WMK wöchentlich - WWW WW mö Mchrtchttu Fünftes Stück. Dien > daß Anstrdes mit dem Interesse des Prinzen treu und gewissenhaft umgegangen wäre. Er soll dem Staate sich gänzlich aufgeopsert, und nur ' dessen Wohlfarth jo ummmhet ^arbeitet haben. Viele neue An- stalten die noch ihren Nutzen haben ,rühren von 'M her. DaS war alles nicht übel. Allein Pi« Welt Hieb- immer noch sehr kaltsiiiiiig gegen dm Anstrdes. Niemand erhob feine Verdienste. - Auch die Poe- ten nicht? die doch sonst»- Nein doch! Aristides war arm - Er wurde al(o wn niemanden gelobt. Aber man tadelte ihn auch nicht. Vielleicht weil er uns bey dem Könige schaden konnte ? Ganz und gar nicht. Die Welt wollte nur erwarten, ob er auch ein wahrhaftig groser Mann wäre, Und die Kunst verstünde ein gutes Ende zu machen. Das wird sich bald »eigen. Durch den Eifer, mit welchem Aristides dein Könige diente, und durch die Ehre, die ihm der Monarch erzeigte, erweckte er sich viele Weiter, und zwar Neider von Stande, die weit reicher und von höherer Geburt waren, als er. ES glückt ihnen endlich, den Aristides zu verläum- den. Der Köms giebt seinen Feinden Gehör. Aristides befaß zu viel Eigensinn, als daß er sich durch eben die Künste, durch die M ihikver- haßt gemacht, wieder eingeschmeichelt hätte; und wollte dasjenige nicht vurch Niederträchtigkeit, wie eres nennte, wieder erlangen was man ihm gewaltsamer weise geraubt hat. Und so wurde denn der verdienstvolle Mann Murtzk; er fallt m die Ungnade des Königs, und wird aller Ehren entsetzt. So wird Anstrdes/der beynahe auf der höchsten Stufe des Ruhms "ul einmal Vie Verachtung des VolckS. Ein gefallener Minister.' - - Man ; ff ®tefifdb« wöchentlich- gemeinnützige Anzeigen nnd klachrrchttft- Z4 Msn weiß, wie sehr sichS da alle patriotische Kannengieffer zur heiligen Wicht machen, auf solche Manner zu lästern. Jedermann schimpft auf ihn, und wenn man sich in Gesellschaften recht lustig machen will: so geschieht eS auf seine Unkosten. Niemand kann sich überreden, daß Aristides vorher jemals etwas vernünftiges oder nützliches sollte gemacht haben, weil dasEtt- deso schlecht ist.- Diese allgemeine Verachtung hak sich Aristides gant allein selbst zuzufthreiben- Warum war er zu stolz, der Maitreffe die Hand zu küssen, oder sich den Hofnarrn zum guten Freund zu machen? Er hatte wissen sollen, daß allein von dem guten Ende der Ruhm seines ganzen'Lebens abhieng. D'ese gross Erinnerung liegt augenscheinlich in unserm Sprüchworte. DieMelt handelt einmal so, und man muß sich nach der Welt richten, wenn man ihren Beyfall gewinnen will. Kein Frauenzimmer in der Stadt hat wohl durch ihren aufferoMrts sich prächtigen Putz den Neid der andern so sehr erreget, als Zeph^ re. Ihr Stoff war immer der reichste, und ihre Moden , so geschwind sie sich auch verwandeln, waren immer die neuesten. Kein Ball, keine andre Lustbarkeit, Zephire erschien aüezeitin einem neuen Kleide, das die Bewunderung aller Augen auf sich 'zog. Wie hat sie nicht in der Kirche die frömmsten Frauen mit ihrem Putze in der Andacht gestört! Man konnte nicht anders; man mußte auf sie sehen. Es blitzt aber alles sosehr, daß man sie nicht lange ansehen kann. - Aber was sagt die Wett von Zephiren? Wir wollen es von Beaten erfahren, die sich schon lange zur Ricktcrinn ihres Geschlechts aufgeworfen