b'rri) MWW WWW Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischrrgnädigsie-nErlauLms rr» hift Pli i (sfi sche xr-:t.,'hu chvn rpmrl wöchentlich- Von der Einbildung. io wie unser ganzes Glück nut in der Einbildung besteht, so macht I oft die Einbildung auch unser ganzes Unglück aus. Wen» 1 man sich zu überzeugen sucht, daß der Zustastd, worum wir unS einmal befinden, mit allen seinen Vollkommenheiten und Mangeln, der/e- mge sey, der sich an meisten Or unser Temperament und Denkungsart geschickt habe; wenn man sich andrer Leute Zustand nicht allein auf der glanzenden Seite, die wir sehen, sondern auch auf der unglücklichen Seit- die sie der Welt, wie wir, zu verbergen suchen , vorstellt; und immer bedenkt, daß man desto mehr wünscht, je mehr man besitzt T Menn man, sage ich, sich seinen Stand, als den besten einbildet: so llst eres auch. Dieß hilft uns denselben , wenn er gleich nicht der erwünschteste seyn foüte, ertragen. Dadurch leben die Leute am zufriedensten , von denen andre glauben , daß sie am wenigsten Ursache dazu-hätten. Der Bauer bildet sich ein, daß der Stand seiner Vorgesetzten nur durch solche Erkenntnisse und Fähigkeiten erlangt werden könne, über deren Erreichung er sich den Kopf würde zerrissen haben; und hält ihre Geschäfte, die er nup von dem äusserlichen blendenden Aüfehn keynt, für Dinge, ,wobey mari unmöglich eine ruhige Stunde haben -kann. Er kennt die anderst Stände I i nicht, Zwey und Dreißigstes Stück. Dienstags den seerr Attgust 176s. Giesstsche wöchentlich * gemekttnSMe Anzetzm nicht, und es ist M|r ^e-^iUZAt. Die Einbildung kann so lange nach unseckr Belieben alles schaffen, so lange sie nicht durch die entgegengesetzte ErMWGMechgt, und geschwächt wird. .Sier ist eS, wo die. Umvissenhett beruhigt und tröstet. Wir verlieren von dieser stolzen Ruhe, wenn chir bessere WtMe, wie e^ugs scheinet, kennen lernen. J^mehr wir uns dieselben pozstellen, desto" kaltH Wniger werden noir gegen din unsrigen. Mch>,» ds ' chu doMtzor dieser unseligen Erfahrung glücklich waren, so muß man doch auch in unserm Stände glücklich seyn können? - Nun so suche man das/ was man gesehn hat, wieder zu vergessen, und setze sich in die erste ÄerhrssünA; man erinnere sich stets, daß das Glitck, das uns reitzet, auch von dm so viel und mehr Unglück begleitet ist, und daß jener den Zustand vielleicht verflucht, den wir uns so fchnMÄünKm;um^es noch-rmMW "sagen , man bilde sich M, glücklich zü siyw: p ist man auch glücklich. -Sich durch seine Einbildung nicht wKder-MrWeq w-LenP-wennuns eine verdrüßli- che Echrhrmm niedergeschlagen-hat - rst_Ungerechtigkeit gegen unL-stlbst, da maN'O MittEnichtWbrauchm'lwill- daKünS die Natur zu dem Endzwecke gegessen hat; allein seine Einbildung dazu anwenden, daß man sich Unglück schäft, welches UM M Mr Grillen zu grämen, Md sich dwch-MrMWWwFM nuMMgk.zu Mchev, ist beyei- Ml gesunden MMeMvÄMtvMche'Mttheit. ' Und dennoch iss die Zahl derjenigen so gros, dieblos ihrer falschen Einbil- dungihre Unruhe, Mm Vechwßund wirkliches Elend zu