MesMe wöchentlich- WWW WkW mb Mchrtchtcn Dreizehentes Stück. Dienstags den r-tett Mary. 176g." Mik Hochfürstl. Heffen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. V»n der Höflichkeit »der der guten Lebensart r aus dem Englischen. Er Mr^s giebl viele Vollkommenheiten, welche zwar in Vergleichung mit SE* andern sehr klein zu sepn scheinen, und durch geringe Fähigkeiten CSSP fjjnncti erlange werden, aber in dem gemeinen Umgang mit den Menschen von groser Wichtigkeit sind. Von dieser Art ist die allgemeine Libstichkeit, die man gute Lebensart nennt; ein Name, durch den sie, wie auf einer künstlichen Höhe ausgesetzt, auf 'einmal characterisirt Und empfolsien wnd.^ überhaupt darinne besteht, unsrer Eitelkeit, einer bevnahe allgemein herrschenden Leidenschaft zu schmeicheln; so wird sie von dem qrösten Hausen höher gehalten, als irgend eine andre Vollkommenheit;'und derjenige, der sie nicht besitzt, mag immer durch emen unstreitigen Vorzug an Tugend, oder Genie vor der Verachtung geschützt ftpn, man wird ihn überall mit Hasse ansehen, und ihn fiichen, als eine» Feind, mit dem es gefährlich ist, zu streiten. «o* Gr'eflrsche MöchMIlich -gemeittttötzize Anzeigen Es ist wahr, in manchch Fällen fami die Feindschaft anderer nicht vermieden werden, ohne Antheil am Laster zu nehmen ; aber alsdenn ist es die Feindschaft derjenigen, mit denen weder die Tugend , noch die Weisheit verbunden zu seyn wünschen kann. Ueberhaupt muß die gute Lebensart auf billigere und tugendhaftere Bedingungen ausgeübt werden, als der Beifall, und die Zufriedenheit ist, die man gegen die Ver- läumdung der Bosheit, oder gegen die Schmeicheiey der Niederträchtigkeit, gegen die schmutzigen Einfälle des Wollüstlings, oder gegen dieGot, teslästerung des Spötters bezeigt. Unangenehme Wahrheiten mögen unterdrückt werden: und wenn man sie ohne sich, schuldig zu machen, unterdrücken kann, so ist es Verbrechen, sie auszusagen; die Prahlerei) der Eitelkeit soll man ertragen ohne bitteru Tadel, und das Geschwätz der Albernheit anhören, ohne Ausdrücke der Verachtung. Es ist in der That eine traurige Erfahrung , die man oft bestättigt findet, daß die Ausübung der guten Lebensart durch den Besitz wichtigerer Talente verdrungen wird, und daß eine grose Rechtschaffenheit, Zärtlichkeit, Empfindung, und Witz, ein erhabenes Genie und ausgebreitete Gelehrsamkeit die Menschen gemeiniglich ungesittet macht. Petrarch erzählt folgendes von seinem bewundernswürdigen Freunde und Zeitgenossin, Dames Mghen/ einem der erhabensten und origi- velsten Genien, die jemals erschienen sind. Da er sich nemlich, auS seinem Vaterland vertrieben, an den Hof eines Prinzen begeben hatte, der damals die Freistadt der Unglücklichen war, so war er Anfangs in groser Hochachtung daselbst; allein durch seine strenge und ernsthafte Sitten, und durch die Freyheit seiner Reden wurde er seinem Gönner täglich unangenehmer. An eben dem Hofe befanden sich viele Comödianten, Hofnarrn, Spieler, und Wollüstlinge; und einer von denselben, der sich wegen seiner Unverschämtheit, wegen seinen Zoten und Unfiätereyen besonders auszeichnete, wurde von den übrigen sehr geliebt und verehrt. Der Prinz, welcher vermuthete, daß Dames mit diesem Menschen nicht zufrieden wäre, befahl daß man denselben vor ihn bringen sollte; und nachdem er ihn sehr erhoben hatte, so wandte er sich zu dem Dames, und sagte! „Ich „ wundre mich, daß diese Person, die von einigen für einen Narrn, von ii andern gar für rasind gehakten wird, doch so allgemeinen Beyfall erlan- ,, gen, und so allgemein beliebt seyn kann; da ihr, der ihr wegen eurer r, Weisheit überall bekannt seyd, doch ohneVergnügen gehört, und ohne ii Freundschaft gerühmt werdet. „ „ Sil würden gufhören sich zu wundern, mrd Nnchnchten» xox „ der», antwortete Dantes / wenn Sie bedachten, daß die Achnlichkeit „ des Charakters die Quelle der Freundschaft ift. „ Dieser Sarcasmus, der alle die Stärcke der Wahrl>eit, und alles beissende des W'tzes hakte> war unerträglich. Danres fiel sogleich in