Mesffsche M wöchentlich- Mil KnzeUn und Nachrichten Viertes Stück. Dienstags den -4«» Januar. i7S sc»schäften für einen Mißbrauch, den weder die Kirche, noch da« t-0 Reich der schönen Geister dulden solle. Ihr« Religion aber ist weh« rentbeilS Aberglaube, und ihr-Gottesfurcht ist blosse Verstellung. Wa« braucht, ruffen diele erhijte Helden, was braucht die an sich schon liebenr- würdige Religion sich mit fremden Schönheiten ju fchmükken ? Bestjt sie nicht -iaene Vorzüge genug? Hat die Gottheit nöthig, damit sie vereh« rungSwÄdiger werde, sich indem Körper eine« Engels «inzulMen? Oder was können di« schönen Wissenschaften für Vortheile von der R-ligion erwarten- Sind sie etwas anders, als tändelnde Beschäftigungen der Sinnen , Werk« des Wizzes und Spiele der Phantasie? Doch jo ftuhMge Vorwürfe? - Man sehe in «Mer Harmonie Religion und schöne Wss- trnschask-N sind. Wi-^vortheilhasksi-sich einander wechselswe,se seyn können. Man lass« sich die Einwürfe widerlegen, Vie dagegen ausgedacht werden; M MN hött guf ru jwchln. Ein ae. Giesilsche gemeittttutzW Anzeigen Ein schöner Geist bautsteylich seine Wissenschaft auf ganz anderen Gründen , als diejenigen sind, worauf die'Religion beruhet. Veyde können auch vor sich bestehen. Die Religion kan mit Vorzügen prangen, die nur ihr eigen sind. Dft Wissenschaft des schönen Geistes kan ihre Annehmlichkeiten. hgbey,»ob sie gleich von her Leh^e zur getrennt ist. «öaben Wir aber deswegen Ursache ihre Vereinigung für übttsuHlg, oder tvohigfo Kr schädlich zu halten. Elende VeMuthung! llnser Geiss wird gewiß Anst durch die VereiniMg mit einem Een Körper nichts verlieren;siin- Einsichten werden dadurch vielmehr verschönert, mch ausgebreiteter werden. Ein König verschön durch seinen Geist gros ist, wird Noch grösser in den Augen derer, die ihn LrtMch, wenn schon Züge der Majestät von seinem Körper auf sie hmstrahlen. Ein Stanislaus, das Wunder der Zeiten! Wer kennt und bewundert ftinen so oft gepriesenen erhabenen Geist nicht? wer ihn aber siehst, der nennt ihn, ohne es zu wissen , den König. So wohl hat die gütige Natyr seinen Körper gebildet. Solte es Venn also zu tadeln styn, und'stlke'mrrnUns nicht beypstichtess/ wenn wir behaupten, daß ze starker em schöner Geist die Macht der Reltgion empfinden ^desto siarker-wirv er auch in seiner Wissenschaft werden; desto Klükstcher-ihreAb- sM erreichen können; und je mehr er sich durch einen reinen Geschmak in din schönen Wissenschaften gebildet hak; desto fähiger wird er seyn, das Schöne, vas Cl habens / und Vas Heilige m der Religion zu empfinden r Mo geschikter sie hey andernverehrungswmdig zu machen. Die. Natur ver schönen Wissenschaften, Vie Vchspiele ihrer Verehrer, die Geschichte -tt Religion und des Geschmaks, alles rechtfertigt diesen Ausspruch. Was man überhaupt zu den schönen Wissenschaften rechnet, wird Nftnand von uns erst lernen wollen. Wir begreiffen eigentlich nur die ^oesievnd Redekunst vanmter. Ueber vie Frage, worin bas Wesen dersel- vigen bestehe, wird noch immer gestritten. Und man lasse die Heldcndie- str Wissenschaften streiten. Wir mögen einem Bntteux folgen und die Nachahmung der Natur, oder mitanvmrden sinnlichen AusdruköerVolls xsmmenheit dafür erkennen, unser Beweiß ist allemal darin gegründet: und Mer Gedanke wird, allemal dadurch befestigt. Wer . ist im Stande Vie wnW/ durch die uns die NakurWeuet, nachzuahmen? Wer null Volkommenheitett sinnlich ausvrukken oW sich siinenWeg enstaüd deutlich Kl gedenken, ohne sich denselben lebhaft