verdanken haben. " Orlaftdo hat d'nen Uosen'Theil seines Le.bensdamit'zugebracht, daß HM'ausschwrifetidsti Romanen mit der MW Begierde gelesen. Er M deswegen einen solchen Geschmack an allem'wunderbaren und ausserordentlichen bekommen, daß sein Zustand, so erwünschter tausenden seyn Möchte, chm allein abgeschmackt und traurig vorkömmt, weil er so na* Mich und alltäglich jst//Er ist'von rechtschaffnen Eltern gebohren , die fn der'ganzen Stadtd'en Rühm vernünftiger und ordentlicher Leute hinterlassen habend Khaben älles an seine' gute Erziehung gewandt , und ihy ium Erben eines Vermögens gemacht, wovon er vollkommen gut leben kann. Allein was hilft ihn das? ES wäre besser für ihn, man wüßte sein, Eitern und seinen Geburtsort nicht, und könnte nur so viel sagen, daß §er als ein kleines Kind von einigest.preisenden beh * * wohin sie sein Gr- Wey gezogen hätte, wäre gefundch .Wochen, daß einige benachbarte Leü- ttNnest Bchimttn M Gräfinü von R.^ kurz vorher an diesen Ort ha- ichiu * C mnhittK rx's«-'U^M»MOtckk«»chW»lD Mit ’WwS* quais, Ni '’ÖvfeW’wffl WeTWSt'WP VtzMSeSvMfM-W'MMMWW' Wff^tfe6nfitH«EbeffM) seinem 93a» öteMw * w«ü* Ars HMkW^MqesgM.,g^r,er bildet sich «n,.M stN-tk«M, unvdH jnach^st'4 Men KW^W-Mqsts.WmM, WiMM-M gutem ftzWvMW. lau-sprechrn^und ohne M< MefstfchtwWWWjlBMftmStzkse Änzeige« mAeMK-st«!, 8«!?6«r «m> SvihchsWs Dwtschlande A)aö Nqte has-r beW, K nicht. oKaSWchpqiWmWchchMk/ist wie« LMMcht, M»etzeutz^8sM^ayg «r niMs^sei hegt, wird « ,chm doWicht gefallen Er hat einen Haß gegen alle feine, LandSIeute bekommen,.weil sie bit Sprache nicht reden unD die Thordeiten nicht bege» «ibep .Leh AuSIckchesn gehört, und gefehenjchch» Wtz twi« KMrW'O durchifeMen GtaK.gejwungen ist, «MW.abgewmack« 5to. iyatytaBb ausjuhalten-iimmer wiederholte SchniahunMi auf daml» de> . und LobeLerhebungen auf Vit fremden Löiid«, machen teia« S5W Uw ikerhassung auS. DaherWhen chn alle seine Bekannt«, weil er unerrraz» >Wln seinem Umgang istp Wd er macht sich denn eben auch nicht viel MMi’MmMMIm mofteitt stGvWK-WM Lr,M«s^MN«ndsMlgff«n< bMmem v-rnehmen Mtgnd« Wß««r» «W^MEgMMiE»»rWm ist,Mki ihm niMtrlaubt,seinem Wunsche chmößlNeM^WMW» Lande , fp kümmerlich «S auchüseW Mid rudyddstm« M Stteichen zu übernehmen. Es würde'ihm nichts schaden , und viel» mehr nutzen; aber daS weiß Thomas nicht, weil er es noch nicht versucht Hatter bildet sich nur em , daß der Tod damit verknüpft wäre, und ehe er, so viel wagt, lieber wagt er nichts, rmd bleibt in seinem traurGen Ker» ßer eingeschloffen. Er nimmt die bittersten Arzneyen mit vieler Mühe und Widerwillen ein, und könnte die herrlichsten Gerichte geniessen; er kneipt die Na» je zu, und halt den Athem, um eine Mixtur hinunter zu bringen, die erbärmlich schmeckt, und ihn erst krank macht; da er Acht und vierziger Rheinwein trinken könnte, der ihn stark und gesund machen „würde. Wie vergnüg^ könnte sich Thomas feine Tage machen und wie elend bringt er sein Le» den zu? Er lasse feine Einbildung fahren , und untersuche seine Kräfte, die er am besten fühlen