m , u ch; cfnuio«? chtiG MW wöchentlich - Zwey und Vierzigstes Stück. Dienstags den i8ten Octdbr. 1768. MitHochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigste Erlaubnis » Räkhsel, Mich- wir ineinem unsrer letzten' Blätter unfern ?<• CäSJ fern tum Errathen vorlegten , haben einigen Beyfall gefunden, IS® und verschiedene Personen beschäftigt , dieMmit ihrer Auflösung abäeben Mlten. Es sind uns buch sog« einizelMkhsel zugeschickt >voB den'» welch'- wir auch heute mittheilen wollen. Das eine dieser ewgeschick« ten Kathsel war mit einem Briefe begleitet, auf ven wir dem unbekannten Herrin Verfasser hier wenigstens so viel sagen müssen, basser urifw Rckh »fei ganz recht errÄkhen hat.^' Düs ite ist die Lbrterit/ baö 2te düLark, Ws zt-der Lr.'ef. Hier wird aber wohl der Ortseyn- etwas weniges von WHMüber^ 'Haupt m sagen. S'- muffen von den Dingen keinir so Kar allgemeine, sondern etwas besondere, und wenigstens Eine ganz besondts Eigenschaft ich fühle und fühle nicht, viele Hen mich und viele nicht, viele lieben mich und viele nicht, ich bin arm und bin reich, ich din groß und bwi kteln, ich diene dem Fürsten und dirne seinem Stall, knecht beiden dienlich nach-mein em besten Vermögen E kemer hat etwas votM>'Eigennutz ist bch mir verbaMMdMM döch Mnnützig, ich liebe was ich Haffe, ich Haffe was ich liebe, cs ist mir leid wenn ich PM Freynde hach undist mir teidweng-M Feinde habe, ich-freue mich, MNy MM. Freund stirbt und ist mir leid, wenn er stirbt, sch. liebe kurtz Md . liebe lang, die Wcht liebe ich mchr qls den Tag, alle Menschen sind meines gleichen und MWe -sind es, wer mich verachtet, schadet sich und Huf wohl daran, ich bin bekannt und, bi» unbekannt, ich sterbe und sterbe Mcht, stch laufe Mttukiaßsch jum Grose» und Kleinen, Hohen und Niedri- gen, Reichen und Armm-, von dem weiblichen Geschlecht habe ich mehr als vom männlichen, sch schreibt und nehe, ich steche und schneide, ich haue und fegt, ich pflastere und hebe auf, ich koche und schäume, doch bin,ich kein Scheiber,, kein Schneider, kein Schumacher, kein .,Schnitzer, kein Holzhauer, kein Pflasterer, kein Koch, ich bin kein Narr und kein Thor, nun rathe wer ich bin. - i 1 \ \ f » ' J J l I L. rfj f. X * - i * *» ' • W < Z» • Ute Räthstk. Jch^bitt vichi erschaffen worden und habe doch einey Anfang genommen, ob jch selbigen gleich selbst nicht weis. Ich bin: ein Bild der Schü^ pfüng, denn ich werde in einem Augenblick wieder zm nichts, wenn ich -leich vorhero stoch so ttwüS vortteflrches gewesen dm. Mein Cörper ist zwar «nb Vtobticbtttt* ♦ f. . v»» -- -Df zwar klein , M und schwach, doch kann er ungemein biek beMAsn.'Ich z habe keine Seele, allein ein vernünftiges Wesen hat mir etwas milgethei- let, das mir statt einer Seele dienet, denn ich sage was ichwerlange, darum bin ich nicht ein blosser Cürper. Weil aber die Gedancken welche ich hege, meinen Cörper nicht bewegen, so bin ich nichts, lebendiges. Wer mich indessen suchen will, der findet mich unter den Mensche«,- Jedoch halte ich einen Unterscheid, denn ich diene nur denen erwachsenEMamtS- personen, doch keinem Geistlichen. Zuweilen komme ich weit aus? wen» ich aber in die Welt laufe, so iss m Europa kein Land, und- in keinem Land leine Stadt, wohin ich . nicht kommen dürfft-. 