WWW wöchentlich- gelncinnWge Melgttt mb Mchrichkcn Drittes Stück. Dienstags den i$)tcn Januar. 176s; Mit Hochfürftl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Das allgemeine Weltgericht. ^^r, der einst für der Menschen Leben Sich willig in den Tod gegeben, Für uns zum Spott am Creutz erhöht; Der kömmt dereinst aus jenem Lichte Zum fürchterlichen Weltgerichte, Voll Gottes Kraft und Majestät. Dann werden dieses Richters Blicke Den ganzen Bau der Welt zerstöhrn; Und dann wird sie im Augenblicke Ins alte Nichts zurücke kehrn. Dann werden laute Donner brüllen, Und die Posaun die Himmel füllen, Die, dem geschwindsten Blitze gleich, Unaufgehalten alle Lüste Durchdringet; und der Erden Grüfte Durchschallt und der Verwesung Reich, C Dana 18 Mesische wöchentliche gemeinnützige Anzeigm Dann werden schnell die Todten leben, Erschrocken ihrem Staub entgehn, Und mit verklartem Leib umgeben, Vor ihres Richters Throne stehn. Tyrannen! Geiseln unsrer Erden! Sbr Frevler! wie wird euch dann werden, Wenn euch des Richters Stimme ruft? Dann flucht ihr eurem neuen Leben, Und hebt mit zitten und mit beben Euch langsam aus der Todten Gruft. -Hier wird kein Thron, kein Scepter gelten, Hier spricht euch nichts von Strafe freyr Denn vor dem Richter aller Welten Ist Sclav und König einerley. Ihr Sünder! die ihr eure Jahre, Dem Laster treu, bis an die Bahre In Greuln und Schande zugebracht; Wie werdet ihr dann zittern müssen, Wenn euer eigenes Gewissen Euch der Verdammniß würdig acht't? Wenn euch des Rächers Donner < Stimme Entgegen schalltr Verfluchte! weicht! - Wenn er euch dann in seinem Grimme Der Hölle Martern überreicht. Die die Verdamniß selbst sich schufen, Die werden dann verzweifelnd rufen, Die Höllen- Angst in dem Gesicht: Ihr Berge! fallt, macht uns zu Nichte! Und deckt uns vor dem Angesichte Des Richters! - doch sie fallen nicht, Der vnd Nachrichten. rz Der GOtt, der einst mit sanfter Stimme Dem Sünder rief, der ihn verschmäht; Der hört itzt nicht in seinem Grimme, Was der Verächter ängstlich ßehk. Ihr Frommen! Diese Zorngerichte Erwarten nur die Bösewichte. Sie zittern nur - Ihr sollt euch freut). Nur ihnen isis ein Tag der Schrecken Euch wird des Heylands Stimme wecken, Um ewig euer Lohn zu seyn. „ Kommt, fromme und getreue Knechte! „ Rust dann der Heyland, euer Freund, „ Lebt ewig nun, an meiner Rechte, Ein Leben, wo man nicht mehr weint. Die Unschuld soll nun nicht mehr klagen; Empfangt die Cron für eure Plagen, Genießt das Glück der Ewigkeit! „ Für jede Schmach, die ihr erlitten, x Will er euch segnend überschütten Mik namenloser Seligkeit. Dann fallt ihr in Entzückung nieder, Und bringet dem Erlöser Dank - Und alle Himmel hallen wieder, Und bringen dem Erlöser Dank. O Menschen! Eilet, euer Leben Dem GOtt zu weyhn, der es gegeben, Dem G-Olt, der euch mit Langmuth liebt! Könnt ihr noch stets dem Laster dienen? Den Herrn zu lästern, euch erkühnen, Der euch noch Zeit zur Reue giebt? Auf! und verschiebt nicht eure Buße, Noch heut sey der Versöhmmgs Tag Sonst folgt, gewafnet, auf dem Fuße Euch ewiges Verderben nach. C r Er, ao Giessische wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigers Er, der einst für der Menschen Leben Sich willig in den Tod gegeben, Will auch noch jetzt ihr Retter seyn; Will sich noch jetzt mit euch versöhnen - Doch zittert, langer ihn zu höhnen - Bald wird er euer Richter seyn. Alsdann wird er euch nicht mehr suchen, Wie er