gemeilinWge Unzeigen l Zweytes Stück. Dienstags den rott» Iarmnr. ivO-' -Mir AnAfarg. Hesse» Darmstäbtischer gnädizste» Erlaubnis. unfern Lesern mehr Abwechselung zu verschaffen, wollen Wik Mweil« rt j j tt Abhandlungen mit einstreuen. S>e dürfen aber hieniber nicht iAD M kken. Wir werden k-in-Malekie wählen, dl« nicht IN aller Absicht rt»n»i»n verachtet er L,e schone WrKn» triiaften Überhaupt, weit er nicht von siner jeden eintzelnen Wjaterie und Re» ael derselben einen gleichen Gebrauch machen kam ,, ■' . ■. • 3 Geon hatsich dft schönen Wissenschaften anpreijen fassen, und einen «... schwersten Dichter zuerst gelesen. - Er Hai ihn durchaus Nicht verstehen können, aus Unmuth bey feite gelegt, und einen Groll gegen die Worten gefaßt, welche er bewundert haben wurde, ^wenn er den .snfang mit einer muntern Satire oder einen andern leichtenStukke gemacht hakte. Gr erschrikt so oft erben Nahmen der schönen, Wissenschaften hört, wert «r fick gleich dunkle und unaustößliche Räthsel darunter vorsteät, die kcm- Mensch entziffern könnte, da er selbst entweder nicht Geist oder nicht Lm« ^Artt^ war bereits schon ziemlich in der Weltweisheit bewandert , als man ihm Die schönen Wissenschaften empfahl, keicht« Scherzei und un» Kduldiae Tändeleyen fielen ihm durch ein ohugefahr zuerst m die Hand.- Die Natur hatte ihn mehr von der Seite des Verstandes als des WizM »ersekem Sein tiefvenkender Geist fand in den nawen und ungekünstelten Einfällen und Wendungen einiger unserer besten Dichter nicht RahrunK «enug. Nicht fähig diese den meisten unmerkiichr Schönheiten zu schmek^ ken verachtet er sie, und hält nunmehr alle Dichter-vor seichte Köpfe und täÄnb? Wchlinge, ohne zu wissen daß 6.« Dichtkunst sich b s zu der «amen Höhe der Weltweisheit erheben, und was ihr emen grosen, Vor» am, aiebt, dieselbe in der reizenden Gestalt der Grazien erscheinen lassen fan, * Diese Theilung welche man unter den mancherley i Provinzen vor, nimmt, über weiche sich das Gebiet der schönen Wissenschasten^erstrekt, ist die Ursache daß so viele teufe Verächter der selbigen werden, toie gern« tben in eine Gegend die ihnen nicht gefällt, sie glauben das gantze band habe ein und eben di, felbigeGestalt, und kehren unverrichteterSache wiederum. Wollten sie bedenken, daß dieses eingeschränkte Mal, darinnen sie sich ge. «enwärtig befinden und das ihnen alle Aussicht benimmt, znlcht zu emer Der lachMsten Gegenden führet, wo man nach der Besteigung e^ «es kleinen Hügels, die Schatze und Mannigfaltigkeiten her gautzen Na« im in eiiiABchtt MtliiiSk ttbW, f» »WM fit ohne Mdtnken weites Ml v ;i; «sch ^chrrchten- Klwz man kennt d-S ganz« Land nicht genug, und ist jenem Franzosen ähnlich, der um die deutsche Sprache ZU erlernen/ sich aus seinem Vaterlande begab/ und zuerst in die Schweiz gerieth. Ratürlicherweife muste sein Eifer vor unsre Sprache gar bald Nachlassen , da er nichts alS p,e rauhe Aussprache und das grobe Gegurgel der Schweizer zu hö- NN bekam. Warum gieng er nicht sogleich nach Sachsens Der Fehler von einem einzelnen Fall auf das allgemeine zu schliessen, und eine ganze Wissenschaft zu verachten/ weil uns etwa eine oder die andre Materie entbehrlich oder nicht nach unserm Gefchmak ist/ ist so einleuchtend/ daß es ganz unverzeihlich ist/ wenn insonderheit Gelehrte in densek- bigen verfallen. Man muß »wissen/ daß die Absicht der schönen Wissen- fch-sten darinnen besteht, unfern übrigen Kenntnissen eine gewisse Anmuth zu ertheilen/ wichtige Wahrheiten anständig einzukleiden, und ihnen eben dadurch mehr Eingang zu verschaffen; daß alle einzelne Wahrheiten so wohl als ganze Wissenschaften diesen Schmuk vertragen können/ und nicht dadurch geschändet werden; daß Weltweisheit/ Geschichte und höhere Wissenschaften mit einer schönen Schreibart, so wenig