WWW wöchentlich- genmnMW WllzeWn und Kuchrichtcu Fünfzigstes Stück. Dienstags den uttit Dec. >7^?. ** Mtt Hochfürffl. Hessen Darmst'ädtisch-r gnädigsten Erlsubni«^ ■ ‘ Fortsetzung von der Flscherev- ermöae unserer dritten Frage suchten wir Entdeckungen, den Fang jSSA hCr Fische lu erleichtern uns gewiß ju machen. Und ich will «INI« V. Berfetben, so Viel mir die jetzt vorgeschriebene Kurze erlaubt, darleaen. Es ist v.e Klage schon zu einem Sprichwort- g-worv-n , daß -war allezeit sticke, aber nicht allejeit fange. Ich sehe dieß aber, MS man Mk unj- tig, alltäglich, g-itz'g und räuberisch fischet, nicht ^ 2l,ch ein , wo der Fehler nickt in der G-räkhschafk des Fischers liegt. Sind all« oben bemerNe Hindernisse gehoben, so muß man , wenn der £ " 6enn0d) mislinqet, auf andre Netze gedenken. Wie ost bedienet wa^stch eines und desselben Netzes, in kleinen und grossen Wassern, b.y ^s r^md bev einer andern Art Fische, °bn-Unterscheid Und dennoch wäre es leicht, dieselbe, wenn man die Fesseln der attvakerlichcn Vor« urtbeile abjuschütkeln, Muth genug hält-, nach der Beschaffenheit deS Wassers, und nach dem Verhältniß feiner T.efe, viel diensamer einzu- richten. 6<( Nur 4Zo Grefsische wöchemllch-gemecnnötzrtze Anzetzm Nur ein einziges Beyspiel anzuführen. Man platscht und stümpelt säst das ganze Jahr durch mit kleinen Nchen in den größten Gewässern, weil man glaubt, man könne das grosse Garn allein auf dem Eile ge- brauchen: nur wenn in einem W nter nicht haltbar genügsames Eis frieret, bleiben diefischreicheste Seen Jahre hinter einander mrgerutztt. Ich bin fast überzeuget, daß wenn man Balkenfiösse, oder zusammen gefugte Bretter, in Menge anbrächte, man könte die grösseste Seen, wenigstens zweymal im Jahre, mit grossem Vortbeile durch fischen. Noch mehr: an dem Weltmeere stechen die Fijcher Ahle und andere Fische, so geschickt, und in solcher Menge, daß sieihren Lebensunterhalt davon haben. Wie viele müßige Stunden haben unsre Fischer nicht, darin sie sich auch zu diesem Handgriffe üben könnten? Kennten sie nur den Stand, und Leichort der Fische, wie sie ihn billig kennen sollten, so könte man ihnen leichtlich die Figur dieses Eisens und dieser Stangen, vermöge welcher man die Fische sticht, zeigen. Ich füge eine besondere nützliche Entdeckung hinzu, die ist, daß man den Fang der Fische durch die Angel sehr vermehren könne. Ich verstehe hier nicht die kleine Angelruthe, damit man nur kleine Fische unter der obersten Flache des Wassers hervorrückt: nein , man hat vortheilbaftere Arten. Man hat in einer, drey bis vier Zoll langen Meßingbüchse,oder Cylinder, eine starke Zwirnschnur, und an derselben einen grossen Angelhaken, man last denselben mit einem gehörigen Köder, viele Klafter tiefins Wasser. Ich bin zur Lust in Gesellschaften gefahren, und mir haben viele Pfund schwere Hechte aufgezogen. Für diesen Wasserräuber ist dies Werkzeug besonders gefährlich. Man hat diesem Gedanken weiter nachgesetzt , und hat sich in der Vorstellungskraft dergleichen Angeln als zusammengesetzt gebildet. Ich will dem geehrten Leser ein solches Bild entwerfen. Man überrechnet in Gedanken die Breite einer Landsee, jetzt legt man ein Thau oder Sei! in dieselbe, welches den ganzen Raum überspannet. An diesem grossen Seile hangen beliebig viele Angelschnüre, senkrecht mit ihren Angeln herab. Man richtet sich auch hier nach der erforschten Tiefe des Wassers. Jetzt hat man, wenn man Abends das Seil eingefenkt har? in aller frühe Morgends die Angelschnüre aufzuziehen, und den durch das Anbeissen gefangenen Fisch abzunehmen. Für erfahrne Leser darf ich kaum erinnern, daß man Vas grosse Seil mit innerer Baumrinde? oder Pantoffelholj im Schwimmen erhält, und jede Stelle, wo eine Angel- schnür «Md vlachnchbew. 