Ungnade, und mutte den Hof verlassen. . - I, - Allein obgleich der Unwille, den diese Antwort hervorbrachle, inder Tugend gegründet war, so hat doch Danres lwahrscheinlicheweise seiner eignen Eitelkeit dadurch geschmeichelt, eben so sehr, als er die Eitelkeit andrer dadurch gezüchtigt hat. Es war die muthwiüige Repique der Empfindlichkeit, und des beleidigen Stolzes, welche allezeit mit Wuth zurück gegeben wird; und nicht die stille Stimme der Vernunft, welche mit Wohlgefallen und Ehrerbietung gehört wird. Hakte Dantes die Besserung zur Absicht, so war seine Antwort nicht klug; und war eS ihm um keine Besserung zu khun, so war seine Antwort nicht gut. Eine grose Zärtlichkeit, Empfindung und durchdringender Verstand verhindern nicht weniger die güte Lebensart/ als eine grose Rechtschaffenheit. Personen von diesen Eigenschaften entdecken nicht nur mehr Feh- ler und Mängel in den Charakteren, welche sie untersuchen, als andre Leute ; sondern sie können sich auch weit weniger mit den Fehlern und Mängeln , die sie entdecken, vertragen. Die gemeinen Topiken der Unterred düngen in Gesellschaft sind allzu verbraucht, um ihre Aufmerksamkeit zu verdienen. Die verschiedenen Abwechselungen des Glücks, die sich neulich bei; einem Pharaospiele ♦ zugetragen haben, die Geschichte eines Balls zu Tunbndge oder Bath/ eine Beschreibung von Lady Fannys Juwelen und Lady Litty's Vapeurs, die Tageregister von einem Pferdegeschlecht , oder einem Paar Hahnen, lange Untersuchungen über Jagd» Handlungen, oder über die Seltsamkeit der Rebhüner sind Gegenstände , die Personen von feinem Geschmack nicht allezeit wählen, um darüber zu declamiren, und worüber sie die Declamationen andrer ohne Ungedultnichk anhören können. Aber sie sollten doch bedenken, daß ihre Ungedult die Schwachheit der Vernunft, und das Uebergewicht der Eitelkeit ist; daß sie, wenn sie stille schweigen und für sich dasitzen, beschäftigt in der Betrachtung ihrer eignen Würde, daß sie alsdann von denjenigen wiederum verachtet uüd gehaßt werden , welche sie Haffen;und verachten» N r und * Game at vvbift stehet im Original, und ist ein besonderes Charkenspiel bey den Engländern. iö4 Gkfflsche wöchentlich - gewernnötzige Anzeigen und zwar noch aus einem bessern Grund; denn übel angewandte Kräfte sollten billig den Haß mehr verdienen , als die Schwachheit. MitGedult anhören, und mit Höflichkeit antworten, diese Regel scheint die ganze gute Lebensart im Umgänge zu begreifen; und in so ferne derselbe gut ist , so ist das Stillschweigen, und die Unaufmerksamkeit nicht zn entschuldigen. Derjenige der keine gute Lebensart hat, wird sich nicht von andern als der Gegenstand der guten Lebensart betrachtet sehen. Demungeachtetgiebt es eine Art von ungesittetem Wesen, das eben so abgeschmackt als ungerecht ist, andern noch dazu mit Verachtung zu begegnen. Diese Art von schlechter Lebensart ist beynahe imSprüchwort das charakteristische der Gelehrten geworden. Man sollte es auch freylich nicht erwarten , daß derjenige, der seine ganze Aufmerksamkeit auf eine abstrakte Wissenschaft geheftet hat, der sich ganz in die Betrachtung philosophischer Wahrheiten vergraben hat, daß der mit Genauigkeit die Gebehrden und Ceremonien sollte studirt haben, und daß er gleich fähig seyn sollte, auf .einem Bali rind in der Schule zu erscheinen. Daß das Verbeugen eines Chronologen und das Compliment eines Astronomen, nicht nach der Regel ist, das kann denjenigen nicht fremd Vorkommen, welche die Schwäche unsrer Fähigkeiten und die Unmöglichkeit betrachten > m allem vollkommen zu werden. Aus eben denselben Gründen ist auch die Abwesenheit des Geistes und die Vergessenheit des Ortes, und derPerson, zu entschuldigen, web* chen die Gelehrten so oft unterworfen sind. Als Ludwig XIV. einstens den Tod eines alten Comödianten beklagte, den er sehr erhoben hatte, so Antwortete Boilean in der Gegenwart der Madame Mameenon; „Ja „ er agirte ganz erträglich in den schlechten Stücken vom Gcarron, ♦ „ die jetzo, wie sie es verdient haben, selbst