hat. Nun was sagen sie von Zephiren? h £>! Zephire ist ein sehr galantes Frauenzimmer, die frey^ sich ausnehmend prächtig gekleidetist. Allein sie wird wohl wissen, wie weit sie gehn darf, und ihr Putz wird ohne Zweifel ihrem Vermögen gemäß seyn. Sie ist übrigens eine recht artige Frau, und ich will ihr weiter gar nichts böses nachgeredet haben. „ Lob genug für Zephiren! Aber wie vergänglich sind alle menschliche Herrlichkeiten - - Zephire verliert ihren Man und ihr Vermögen, und die Frau, dir sonst das Muster aller Galänterst war, wird nun der würdigste Gegenstand des Mitleidens. Wie wünscht sie sichnur eine Schnurvon den Granaten, die sie sonst aus Wollust trug, itzo zurück, um sich und ihren zwey Kindern das Leben zu retten. Nun spricht - man ganz anders von Zephiren» Nun ist es eine unbesonnene, tolleNär- rögr'iM nicht wehrt daß Man sie bedauert , und die noch HungersM- Hrmuß, wenn ihre CWkrit würdig M bestW wetdm. ^ M dieses >5 E r MW U Giesstsche wöcheftthch * gemeinnützige Anzeigen Ruhm muß Zephire billig zufrieden, seyn, denn das Ende war auch gar zu ungalant! Ans diesen beyden traurigen Beyspielen wird man sehen, daß man sich nur bemühen muß, ein gutes Ende zu erhalten, wenn uns an unserm Ruhm etwas gelegen ist. Dieses giebt den grösten Narrheiten den Schein- der Tugend, und ist, Wiedas Svrüchwort sagr, der. sicherste Beweiß, daß unser gantzes vorhergegangnes Leben gut gewesen seyn muß. Ich will nun auch Exempel von solchen Personen anführen, die diesen Kunstgriff gut verstanden, und die Welt damit hintergangen haben. Coßmus hat, wie sichs gehört, vier ganzer Jahre auf Academien zugebracht. Man frage ihn nach den kleinsten Dörfern, die 4. Meilen .im Umkreyß bey I. - - und H. - liegen: die kennt er fe genau, wie seine Stube, denn da war er zu Hause. Auf die Professoren kann er sich desto weniger erinnern, und wenn er ja einige mit Namen zu nennen weiß, so kennt er sie doch nicht von Person. Das Studiren, und was dahin ein* schlag^ war gar seine Sache nicht. Er gieng auf Universitäten , um einmal etliche Jahre ohne Aufseher so leben zu können, wie er sich längst gewünscht hatte; nnd keinesweges , um gelehrt zu werden. Wie sehr würde sich aberLoßmus geschadet haben, wenn er so schlechterdings von der Academie, oder von den benachbarten Schenken abgezogen wäre; alle Welt würde ihn verläumdet haben, er hätte nichts gelernt, und er wäre gelehrter auf die Academie gekommen, als weggegangen. Dieser schlimme Ruf hatte ihm auch bey seiner künftigen Beförderung nachtheilig seyn können. Allein Coßmrrs wüste sich-besser zu helfen. Er promovirte noch ehe er abzog. Und nun wird es kein Mensch wagen, den Herrn Doctor unwissend zu heissen; jedermann ist von feiner grosen Gelehrsamkeit überzeugt. Er war kaum vier Wochen zu Hause, so war er Hofrath. DaS Ende war gelehrt! -Me manches Frauenzimmer, das viele Jahre die declarirte Liebha. denn jedes Zungen Herrn war, hat sich durch ein honettes Ende, nem- lich durch eine rechtmäßige Heyrath ihren guten Namen und den Ruhm einer ungekrankten Jungferschaft erworben? Ich könnte noch viele Bey- miel^ von Hofnarren ansühren, die mit einem verständigen Ende vom Prmtzen sind begnadiget worden-von den grösten Betrügern, die durch das ehrlrchste Ende von der Welt, sich von allem Vorwurfe gesichert ha* den., Aber ichglaube, man wird schon aus diesem wenigen einfehen, was fw M grosse Wahrheit in diesen) Sprüchwort liegt r das untrügliche Mittel, -H'- j wie J und Nachrichten. 