WWW wöchentlich- geminnWige Knzelgen W Nachrichten Acht und Dreissigstes Stück. Dienstags den roem Sept- »768. MitHochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis^ Ein Gesicht im Traume. VMies-r gegenwärtige Traum ist «'n« Fortsetzung ton dem obigen, * eA) den ich vor »r.Wochen gebabt habe. Es wird vielen unglaub« ■ ljd) Mtfommen, daß man so ordentlich träumt; heute den Anfang und in etlichen Wochen darnach die Fortsetzung dazu. Andre werden sa. «en, es sin-gar keine Träume, man will nur unter diesem Vorwand, Sachen sagen, die man längst gern« wachend gesagt hättt. Noch andr« werden sich vielleicht ärgern, daß man wieder mit einem Traume kommt. Allen diesen wunderlichen Leuten muß ich sagen, daß eS mit den Traumen der Schriftsteller eine ganzbesondre Bewandniß hat, die ich aber nicht ansükre, weil ich nicht gern aus der Schule schwatze. UebrigenS ist es, dächte ich, ganz wohl erlaubt, unsre Leser manchmal auch mit Traumen zu unterhalten. Opere in longo fas eil obrepere fomnum. Die Umstände die ich oben von meinem Traume angab, sind auch itzo die« selben gewesen. Ich Halle eS wieder mit dem hinkenden Teufel Asm»« P p vi • Siche das 15«.Stück. M Gl'esilsthe Auzcigen di |u thun. Wie das kam 5 weis ich diesmal nicht. In des Lesäge seinem Buche hatte ich doch nicht kurz vorher gelesen. Ich vermuthe aber es kömmt von der Vollblütigkeit her,, daß mir wieder von Teufeln geträumt hat. Ich Mljß bald zur Ader lassen, dann wird sich das schon le- gen.>- Nun zzrm Traume selbst. , • 4 • Ich befand mich wiederum über einer Stadt in Spanrest, und vormek- mm Blick üfneten sich wiederum alle Dächer, so daß kch auf einmal alle Häuser in ihrem Innersten übersehn konnte. Das erstem wa§ mir in. die Augen fiel, war ein Zimmer, wo ich einen Menschen owf einmal mit vielem Entsetzen auffpringen sähe und schreyen hörte. Ich daä>te es müste etwas schreckliches in feinem Hause vorgegan- gen seyn, und ftagteden Hinkenden./ der mich begleitete, nach der Ursache. Jener Mensch, nachdem ihr euch erkundiget, ist einer der grösten Narren mder Stadt." Es iss ein Mensch, der bey Tage, wenn esMön Wetter ist, den Himmel und die Gespenster läugnet,-und unsrer ganzen Zunft ihr Daseyn adspricht, So- baltz^s a^aasäugt.zu bü'Hen., so fallt er aus seine Kniei und beLLt; und die ganze-Nacht mW die-Lampe brennen , weil er beständig für den Geistern in Furcht ist, die er doch nicht glaubt.' Eben itzt hat sein Hund einem StvhNn- der Stube umgeworfen, und seht, in welche Todesangst ihn diese Begebenheit gesetzt hat. So bald es Tag wird, so wird er wieder'alles laugaerr, was ihm doch die Rächt zuvor so viel-Schreckenverursacht hat; alsdann wird er wieder auf alles fluchen, und «ns insgesamtnruftn, daß wir ihn holen sollen - ♦ - Aber, unterbrach ich den ^Teufel, Sik und ihre Herrn Mitbrüder müssen doch sehr gedultig seyn, daß sie einen solchen Menschen nicht einmal für seine Frechheit bestrafen, und ihn wirklich abholen. Was sollten wir mit ihm machen , sagte As- modr/ das sind gemeiniglich die allerdümmsten aus euerem Geschlecht, die wir bey uns schwerlich:zu etwas gebrauchen könnten. Denn - - Hier sich ich dem Hinkenden auf einmal in die Rede, weil ich iu einem andern Zimmer einen neuen Gegenstand antraf. In jenem Haule gleich am Markt, wo ihr in der einem Stube einen alten Mann so ängstlich und bekümmert, und in der Stube darneben, zween junge Leute eben so lustig, aufgeweckt, und unbekümext seht, hier könntihr etwas wahrnehmen, das ihr vielleicht schon mehrlgesehn habt, und das man nicht nm in dieser spanischen Stadt, sondern auch in allen Übrigen Städten häufig antrift. Der Alte ist ein Geitziger, der noch bis um Mitternacht auf ist, damit er alles recht beobachten, und wenn er sich ftgt, versichert seyn tann, daß ihm diese Nacht nichts gestohlen werde; dem- • -hnge- r : Md Nachnchtey. -r ?o,| ohngeachtet wecken ihn ängstliche, uno betrübte Traume von Dieben und Embrrchen stündlich auf»' unD alsdann ist fein Vergnügen ausserordentlich gros, wenn er alles nachgefthn, und gefunden, daß er sich geirret habe. Sein Sohn ist, zu des Vaters grüstem Kummer, zu Ausschweifungen und zur Verschwendung geneigt-.!