WWW wöchentlich- gcmilllWge KiUtgcn M Wachrichten VWigkes Stuck. *• • -< - ■. . ■■ • ‘ *. UCx Dienstags Öen ncn Gcrobr. 1768, .. . " —- " ........ ........ .............■——■■■•»i,,,,, . _■'t.' Mit Hochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis * Fragment eines moralischen Gedicht» über die lTlichtigkeir ' des mensihlichen Glüks. Un objet Pa frappe, quels TransportsJ quel delire! • - Le trouble en fon fein Cetablit. ' C L' L’obftacle l’aiguillone & le refus l’attire, Lobjet en fayant Cembellir, C’en e(t fair, il l’obtint, ä peine il le poffede» Qu’aux Transports le degout fuccede. halber Blick von einem schönen Kinde Rührt Dämons Herz, und raubt ihm seine Ruh - Die stärkste Rednerinn, die ohne Sprach und Gründe Die Herzen stielt, die, Liebe, die bist du. Und wer vermag hier das Entzücken, Die Raserey ganz auszudrücken,- t R r Die MekfllA)chv?cherttlich B semekttNStzigel Attzetzen Die schon in Damotts Busen schlägt? - Er eilt zur Dons hin, sein Schicksal zu erfahren > Voll der Beredsamkeit, die, seit so vielen Jahren,! Der kältsten Mädchen Herz bewegt. *' Doch Dorrs bleibt, so viel auch Dämon, waget, So sehr sr'sie"und sein Geschick verklaget, Stets-sprachlos, taub, und unbewegt. Er seufz;/ sie sacht: tr eilt ihr nach; roch sie verschwindet: Er sucht mit Ängst; allein, er findet Nur immer sich und seinen finstern Schmerz, Und niemals seiner Schönen Herz. Das Hinderniß ist gros/ hieß Glück sich zu erwerbens Nicht gros genug, daß..es ihm Ruhe giebt; Nein, in dem Vorsatz, froh in feinem Lauf zu sterben, Sucht er noch hitz'ger was er liebt. Sie war ihm schön, wa er zum erstenmal sie steht/ Doch-dreymal schöner, da sie fiieht. Nun sieget er, sein Muth wird itzt gekrönet, UiK er besitztwopa.ch er sich gefthner. Ein Held, den die schon halb-yerlohme Schlacht Nicht abschreckt, nur verzweifelt macht, Und der, der Schande'.zu eMehen, - Unt) seinen Feind nicht triumphier» zu sehen, Mit blinder Muth in tausend Säbel rennt, Und alle Furcht vergißt, und keine Schrecken kennt, Weil er vor Lust zu sterben brennt, ;■ : Ja, den entzückts nicht so, wenn er , im blut'gen Feld, Nicht den gewissen Tod, nach dem er jagte, Nein, das was er nicht mehr zu suchen wagte, - " • Den halb enkflohne.n Sreg erhält. . j ./< . Er fühl in seiner Lust ein ganzes Himmelreich, So ist sie Dämons Lust nicht gleich, Der itzt der Liebe Glück, ihr gröstes Glück geniesset, Und dessen Arm weit mehr, als Roms Trmmph umschliesset; und Nachrichten jij Nach einem Kampf, den ihm Die Spröde schwer gemacht, So wie Der Feind die heisse Schlacht Dem Helden gern unüberwindlich macht. ; * Der Sieg, Den Dämon auch erhält, Ist süsser noch für ihn, als aller Sieg Der Melk - - ;' Allein kaum fühlt er sich im Schooße dieser Lust, Kaum ist er sich des grosen Glücks bewußt r So wird er schon Der Herrlichkeiten müde; Sein Geist ist Der Entzückung satt: - -- So gähnen wir zuletzt beym allerschönsten Liede Das uns schon oft gerühret hat. Er lacht - im Lächeln stirbt Die Mine, f Und Der Verdruß verdrängt den Scherz; Was ihm vorher so göttlich schiene, Ist nun nichts mehr als eines Mädchens Herz. Er kömmt von seinem Traum zurück, Springt auf, und sucht ein neues Glück. i Und so ist denn der Schatz, den er in bangen Stunden Nach so viel Müh und Angst gefunden, ' In einem Augenblick verschwunden? So seh ich denn, was unser Schicksal ist; Daß man nach einem Gute strebet, Es zu erlangen, mühsam lebet, Und wenn man es besitzt, vergißt; Uno dann nach neuen Gütern trachtet, ' Trotz Hindemiß und Trotz Gefahr, Und immer Das-mit Ueberdruß verachtet, Was kurz vorher uns himmlisch war. So ist denn unser Glück ein Irrlicht, das unS trüget, Ein blosser Dunst, Der uns Die