auch solches unter unS Deutschen gewöhnlich ist, verbunden werden können; und unendlich viele Leute, die noch nicht mit Vorurthcilen eingenommen find oder deren natürliche Empfindung, die bey dm wenigsten ursprünglich ganz fehlt/ noch nicht vertrocknet ifb Wahrheiten weit leichter fassen, und weit stärker behalten , wenn sie ihnen in einem gewissen Anzüge erscheinen, der bey dem ersten Anblik Eindruk macht. Hierzu ist nicht genug ein oder die andere ArtdesVortragszu kennen. Mau muß die Dichtkunst und welches noch weit wichtiger ist, die Redekunst m ihrem ganzen Umfange übersehen. Man mus wissen wie man ernsthafte, und wie man scherzhafte Materien einkleidet/ daß man anders in der Erzsh- tung einer Geschichte, anderst in der Entwickelung einer allgemeinen Wahrheit verfahrt, daß ein Brief anders eingerichtet werden muß, als eine förmliche Rede, daß «in geisibcher Redner einen ganz andern Ton annehmen muß, als ein Satirersschreiber, der durch lachen die Wahrheit sagen und bessern will, daß bald diese bald jene Schreibart ihre gute Dienste thut, le nachdem es die Sache, di« Person des Redenden, und der Zuhörer erfordert, und daß keine einzige Gattung derselben, so gering sie auch schein neu möchte , ohne allen Rufzen sey. Die Gemüther der Menschen sind auf eine unbeschreibliche Art abgeandert, was dem einen gering vorkommt, das HÄr der vor erheblich r den einen reizt ein kleiner netter Fus, B 5 den r4 Giesslsche wSchenEch-gemekttnStzige Ättrergt» tzm andern -ine majestätische Leibesgestalt, einer laßt sich von schwarzen, der andre von blauen Augen blenden. Sind darum blaue Augen weniger schön weil unser Mädgen schwarze Augen hat? oder ist darum eine jede Blondine häßlich, weil uns eine gewisse Brünette besser gefallt- , So wie es unter vornehmen Personen Schönheiten giebt, die in al^ ser Pracht des Anzugs glasen, so giebt es im Gegentheil auch in den niedrigsten Hütten nußbraune Mädgen die, wenn sie gleich von der Kunst nichts entlchnen können, doch oft eben so sehr mzen , als manche Prin- zeßin, die ein Original zu dem Gemahlde der Liebesgöttin abgeben könnte. Die körperliche Schönheit ist nicht an eine gewisse Art der Leibesgestaltoder Farbe gebunden, noch über einerlei) Leisten geschlagen. Die kleine Phyllis reizt durch ihr unschuldiges Gesicht, Sylvia durch ihre schalkhafte Mine/ Sulpitia durch ihren edlen und göttlichen Gang. Man wird eg einem Menschen nicht leicht vergeben, wenn er eine gewisse Wissenschaft als zum Bevspiel die Mathematik verachtet, weil er keine Neigung zu derselbigen bey sich empfindet, oder sich keinen Fall Vörstetten kan, worinnen er sie in seiner künftigen Lebensart nothwendig hätte. Man wird ihn billig fragen ob er wisse, was für Wissenschaften unter derselbigen begriffen sind , was für Materien darinnen abgehandelt werden, und ob er sich so weit darinnen umgesehen habe, daß er die Gründe angeben kan, warum er dieses oder jenes vor entbehrlich und überllüßig ansieht. Untersucht und ungeprüft etwas zu verachten ist sehr leicht, ober jederzeit das Kennzeichen eines kleinen Geistes gewesen. Man muß die Wissenschaften nicht von einander trennen : sie sind alle nothwendig und wichtig, eine jede in ihrer Art, und nach gewissen Umständen. Man sieht nicht so weit in die Zukunft, daß man behaupten könnte, man werde dieses oder jenes niemahls nöthig haben. Man muß die Gründe von sehr vielen Dingen innen haben, wenn man in der Welt fortkommen will: damit man, wenn der Fall vorkommt, darauf weiter bauen kan, und nicht durch Unwissenheit derselben in Verlegenheit, Schaden oder wenigstens Schande versezt wird. Wollte man sich nur die Mühe geben die schönen Wissenschaften nach ihren mancherley Theilen und Hauptmaterien einigermassen zu durchlauffen, so würde man finden, daß zwar auch