vorzüss'llen? Von denselbigenvöl- W emgensmmm werden^ und dann erst, wenn der Dichter von den Em- Mvungen seines Herzens, als von einer Gottheit begrisktt, Msilngt zu sin- gen, und NachrichtM »7 gen, dann erst kan ihm ein göttliches Lied gelingen. Dann wttden dem Redner die Gemüther seiner Zuhörer willig folgen, dahin, wohin er st« haben will, folgen; wenn erst in seinem eigenen Busen das Feuer lodert, das er durch seine Rede in andern anzünden will. Je deutlicher daher un# sre Vorstellungen von Dem Schönen, je lebhafter unsre Empfindungen sind- desto vorzüglicher werden unsre Werke seyn, desto ähnlicher wird der Ab, druk dem Urbilde werden, desto mehr verschönernde Züge/ die ihrDaseyrr der Begeisterung zu danke« haben, werden an ihnen hervorglänzen. Dey Euthusiasmus des Dichters, und das feurige des Redners kennen unsr- ! k heutigen Geister. Das erhabne ist ihnen keine Chimaire. Das Feld, in welcher sich ein schöner Geist wagen kan, ist unabsehbar. Die ganze Natur steht ihm offen, und er darf sich bis zu ihrem Beherrscher empor schwingen. Hat die Religion noch keinen Sieg übe- sein Herz gewonnen; so wird er die vortheilhaftesten Gesichtspunkte, aut welchen er die grösten Vollkommenheiten aufsuchen könnte, unbemerkt lassen, und viele Gegenstände die andre rntzükken, werden ihn wenig, oder wohl gar nicht einmal rühren. Last aber eben denselbigen von der Religio- geleitet, die Werke der Natur durchwandern; last seine Aufmerksamkeit irgendwo stehen bleiben; welch eine bewundernswürdige Mannigfaltigkeit der Ordnung und Vollkommenheit wird er alsdann wabruehmen! Die ge, \ v naue Uebereinstimrnung aller Theile des Ganzen! DieGröffe ihres Schö- -l pfers der sich darin abbüdet! Die Absicht, warum alles so Da istt Die Verhältnisse, vie rmS gegen DaS andre hat! Ihre Harmonie zurBewür- kung eines gemeinschaftlichen herrlichen Zwekkes! Dieses und Millione- Vorzüge denkt dann sein« Seele. Der kleinste Gegenstand ist nun verwögen- sein Herz in lebhafte Bewegung zu sezzen. Der niedere Strauch im TlM sowohl, als die erhabene Ceder; die glänzende Lilie, und die unansehnliche kleine Bl ume des Feldes. Alles gibt seinen nachforschenden Gedanke- die fürtrefiichste Nahrung*. Nicht die blosse Erkentniß der Vollkommenheit, nicht der bloffeAn- blik des Schönen rührt allezeit das Herz. Man muß es in einer gewissen Bezieh hung auf sich selbsten gedenken. Wenigstens müssen wir als Wandrer da wo unser Fuß ruhet, und bey dem, worauf sich unser Blik richtet, alle- mahl den Gedanken in uns erzeugen, daß es uns vortheilhaft sepn könne. Was wird diesen Gedanken aber mehr beleben, ihm eis gröseres Gewicht geben, und eine stärkere Gewalt verschaffen können, als eben die Religl- on, der wir gehuldigt? Sehen wir unftrn Äortheil nicht Mnal m der D r Nähe, ig Giessrfchö wöchötthM^Mtfittötzige Attzetzm Mke, ist unser -Vergnügen nicht allemal gegenwärtig, wie am Geskran- ü;e duftender Rosen, und im kühlen Schatten am heissen Mittagen so fie uns in jene Ferne, in di- Ewigkeit, wo sich alles entwikkelt, l !ües aufklart. Sie begeistert einen Lreuz / wenn er über Gräber hinwandelt , und entzükt Xoungs erhabenen Geist, wenn die Mitternacht alles in Finsternisse einhüllt, und Gmlfords Gemahlrn ist m ihrem Siege schöner, reizender, als Mana auf dem Trohne. So viel Antheil hat ! die Religion an den Werken schöner entzükkender Geister. So gros, ja I fast noch grösser ist die Hülfe, die sie ihnen zur Erreichung ihrer edelsten Absichten d^rmcht.