Miesffsche " wöchentlich- WWW MW Mö Kachrichtcn Eilst-s KM Dienfiags -en ifken Märtz. r?6r. ' ' Mit Hochfürstl.Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. YtTein Herrl Sir haben, da ich vaS letztemal Mit meinem Freunde L.. bey ih- nen in der Stadt war, unter andern Unterredungen auch von der Abnahme vergüten Sitten, und verwahren Tugend unter den heutigen Gelehrten gebrochen. Sie und L . . haben nach ihrer gewöhnlichen ScharfstnnWit Vie Hauptursachen davon ausgesucht, unb gefunden. Ich reifete damals gleich von Ihnen ab, und weil ich gantz allein war, und Herr zurück blieb, so dachte ich unterwegs wieder an das Gespräch, das wir bey Ihnen gehabt hatten. Es fiel mir hierbey noch ein Hauptgrund , wie ich glaube , ein, der Schuld an der grosen Gleichgültigkeit in der Tugenv und der Religion unter Ven heutigen Gelehrten seyn mag. Weil wir uns nun w kurzem erst noch von diesem Gegenstände unterredet haben, so wird das gleichsW eine Fortsetzung unftrs Gesprächs seyn, was ich Ihnen itzt sagen will» Diejenigen Wissenschaften, welche uns die Pflichten lehren, zu denen wir verbunden sind; Wissenschaften die unfern Willen verbessern, die nicht so wohlden Verstand, und das Gedachtniß beschäftigen, als das Hertz bilden unv edler machen Mn; diese Wissenschaften , sage ich,Men auch zu ihrem L gentli- t« öchmMch/S ey die nemlichen Klagen führen, die schon Paleanus ♦ zu seiner Zeit geführt hat, daß die Jugend die Moral nicht studirt, um ihr Herz zu bilden, sondern um davon mit vieler Gelehrsamkeit reden zu können ; und daß Leute ihr ganzes Leben mit tiefen philosophischen Untersuchungen zubringen, wodurch sie doch im geringsten nicht besser werden. Das Verderben bey diesen Leuten ist desto gröser, weil sie zugleich auf ihre grose Gelehrsamkert stolz sind, und diese nur für die Hauptsache,. und den Vorwurf, oder die Erinnerung, die wir ihnen machen, verächtlich ansehen. Diese Unglücklichen kommen mir vor, wie ein Kranker, der mit vieler Mühe endlich gelernt hat, wie feine Krankheit, daS Unglück semeS Lebens zu heben sey, und der mit dieser Gelehrsamkeit zufrieden, an nichts weniger dachte, als die Mittel anzuwenden, die er zu feiner Heilung gefunden hat. Wozu hatte er sie denn gefunden ? wozu diente der grose Fleis, den er daraufgewandt hat? Um sie bloS zu wissen? - das sollte man kaum denken.! - Sehen Sie, mein Herr, das waren meine Gedanken, die ich auf meiner Rückreise über diesen Gegenstand hatte. Wie dachten Sie wohl, daß man diesem allgemeinen Uebel besonders unter den Studirenden abhelfen könnte? Dieses überlasse ich Ihren Einsichten, und hoffein ihrer nächsten.Antwort etwas davon zu lesen. Ich bin rc. Da wir in unferm ztcn Stücke einige Mittel gegen bas Durchsaugen der Brüske aus dem Hannöverischen Magazin eingerückt haben, und da wir wissen, daß diese Nachrichten vielen Personen nicht unangenehm gewesen sind, so halten wir uns für verbunden, auch die Fortsetzung derselben hier mitzutheilen. noch eurige weitere Mittel wider bas Durchsaugen der Brüste. Aus dem io4fen Stücke des Hannöverischen Magazins. 1767. " 1 Ueberhaupt entstehet das Durchsaugen entweder von vielem unvernünftigen Künsteln der Badcmütter, die insgemein, zumal auf dem platten L r . Lan- ♦ - Quöd.lciarrt, tbiqüe gerihum ftudiofaih iuvcntutcm klare operim philofophiM, non vc vitarti cum Virtutt colat > (cd ut de virtutc poflic diflcrere; & infinicos mor- cales in caulfis rerum krutandis & obfcuris quarftionibus xcatcm confumcrc t qu(- bws ftudii» nihilo fiunc üidiöfct. ,, 17?. Md. VFctftcin. Meßfche w5 « ■ Die Präservativkuren sind unterweilen lächerliche z» B. THeer,- Ci. krönen * Saueramvfersäfte; das Gelbe