37 wie man alle begangne Thorheiten und Laster wieder gut machen soll. Dieses Mittel läßt sich auch recht artig bey vielen schlechten Schriften gebrauchen. Man setze nemlich das beste von denselben, nemlich das Motto aus einem alten Autor, das sonst bey dem Anfang stand, an das Ende. Und so wird alles witzig werden, weil das Ende witzig gewesen ist. Ich will es einmal versuchen, damit ich nur sehe, ob es auch gut läßt." Si quid inexpertum fcenae commiuis, & audes Perfonam formare n warn: fervetur ad imum - ho rat. Art. poet. - -------—,____________________ Abhandlung einiger öfters vor^ommenden gefahrlr> ; chen Pferdekrankheiren und deren Remedur zum Besten des Landmanns. Ob es gleich an guten und brauchbaren Pferdebüchern, worinnen nützliche Recepte für Pferde befindlich sind, nicht ermangeln mag, so rechne ich mir doch zur Schuldigkeit an, da dergleichen Bücher dem Landmann und Schmidtcn kaum bekannt sind, viel weniger zu Händen kommen, diesen zum Besten des Publici herausgcgebenen öffentlichen Blättern meine Erfahrung, welche ich nunmehro seit etlichen zwanzig Jahren in Pferdekrank- heiten und deren Euren gemacht, zu inseriren; und da dieses bloß für diejenigen publicirt wird, welche sich genöthiget sehen Pferde zu halten, und selbige öfters Unwissenden zu der Cur zu überlassen, so will ich nöthiger Kürze halber nur einige derer gefährlichsten Krankheiten ohne Demonstration aus der Pferdeanatonu'e hier anführen, worunter denn wohl die gefährlichste und öfters vorkommende tödtliche Krankheit des sogenannten Feibels, Würmerbeissens, und Darmgicht, welches die meisten zuconfun- Diren pflegen, am ersten vorzunehmen sind. Sobald nun ein Pferd dergleichen Anwandlungen bekommt, wovon es sehr schnell überfallen wird, zeigen sich folgende Merkmale: Das Pferd thut ängstlich, versagt das Futter, fängt an sich öfters zu wälzen, man spuhret an demselben, besonders in dem Hals, innerliche Hitze, die Ohren erkalten, der sogenannte und allen Schmieden bekannte Feibel an dem Halse neben denen Kinneba- cken schwillt auf, das Pferd kann weder misten noch stallen. Diese Zufälle werden von denen meisten vor Wirkungen des Feibels gehalten. "Je ängstlicher sich das Pferd durch öfters Niederlegen/ WiederquMingenund Es Wälzen 1* Giessische wöchentlich«gemeinnützig« Anzeigen Wälze« bezeiget, desiomehr werden die Zuschauer in der Mevmina bestärkt, daß die Würmer d°S Pferd krank machen/ Binnen einer Zeit von eia bis zwey Stunden nimmt öfters die Krankheit dergestalt überhand, daß das kurz vorher» gesunde Pferd in denen Dünnungen zusehen« auffchwillt.und längstens in der dritten Stunde erepirk. Di« bekannten Euren, welch» mit dergleichen Pferden, vielmals ohne Wirkung vorgenommen werden, sind folgende: Man schlitzt dergleichen Pferden die schon erkalteten Ohren auf, und sucht etwas Blut herauSzubringen; ingleichen wird der Kern, oder eigentlich der Gaum des Pferde« ausgestochen, um ebenfalls Blut herauSzulassen, der Schmidt öffnet den Feibel, nimmt so viel heraus, als «r mit der Fliete herauszubringen vermögend ist, ja einige füllen die Seff« nung mit ganzen Pfefferkörnern aus, um die sobekannte Feibelmaterie