Herrlichkeiten lüget? Wie man sich naht, so fiieht es fort. Und num glaubt man> nun hat marr^S gefunden, ' Man greifet zu üüd schon ist Glück und Glantz verschwunden, Dort zeigt es sich von neuem,- dort! - Ja eil und hasch eS nur, von neuem wirdö verschwinden j Und nie wirst du eS standhaft finden. R r a Wik ßrv GreMhe w§chett'.lrch - gcmeümptzige' Anzeigen Wir legen hier wiederum einigen'. Neugierigen unter-unfern Lesern Rathsel vor, woran sie ihren Scharfsinn üben, sich auf einige Zeit unterhalten, auch allenfalls Wettungen prüder anstellen.können. In dem dritten oder vierten Blatte nach dem Wen werden wir die Auflösung dietzr Räthsel mittheilen; Es ift ein^her artigsten und nützlichsten Zeitvertreibe gute Rätbsel aufzulösen suchen, und nichts unterhalt mehr, als dich Beschäftigung. ; ■ ': x- * rHes Räthseb > Ich selbst bin von Geburt beftelarm und lebe nur von der Gütigkeit derjenigen, die mir etwas leyhen Mtzen: Wein so bald ich auf die WÄ kome, so nehmen sich meiner viele gutherzige Leütt in allen benachbarten Orten um meine Geburtsstadt herum eifrig an, und sammlen für mich Geld eitr. Manchemgebe ich das, was er mir geliehen hat, tausendfach wieder, manchem auch gar nicht. Allein so lang ich mich mirchrlich aufführe, fp darf sich niemand über diese Mgerechtigkeiten beschweten, Ich nehme tausend Gestalten an, ich kann mich pieifach-Mklewe^, allein ich bleibe immer ebendieselbe Person. Mein Zuname- W ällezeit, und^Memen Vornamen geben mir grose Könige, Fürsten und Grafen. 11ch bin an allen Höfen und in allen Städten bHebt, weil ich meinen Aufenthalt theuer bezahle, und doch wenig brauche. So lange man über meine Tugend wachet, so habe ich Geld gemm, so^Eman abtt diese in Verdacht zieht, so siebt mir kein Mensch nichts mehr, und alsdanmkann ich auch meinen Schutz nicht mehr bezahlen. Daher geben die grosen Herrn denen, die für nnch betteln, Attestate wegen meiner Ehrlichkeit-, mnd Empfehlungsschreiben mit; auf mich selbst aberMssen PioleehrwürdM Leute genau Ach^ tung geben, damit ich den Versicherungen MMerVönner-nicht widenpre.- $9 und mich schlecht aufführe.. . Wein ich bitt! für .mich tugendhaft meme Aufseher verfuhren mich oft selbst- und darunter muß ichtteiden» dh sich dreselben gleich nut ihren SchgWhattn bereicherm An dem Böfttt- das durch mich zuMchchen scheint? sind allezeit diese Herrn schuld; übG gens verrlchte ich selbst grosmütbige-Handlungen , ich ^rhMtt WitMK und Way.en, baue McheM-Pd.Schulen auf;,.! und ermihre manchen itt m-men Dievsten^cher soystHungM gestorben wäre. !Jch myche u-deffett ebenso vlele unglückliche, als Glückliche, und die einen unglücklich- uktt die andern glücklich zm machen. Die'e wunderbare Gemütl7sart«muß mir »on memto Eltrr» angchvhrsii sexn. Bist» mein Darer ftII ein alter geli siS? t: Mr Mer Cammerrath/ und meine Mutter'-eine jungeVerschwenderinn gewes sen seyn. Ich gebe viele Schriften in Duodez und Folio, in Reimen und in Prosa , in deutscher, lateinischer, französischer, italiamschermnd noch mehr Sprachen heraus. . Es hat-sich schon Mancher so sehr in mich verliebt, daß er darüber zum Narr.»'und zum Bettler geworden ists uZch will mich weiter. nicht stlbst rühmen, auch nicht aüsmachcn, ob ich mehr Wte-sE böses in die Welt gebracht habe;, nur das will ich noch hinzusügen:' Vor Alters hat.man mich nicht gekannt; in den neuern Zeiten bin ich erst entdeck^ worden.