vom Ey, damit sogar einige unwi^ sende. Badsmütter die Mietens Motten) herauslocken wollen;, der Franz-- brantwein und alle Spirstuofa-, vor- welchen Heister in seiner Chirurgie- warnet-,, und was dergleichen- schädliche Mittel mehr sind,- geben, reichlichen- Stof zu dem nachmahligen Schwären der Warzen. Alle, empyrevmatische Oele> z. B^ das süsss Mandel Wachs» dM Cyerok, u. d. gst werden: auf der Warze durch die-Wärme galstrich, und verderben dem Säugling den Magen5» verZukker istseptisch,. und vermehret die Entzündung; die. erdichten, Mittel kleistern und irritiren;. das liqua- Uien myrrdL iss wegen seines bittem Geschmacks dem Kinde unangenehm, und der Säugling fasset die Brust nicht-. -LMn« der höchstverdächtigen Bleymitte^u-gedenkmL da in vielen chirmgischerr Schriftstellernder Bley- zucker (faccharum. faturni); in Wegbreitwasser (aqua plantagiriis) aufge-- löset, angerathen wird / welclieschie Säuglinge zur Hektik disponiret. Das einzige Mittels welches wir in- meiner- Praxi: altemali die beM und geschwindeste Hülft geleistet,, iss dieses L Maw nimt- zwey bis dreymal dissillirtes Rösenwassev,- (das abervow kernen eingesalzenen Rosenblättern gebrannt seym muß) (aqua cohobafä. rofarum:) obngefthr eme Theetasss E und zerquetschet darinnen .^0 bis 40 Quitten - Ferne,- (fernem cydoniorum) rühret es so lange-, bis ein Schleim draus wird,, und. mit diesem befeuchtet man eine zarte linnene Compresse,.. und app.bc.ird es wärmlich. Beym Abnehmen iss man behutsam , yamlt die Mundt,,falls es trocken- geworden, nicht gefeizt-werde..' Es heilet unvergleichlich,, und thutdem Säuglinge keinen Schadens - Sind die Schwämchew Schuld;, so müssen selbige zeitig weggeschaf- ftt werden, (wogegen wieder fast eine jede Kindbetterin , wenigstens die- Bademutter,- Mittel wissen wollen, womit es aber öfters eben so, wie mit dm. Brüsten gehet L weil eher keine Heilung anden Warzen erfolgen Fan. v , • ' M lmd rTKrchrnKterk., %y Ist vielleicht eine Schärfeder Milch Schuld welche die' Warzen m^et, oöer wohl gar schwärm macht; so thut eine- Kindbetterinn wohit, wenn sie sich bet) Zeiten- einem. Arzt anvertrauet, der durch- gehörige innerliche Mittel bet; diesem schmerzhaftem ZusaA die Natur unterstützet:; Fallingbostel. H. W. Ramnr-ck Landchirurgus hieselbst. r- Gegen das Durchsaugendienet besonders /.- wenn mann einige Wochen vor der Niederkunft täglich zweymal. ein wring fein gedoppelt Linnen in Franzb'-antwein naß machet, solches auf die Warzen leget, und über dasselbe kleine Kapseln, wie eine hatbeWallnustgroß, von weissem Wachs wachet, und solche mäßig-befestiget, daß sie nicht herunter fallen können. Bey- der Niederkunst gebrauchet man den- Brantwem nicht mehr, sondern leget für 4 pf. Quittenkenle jedesmal- dis-Hälfte davon in Rosenwaffer, daß sie weich- und schleimig werden,- mit diesem: benetzet man das Leinen, und leget die? Wachskapset darüber.. Sollten demohngeachtet die Warzen durchgesogen werden:- jo nimmt tnanfur^ pf, Johannis-und für i ggr. weiß Lilienöl , schüttelt-selbiges jedesmas um,- und- bestreichet damit die Warzen mit einer Feder-. Che das- Kmd angeleget wird, Müssen zuvor die Warzen mit erwähntem Quittenwasser sauber gereiniget werden DasOel heilet und- die Quitten kühlen,3 und erhalten dis Warzen,, daß sie nicht sprö- de werden. Diese beyde Mittel sind ganz, zuverläßig,> dem Kinde nicht schädlich und haben noch allen,, die sie gebrauchet,, geholfen - Doch muss sen> wenn das Quittenwasser eine Saure bekömt> ftische Quitten genommen werden,- indem es sonst zu scharf iss 3, Erstlich wird nach einem- sicheren Mittel' gefraget, wodurch dis- Warzen der Brüste bey-einer Schwangeren solchergestalt verwahret werden können,, dass demnächst das Durchsäugen nicht zm befürchten sey.. ' ' Ein solches Mittel ist mir nicht bekant.. Ich weis zwar, daß man solchen Frauendie zmn erstenmale- schwanger.