mit Langmuth euch gesucht; Dann wird er ewig euch verfluchen, Und ewig bleibet ihr verflucht. Mittel gegen das Durchsäugen der Brüste. Aus dem ?8ten Stücke des Hannöverischen Magazins. i Ein Frauenzimmer giebt selbst darinne Nachricht, wie es sich vor dem Durchsäugen der Brüste verwahrt hat, und also hat dieses Mittel eine besondere Glaubwürdigkeit. Diese Frau hak, wie sie schreibt, allezeit ehe noch 24. Stunden verflossen waren, ihre neugebohrnen Kinder an die Brust gelegt, und nie, wie andre Frauen, zu lange gewartet, weil die Brüste leicht aufschwellen, und angeschwollene Brüste das Säugen schmertz- hafter machen, und eher wund werden, als andre, die nicht angeschwollen sind. Zweytens hat sie die Kinder bey dem Säugen , immer etwas niedrig gelegt, und sich mit dem Leibe vor und niederwärts dergestalt über sie gebeuget, daß gleichsam die Brust ihnen in den Muud hieng. So lief die Milch den Kindern freywillig in den Mund, das Saugen machte ihnen keine Mühe, und ihr keine Schmerzen und die Warzen ihrer Brüste hatten nichts zu leiden. Drittens that sie auch noch dieses, daß sie in den ersten 14» Tagen oderWochen, so ost das Kind gesogen hatte, die Warzen ihrer Brüste mit frischem, süssen Mandelöl bestrich, und ganz klein gestoffnen Zucker darauf streute. Sie selbst, mit) die ihrem Rathe gefolgt sind, haben sich ganz wohl dabey befunden. Endlich rdtb sie noch dieses an: Sind die Brüste bereits durchgesogen, so bleiben doch von diesem Mittel, der zweyte und dritte Punct noch brauchbar. Das Mandelöl nemlich schmeidiget die Warzen, und heilet die Ritzen. Der Zucker reiniget die kleinen Wunden, und trägt zur Heilung derselben das sciniae gleichfalls mit bey. Bcydes ist dem säugenden Kinde nicht nur ganz unschädlich, sondern auch angenehm, und Macht, paß sie die Brust gerne anfas- tmb Nachnchrerr. rr anfassen. Sotten auch jemanden unfers Geschlechts die Warzen der Brüste noch vor ihrer Entbindung schmerzhaft und wund oder doch gleichsam wund geworden seyn: so wird ein gleicher Gebrauch des Mandelöls und Zuckers ihr alle, zu verlangende Dienste thum r Man nehme 2 Muscarennüsse, schneide oder bohre sie rund aus , nachdem die Warzen der Säugamme gros oder klein sind. Hierein giesse man reinen Kornbrandtwein, decke sie sodann aus die Warzen, und lasse sie Tag und Nacht so liegen. Nur ist hiebey noch zu merken, daß solches 4 bis 6 Wochen vorher geschehen muß, ehe eine Mutter niederkömt, und daß alle Tage 3 bis 4 mal diese Nüsse mit Brandtewein inwendig wieder angefeuchtet werden müssen. Durch dieses bewahrte Mittel, können be- besonders solche Personen, welche zum erstenmal niederkommen und gemeiniglich am mehrsten mit dem Durchsaugen der Brüste geplaget werden, sich am besten und leichtesten verwahren, weil dadurch nicht allein die Warzen sehr hervor gezogen, sondern auch sehr hart * und zähe werden. ) Für bereits durchgesogene Brüste ist dieses nicht gar kostbare Mittel zu gebrauchen: Man nehme ein Weinglas voll guten Wein, giesse solchen in einen Topf, oder Chocoladentaffe, binde sie mit Papier fest zu, und setze sie in eine Bratröhre des Stubenofens. Nach 18. bis 24 Stunden bleibt von dem Wein nichts, als ein Fingerhut voll Salbeübrig. Wenn die Hitze stark ist, muß man bisweilen nach dem Wein sehen, daß er nicht austrockne.' Man bestreiche damit den durchgesogenen Ort, so oft das Kind gesogen , worauf das Uebel in kurzer Zeit geheilet wird. 4 Die eigene