^^^ Redner haben emerley Endzwek. Beydesu- , Den durch ihre Kunst nüzlich zu senn. Obgleich die Poesie im Schoosieder Ruhe und der Freude gebohren würde; so will sie doch nicht blos gefallen.- Auch sie vereinigt das nüzliche mit dem angenehmen; auch sie gleicht Mmak, desto lerchker wird eS uns fallen, die Schönheiten zu entfetten , wo ße.Mr desto.mehr werden sie unS gefallen; desto stärker werden txßni* pfindvngen feyn, die sie in uns erregen. Ja! das fürrrefliche, und^eili- Ae m Yer Religion muß demenigen Dor aydeP entzüfken , Der seinen fchmak durch Vie schönen Wissenschaften verbessert, und seiner gew/rKt W. Ein solcher ist auch, wenn tr als geistlicher Redner austritt, WWgM die liebenswürdigen Wahcheitm seiner Religlpn mit sMer AnmMDor^ tragen, daß sie von andern mit Sehnsucht, und anhaltenden Vergnügen ausgenommen werden. Von seiner- Stimme werden Seelen, wie von «lmiWrwhmePugwW..;n-^Lr noi ; v. u ; Wenn Der Philosoph von den.'Eigenschaften d.es asimachWn redet-, so entstehen Triebe in uns ihn zu verehren; werden sie aber nicht stärket, ynd tebrndiger. werden, diese Triebe, wenn der Dichter zum Lobe des unendlichen singt, wenn den allmächtigen per Md^rephebt^ DeiWünd hievon liegt in Oer Natur ihrer Sprache. Sie ist sinnlich, undalles sinnliche hat einet) JlaiTernT^mfiruF aufunsir Herz. So har un^rrnstr mtftr Schöpfer selbsien geschaffen! So werden wirinochstmmer gebohren^ So bildet uns di^ AvftrKehung ! So werden wirsterben, uO auserstchü! - ^u.. H könntest wir rinerechtchrfurchtsvölle HochachtMZ bep allen für die würdigen Nahmen jener Dichter rmd Redner erMtzkes, die den schönen WiffenWftG dyrch dieReliMN so chren MzügljchenMW gg- ben. Sie waren es, die die Religion unter dw MMchm recht Wentwürdig gemacht haben. Sie machten sie gefällig; und sie haben dafür die Ehre, daß die Religion den LMSkdMrMigt, mit welchen sie die Poesie schmükkchr 3teong/ TaA/ wer/ unsterblich sind ihre Nahmen wie die Religion, die sie bWistert. Und NMrsöK- Vsrsrd^Lom/ Moohkim/ IerufaKm/ Sgmm/Lra- zr, MeWfchs wöchentlich^mernnutzige Anzeigen mer^ Schleael/ munter/ welche verehrungswürdige Männer, wM Muster von Rednern, Redners, Die die Religion stärkte t Die Fortfezznng folgt künftig. ■ Ern-« und auspaßirende vom 14. IMuar. bis den ro. Januar. 176-. Herr Jagermeister von Rabenau / von Romrod, Herr Oberamtmann von Falckenstein von Battenberg, Herr Secretarius Haberkorn von -Grünberg, und Herr Oberförster Schul, von Steinberg , log. im Einhorn. Se. Durchlaucht der Chur - Fürst von Trier, nebst dessen Suite, paßiren durch. Het Regierungssecretarius Greis, von Wächterspach, paff, durch. Herr Major von Milchling, von Lembach, log. im Hirsch. :'!V j )r "Ui';;'?. h T l)9C- Extra (otfrt* Herr Geheimderrath von Meyer, von Bayreuth, log. bey Herrn Lieutenant von Köller. Herr Lieutenant Roll, von der Hessen Caffelischen Garde, log. bey Se. ' Magmficenz Hhrm Rector Koch. Herr Rittmeistervon Schad von den Kaiserlichen Truppen, log bey HerrnCapikain von Schad. Ijnvjl 0^ . . '/< 'L ■■ " ' A " ■ /;*: •'» Gebohren und Getauft. Am 7?ZaMM. Anna Elisabttha, Adam Linnestrut Bürgers und Fuhrmanns^ Töchterlein. Am 9. tzlmuäk Jchänn Henrich Jacobi'Johann Adolph FrechS Bürgers VNÄ Metzgers, SöhnlemrdiG ■■ T& Am i7- Januar. Georg Wilhelme Johann Philipp OckelS, Bürgers ' und Weisgerbers Söhnlein. Vh 1 *) ‘ P ch M: Verdorbene. nihjfe >1 AlM z. Januar. Johann- Henrich Jaco^Dohami Adolph FrechS Bürgers und Metzgers, Söhn^im n M^z^-IEr. Johann EonravMftr-Murgtt, Schwarj-UMSchöns 'ftrber atthier. Seines Alters 78. Jahr,