- geworden, angerathen hat, eine sauber ausgeputzte lMe Wallnußschalk einige Wochen oder- ein paar Monate vor der Niederkunft auf die Warzenzu legen.. Es sollten dadurch die Warzen desto mehr hervorgettieben werden,- damit hernach- das Kind nicht veranlasset werden möchte^ die-zu. kleinen Warzen zu stark anzulaffen und hervorzuziehen, als woher allerdings das Cntzweysäugen entstehen kän. Allein dies Mittel scheinetvvn keinem sonderlichen Vorkheile zu seyn. Denn sind gleich die Warzen dadurch-etwas mehr herausgetrieben worden: so sind sie auch durch die allzusehr abgehalme äussere Lust zugleich weit zärtlicher , L $ und 8° Mefsisihe wöchentlich- gemeinnützige Anzeigen und destomehr der Gefahr, durchgesogen zu werden, unterworfen worden. Man hat auch wohl, um die Warzen zu starken, einige Wochen vor der Niederkunst Franzbrantwein vermittelst Polstern darauf geleget. Aber der Erfolg hat gewiesen, daß es hernach an Milch gefehlet, wie denn beym Entwöhnen der Säuglinge der Franzbrantwein aufgeleget wird, um Vie Milch zu vertreiben. Ich führe dies nur an, damit man sich vor schädlichen Mitteln hüten möge. Zweitens frägt man nach Heilungsmitteln bey würcklich erfolgtem Durchsäugen. Dieser beschwerliche Umstand scheinet hauptsächlich auS zwey Ursachen zu entstehen, die insgemein mit einander verbunden sind, i) alldem heftigen und oft wiederholten Anfaffen des Säuglings, z) aus einer starken Hitze und Schärfe, die sich aus dem Magen des Kindes in dessen Munde auf der Zunge und Gaumen auSbreitet und den Warzen mittheilet. Beydes verursachet Verwundung und Entzündung der Warzen. Gegen beyde Unbequemlichkeiten aber dienen nachgefetzte bewährte Mittel. ।) Man nimt des Vormittages den Rahm oder Flott von einer Sette der letzten Abendmilch. Diesen Rahm brät man aus einem Kohlfeuer in einem irdenen Geschirre ganz braun, und rühret ein paar zerriebene Stücke seinen Zukkers darunter, auch ein wenig Krumen von groben Brod- tt. Man presset die Masse durch ein feines Linnen, und bestreichet damit, vermittelst einer Pfiaumfeder, die wundgesogene Warze, sobald das Kind gesogen hak, und sonst zum öfteren. Diese Salbe hellet ganz ungemein, wenn auch gleich bereits tie'e Löcher sich um die Warzen finden sollten. z) Quitten kerne werden mit Rosenwaffer besprenget, und in einem Mörser stark zerstossen. Auf die Masse giesset man noch mehr Rosei.wassr, und rühret sie damit stark, biö sie ganz zähe und schleimig geworden. Endlich wird sie durch ein feines Linnen geprcsset. Und hie ist denn eine Salbe, welche nicht nur wie die vorige heilet, sondern auch ungemein kühlet und die Entzündung vertreibet Sie ist auch darum von gedoppeltem Nutzen, weil dadurch nicht nur die Warze der Brust von Verwundung und Hitze befreyet, sondern auch die Schärfe und Hitze im Munde des Kindes, der Vasch genant, (welcher sich durch eine weisse Haut, oder abgesonderte Theilchen derselben, die sich auf der Zunge und im ganzen Munde zeigen, verräth,) eben durch das Absaugen der Salbe gedämpfet, mithin die Ursache der Entzündung der Warze zugleich mit gehoben wird. Es ist gut, wenn der Gebrauch jener ersteren und dieser Salbe verbunden und damit ab- gewech- und Nachrichten. 91 gewechselt wird. Beyläufig merke ich an: daß letztgedachte Salbe auch gegen ausgeschlagene Lippen gute Dienste thut. z) Man benetzt ober nur blos die schadhafte Warze mit Brant- wein, bestreichet ein Stück Linnen, wie eine stacke Hand gros, mit reinem Schaftalg, drücket in dessen Mitte mit dem Finger eine Vertiefung, diese bestreuet man mit sehr fein gestossenem Zucker und appticiret sie auf der Warze. 