Erfahrung hat mir folgendes als bewahrt gezeigt: Man zerschneide das Kniefett von einem Ochsen, welches sich zwischen den Gelenken der Beine aufhält, in kleine Würfel, und lasse es in einem Tiegel oder Pfännlein über einem gelinden Feuer, bey einem beständigen umrühren zerschmelzen, doch so, daß es nicht braun werde, weil es sonst schmerzet, wenn man es auf die beschädigte Warze bringet. Nachdem es zerschmolzen ist, nehme man ohn- gefehr eine Handvoll Nelken, (millefolium) welches, aber nicht ge- C 3 wasche» * Wir haben zwar das angepriefene Mittel so wenig in der Erfahrung von guter^ als schlechter Würkunggesehen, wir vermuthen aber mehrdas letztre, und befürchten, dasi die Warzen gar zu hart dadurch werden, oder sich vielleicht, die Oefnungen der Milchgefasse verengern, und nachher sich bey starkem Zuflüsse der Milch, sogar in der Brust Knoten erzeugen können, Es würde also des Hrn. V.AfahMNMeilssl darüber zn vernehmen seyn. Anmerk. eines Arztes. r r, Giessische wSchentlrch ♦ gemerrmützige Anzetzm waschen, oder doch wieder getrocknet seyn muß, und schneide solches auch klein, man kan auch z oder 4 Rosinen, welche die Blaue noch an sich haben, darzu nehmen, und eben fv damit verfahren; dieses wird zu dem Kniefett in die Pfanne geschüttet, und stets mit einem Hölzgen umgerüh- ret, auch so lange auf Kohlen gehalten, bis es beginnet grün zu werden. Wenn eS abgenommen ist, drückt man durch ein reines Tuch, die daraus kommende Salbe in eine Taffe oder anderes kleines Geschirr. Mit dieser Salbe wird vermittelst der Finger die beschädigte Warze öfters bestrichen, wobey aber das Kind oft an die beschädigte Brust geleget werden muß, Ob solches nun gleich der Säugenden viele Schmerzen verursachet, so bekämt doch das Kind nicht den mindesten Schaden davon. So oft dasselbe gesogen hat, lege man ein Läpchen mit dieser Salbe bestrichen auf die verwundete Stelle, und man wird nach 4 oder 5 Tagen merkliche Besserung spüren. Die Besorgniß, die man hierbey haben möchte, als ob oaS Anlegen des Kindes die Heilung verhindern würde, ist ungegründer, weil die Erfahrung mir mehr als einmal das Gegentheil davon bewiesen hat. Emzelrie Gedanken. Das Spielen um Geld kan unter gewissen Bedingungen erlaubt seyn. Die spielende müssen Freunde seyn, und das Spiel muß für der Spieler Stand und Vermögen nicht zu hoch angestellt werden. Alsdann ist es als ein Ceremoniel anzuschen, das uns Kosten verursacht; man kan mit gutem Gewissen gewinnen. Machrn wir nicht unfern Freunden, wenn wir sie besuchen, noch andere Unkosten, die auch das Ceremoniel befiehlt? Auf was gründet sich der so gewöhnliche Ahnenstolz ? Daß man aus einem sehr alten Geschlechte gebohren ist? - Sind nicht alle Geschlechter von einerley altem Ursprünge ? Haben sie nicht alle einen Stammvater gehabt? - Aber ich bin aus einem alten Geschlechte, worinn lauter gute Edekleute waren - Steigen Sie recht hoch in ihrem Stammbaum hinauf, so werden Sie immer noch einen Mann finden, der das Unglück gehabt hat, auf feine adeliche Vorfahren stolz seyn zu können - Und Sie halten sichs für keine Schande, von einem solchen Elenden entsprossen zu seyn? Von nichts als von vornehmen Leuten sprechen, ist eben so wohl eine Pedanterie, als beständig von gelehrten Sachen reden. Man wird der - < ' ' > ■ - . Erzeh- und Nachrichten. rz Erzehlungen von Ballen, Maskeraden, Antichambern eben so leicht müde, alSvon Bibliotheken. Junge Leute, welche