'Jchngehe' nach Frankreich, Engelland, Holland, Moscau, -Italien, und wie ^die Läw' Ver auf den Unter Weltheilen alle heissen mögen. Und üb ichHleich selbst nicht weiß, wo ich gewesen bin, so sichet man mir es doch an, wenn ich nach Hause komme, weil mir allenthalben der Ort meines Aufenthaltes auf den Rücken gezeichnet wird. Komme ich endlich zu meinem HettN, so muß ich sterben, und dieser erfreuet sich daß er mich getödtet hat. Xtoft der Robinia Caragana, oder dem sibrrrschett Erbsenbaum/ Hesse« Schönheit^ große« Mutz-en/ w^rchsthum und der Art/ ihn zu erbauen. AuS dem leipziger Intelligenz -Blatt No. 42. Dieser sowohl schöne als nützliche Baum stammt aus Sibirien Herr rrnd wird auch Acacia fibirica genamlt. Er ist unt größtem Recht schön zu nennen, west er nicht nur in gerader Form wächst-, und angenehme gelbe Blumen trägt; sondern auch seine Schals und sein erbsenblätterfölmi- ges Blatt em sehr annehmliches Hellgrün dgrweiset, alS welche schöne Farbe vor allen neben ihm -sichenden Bäumen-hervorstrahlet. Auch ist erdek- maffen dauerhaft, dassdie strengste Kälte in .Den Jahren 17^. und 6» mcht einmal die jungen jährigen Schößlinge im geringsten beschädiget hat. Er wächst m einem, sandigten Boden am liebsten, wenn-der Sanv nur mit wenig Erde vermengt., iund gut umgearbeitzet^ worden, r iwflajt, daß M etren derselben Stelle viele andere, obgleich schlechte und Milde Bäuv yre, selten und zum Theis gar nicht fortkommen.Dieser Baum trägt, wenn er über 5. Jahr alt, und nicht, von oben beschnitten worden, sehr hqufigen Saamen. Er ist kein JahrohneSaGm, die Witterung mag b $ t * sehn. rz6 Gietk!sche^§cheMl'ch-BMr!ttnSMe Anzetzen seyn, Wieste will; besonders aber tragt er sehr häufig, wenn er alt ist. Das einzige, welches zu-verhindern im Stande ist, daß er nicht sy gar viele Früchte trägt, ist em großer und beständig anhaltender Regen , zu der Zeit, da er in der Blüthe steht. Denn dadurch wird der Saamenstaub von der Blüthe , ehe sich solche begangen,.abgespü!et, und der Baum trägt hernach ebendeswegen Schoten ohne Saamem Doch vieles ge- schiehet niemals allen Blumen des Baums, sondern nur an denjenigen, die ftey und gerade aufwärts gegen den Regen stehen; die aber unter den Blättern sitzen und niederhängen, wie die mehresten, diejelbm bleiben gut, Und tragen auch jn.schlechten Jahren volle Schoten, so, daß dieser Baum alle Jahre Früchte trägt, und die mehresten Jahre häufig. Die Frucht oder der Grame hat die Gestalt derSoargelerble, und man kann diesen Saamev mit Recht Erbsen nennen. Diese Erbsen nun , sind eine gute und nahrhafte Speise für Menschen und Äich. Der Baum liebt, wie oben bereits erwähnte ein sandiges und lockeres Erdreich. Er wächstzwar mich auf leiNWtem und schwerem Boden, wenn nur die, Gegend trocken ist, wiewohl nichtj so leicht und geschwinde. Auf nassen und morastlgm Gegenden wächst er gar nicht; es sey denn , daß man lolche Gegenden durch Ableitung deS Wassers trocken mache, und den zähen und bmdeu- den Leimen mit Saud und guter Erde vermische. Und auf solche Au kann dieser Baum in allen Gegenden gepflanzt und gezogen werden. Die Erziehung oder Andauung dieses so schönen als nützlichen Baums gelchiehet auf folgende Art r Man sammlet den Saamen mit dem Ausgang des Au- WMH Und zwar wenn die Erbsen noch in dett Schoten sind, und noch 'nicht ausfallelr. Syenit