^ Nun, dachtekönnteiman bald errathen, wie ichhEk • | (■ j äli* Dflh-U »*ß C“.. •*:. •• f MF rretz RLchsel. Ich bin nur das Eigenthum des mcinnlichen Geschlechts. Dem weiblichen gehörk ich wenig oder gar nicht zu. Wenn ich bey einer Mannsperson erscheine- so gereiche ich derselben zu einer besondern Zierde. Sv bald ich mWÄM hey rinem Frauenzimmer will sehen lassen > so ist man auch auf nich/s- mehr bedachte als wie man michwftper unflchtbar machenmöge. Ich werde mit meinem Besitzet geböhttst, und idennvch werde' ich demselben selten vor dem achtzehnten Jähre feines Lebens sichtbar rmd Merkwürdig, wenigstens mache ich ihm nie eher einige Sorgen. Wenn ich sehr stark bin ; so bin ich meinem Besitzer zur Lass,; ich OMsache ihm Unbequemlichktzt und manchmal SchMM /besonders hey issMch/Tode. Weün ich hingegen schwach bin; so'gebe ich witzigen Köpsxn.ojst Anlaß zum Gelpötte über meinen Besitzer. Ich bin bald klein, bald tzros, bald dick, bald dünne, bald roch, bald grau , bald schwarz, und. bald weiss. Ich diene nicht selten zum Unterscheidungs Zeichen ganzer Nationen und vieler tausend Menschen von andern ihres Geschlechts. Offt bin ich zugleich ein Merkmal, dass mein Besitzer verheyrqthet ist , Wd-Wnn er über etwas Nachdenken will; so nimmt er mich me'istencheiw jti ble "Hand. So lang die Welt sieht/ bin ich bekannt. Ich lebe Nsit meinem Besitzer, allein ich Kmn tausendmal sterben, ohne daß es demselben, ein einzMsmal am Leben etwas schadet. • Und manchmal lebe ich so gar noch eimge/Zch Mch dem TodkWmsHmn. jg «a-vE-G«'» wM® kt Ich habe keine Zunge, und keine Sprache, ünd^Mnöch Wnn ich -ÜeS wiederlaM, ms man mir anvenram^ HWWWW MstOst, zunch R r i ttami's Gresirsche wZchetttlich-FemeLttnützrge Attzeittett traurig oder lustig und von welchem Jnnhalt es immer seyn mag. Ich er* rege oft bey denen, ju welchen ich mich begebe, Vergnügen, Verdruß, Traurigkeit und Angst. Ich verändre meine Tracht und Farbe, nachdem ich in betrübten oder vergnügten Umständen komme , oder nach dem ich zu einem Vornehmen oder Geringen geschickt werde. Man hat zu meinem Vortheil besondere Häuser aufgebaut, wo ich gut ausgenommen, und sicher von einem -Orte bis zum andern gebracht werde. Ich bringe oft dem, zu welchem ich komme, Geld, oft aber will ich auch welches adholen. Wenn ich Geld zu bezahlen, förmlich verspreche und dann in dem dazu gehörigen Kleid erscheine, so wird an meiner Treue gar nicht gezweifelt, und jedermann verläßt sich auf mein Wort. Ich diene in einer sehr niedlichen Tracht sehr oft unt> mit gutem Erfolge den Verliebten und dann spreche ich ganz zärtlich und artig. In einem guten Hauskleid diene ich den Kaufleuten, und dann spreche ich sehr genau und richtig. Oft führe ich einesthrgro- he Sprache, wenn ich ausgeschickt werde einen Spitzbuben aufzusuchen. Meiner werden täglich viele hundert aus jeder Stadt geschickt, um allerlei» Commissionen auszurichten, und wenn der, der mich abschickt, höflich seyn will, so läßt er mich nie ohne Geld auf die Reise. So viele auch unsrer täglich weggeschickt werden, so ähnlich wir uns auch einander sehen, so verirren wir uns doch gar selten, weil jeder den Ort genau weiß, wo er hinwill, und von Leuten, die sich unsrer annehmen allezeit richtig angewie- ftn wird. Es werden wenig Leute,seyn, denen ich nicht schon gedient habe; und daher bin ich leicht zu errathen. Emzelrre Gedanken. Nichts ist lächerlicher, als wenn junge Leute ohne Erfahrung über alles entscheidend sprechen, und über Sachen, die sie nurdem Namennach kennen, mit Leuten streiten wollen, deren Hauptbeschäftigung dieselben ausgemacht haben. So stritt ein junger Geck, der die Lage und Beschaffenheit der Oerter nur aus der Geographie kannte, mit einem alten Manne über gewisse Inseln, der die Welt dreymal umschiffet hattet Dergleichen Zänkereien, nur noch über andre Sachen sieht und hört man täglich. Es ist ein sicheres Kennzeichen eines bösen, und neidischen Her- zenS, wenn man weder ost lobt, noch auch ohne innerlichen