die hohe Schule, auf welcher sie gewesen sind, bey dem zweyten Wort in dem Munde führen, sind eben so unleidlich , als Officierer, welche von nichts, als ihrem Regi- mente zu erzählen wissen. Wenn ein vornehmer Mann etwas spricht, das nur halb witzig ist, oder nur einigermasen von einem guten Gemüthe zeigt: so wird er bis in den Himmel erhoben. Ist dieses Schmeichele!), oder ist es die Seltenheit, lobenswürdige Dinge an grosen Leuten gewahr zu werden? Bey Johann Philipp Krieger sind folgende Neue Bücher zu haben: Nachricht vom Anbau der gelben Möhren, und deren grosen Nutzen, 8. Franckfurt 1767. 8 Fr. Nachricht von den Metallischen Glasern, und der Vitrification des Gol- des in Amausen, 8. Leipzig 1767. 8. fr. Vermischte Briefe und Abhandlung über die Verbesserung des Justizwesens am Kammergericht z theile 8. Berlin 1767. 1 ft 12 Fr. Benners (D. Joh. Herm.) Erinnerung an Herrn D. Georg Joachim Marck in Kiek, 8 Giessen - 768. 8. fr. Varrow (Joh. - Samlung von Reisen und Entdeckungen aus dem Engt, r theile gr. 8. Leipzig 1767. Z ff. 45 Fr. Geschichte der Gräfin von Vergi und Ralph von Couci, 8- Leipzig 1767. 24 Fr. Tromler (Karl Heinr.) Sammlung zur Geschichte deg Vogtlandes, r. Leipzig 1767. 24 fr. Geißler (M. Joh. Gottfr.) Unterricht wie ein junger Mensch auf Schulen sein Studiren vernünftig einrichten soll, 8. Leipzig 1768. ro. fr. Kellner (Dav.) Unterricht zum General Baß, 4 Hamburg 1767. 24 fr. Avertiflement. Die erste Freyherrliche ForstmeiflerischeDucaten-Ftachs und zu Auffenau Pretieusen Lotterie ist nun völlig ausgezogen, davon die Listen angelangt, und können die Herrn Interessenten Abe einsehen ob ihre Loose getroffen und den Gewinn ablangen. Ein neuer Plan zur rtttpLotterie wird gratis ausgegeben. Eitt 24 Gr'esirscyt wocheutlich < gemertMgtzlge Astzelgerr Der 6ten Chur-Cöllnischen Loterie rste Elasse ist am 7.8. und Aken dieses gezogen, und die Liste darab samt den Erneuerungs-Loosen für vierte Classe den Collecteurs aller Otten bereits zugefertigt worden. Auch sind be- selben noch neue Loosen zur rten Classe zu haben, welche f.fl. kosten. M - r Ein-und auspaßrrende vom Januar. 17^8. bis den rsten Januar. 1768- Herr Fahnderich Clermond, von Butzbach, in Holländischen Diensten, paßiret durch. Herr Oberförster Wagner, von Chur-Mainß, paß. durch. Herr Lieutenant von Wrede von den Braunschweig, von des ErbPrinHen Regiment, paff, durch. Extra logirt. Frau Generalin von Lchrbach, und Frau Oberforstmeisterin von Buttler, - log. bey Herrn Brigadier und Commandant von Nothberg. Herr Lieutenant von Linsdow, von den Preussen, log. bey der Frau Majorin von Linsdow. Herr Fahnderich Mehl, von den Preußischen Truppen, log. bey Herrn AdvocatZiehl. Herr Obristlieutenant Morarius, ehedem in Hessen Casselischen Diensten gestanden, log. bey Herrn Kriegsrath Schmitt. Gebohren und Geraufe. Am 1. Januar. Maria Elisabeths Christiana, Joh. Philipp Nicolaus Krach, Bürgers und Cramers allhier, Töchterlein. Am 4. Januar. Christian Henrich Wiühelm, Herrn Johann Willhelm Baumers Med. Doft. & Profeflbr Primär, wie auch Hochfürsillch- Heffendarmstädtischen Bergraths, Söhnlein. Am f. Januar. Johann Balthasar, Herrn Johann Walther Müllers, Kirchen Senioris, Söhnlein. Eodem Elisabetha Johannetta Christina, Johann Melchior Löbers, Bürgers allhier Töchterlein. j Verstorben. Am z. Januar. Catharina Maria Johannetta, Ludwig Daniel Mumme ts, Bürgers und Schneidermeisters, Tochter.