in den Provinzen vergessen v sind.,, Möchte doch (da jeher Stand des Lebens, jede Gemüthsart ihre be- sondre Versuchung und Neigung zum bösen hat) möchte doch der rechtschaffne Mann nicht mürrisch in der Ausübung feiner Tugend seyn, möchte doch derjenige, dessen zärtlicher Geschmack, und durchdringender Verstand so viele Unvollkommenheiten an andern mit Eckel entdecket, von denen * So viel wir uns erinnern, fo ist Scarron der Mann der Maintenon vorher gewesen, ehe sie zum Könige kam. Und hierinn liegt also das unüberlegte . -restr Antwort. nrrd Nachrichten. W nen er selbst nicht stey ist, möchte doch dieser seinem Mßgnügen nicht ss vielen Raum gönnen, möchte man doch die Gelehrsamkeit, und die 2b if* senschaften nickt als Ursachen anfehen, womit man sich hmlanglich entschuldigen könnte, sich um die gemeinen Pflichten des bürgerlichen Lebens mcht bekümmert zu haben 1 Von Satzweiden uud deren vortheühaften Anpflanzungen . Die Weiden sind ein sehr brauchbares Holz, das nrcht allein schnell wachst, sondern auch zur Feuerung und verschiedenenl Bedürfnisseni m 6a Wirthschaft und sonst, als zu Stangen, Pfahlen, fKeifiiabeiir Flechk-und Mmdwerck grossen Nutzen schafft. Sollte man nicht als» billig mehrer» Melk auf deren Anbau wenden, als noch geschi-h-k? Ich glaub- es, und alle fleißige Hauswirthe mit mit; aber ich höre von vielen die Klage fuhren: wir haben so und so viel Schock ausgestecrek, können aber nur wenige zahlen, die fortgekommen sind. Ich glaube es auch, und muß manchem sagen, daß er selbst Schuld daran s-y. Die gemeine W-ise ist, daß man ein Psahleisen nimmt, und damit ein Loch in den festen Erdboden stößt, die Satzwcide rund herum wie einen Pfahl zuspitzet, und solche ill das gemachte koch , öfters kaum eine halbe Elle tief emstößk, oben ein wenig mit dem Pfahleisen, oder dem B-ile festlchlagk, ohne sich zu bekümmern , ob unten in dem gemachten koche eine Höhlung bleibt, wodurch die kuft eindringen, und die jungen Wurzeln auskrocknen kann. Die also gesetzte W-idenstamme schlagen zwar aus, so lange sie noch bei) sich selbst Saft haben, und so lange die von aussen ihnen zu statten kommend- Zeuch- tiakeit wahret, (welches auch wohl eine solch- Stang« thut, wenn sie äusser der Erde im Schatten liegt;) aber sobald das Erdreich ausgekrocknet ist, und durchdringende R-gen mangeln, welches meisientheils im Juniu« und Julius zeschiehet: so verdorren sie, werden von holzbedürftigen keuten weg- getragen , und folglich verliehet der Eigenthumer Holz und Mühe. Ich will daher eine nützlich- Anweisung für aufmerksame Hauswirthe hier geben, wie mir der Anpflanzung und Wartung der Weiden umzugehen sey. ( Wenn die W-iden im Herbste geköpft werden, welches ich eben nicht mißbillige, so lasse man diej-nigen Stangen, di- sich zu Satzweiden schicken, bis ins folgende Frühjahr auf dm Weidenbaumen stehen. Es verstehet sich, daß man dazu fein gleich und glattgewachfene, die nicht m astig sind. t tei Giesfisch« wöchentlich - gemeinnStzige Anzeige» auch nicht zu rauhe Rinden haben, erwählen müsse. Die natürliche Ursa« che ist begreif». Denn wo können die zarten Würzelchen durch eine sol« .iPf. Ib. alb. pf. 1 Achtel Korn x 2 20 1 Ochsenfleisch x 2 4 1 Achtel Gerste » 2 15 j x 1 Kalbfleisch - 2 1 Achtel Waitzen 5,0x1 Rindfleisch $ 2 1 Achtel Hafer x 1 2 1 Kühfieisch x 2 2 1 Mcste Erbsen x 14 x 1 Schweinefleisch 3 1 Meste Linsen x x 14 x , Hammelfleisch 2 4 1 Pfund Hirse x 2 x 1 .Schaffieisch 2 1 Pfund gescheite r Bockficisch x 1 4 Gerste x x x j f 1 4 j Wurst x x 3 1 Pfund klein gex i Kulbsgelüng 1 4 schelte Gerste x 1 x 2 x 1 Kalbs x Leber 1 4 rMaaßFruchtBrandew.i2alb. i Pf. Bratwurst 5 alb. iPf. Becker Preist. tb- Loth^Qn. !alb.pf.i fe. Loth.iQn. f 25 Brod, x 4 x 11 3 4 5 1 3 BntterBretzelj -1 4 ! , 15 2' 768.' Gieser V tbJ 1 Karpfen 1 Hecht x 1 Perstng x 1 Barmen i Schleyen 1 Butter x ?aas alb. 6 5 5 3 3 5 pf. 4 4 4 Pfund. fi. io Rindsfett 1 loHamelsf. i i Lichter $ 8 Eyer inländische Sei Weck x x Teitscher t alb. 15 iS 7 2 fe?c alb. ♦ pf. ilb. pf. 4 4