Verdruß und 2ler» :x ' t - v gewiß und Nachrichten. -»- ««miß lebm'birenlinn; so wie-«S gleichfalls daSKmnzeichtsseineSgrd, ft» und «richten Herzens ist, tvenn'mau Den Verdienste» ,iwoman st« flnttift, ihre schuldige Hochachtung bezeigt, und Leute ohne sich Gewalt an» -uthün, loben kann, die es verdienen. Derftnige, sagt emgewisstEchrW steiler, welcher giebt, ist reicher, als derjenige, welcher empfangt. ; __■ • ______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________. —~—• ■ Nachricht- Di« erste Classe der siebenden lChur-CSllnischen Lotterie ist den -»test paflan mit aller Akcurakeffe gezogen toornen, davon auch die Ziehungs'Li. sten eingelangt und können dieselbe zur Einsicht abgegeben werden: EssirH auch neue Billers zur zweyren Classe angelangt, welche den 24ten Octobr. obnseblbargezogen, müssen also in >4.Tagengewiß renovirrleyn. ES sind auch-noch einige Loose abzugebe» z wer sich einkaufen wil zahlt zur -teil Claff« s st. - ZurHochgrststich Neuwiedischen fünften Geld-Lotteri- davon die erst« Classe den ;'ken Novembr. dieses sost gezogen werden, sind Plans und Loo» ft Key Ausgeber dieses zu haben, man zahlt zur ersten Classe r-rst. ikr.,und sind viele ansehnlich« Preiße darinne zu erhalten. Ern-und auspaßircndc »sm 2.4. Sept, bis den 1. (vckSbr. i?<8. j,™ Hofrath Werner von Wetzlar, Herr Baron von Butler, Cam« merjunct« von Hanau, Herr Cammerrath und Herr CabinetSftcret. Trensdorf von Arolsen, paß. durch. . . Herr Brigadier von Rabenau, von Apoenborn, und! Herr Capitam von Buseck von Durlach, log, im Einhorn. Herr Capitam Boveck von Chur-Pfaltz, log 'M PosthauS. 1 Aerr von Dernberg, Lieutenant in Preußsirden Diensten paß. durch. Herr Geheimderra'kh von MalSburg, von Hanau, paß. durch. Herr von Gemminqe»,»Gesandter von Sachsen Gotha, paß durch. Krau ^aqermeisterin von Nunpsch, von Darmstadt, paß. durch. .4; Marquis oe Croix, und Herr Baron de Plortow auSZranckreich, ? ; ‘ Frau g»4 GMsche w-chttkUch-gemetttttötzige Attzer'gen Frau von Domberg, und Herr von Domberg, ihr SoWvm Hanau, und Herr Baron von Gall, -Oberschenck vom Printz iMr Hanau, < paß. durch. - Herr vonKlebowsky, Lieutenant von den Preussen, und Herr von Drost von Paderborn. -- ru v-\bu: «. Frau von Schröoerin, Gemahlin des MecNenburgilchen Gesandten, paß. durch. Herr Hofrath von Hochstadter, von Wien, und Herr Capitain Sambts, von Franckttich paß. durch. Herr von Bellersheim, Capitain von den Hollandern, und Herr von Ries, rf j'fcop Franckfurt, paß. durch. Frau von Graffr von Hildesheim, log. im PosthauS. ^ N! O*h" >'*. :*h < i ■ Extra iogirr. Herr Lieutenant von Linsdow, von den Preussen, log. bey der Frau Majorin von Linsdow. . Herr Hofrarh Hellftloc von Jena, log. bey Jhro Magnificenz, Herrn Rector Müller. Frucht-und andere P»'eiße am Markttag den/« Oclobr. i . fl. tilb.i pf. ft. alb.Jpf. L Achtel Korn f 2 25 s / ^chftnfieifch - 2'' 6 1 Achtel Gerste # 2 5 - 1 Kabdfiersch -.24 / Achtel Wachen 5 *5 ' 1 Rindfleisch^-.. 2 1 Achtel Hafer -25 1 Kühfieifch - 2 4 r Meste Erbsen - 12 - 1 Schweinefleisch .3 1 Meste Linsen , « 12 t 1 Hammelfleisch 2 / Wund Hirse - 2 1 Schaffi ei sch 2 1 Pfund gescheite 1 1 Bockfleisch. - 1 4 Gerste - - - * 4 / Wurst - - 3 1 Pfuny klein W r Kalbsgelüng 1 4 schelte Gerste - j - 2 -i-Kalbs-Leber 1 4 rMaaßFruchtBrandew. 12alb. iPf. Bratwurst 5 alb. Becker Preist. ' . ft. Loth Qu. alb.pfl ' ft. Lsth.lQn. < Bxop, - - h4 - 9 i f 4 1 2 Butte rVretzeli f \ 4 - 17 765 ft. • i 1 1 1 ! Z. Giesser D Karpfen Hecht - Per sing - Barmen Schleyen Blitter - taas alb. 6 5 5 3 3 “6 pf. 4 4 Pfund. fi. io Rlndsfett j loHamclsf. i 1 Lichter # 7 Eyer inländische Sei Meck - f Teitscher , alb. 15 15 7 2 feüc alb. < pf. lb. pf. 4 4