«w !W »inCII " Mit H^chfüchi. H-ff-» Oa-instädtisch-r gnädigsten Erlaubnis. Ein und Dreisigsteö Stück. Dienstags den mn August 1769. ^tesssche wöchentlich- tßSSan bat immer geglaubt, daß die furtreMIten @ebi»te t>a Altt» durch die Uebersejlungen in unsre Sprache viele Schönheiten -M« M Wn nicht ganz Unrecht. S-« verlieren gar viele, ™ .m, mln fje nur in einer bloßen gebundenen Rede vortragt. Das dichterische Fmer, der Schwung, di« der Poesie eigene Schönheit, ehr« a-nruna«i-Äüree, werden gar bald vermißt; und was noch mehr zu be- daur n ist" eine kahle Umschreibung, weitschweifige Ausdrukke, makw emd M,sa,d-b»t- Ermlungen erwekken uns dagegen nur gar zu leicht Ekel. Sollt« niAr iteba öie Gedichte wieder in Gedichte übersehen? Ja man sollte «MlUner Ueärseuung, einundeben daffelbige Gedicht machen. Mansolkeall« ^e»ffcke-Schönheiten seine« Original« suchen beyzubehaiten. Di« haben «. 6 ?. « fhan oher Dod) tbun wollen i allein bey alledem lesen wir einen Ho, L-men and-ru Dichk-r, lange nichtmit dem Vergnügen bev .h; mit welchem wir ihn in seiner eigenen Sprache so gern, und so ost ffnhtteßer haben sie nun b-vde Sprachen nicht vollkommen in ihrer y^.i^ ÄX« ibnen an Genie ihr Original glükiich zu copiren: kinhfh fie 1U ängstlich an die Worte ihrer Urschrift; oder es sind K «LL SÄ"«»»*«* »«•" y 278 Giessrsche wccheMl'ch-Zcmcirrttütztze Anzeigen aber wenn sie ganz ungezwungen, in einer gebundenen Rede, nur sließend übersezt hatten. Wenn sie alS Dichter, und nicht als bloße Ueberfezzer, fs viel es ihnen nur möglichgewesen wäre, die Schönheiten ihres Originals, und die.dafür erkannt werden- genau ausgedrükc hatten, und wo es ihnen unmöglich gewesen wäre, sich so genau an ihre Urschrift zu halten, nui wenigstens gesucht hätten die verloren gegangnm Schönheiten durch neue, die eben so sehr einnehmen, zu ersezzen, und ihre Leser schadlos zu halten. So ost es geschehen kann; so oft sollte man auch billig bey seiner Uebersezzung ein und eben daffelbige Silbenmaß seiner Urschrift behalten. Dies hält freilich schon schwerer, und fordek ein ganz besonders Genie. Ramler hat es, und hat eö durch seine Uebersezzung verschiedener Ho- razzischer Oden glücklich gezeigt. Mein vor ihm hat es auch noch keiner gewagt, und nach ihm werden es viele vergeblich versuchen. Der Nuzzen von dergleichen Uebersezzungen ist ganz augenscheinlich. Wie viele giebt es, und insbesondre vom schönen Geschlecht', denen wir immer einen Horaz, Virgil, Ovid loben, und anpreisen. Sie haben ein sehnliches Verlangen mit ihnen bekannter zu werden. Weil sie aber ihre Sprache nicht lernen; so werden sie es niemals. Durch eine gute poetische Uebersezzung könnte ihnen geholfen werden, und sie könnten zu ihrem grö- sten Vergnügen ihre edelsten Wünsche erfüllt sehen. . - Es können aber auch solche Uebersezzungen gar vieles mit zur Verbesserung des Geschmacks unserer siudirenden Jugend beytragen. Sie sind Von den römischen Dichtem eingenommen, und oft ehe sie vieselbigen noch krnnen. Sie sind von der grösten Begierde entflammt sie xecht kennew zu kernen. Sre lassen sich vieselbigen übersehen und erklären. Erklättund übersezt man fieibiien nun so, wie es gewöhnlich geschieht r so lernen sie nie ächte Schönheit^, und ihren waren Wert kennen: sie bedaur n Hre Muhe, die sie darauf verwenden; sie werden nur gar zu leicht davon abge chrekt; und das,was sie für das liebenswürdigste an ihnen würden gehalten haben, wenn es ihnen nicht auf eine gemeine und schlechte Are wa^e bekannt gemacht worden, fängt an in tym Augen bald gar ve. achtlrch . zu werden. y w Freilich muß man junge Leute zuerst so in die Bekanntschaft nvt Dichtern des Alterthums bringen, daß man sie ihnen leicht und unae- Die poetischen Redensarten , ihre £ ., und ihre innere Schönheiten enrwikkelt. NachgehendS qb^r, um rhr Verlangen aufs neue zu erwekken, und um es dahin und Nachrichten. t?