muß (wenn er nicht eingenommen ist) wie stark sie sind; er bilde sich ein, er sey gesünder , als er wirklich ist, nm das zu wagen, wofür sich so sehr fürchtet, und weiches doch allein im @an* de ist, ihn seinen falschen.,Gedanken zu überzeugen , hauptsächlich fite» de er alle Leute , die ihres Vortheils wegen ihn in solchen Gedanken zu erhalten suchen ; so wird sich seine Einbildung verlieren, und Yann ist er gesund, und glücklich. M Wie mancher Gelehrte, der einen grosen Namen zu erlangen, und weltberühmt zu werden sucht , wird an sich sein eigner Henker, schadet sich ON seiner Gesundheit und dem Vergnügen des Lebens, bloS durch bi< Einbildung, daß er nicht so berühmt sey , als er seyn sollte, oder zu ftvn wünschte. Hier sey es ihm erlaubt eine hohe Einbildung von sich selbst zu haben, weil er dadurch bey gutem Wohlseyn bleibet. Alles was ihm alsdann begegnet, und wenn es seinem Ruhme ganz zuwider scheinen sollte, wird ihn nicht rühren, weil er es auf die vortheilhafteste Art auszulegeu wisse» wird; Entweder ist eS Dummheit, oder Neid, oder Verläumdung, oder was er will; aber gewiß nichts, das ihm schaden könnte, weit fein Ruhm ausgemacht ist. Ist er in der entgegengesetzten Einbildung von sich, und glaubt er, daß et keine Eigenschaften besitze, dadurch er sich Ruhm zu erlangen versprechen könnte; und hat doch die unwiderstehliche Begierde nach demselben: so wird ihn diese schlechte Einbildung, die er von sich selbst hat, -ttzerrer zu stehn kommen. Alles, was mrr einigen Anschein zur Verkleine» suntz seines wehrten Namens hat, wird ihn aufs äusserste erschrecken, m Furcht setzen, erzürnen, in Verzweiflung bringen, oder wohl, wenn es zu arg kömmt, auf der Stelle tödten. Viele werden wissen, daß in diesem Zahrhutzderte em teurscher Gelehrter, der indieGottfchedische Unruhen ver- Gresilscyr wöchentlich gemer'MStzige Anzeigen wlckelt war, an einem übelausgefallenen Zeitungsurthel gestorben ist. Das für kann erseyn, wenn er sich durch eine gute Einbildung von seinen Talenten gegen alle Anfälle der Critik panzert. Die gute' Wirkung dieser Regel, die ich hier gebe, ist augenscheinlich; die zuversichtlichsten Gefchr- ten find immer die gesündsten. Und-wer weiss, ob diese nicht noch-ach gründlichsten schliessen. Da unser Wunsch und unser Endzweck bey älleh Handlungen das Vergnügen, und die Gemüthsruhe ist: so kann eben eine kleine Einbildung in Ansehung der Moralität-mcht so viel schaden, und kann auch so verächtlich nicht seyn, wettn sie zuchiestm grosen IweckeetwaS beyträgt, und sie trägt recht viel dazu bey. -' So ist unser meisteö Unglück , unsere schwerste Sokgm -nichts-, äls Einbildungen, die wir in unsrer Gewalt haben , und zerstttüen-können, wenn wir wollen. Was auält den Geitzigen, daß er ünMigr NE te hak, bey den rechtschaffensten Leuten mißtrauisch, in der-grösten Sichel hckt furchtsam, und unter aufgchäuften Schätzen dürftig ist? Seine Einbildungen; weil er, wider alle Wahrscheinlichkeit, einmal gl'aübt, daß sein Geld nicht bis an sein Ende zureichett würde, und er