-; Der Vater schickte ihn, da er diese Leidenschaft noch nicht an ihm kannte, nach einer fremden Stadt zu Anverwandten. Hier verkhat der Sohn dem Vater, nach seinem Geständnisse, ungeheure Summen, deswegen schickte er ihm kein Geld mehr. Der Sohn machte aber Schulden aut seinen reichen Vater, und dieser lmußte, bey seiner Zyrückkunst alle dieselben bezahlen, ob cs ihm gleich sehr sauer mag angekommen seyn. Von nun an hat er auf feinen Sohn einen tödtlicheq Hgß und,Argwohn geworfen. Er vertraut ihm nicht das geringste, er läßt ihn in keiner Stube allein, und giebt ihm im geringsten kein Geld in Händen. .'Der Sohn hat sich also mit den Bedienten zu halten gesucht, weil diese vieles bey seinem Vater vermochten, und zu einigen Sachen Zugang und Gelegenheit hatten, die Schlüssel manchmal wegzunehmen, und sie doch wjeder hmzulegen, sobald man sie gebraucht hatet. Diess merkte der Vatter, und so oft er gewahr wurde, daß em Bedienter mit seinem Sohn ei- stigcs Verständniß hatte, mit ihm sprach, oder freundlich gegen ihn that, so schaffte er gleich deu Bedienten,,- als, einen für ferne Ruhe gefährlichen Menschen ab, und hätte gern seinen Sohn abgeschast, wenn sich dießeben so leicht thun ließe. So wurden,Endlich alle BedienM , weil es lauter LMe VmatlM^ und Freunde von der feindlichen Patthey waren, in kurzer aus ihrem Diensten gejagt, bis auf einen einzigen , Den er allein für würdig hielt, zu behalten, weil er kein Freund von seinem Sohne war, und sich also der Schandthaten dir andern nicht theilhaftig gemacht harke. WWWDer vornehmste SpMube üNEihnen, Mser stellte sich, um den Alten uhW zü bttküM/ guAM an, als wenn er seinen Sohn eben so sehrchaßt^, als er, und im Grunde.verstund er sich desty Vesser unk ihm Digefta und lus crirninals lesen, erbltf ter sich auch zu einem djfpuratorio und exarninatorio. . ; A Herr Regierungsrath, D. Christ. > Harem Samuel Gatzere? .wird publice die hiftoriatn iuris Germania privati, crimijialis & feudal lis nach dem Selchow lesen, privatim aber ein präffidim procef» s. r Ppi fuaie |6< GieMsthe w-chentlich--gememm1tzige Anzeigen Mje elaboratoriüm MteU, Utlb Über Struvs lurisprndgmiam foreu- lem Vorlesungen halten. * •>:.. r v • - ? r. ■ HerrHoftath O. Ludw. Gottfried Mögen wird über die Infti. cutiohes iuris Civilis nach dem Hemeccms und über die hiftojpam iu- eis vniverfi nach dem Selchow lesen. Er wird auch auf Verlangen über daS lus Cambiale nach dem Selchow und daS l»s Germankum nach dem Eistnhard lesen. Itt der medicr'mschen Faeultät, Herr Bergrath D. Ioh- Wilhelm Baumer wird um 8. Ühr Vormittags über die Phyfiologie nach seinen Sätzen lesen , um io. Uhr den Practischen Theil der Rothischen Chymie erklären, und Versuche an- fietien, und um n. Uhr fein collegium Pätholpgico- Therapeüricum Ende bringen. ‘ ,r Herr D. Georg Ludwig Alefeld wird um io. Uhr Vormittüg- tiber bie Ofteologie, um r. Uhr Nachmittags über die Hebammenkunst, und um 3. Uhr über die pathologiam generalem lesen. Ueherdieses wird er auch, wenn sich die Gelegenheit ergiebt, anatomische Zergliederungen umstellen. Herr Bergrath D. Friederich August Larrheuser wird dieses hal- ,be Jahr über die mareriam medicam generalem und Über Richard Me- ads Buch: Monita & praecepta medica, lesen. * 3« der philosophischen Fncttltät» Herr Profestor Ernst Thom wird über Wolfii Ins naturae & gentium».über "pbümmigü.pbiloibpkiam moralem ac civilem und über Wie -Oeconomie nach dem Succov Vorlesungen anstelle^ - . *!’ . Herr Bergrath Andreas Bohm lM Nachmittags um 4. Uhr über W kogik/uch'f. Uhr über die Metaphysik und um 1 Uhr über bteMaihefmC MKm C p.ppücacamvtMe es den Herrn Zuhörern gefallen wird;-und erbietet sich noch zu mehreren LoÜegiiS. Hie 'Bibliothek wird er zu ge. ^wohnlicher Zeit eröfnen. Herr Hoftath D. Ludwig Gottfried Mögen wird publice über sein Buch lefcn , welches den Titel führt: Grundriß der Geschichte D^Teutschest- ‘' .Aankfuri'L^650 8 ;privatim wieder, die Staaten - Gerichte nach dem Achmwäll / und die' MichshistUie nach dem Pütter 1 Herr NWMMvShrmi »cf =7; M W Herr Superintendent D. Whtt Georg Bechtold wfrb publik die Briefe des Cicero erklären/ oder wenn. es den Kihörern dienlicher jlt ftyn scheint, in seinen Vorlesungen üher den Horaz fortfahren. Privatim ließt er wiederum über Heineccii fundamenta ftili, und erbietet sich zu mehreren LoNeZiis. Herr D. Johanu Georg Hofinattu erbietet sich denjenigen / die das vorige halbe Jahr über die GrammMk Akhsttchaben-^ zu- elmm Loi- legio curfprio. Die Hebräische Glarmnatik Wirtz er, wiederum ^erklären, und erbietet sich denen/ t)ie über bie,dotirinam;apcehtüum den Chäldaifmum» Syriaftnyin oder über Die. Arabische Sprache t^ören wtzlle^ , Herr Bergrath D. Friederich August Larcheujer wird dle PiM sic der drey. Naturreiche lesen / und ur pesondern Stunden phpsiealische Versuche.anstellen. Ueberdieß wird auch im Reiten / Fechten und Tanzen /.in der Zran- zösifchen and Jtaliänischen SMche hinlänglicher Unterricht gegebes werden. . . , . •• • >> v 5, .iTl’vV "> * y‘lf. d' . Avertiflement. Da der Verfasser desjenigen Buches / welches unter dem Titul: Festgesetzte Berechnung^ oder Les comptes. faits im Druck herau- gegeben werden sott/ sich die Mühe genommen/ auser denen befindlichen 48 Cubic-Tabellen annoch weiter 43 dergleichen / worinnen man den Betrag des Gelds und des Cubics so gleich nach de.m Diameter und der Lange eines Stammes ohne weitere Berechnung finden .kann / zu verfertigen: So hat man das Publicum hiervon zu avertiren nicht ermanglen/ und zugleich versichern wollen/ daß diejenige Liebhaber / welche schon hierauf prä- numeriret und in Zeit iz Wochen annoch pranumeriren werden / beydeS vor den bereits angesetzten Preiß a r fi. 40 kr. ohne weitere Nachzahlung empfangen sollen/ nachgehends aber wird ersteres nicht anders als vor 1 ß. zo kr. und diese -r Cubie- Tabellen als vor rsi. erlassen werden. Und dadurch den Zusatz dieser 43 netten Tabellen Das Werck um ein merkliche- stärker / und wegen Der accuraten Correctur viele Zeit erfordert wird: so werden die Herrn Pränumeranten nicht eher alS Ende FebruariijoDer längsten- .1 rön-rchs s« nvä ärch M Mestrstht w§chetttk'ch^MMkttn8tzlge Attzergett längstens kn meäio Martii künftigen Jahrs damit beliefert werden können. Giessen den Lten Septembr. »76s. Adam Fürst!. Hessen-Darmstadtifcher Rath und - . . Krtegs-CommissariuS. Nota. Die PcanumerationS $ Scheine sind fo wohl bey dem Verfasset als beydem Universitats-Buch-Händler, Hrn.Krieger allhier zu bekommen. Ein-und auspaßirende t>om 10. Sept, bis den 17. Sept. 1768. Her? Capitain Lucius, mPohlnischen Diensten gestanden, paß. durchs L Herrn von Bissingen, kommen von Göttingen paß. durch. Herr Geheimderrath von Zwirlein, von Wetzlar, paß. durch. gräulem von Velcastell, Hofdame von der Princeffe Soubise , log. fm . Gnhom. Herr Major von Ketwig, und Herr Lieutenant von Leder, von denPreus- ' stn, paß. durch. Herr Cammerrach und Cabinets-Secret. Trensdorff, von Cassel, paß. durch. Herr Oberjägermeister von Geismar, von Hanau, paß. durch. Herr von Bransfeld, Obristleutenant in Portugiesischen Diensten, log. im PosthauS. • ' .<< Zwey Hofdame- von Hanau, paß. durch. \ iiv;‘,. j? : ;av; .>tnL c : -".st • srS chri \Hol mSirm n^r. r u Extra logirk. Herr Lieutenant von Linsdow, von den Preussen, log. key der Frau a- jorin von Linsdow. > Verstorbene. < Am 15. Septembr. Herr Philipps Daniel Koch, Universitats und Land- ChirurguS allhier, 8r> Jahr alt. Tsäem Sacharina Eckhardtrn-, aus dem Saltzburgischen. Am r6. Septembr. Gifabttha Gertraud Schieftrin, hinterlassene Wittib, - : gebohrne Unain.^ .» Frucht'und andere Preiße am Markttag den 17. Sept. 1763. Giesser Maas sind von voriger Woche gleich und ohnverandcrt.