> dahin zu bringen, daß sie einen rechten Geschmack an der Dichtkunst der Alten bekommen, und ihr wahres Vergnügen daran finden; so-stnnevdazu die guten poetischen Uebersezzungen viel beytragen. Und eben um dieser Ursachen willen sind wir gesonnen unsre'Leser bisweilen mit dergleichen poetischen Uebersezzungen zu unterhalten. Wir machen damit heute den Anfang. Vielleicht werden durch unsre Versuche die Freuüde der Dichtkunst ermuntert. Nur aber alsdalw werden Mr aufun- srer Seite es als eine Ermunterung in dieser Art der Bemühungen fort- zufahren ansehen, wenn wir das Glük haben daß diese unsre erste Proben von Kennern gut ausgenommen werden. Die heutige Uebersezjung ist eine Elegie des OvidS. Er schreibt st- an seine Tochter, und zwar von. dem Ort seiner Verweisung nach Er befürchtete, sie möchte sich von ihrer Neigung zu den Musen durch seinen Fall, den er seinen allzufreyen Gedichten von der Liebe zuzuschreibelt hatte, abschrekken lassen. Und dieses, zu verhüten, schildert er ihr das angenehme und das reizende der Dichtkunst, und zeigt ihr was fle alS ein wäre- Geschik und Gut der Seelen, vor so vielen andern und nur auf eine kurzeZeittrgözzenden Gütern immer bleibendes und schazbares vor aus Hütte, Elegie. * Geh schnell entworfner Brief, und grüsse die Penlle, Geh rede du mit ihr, da Sie mich jezt vermist. Die bey der Mutter sizt, vielleicht in sanfter Stille; Vielleicht in Büchern forscht, vielleicht die Dichter liest. Sie thue, was sie will; so wird sie es verlassen, Und fragen schnell nach mir, und meinem Wolergehn. Sprich; ja ich lebe noch, doch das ichS möchte hassen, „ Weil ich von meiner Noch noch kann kein Ende sehn. „ Ich wage jene Kunst, die mich vertrieb, zu üben, „ Zeh sch aufs neue oft zur Elegie bemüht. Dann sprich Perill! wilst du die Musen nicht mehr lieben? Singst du dem Vater gleich nicht mehr ein reizend Lied? Es gab dir die Natur nebst Schönheit keusche Sitten, Und einen seltnen Wiz, und grosse Fähigkeit, Und diese hat von mir die erste Zucht gelitten/. Mein Fleiß der Sie erhob, Hai sie dem Ruhm geweiht. H h » Js v ^Die. VII aus dem in, Buch. L8c> GrWschew§chenM)--SemeiMö.tzige Anzeigen . In Mer Kindheit schon hab ichs an dir echMktt,;^ .. ..... Die väterlich von mir geführt, gestartet ward, Schon damals wann nur nicht die Zeit den Trieb erstikktt, Erfuhr ich, wie die Lust zur Dichtkunst uns gepaart. Wenn nun noch gleicher, Tuch in deinen Brüsten glühet, - f< Wird Sappho nur allein dir Darin übergehn. Doch acht wenn nur mein Fall dich nicht davon entziehet, Ach denn würd ich nichts mehr von demer Feder sehnt Sn Freiheit haben wir uns wechselnd vorgelesen »ft war ich Richter, und oft könnt ich Lehret sepn. Bep deinen Liedern bin ich oft entzükt gewesen, si- v$ Qgenn deine Muse schwieg, beschämte ich dich fein. Mn schrekket dich mein Fall; oa-mich die Dichtkunst schlaget. Denkst du, du würdest auch durch sie von Rom entfernt?" r Perille, Fürchte nichts, wenn nur dein Lied nichts heget, Wodurch ein keusches Herz verbotne Liebe lernt. Raum allen Vorwand weg der Dichtkunst abzusagen, Ergieb auls neue dich dem rühmlichsten Bemüh»: ' - Die Schönheit leider sehr von langen Alters Jahren, Die schlaffe Runzel wird die Stirne überzieh». Dein reizendes Gesicht wirst du gar bald vermisse», Wenn dich ganz unvermerkt das Alter überschleicht. Heists denn, Perill, war schön: so wird es dich verdriessen, Du zürnst, daß sich dein Bild nicht mehr im Spiegel gleicht. Dein Reichtbum ist nicht gros, wie er dir wohl gebühret, Dock bilde dir ihn nur nach aller Grösse ein. Ein Guht wird durch das Glük