4)i schnür an demselben befestiget ist, mit Stroh, oder einem beliebigen Zeichen , bemerket. Wenn man hieb«) die Känntnis der Zeit hat, wenn Oer Fisch krank ist, und seinen gewöhnlichen Fräs nicht achtet, oder zu welcher Zeit di« Fische laichen , so ist der Fang ungemein ergiebig. Auch ist nas «in ausserordentlich vortheilhafteS Mittel, sein« Wasser von den schädlichen grossen Hechten zu säubern. Lächelt man über die Vorstellung, als ein Geschöpfe mein-S Witze«, so kann ich mit allem Ernste versichern, daß dergleichen mit allem Bey, falle, in Schweden, öffentlich in den Druk gegeben , und in einer aus« sührlichen Kuvferplatte vorgebildet ist. Wenn diese meine kurze Vorst-l« lung, die Fischerey, als einen beträchtlichen Theil der Haushaltungskunst, de» welchem noch viele Verbesserungen statt sinden, vor Augen zu legen fähig gewesen ist, und zu einer völligeren Ausführung Erwartungen erregen sollte, will ich auch hievon da« mehrere sagen. Schreiben an die Herrn Verfasser der Giessstden gemeinnützigen Anzeigen und lTlachrichken. Der Nutzen eines wohleingerichteten Wochenblatts ist unläugbak. cNermilchte Aufsätze vergnügen den Leser und schaffen, wann sie wohl ge. wäblt sind, entweder einen unmittelbaren oder mittelbare^ Nutzen. Man 3 halb die Besserung der Sitten , bald aber die Oekpnomie, bald die Aufheiterung dis Verstandes vor Augen haben. Allgemeine Sittenlchren die entweder ein jeder weiß, oder in ein trockenes Lchröuch gehören, sind ch-u d s u ch was man von Schrift«., dieser Art verlangt. Man MU« die Brovinrial M-ynungen, Tugenden und Aberglauben durchsuchen, daß sobenSwürdige und tadelhaste zeigen, und den Aberglauben, der manch« wamist«, um ihr« Ehre bringt, lächerlich machen. Manmachtsich solcher, aesialt , ich will nicht sagen um das ganz« menschlich« Geschlecht, sondern 2m «e«einvlne Familien verdient. Denen di« darunter leiden muffen, man ll,re Ehre , und die deren Seele mit dieser Thorheit bestickt « 6h,freuet m»n6on einem Flecken, welcher den menschliche» Verstand Lunehr-t 0tk°7°mische Aufsätze, sind nicht allein demGechuwck un- s-rer Reiten gemas, fonbern ermuntern z« Versuchen. P^vsicalische Be- Mchwngen haben nicht allein in vi^0«konvmir antn Emstuß, sondern t 43l Gr'esitfche wöchemlichr-gemeinttützige Anzeigen sie heitern den Verstand auf, befteyn vom Aberglauben , und leiten zur Ehre des Schöpfers. Die Herrn Verfasser der Giesser beliebten Wochenschrift haben diesem Endzweck bisher auf eine lobenswürdige Art ein Gnüge gethan. Sie werden mir aber vergönnen , einige unmaögebliche Vorschläge zu thun. Hier sind sie. Ersuchen sie ausländisch^-und inheimische Freunde um Bekantmachungder Provinzial Mahnungen -Aberglaubens und Laster. So werden sie diese nicht allein gerade zu bestreiten können; sondern auch etwas zur Erläuterung der Sitten unsers Jahrhunderts beytragen. Richten sie ihre ökonomische Vorschläge auf bestimmte Gegenden, und besonders auf die Gegend dieses Landes ein , auswärtige Entdeckungen werden sie alsdann als dieser und jener Gegend verwerflich Erklären, oder besonders anpreisen können. Ersuchen sie diejenige, welche in ihren Gegenden Versuche gemacht haben, solche mitzuthellen, das waS anders wo gelungen hierüber fehl geschlagen ist, bekannt zu machen. WaS die physicalische Aufsätze betriff, so empfehle ich folgenden Vorschlag zu besonderer Prüfung. Die Naturlehre ist zwar so weit gebracht , daß sie uns allgemeine Regeln liefert, welche in der Oekonomie auch von Nutzen sevn können? Sie ist aber noch nicht so weit, daß man auf die künftige Witterungen sicher schliessen, viel weniger ausmerksamen Oekonomen Regeln in die Hände liefern könne, wornach sie auch bey dem Gebrauch aller darzu erfundenen Hülfsmittel