wartet man, bis die Schoten ausipringen , und die Erbsen ausfallen; so sind solche Mir mehrerer Mühe zu fammlen, besonders, wenn solche Bäume im Grase stehen. In den wärmern Gegenden. Rußlands aber wird es früher.geschehen Müssen. Diese Schoren rnus- fen alsdenn getrocknet, undMnMeses geschehen, wie andre Hülsenftüchte ausgeproschen werden; alsdeün werden sie von den Schalen gemmget, und dis zum Frühjahre, wie andere Erbsen, verwahret. Im Frühjahre wählet man em Stück Land auf einer trockenen Gegend; das jandarkige, nut etwas Erde vermengt, ist, wie vorhin gedacht, das beste. Ein schwarzer lockerer Boden ist auch gut; zäher Leimen aber muß gut durchgearbeitetund -ihit Sande gcmischet werden , falls kein sandiger Grund'm der Gegend ist. Dieß dazu gewählte Land wird im Frühjahr- medio höchstens ulrimö lApriliS ) sobald nur pst Frost solches erlaubet, umgegraben, und in Bes- . ki,;.,» " ' .a i .. ttn und ^lachn'cliten. jg tut von | Arschin * ** breit eingetheilet. Zwischen diesen Beeten werden Gänge von f Arschin gelassen, damit man das erste Jahr , ohne die jun* gen Bäume zu vertreten , bas Unkraut ausjäten kann. Auf jeglichem von diesen Beeten werden mit der Schnur 4 Linien gezogen, jede s.Wer- schock ♦♦ von der andern, so bleibt auf jeder Seit« 2 Werschvck Raum. Auf diesen Linien werden mit der Hand oder einem Instrument., Kanäle von 2 Werschock tief gemacht, in welche Kanäle man diese Erbsen eine von der andern 2 Werschock weit leget, alsdenn bedeckt man solche mit eben der Erde auf folgende Art: Man nimmt einen Harken und streicht mit. der verkehrten Seite die Kanäle wieder zu, aller Kälte widerstehet: r) eine schöne hellgrüne Schale und Blatt hat: I) eine schöne gelbe Blume darzeiget r auch 4) wenn sich der Gärtner Mühe giebt, eiue dermassen dicke Decke fontnret, daß solche nicht nur ein großes Vergnügen fchafc, sondern auch so dick und stark wächst, daß sel-. bige statt einer breternen Wand dienen kann. Kurz, es ist die beste, dau» erhasteste und angenehmste Art von Bäumen, zur Zierde der Gärten, Cspaliere oder Hecken, auch Stamm, und Kronenbäume daraus zu ziehen r f ) sind die Blätter dieses Baums em sehr nahrhaftes Futter für das Hornvieh, und zwar so gut, als der beste Klee» 6) tragt Weser Baum alle Jahre, wie bereits oben erwähnt, ein hinlängliches Quantum an Früchten, wie Erbsen, welche sehr gesund und gut für Menschen uud Vieh, anstatt und auf die Art wie andere Erbsen und Linsen zu kochen, auch Mehl davon mahlen, und Brod und Kuchen von selbigen backen zu körn tien; 7 ) dicht dieser Baum eine nützliche Schutzmauer solchen Kornfeldern, welche dem strengen Nord-und Ostwmde blos gesteüet sind, wenn mm dieselben mit vergleichen Hecken durchschneidet; 8) kann man auf sandigem und sonst geringem Erdreiche ander strengsten Nordseite einen angenehmen Wald davon anlegen, wo fönst kein dergleichen angenehmer und so nützlicher Baum wachst. Die Fortsetzung folgt künftig. t Den Waitzen von dem sogenannten Brand zu bewahren nehme man «uf die Meste > 1) Alaun r kr. 2) Salmiac z kr. z ) eine gute Handvoll Saltz. 