseck, in Breusischen Diensten, log. im Einhorn. Hm Lieutenant von Buseck, in Chur - Pfälzischen Diensten, log. UN Einhorn. , , . Herr R-gierungSralh von Rabenau, log. im PosthauS. 'Extra logirte. Iran Geheimderächln Grollmännin aus Westphalen, log. bey Herrn Rcaierunasrath Grolmann. - Hrr Lieutenant Werber, i« Ka'ierlicheu Diensten, log. bey dem Becker Simon. . " e Herr 4ft Gicfllsch« n>»ch'«Ntslch--Miei,iNtt8l2- Attzcr'gei, Herr Assessor von Schenck, von Welteröhmistn, log. l>ey Herm .EapI« Herr von L-lMch,°und Hm rieukenaük von rchrbach, von den KMch Truppen, log. bey Herrn Generalmajor von Rochberg. - Gebohrne und Getaufte. Am 2t. Deembr. Maria Ca'harina Johannma, Georg Philipp Kam« mererS, Bürgers und Beckermeisters, Tüchcerlein. VerstHrbene. . Am 17- Decembr. Maria Elisaberha werland Mann Rem« Hard Schneiders, Bürgers und Kramers üllhiek, eheliche «Mis stau. Frucht-und andere Preiße am Markttag den Giesser Maas Achtel Korn t 4 * 2$ r Ochsenfleisch - 2 6 1! Karpfen 6 Pf- x Achtel Korn 25 4 4 5 4 1 4 4 1 1 2 »MaaßFruchtBrandew. 12 alb. 1 ft. lLoth.ölt, ft. Loch 0,u. t 4 4 f f 2 2 3 3 6 4 I 1 2 2 4 6 Brod. - ButtcrVretzelj Weck - - Leitscher - 2 5 3 2 2 9 M 19 5 'alb. pf. I I 4 - ! 4 1 Achtel Gerste - 1 Achtel Wartzen Achtel Hafer - Meße Erbsen Meste Linsen - Pfund Hirfe Pfund geschälte Gerste - - 5 Pfund klein geschälte Gerste - ! 1 Hecht - i j Persing - * Ö)uiiucn cPf. Bratwurst 5 alb. rPf. Becker Preist. Kalbfleisch Rindfleisch 12 10 25 14 14 2 5 4 3 3 8 alb.lpf. 15 15 7 2 I 'e6alb. I Kübfiersch ' 1 Schweinefleisch 1 Hammelfleisch 1 Schaffieisch 1 Vockfieisch f 1 Wurst - - i Kalbsgelüng 1 Kalbs-Leber i^Cchleyen 11 Butter - Wund. fl. lo Rindsfett i loHamelsf. 1 r Lichter » 5, Lyer inländische Sei lb.lpf. - 4 Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krieger Universitäts Buchhändlern hicftlbst , an die Herrn Liebhaber gegen einen Rkhlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4- lr. ausgegeben. Man wird auch den HerrnPranumeraiMrr mit denen schon herausgekommene» Stücken dienen.