sicher aufdie Witterung schliessen könne, so weit dieses zur Aussaat und Einerndtung dienlich ist. Diese Regeln müssen noch entdeckt werden. Man muß die Natur in ihren täglichen Veränderungen beobachten, und ihre Wege ausspähen. Würde man nach bekannten Barometers, Thermometers, Hygrometers u. s. w. tägliche Beobachtungen liefern, würde dieses von manchen -Orten Deutschlands und noch besser Europens geschehen , so würden sich nach einigen Jahren die Regeln worauf man die zu erwartende Witterung schliefen kann, von selbst darbieten. Es würde hieraus der Nutzen entstehen, daß Mik der Zeit dem Landwirth richtige Vorschriften könnten ertheilt werden. Dörnach er sich sehr sicher in der Aussaat und Einerndtung richten könne. Machen-sie hiermit den Anfang? Sie werden gewiß in andern Wochenschriften nachgeahmtwerden. Diese Bemerkungen, wann jede ihre ordentliche Rubricke bekommt, wird nicht mehr Platz einnehmen, als dasVer- zeichniß des Marktpreißes. Leser welchen es nicht nach Geschmack ist, Werden so wenig dadurch gestöhrt werden als diejenige- welche den Mqpkt- pretß sticht zu wissest pettgngen,^. Hingegen werden sie sich dadurch an- dem > und Nachrichten. 4ZZ bern Lesern, die sonst auf Wochenschriften keine Achtsamkeit schlagen, verbindlich machen, wann zumahlen die darzu gebrauchte Werkzeuge richtig beschrieben werden, damit diese Beobachtungen mit denen in anderen Gegenden verglichen werden können. Nachfolger werden sie gewiß finden ; und alsdann laßt sich hieraus zum allgemeinen Nutzen etwas erwarten. . Avertifiement. Demnach die Freyherrlich von Hessische Herren Erben gesonnen ihre indem Cburfürstllch Maynz,scheu Dorf Mardorf und dessen Gemarkung bey der Amöneburg gelegenes freyadeliches, von allen Diensten, Conm- bution und Land befreytes Guth aus freyer Hand durch ihren hierzu spe- cialiter bevollmächtigten an den Meistbietenden käuflich zu überlassen, und denn sothanes Guth bestehet i) In einem langen Bau, worinnen das Wohnhaus begriffen, so dann Scheuer Ufid'Stallungen, benebst einem räumlichen Hosplatz, auch Gemüß - Baum - und Graßgarten. 2) Einem Graß-und Baumgarten samt einem Teich am Dorf, ohn- gefähr Morgen haltend, mgleichem einen Grasgarten nahe dabeyvon ix Viertel- 3. 52. Morgen Ackerland in circa der Morgen »50 Ruthen, die Ruthe 16. Schuh haltend. 4) i g Morgen Wiesen in der besten läge. 5) Einen Teich nahe an der Mardorffer Hardt jedoch dato ohne Wasser bestehet. Dabey auch folgende gerechtsame mit gedachtem Guthverknüpfet sind, als . 4 l ,) der freye Zapf von Bier und Brantewem rm Hof. r) Die niedere Mikjagd in dem Mardorffer Felde. z) Alle Nachbarliche Nutzungen an Holz, Wiesenwachs, auch Viehtrieb und M'tschaferey, wie Pie Looße fallen., 3) Zehen Wagen Zehend Heu, so .auf gewissen Höfen in Mar- dorff haften, und von solchen ohnenkgeldlichln dem adelichen Hof jährlich müssen geliefert werden. ,, Eee ) Dahl» 434 Messlsche rvöchetttlichr-gemeittttützige Anzeigen Dahingegen folgende Prästanda jährlich von gedachtem Freyadekichen Guth in Die Churfürstlich Maynzische Kellerey Amoeneburg zu enmch- ten sind. i) 46 Mötte Gerste, r) Mötte Haber. 3) Eine Meste Gillwaitzen. 4) 47 st» Wesen Zinß. 5) 15 tr. Gillwaitzen. So wird dieses dem Pubkico zu dem Ende bekannt gemacht, auch / Terminus zum öffentlichen Verkauf falva tarnen ratificatione der Frey- herrl. von Heesischen Herrn Erben auf den 4.Jannuarii kommenden 1770. Jahres anberaumet, damit wenn jemand Lust hat gedachtes Guth käuflich an sich zu bringen, er sich in angesetztem Termins in Mardorff bey / dem Schultheiß Fischer zu melden, und alda die weitere Bedingniffe zu vernehmen belieben möge. Mardorff den 28ten Nov. 176-. Ex Speciali Commiflione. Freyherrl. von Heesischen Herrn Erbens I