4) Alte Butter und Krumen von grobem Brodte werden mit einander gebraten, hernach Zucker dazwischen gestreuet, durchgerühret, und durch Linnen gepresset. Daß die vorgeschlagenen Mittel dem Kinde unschädlich sind , sichet man leicht. Daß selbige von bewährtem Nutzen sind, ist bereits versichert worden. Man hat aber mehr denn eines auch darum herietzen wollen, weil das eine bey dieser, das andere bey jener Paticntinn mehreren und geschwin- dern Nutzm schaffet. Da^ übrigens Gedult zur Kur vonnöthen sey und man über dem Gebrauche eines dieser Mittel nicht sofort nach etlichen Stunden ermüden müsse, verstehet sich leicht von selbst. Doch wie kann man Ungedult bey einer Person argwöhnen, die als eine wahre Mutter, ihre Leibesfrucht selber zu stillen im Stande und entschlossen ist? P.S.ZD. 4 Zusatz zu deu obigen Mitteln: Wir fügen diesem Mittel eine ähnliches bey das unö von einem Art» neyverständigen ist mitgetheilt worden, Rec. Gumm. arab. drachm. ij. F. cum Aqu. Lil. alb. q. f. mucilago. add. 01. Lil. alb. rec. unc. fern. Ovor. recent. dracbm. j. M. F. Linimemnm. S. auf Charpie ZU appliciren. Die Erfahrung scheinet den Nutzen des Brantweins nach dem Bericht einiger unsrer Correspondenten zu bestätigen, und wir wollen daher nicht so sehr davon abrathen, obgleich doch mehr Vorsicht dabey nöthig ist, al< bey den - jetzt angegebenen Mitteln, welche nichts enthalten, das schädlich seyn tönte. Anzeige. Zur ersten Claffe der ersten Hochfurstlich Hessen Homburgischen privi- legirten Lotterie, von -61400. ß. Holländischen Capital, enthaltend das Zehen- sr MeMsä-e wAchenEch Anzeigen Zchentel der Haager ein und fünfzigsten Generalitats > Lotterie, so den -2.54 April a. cjm Haag gezogen wird/ sind Lossen a zo-kr. oder -durch alk 6 Claffen 7. fl. 42.tr. die Plans aber gratis znbekonrmen, bey Georg An- dreaS TascheObereinnchmer und -Rach-Schöff dahier. Die dritte Classe sechster-Cbur- Cöllnischen Lotterie wird am ritm Martz gezogen/ und folglich die Coüecten allerorthen nur bis den 15m dito offen bleiben. Bis dahin sind bey allen Collectoren die Ermuerungs- Loosen a 4 fi. wie am!) bey ein und andern uoch Etliche Kaußoosen zu dieser Classe um 9. flor. zu haben. Bey dem Schutz -Jüd Simon Levi allhier sind Loose zur rrstenhoch- fürstlich Hessen Homburgischen privilegirten Lotterie so den zf April! a. c. im Haag gezogen wird/ das Loos a 30. fr. oder durch sämtliche s Classen 7. fl. 42 kr. zu haben, wer tust hat einzulegem, kann sich bey ihme melde». Einund auspaßirenbe 5. Mart. 1768. bis den , r»renMart. 1768. Herr Graf Styrum, kommt von Hildesheim , paßüet durch. Herr Lieutenant von Bülow, -und Herr Lieutenant Hilchen., von der Hessen Casselischen Garde, paß. dmch. Herr Capitain von Decker, m Spanischen Diensten, paß. durch. Herr Amtsverwalther Bott-, von Dres ay der Lumda, uni) Herr Pfarrer Strack von Lomdorf, log. im Einhorn. Herr General Lieutenant Luckner, in französischen Dienstm, paß. durch. Herr Lieutenant von Schenck, und Herr Lieutenant Sirup vom Hessen Casselischen Leib Regiment , paß. durch. Herr Regimentsquartiermeister Geissen / von Hessen Cassel, vom Regi- ment Wuttgenau, paß. durch. Herr von Löw Cammerherr vom Churfürst von Hannover, paß. durch. Herr von Schenck, von Schweinsberg , paß, durch. . HertÄeutenaut Mans, von den Weilburgern, paß. durch. Extra logirr. Frau Generalin von Lehrbach, log. bey Herrn Brigadier und Comman- dank von Rokhberg. Hm Lieutenant-von Lmsdew', von den Preussen, log. bey der Frau Min von Linsdow.