geschenket und entführet, Und selbst ein CroesuS kann gar bald ein Jrus seyn. Kurz alles wird uns einst durch unser» Tod entrissen, Nur Wir und Wissenschaft raubt uns kein ficst-es Grab. Ich muß mein Vaterland, euch, uni) mein Haus vermisse», Man nimmt mir, was man mir nur nehmen konnte, ab. Bloß meine Kunst bleibt mir; sie kann mich noch ergözze», D S Kaiser- Recht und Mache dringt nicht in diese ein. Man kann ein mördlich Schwerd an meine Kehle sezzen, Bey meinem Grabe wird mein Ruhm noch übrig seyn. Go .pkachnchters» **h kL" t?» '1'. So lange man bie- wele auf sieben Bergm flehst, Liest sie, als Siegerinn, in äller Zukunft mich: Uno Tochter deren Fleiß sich glüklicher bemühet, Entzeuch der Sterblichkeit durch deine Feder dich. nj ' «Vi: •' UiJ i r»:‘blO'\ 5* v ». Jo►’;/**, •. >$•! s H''r< v0?-'x '•' V; ■ - - " BesMyß von ^eraeschlagunge^. Die Hebet und Hindernisse, die gehoben werden können, bestrittet durch die leichtesten, sichersten und vortteflichsten Mittel. Den stärksten und wichtMen setzet den kräftigsten Widerstand ent- -egen. Ä. Ordnet aber Mittel, sowöhi den Hauptzweck zu erhalten, als die Hindernisse desselben zu heben) auf dt,y«mge Mise, wie eines das andere und alle sich sämmtlich am bequemsten befördern, und wie eS vor oieallae- meine Wohlfahrt des Staats am vortheilhastesten ist. ® Wenn einer vieler Grundsätze in einem besondern Falle einem oder Mehrern andern zuwider liefe: so machet die Ausnahme also; daß ihr demjenigen den Vorzug gebet, dessen -Beobachtung di« GlückstriLkeit deS Staats am sichersten und am nachdrücklichsten befördern wird. Wo ihr die Gewißheit nicht erreichen könnet, da fasset keinen Entschluß, ehe ihr euch alle ersinnliche Mühe gegeben habet, eure Einsicht auf den höchste« Grad der Wahrscheinlichkeit zu bringen. - Beurtheilet anderer Vorschläge descheidentlrch und unpartheyisch nach diesen Grundsätzen. TT. Fehlet euch aber die Fähigkeit dazu, so müßt ihr eure Zuflucht iu fremder Weisheit und Tugend nehmen. Richtet euch alsdenn immer nach denjenigen, die mit der vollkommensten Einsicht und Erfahrung die größte Redlichkeit vrrbinden. Sehet hier mehr auf die Thaten eines Mannes , als auf desselben Worte. Die Unbescheidenheit, ein gebieterische- Wesen , das grobe Schrey- ,VI Specialis Commiilionis. Oßwald- Fürstlicher MgmungS SecrerariuS. I ' Demnach der wegen ftibli'aftation derer M pes.HerrnAsssiwrisZapfen Behausung befindlichen, von dem wohM. Professor Theolvgich D. Müller verlassenen Mobilien auf gestern anberaumt gewesene rerminus aus gewissen Ursachen nicht respectiret werden können; als wird dem geehrten Publico dieses, und daß die öffentliche Verganthung allererst künftigen Montag den 7ten Aug. den Anfang nehmen werde, hiermit bekannt gemacht. Giessen den »ten Aug. 1.769 ? 5^ ' rard; Ertt-uttd Kvspaßrrmde vom 22. Iulü bis den 28. IulÜ 1767. Herr Wilke, nebst dessen Frau von Braunschweig, log. im Löwen, -ar , Herr von Denspoly Hoftath von Chur-Cölln, paß. dprch. Herr von Trott Rittmeister von den Casselischen Husaren, pass, durch. ) Herr Lieutenant von Winterseld, Herr Lieutenant von Werner, und Herr Lieutenant Schünic, von den Preußischen Truppen , pass, durch. Herr von Harrstall , General in Churmainzischen Diesten , logiert im Posthaus, Herr Ärchivrath Juncknrarin, und Herr Secret. Vuldeus, von Cassel, paff, durch. ' * ; V 7 . " , * Jhro Durch!. Fürstin von Walldeck, pass, durch. Herr Lieutenant von Zengcn von den Preußischen Truppen , logiert im Einhorn. , ‘ ' Herr Lieutenant Hoffmann, in Hessen Casselilcben Diensten, pass durch. Herr Rittmeister von Dreklack, von Echzel, log. im Einhorn. -- Herr Lieutenant Korrowsky, von den Preussen, und Herr Fähndrich Biehl, in Hessen Casselffchen Diensten, paff, durch.