JlifbVS) . f "N'- ür ri **$K Ä-- V 1 Sechs und OHM Stück. : -Dienstags den i ften Nsv. »76«. MikHochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. (Mch aieng be# meinem gewöhnlichen Spatziergang letzthin gerad hinter einer Kutsche, aus welcher ein Frauenzimmer einen Briefherausfal« r.. 3&S seiner Sphäre tritt. Aber so lange er sich mit seinem Hund auffhalt, ist er wenigstens erträglich: denn man wird seiner vor seinem Hund nicht recht gewahr. Es ist ein Problem, dessen Auflösung ich sehr wünschte., nemlich: wie es möglich ist, daß Leute, die i», allen, andern Stücken lviek Verstand von sich blicken lassen, sich so vergessen können, daß sie mitten in Gesellschaften gantze halbe Tage von ihren Hunden und Katzen sprechen, oder gar mit ihnen spielen mögen? Ich gestehe es daß mir dieses bisher unbegreiflich gewesen. Ich würde die gantze Sache leugnen, wenn die Erfahrung nicht allzustarck vor dieselbige zeugte. . Ist es möglich daß es Leute giebt, die ein so menschenfeundliches Hertz haben, daß sie ihre Wohltaten lieber an Thiere als an ihre Nebenmenschen wenden? Fast sollte ichdaran zweiflen, wenn der oben bekannt gemachte Brif nicht würcklich das Gegentheil tehrre. Wenigstens glaube ich, daß der Eigensinn vieler Leute so groß ist, daß sie die menschliche Gesellschaft haßen, und diese finden ihre Rechnung am-besien in dem Umgang \ mit Thieren. Diese widersprechen ihneu nicht, und sie haben nicht Ursache sich vor ihrem Tadel und ihren Spöttereyen denen sie ihrer Thor- heiten wegen bey andern Menschen ausgesetzt sind zu fürchten. Auch Thiere sind nicht nur zu unserm Nutzen, sondern auch sogar zu unserm Vergnügen geschaffen. Aber es ist hierbey eine jgrose Vorsicht uöthig, daß wichtigere und höhere Pflichten nicht darüber versäumt werden. Das Betragen eines Menschen gegen die Thiere muß menschlich ftyn, und jederzeit muß er sich des großen Vorzugs den der Mensch , das Meisterstück der Schöpfung und das Ebenbild der Gottheit, welches zu den edelsten und grösten Bestimmungen geschaffen worden, vor den Thie- ren insgesamt an sich trägt, bewußt bleiben. • - i -i ' Einzelne Gedanken. r Leute die gesellig und galant heissen wollen, müssen viel Selbstverleugnung haben. Wer sich selbst als den Mittelpunct der gantzen Welt ansieht, der taugt nicht zur Gesellschaft. Man muß nicht nur seine eigne Veränderung in'den Gesellschaften suchen, sondern auch in ebendem Grad bereit feyn, zur Veränderung andrer Leute das feinige beyzutragen. Man muß andern zu Gefallen manches Gespräch aushalten , und an manchen Milwtoten W nchirttn, an weichen ihm per sich selbst wever Ge. 2 i 3 Mas <§iessisthe w5chtttlich--gemeittttätzige Attzetzm schmack noch Vergnügen findet. Alsdenn giebt es auch wiederum Leute, welche sich ein Vergnügen daraus machen, sich unsrer Neigung zuweilen zu bequemen. Weil viele nicht so gefällig sind, sich zu andern herabzu- laffen, so finden sie tn den besten Gesellschaften Langeweile, und sie habe» es niemand als sich selbst zuzuschreiben/ wenn man sie vor finstre und eigensinnige Köpfe halt. ES sind zwey Abwege welche Eltern vermeiden müssen, wenn sie Mit ihren insonderheit jungen Kindern zugleich in Gesellschaft andrer Leute sind- Das erste ist die Heftigkeit, womit Kinder gemeiniglich angefahren werden, wenn sie ein oft unerhebliches Versehen begehen. Die ftemdea machen gemeiniglich den Schluß, daß ihre Gegenwart lätigl sey; und dieser hat in der That viel schein. Der andre Abweg ist die allzugrose Aengstlichkeit, die man bey der geringsten Gelegenheit, als zum Beyspiel bey einem unschädlichen Fall von sich blicken läßt. Nicht zu dedencken, daß man dadurch die Kinder verzagt, eigensinnig und allzuzärtlich macht, so stört man ost dadurch das Vergnügen einer gantzen Gesellschaft. Die Mittel die viele Frauenzimmer anwenden, um schön zu scheinen, thun meistens eine entgegengesetzte Würckung. Anstatt daß man durch Munterkeit und ein artiges Betragen die fehlende Schönheit ersetzen sollte, nimmt man seine Zuflucht gemeiniglich zum Putz. Man bedenckt aber Nicht, daß die Häßlichkeit um so mehr hervorsticht, jemebr eine solche Person geputzt ist. Man sollte den Mahlern die Kunst ablerncn, deren sie sich bedienen, di< Hauptperson auf dem Gemählde durch andre, die in einem geringern Licht gläntzen, zu erheben. Eine