Kleinigkeiten indenjelbigen enthalten sind, die entweder ein besonderes und seltnes Genie voraussezzen, ober doch wenigstens nicht einem reden in gleichem Grade nothwendig sind, daß aber auch im GegentheiL unendlich viele Hauptmoterien Vorkommen, darinnen 2 unter ötrt> Vfacbricbteif- xf enter andern kein Stürmender unwissend feyn darf, wenn ek von seiner erlernten Erkenntniß einen guten Gebrauch machen will: zugeschweigendaß viele Dinge darinnen enthalten sind, die man gefaßt haben muß, wenn man andre Schriften, die wenn man sie auch gleich nur der Sachen wegen ohne alle Absicht auf den Ausdruk und die Schreibart lesen wollte, gehörig be* nuzzen will. Welch eine kindische Unwissenheit ist es zum Exempel nicht einmal zu wissen was eine Satire ist, und wenn dieselbige gebraucht werden Dürfte? Gt. Akademische Nachricht Am 6ten Jenner war die Uebergabe der Academischen Zepter. Ihrs Magnißcenz Herr Rektor Thom zeigten Dabet) in einer feierlichen Rede; daß die Entdekkungen Der Neuern in Künsten, und Wissenschaften schon grofentheils den Alten bekannt gewesen, welches diefelbigen durch verschiedene Vergleichungen, die Sie zwischen beyden anstelten, bewiesen. Der Herr RegierungSrath Roch^ welcher als neuerwehlker Rector die Zepter übernahm, suchte in seiner gekehrten Rede, den Herrn Verfasser ves Raisonnements über Oie protestantischen Universitäten m Deutschland in verschiedenen Punkten gründlich und bescheiden zu widerlegen. Der ganze Vortrag zeugte übrigens von männlicher Beredsamkeit, von Liebe gegen die Skudirenden, und von Versicherungen, daß auch bey jezziger-Führung des ReetoratS sich der Herr Regierungsrath, so wie bey jhrer lezkern, besonders das wahre,Wohl Der Universität nach, allen Kräften würden angelegen seyn lassen. &r verkaufen. Es ist ein guter Berliner Reisewagen zu verkaufen, wer darzu Lüsten hat, kan bey Ausgeber dieses weitem Bescheid erhalten. Ein-und auspaßirende vom r. Januar- bis dew 7. Ianuar- 17^. Herr Amtmann Geisst von Fritzlar, passirek Durch- Herr Jngenier Obristlieutenank Splettor.von DM Hessen Eassekischen Gruppen, paff. Durch. ■ ; . Herr <6 GKMsihe wöchentlich * gemeinnützige Anzeigers Herr Assessor von Wallbrun, w Darmstadt, paß. durch. Herr Baron von Ulm, paffiret durch. Extra loM. Herr Geheimderrach von Meyer, von Bayreuth, log.bey Herrn Lieutenant von Köller. Herr Lieutenant Roll, von der Hessen Caffelischen Garde, log. bey Se. Magnrficenz Herrn Rector Koch. Hrr Lieutenant von Drechsel, von den Hannoveranern, log. bey Herrn Ta- pitain von Drechsel. Gebohrerr und (Setauft. Am z. Januar. Louisa Charlotta Henrietta, Herrn Johann Christoph Schröders, Hochfürstlichen Cantzley Buchdruckers aührer, Töchterlein. Am 4- Januar. Ludwig Daniel, Henrich Conrad Lampus, Bürgersund Caminsegers, Söhnlein. Verstorbene. Am 4. Januar. Elisabetha Carharina, Johann Philipps Keils, Bürgers und SchumachermeisterS allhier, eheliche Hausfrau. Frucht-uud andere Preiße am Markttag den 7. Jan. 1769. Giesser Maas. alb./pf. Pf. itb.j fi- alb. Pf. alb 5 6 1 Pf. 4 1 6 Eyer »MaaßTruchtBrandew. 12 alb. i Pf. Bratwurst 5 alb. i Pf. inländische Seift 6 alk. Becker Preist K» Lochiüu^ W. L-th.Qn. alb.'pf. alb.pf. Brod. - 1 25 4 1 BMttrBretzeli - I 4 f f 9 4 4 4 4 . 4 1 i 6 5 5 3 3 9 17 6 2 Pfund. Tv 10 Rlndsfttt 1 roHamelss. j 1 Lichter , alb. iS 15 7 2 Weck , , Teitscher t t Achtel Korn - 1 Achtel Gerste - 1 Achtel Wachen 1 Achtel Hafer - 1 Meste Erbse« 1 Meste Linsen - 1 Pfund Hirse 1 Pfund gescheite Gerste - - - 1 Pfund klein ge- schelte Gerste $ Ochfenflessch # Kalbfleisch - Rindfleisch, Kühficisch - Schweinefleisch Hammclficisch Schaffleisch 1! Karpfen i! Hecht - i!Persing - i Barmen r Schleyen 1! Butter, 2 5 2 1 Bockfleisch - 1 Wurst - i i Katbsgelüug i ■ Kalbs - Leber 2 2 2 2 2 2 1 3 25 - 12 12 - 2 > I 4 2 4