es deswegen auf alle mögliche Art zu erhalten und vermehren suchen müße. " Was ist der Neid, der diejenigen , die er besitzt, so entsetzlich- beunruhigt? -■ Einbildung ! wir haben allzuhohe Begriffe von dim Glück und den Vöbzügch dessen den wir beneiden. - Ja auch wirkliches Unglück kann durch die Einbildung gemildert und nicht gefühlt werden; indem nur uns unfern Zustand schlechterdings als glücklich vorstcllen, es fey es oder nicht; oder indem wir uns zu überreden suchen, daß dieser Zustand uns nothwendig war. Dieses iT Sey tausendmal ein Schein! . ; r c . ■ Sollt aller Jrrthum ganz verschwinden , So war es schwer ein. Mensch zu seyn.u '!' ./ ;ici vt ;id i <;■« •: (i■:?. '' ' - An Witze arm, und leer im Kopf, - -/■; ! - Zum SpaS, Herr D^crdr, "nennet. - > "? An Marulphen. Ich höre oft, daß man dich dem Aesöp vergleicht, Doch, wie ich glaub, Aesopen-nur zur Schande. ' Dem Körper nach hast du ihn zwar erreicht; Allein Aesop war doch kein Krüppel am Verstandet Nachricht. Von der dritten Ducaten Pretieusen Flachs und Holländisch Lein- wands Lotterie, so zu AuffenauFreyherrnvon Forstmeister zuständig, wird ein neuer Plan ausgegeben. Wer Belieben hak sein Glück zu versuchen kann bc» Ausgebern dieses Loose und Plans erhalten, zur ersten Claffe wird i st. 10 kr. zur zten 1 st. 40 fr. und zur dritten Claffe auch 1 st. 40. kr.bezahlt. Zu Würtzburg sind in der von Jhro Hochfürstl. Gnaden, Bischoffen mBamberg und Würtzburg autoristrten Lotto di Genova rite Ziehung so ven r. August geschehen, folgende Nummern aus dem Glücksrad ge- zogen worden als: 758-Giesser Mas ist von voriger Woche gleich und ohnveraudert« Gebshren und Getauft. Am r-. Jul. Ludwig Balthasar/ Ludwig Balthasar Schneiders/ Söhn- Am 4'August Johann Daniel, Johann Willhelm Junckers, Taglöh- ners allhier, Söhnlein. Verstorbene. Am r August Johann Philip Mer, Bürgerund Schumacher'Meister, weiland Conrad Caspar Mers, Bürgers und SchumachermeisterS aühier/ hinterlassener Sohn. Seines Alters -o. Jahr mithin w jetzo der älteste in Giessen. • ■: Grefftsche wöchentlich - gemeinnStzige AnzergE Citi# und auspaßirende t>om ro. Iulii bis den 6. August 1768. ^err von Schenck, von Schweinsberg/ log. im Einhorn. Herr Regierungsrach Göhler, Darmstädtischer Gesandter, von Wetzlar paß. durch. Herr Vi«»Cantzlar Homberg, von Hanau, Frau vonBerbmch, Ob«« postumsten» von Frankfurt, und Herr SteuersecrekariuS Mertz, $oo Ziegenhain, paß. durch. . / Herr von Gall, Obristlieutenant und CammerMcker, von Se. Durch!. Erbprinzen von Cassel, paßiret durch. H«r Obristlieutenant und General Adiucant von Breklach, paß. durch. H«r von Reuter. Königlich Preußischer Gefandter von Wetzlar, paßiret durch. Herr General Superintendent WinMmann, von Nordhausen, paßiret durch. Herr Rath Tabor aus dem Wakdekischen/ paß. durch. Herr Lieutenant von Wacker, äusser Diensten/ log. im Hirsch. Herr Oberamtmann Falckner, von Eberach, log. im PosthauS. Her Gras von Stollverg, kommt von Marburg, paß. durch. Herr Landschreiber Spengler, von Darmstadt, log. im Einhorn.