ordentliche Kleidung die zu dem Leibe paßt, eine Farbe deS Kleides -, dadurch das Gesicht nicht ver- dunckelt, sondern gieichsam erleuchtet wird, eine freye und ungezwungne Stellung, Sittsamkeit, ein wenig Witz ohne Bosheit, und desto mehr Verstand, dieses sind die eintzigen Mittet die Fehler der Gestalt zu verbergen. Diese stehn in unsrer Gewalt, da es im Gegencheil ein blosser Zufall ist, wenn jemand schög ist, über welchen man eben so wenig Ursache hatte stoltz zu feyn, als über eine vornehme Geburt, oder einen ererbten Reichthum. So wie ein Artzt gemeiniglich dasjenige zu verbieten pflegt, davon selbst kein Freund ist, so pflegen Gelehrte ordentlicherweise auch nur die- * {v zenigen und Nachrichten- §91 jenigen Wissenschaften anzupreisen, darauf sie sich gelegt haben, und nicht selten alle andre als unnütze Kleinigkeiten und unbrauchbare Grillen zu verachten. Wer sich von dergleichen Vorurtheilen hinreißen läßt, wird itt seiner künftigen Lebensart oft zu spat gewahr werden , wie sehr ihm das allernöthigsie fehlet. Richtige Begriffe von dem gantzen Umfang der Gelehrsamkeit, und von Dan wahren Werth einer jeden Wissenschaft, werden uns vor dem: zu viel und zu wenig bewahren. Bey so vielen Zeitungen die herauskommen, vermisse ich noch eine die vermurhlich den stärcksten Abgang haben würde, nemkich eine Zeitung der Moden. Paris wird fteylich die stürcksten Artikel darzu liefern. Aber London, Wien, Berlin, Dresden und Leipzig werden auch nicht leeraus- gehen. Wie viel Vortheil vor unsre Damen und junge Herrn, wenn sie sich nicht die Köpfe mit Erfindung neuer Moden mehr zerbrechen Dürften! Wie oft wird man in den Moden andern, auch wohl eine auS vielen andern zusammen setzen können! Denn würcklich dauren die Moden, fö vergänglich sie auch immer sind, vielen insonderheit Frauenzimmern nochzu lange: sie möchten gern täglich etwas neues und unterscheidendes in ihrem Anzug haben. Neue Bücher. Briefe von Herrn Lessing und Herrn Klotz betreffend des erstem LaofooN, uud des letztem Merck von alten geschnittenen Steinen 8. 1768. if fr. Büchlein, Buchstabier- und Lese, nebstdem kleinen Catechismo Lutheri, und einer kurtzgefaßten Kirchengeschichte, kurtze Anweisung zur Weiht- schreibung und Kentniß des Erdbodens und Rechenkunst, Budiffin 176-. 15 fr. , , Briefe (aufgefangene) von dem Geheimniß der falschen Spieler, 8. Frft if fr. Briefe zur Bildung des Geschmacks an einen jungen Herrn vom Stande, von Dusch, z Th!. 8. Breslau zfL if fr. Briefe des Herrn von Montesquieu an verschiedene Freunde in Italien, auS dem Französ. 8-Leipzig । fl. if fr. Büchting (Jacob) Entwurf Der Jägerey nebst Langens Vorrede 8. Halle ne AuPage4o.fr. Ä > Büschlrng M MeMfche w?chetttlrch- SömeützWtzise Auzetzeft BüschkngsFtied.) Christ, bey den Sargm 8. Hamburg ^ofr< > ♦ ♦ Vier Evangelisten »ter Band gr. 8. i st zvkr. Sind in der Kriegerischen Buchhandlung ju haben. Em - und auspaßrrende vom f. ^kov. bis den r 11. LTlovembQ 1768, Herr Capitain von Wismar, in Preussischen Diensten paß. durch. Herr Obristlierchnam von Loos, in Hessen Cassel. Diensten paß. durch. Herr von Alden von Manheim^, paß. durch. Herr von Hagen? Cammerrath von Churmemtz, paß. durch. . ;C-, , Herr Doctor Hofmann von Wetzlar paß.durch. /, Herr Capitain Mohr in Hessen Caffelischen Diensten, paß^Mrch. Herr General de Martin in Fxanjöstschen Diensten, paß. durch.- Herr Lieutenant Horn, in Hessen Cassels Diensten, paß. durch. . Extra ls-ittr Herr Fahnderich Ziehl, in Preußischen Diensten log. bey Herrn Advoeat Ziehl. Herr Lieutenant Roll, von der Hessen Caffelischen Garde, log. bey Herrn Superintendent Roll. Gebohren und Getauft. Am 15. -Ottobr. Christoph Andreas Friederich, Hieronimus Löbers, Bürgers und Stelndeckers, Söhnlein. Am r-7. -Occobr. Johann Caspar , Johann Carl Stoß, Bürgers und ^Metzgers Söhnlein. . Verstorbene. Am 18. -Octobr. Johannetta , des Fuhrmann Marxen Töchterlein. Am 7. Nov. Georg Andreas, Moritz Höpfners, Bürgers und Kräh- . -Ms, Söhnlein. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krie- ger Universttäts Buchhändlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen i Nthlr. halbjährige Prännmeration gelrefert. Einzelne Bogen werden für 4 Fr. ansgege- den. Man wird auch den Heern Prannmeranten mit denen schon herausgekommW nen Stücken dienen« *