41) Kalck ohngefehr vor r fr. Wann der Weihen eine zeitlang auf Dem Boden gelegen und wohj ausgeborret, so schütte man ihn auf den Platz wo man ihn einmahl will, breite ihn aus, siebe Den reingestoßenen guten Kalck darüber, begiesse ihn 1s dann Mit frischen Brunnen Wasser, und menge ihn wol durcheinander. Hier auf streue man das Saltz darüber, wie auch die Hisste von Dem klein zerstossenen Alaun und Salmiac und menge alles, wol. du rch ein# ander, * Werst ist ein rufiksches Meilenmaaff, und beträgt nach unsrer Art ru rechne« vhngefähr rj Viertelstunde in der Mute. • j 7 7 rrnd Nachrichten. : d’!f 339 ander, und ziehe den Wachen auf m/s andern Hauffm, daß sSeszysamp -nen brenne. Nach 11. Stunden wird der Häuft aufgrbrochen,mitWW ser begossen, abermals wo! gemengt, nachdemdienndere Helft« desZllgun un-Y Salmiae Pulvers hinzugethan worden, und wieder zusammen gezogen. Nach r r. Stunden geschichet das Begiessen und Mengen zum ztenmak. Nach welcher Zeit er sodann, wann er trocken worden,gesäet werden kam Dieses Mittel hat man seit 40. Jahren probat befunkktr, es muß aber alle Jahr wiederholt werden. - *1 NB. In meinem Reeept stehet noch dsbey chaß man aßen Umgang mitdem weiblichen GMecht zu der Zeit meidrrrmusst,:wann man yrMtzl Älaitzen umgeht. - .■ -ivv^ u/_ ." Gelehrte Nachricht. Es wird künftiges Jahr eine gelehrte Zeitung auf hiesiger UniverstHt Herauskommen, woran die Herrn'Professores aus güen Facultaten arbeiten werden. Auf diese Zeitung, welche sich church ihre Unparthcylichksit und Zuverlässrgkeit unterscheiden soll , wird nünmehroPrämmieMion "angenommen, und ist das AvertilTement von derselben bey Ausgebern d^- fes zu bekommen. (V , v\ ‘ ** ---------i—-————— Avertifiement. Es ist uns ein Plan von der vierten Ducqten pretieusen und Galanterie Lotterie zugesandt worden, welche unter gnädigster Bewilligung dech durchl. Fürsten und Herrn Herrn Ludwig zu Stollberg Gedern re. zu Glauberg an der Nidder soll gezogen werden. Sie bestehet in 4 ClgM davon die erstehen z.Jan. künftiges »796. Jahres gezogen die rte den >z. Febr. die dritte den 2.9 Wier$ die vierte den zten May 1769. jeder Classe wird < fl. r f kr. bezahlt also zu allen Elasten 5 ff, erfordert. Plan- und Loose sind bey Ausgeber dieses zu haben» Ferner wird auch von Ser zehnten Hochsürstt. Gederischen Lotterie ein Plan bekannt gemacht, welche in $ Elasten vertbeih, zur ersten Classe kostet ein Looß4^kr. und wird den 5. Hecembr. 17^8. gezogen.' Zur rten Classe zahlt man 1 ff. ts kr. und wird den 16. Jan. 1769 gezogen, töt ztt Claffegchtden Lv.Febr. v^r sich und zahlt man rff. r4 fr. die 4U • ■'> Classe $4* Messisthe wöchentlich -- gemeinnützige Anzeige^ Claffe wird den zten April, gezogen und zahlt man 45.48 kr. zur zkenClasse kostet ein Looß 4 fl. 48 kr. und füll Den 12 Vray ausgezogen werden. Die gantze Lotterie besteht in iLvOv. Loosen und 7040. Preißen worunter einige sehr ansehnlich seyn. Plans und Loose sind bey Ausgeber dieses zu haben. Ein-r und auspaßr'rmde vom 8. Octz-br« bis den if. (Dctobr. 1768. Herr Doctor Vendler von Marburg, paß: durch. Herr Generalmajor von Düring, in Rußischen Diensten, und Herr Dö- ctor Bein, von Franckfurt log. im Einhorn. Frau von Radenheimvon der Amöneburg, paL durch. . Herr von Batzendorff, Oberstlieutenant von dem Kayseri. Königl. Fürss Poniatowskischen J-nfanterie Regiment, log. im Löwen. Herr von Forstmeister und Herr von Meyerhof, Domherr von Hildesheim , log, im Einhorn. Herr von Bellersheim, und Herr Cap'tain Lieutenannt Romroth , von Braunfels. * • 1 Herr £i