aus« fchwaren zu lassen. Sobald diese Cur vom Anfänge der Krankheit vor, genommen worden, wird das Pferd stark geritten, und es glückt zuweilen von ohngefahr, ohne die eigentliche Kranckheit des Pferdes errakhen zu ha« ben, daß durch dieses Verfahren die Pferde wiederum hergestellt werden, ' wenn durch die Bewegungen das in den Gedärmen sich versetzte Kutter oder die verhaltenen Winde Lust bekommen » und sortgehen. Die eigentliche Krankheit von dergleichen Pferden bestehet demnach in Bit Verstopfung der Gedärme, wo sich entweder nicht hinlänglich verdaueteö Futter oder Win« de festgesetzt haben, und ersteres durch zunehmend- Hitze und ermangelnde Feuchtigkeit in den Därmen sich in kurzem dergestalt verhärtet und erhitzt, daß cmgcgebene Medicamenta durchzudringen nicht vermögend sind di« Krankheit wird dadurch ganz unheilbar, wenn man dergleichen kranken Pferden das Wälzen »erstattet, wodurch sich di« Gedärme verschlagen. welche nicht wieder in ihre natürliche kage zu bringen sind. Viele dergleichen Pferde sterben denn in wenig Stunden, alles eröffneten Feibels. Aderlässe,>s, «ingegebener Wurni.nnd durchschlagender Mittel obneraeb- tet, und man behauptet mit scheinbaren Gründen: das Pferd sei, von Würmern umgebracht, wenn man bey der Eröffnung desselben nicht nur lange weiße, sondern auch kurze braune ohngefähr eines Fingergliedes lange Wurmet in dem Magen des Pferdes antrifft, da von letzterer Art stch auch wohl einige in dem Magen angebissen haben. Nach meiner Erfahrung, ich vielfältig hiervon gemacht, muß ich dennoch diese Wurmkrankheit für ein Accidenz halten, daman bey nur sehr wenigen auf diese Art crepirten Pferden gewahr wird,daß dergleichen kurze braune Würmer den Magen wirklich durch- steffen haben. Die Haupkmfache d«S Todes findet sich demnach bey genau« Vttd Nachrichten. )9 er Untersuchung und hinlänglicher Erkenntm'ß der Krankheit in denen Gedärmen und deren Verstopfung auf vorbefchriebene Art. Und weil durch diese Verstopfung selbst den bey dm meisten Pferden befindlichen Würmern die Lust ermangelt, so rühren sich diese destomehr in des Pferdes Magen, und vermehren durch ihre Angst des Pferdes Schmerzen und Krankheit, ob gleich nicht zu leugnen steht, daß sich die Würmer auch bey unterschiedener Art von Pferdesutter zu regen pflegen, wenn nemlich Winterszeit Erbs-oder Wickenstroh, oder Queüfuttcr an Korn, Erbsen, oder Wickkörner gefüttert wird. Diese Krankheit ist aber selten tödtlich, wenn keine Verstopfung dabey concurriret, und ist durch Gebrauch des hier beygefügten Wurmpulvers gar bald zu heben. Am sichersten geht man aber, wenn dieses Pulver jährlich nach der Vorschrift einmal Präservative gebraucht wird, welches ohne grosen Aufwand geschehen kann. Wenn nun bey dem ersten Anfall dieser Krankheit folgende Mittel schleunig gebraucht werden, daß man nemlich dem Pferde die erkalteten -Ohren reibt, dadurch erwärmet und öffnet, daß etwas Blut heraus geht, auch wohl den dritten Kern am Gaumen mit der Fliete sticht und Blut heraus läs- si't, zugleich eine englische Pille nach dem hier folgenden Recept fub A. eingiebt, das Pferd mäßig, doch nicht erhitzt, reutet; so erfolget zuweilen schon hiervon eine gründliche Besserung, daß das Pferd mistet und stallet, auch nunmehro das Futter wiederum annimt, und auser Gefahr ist. Kann aber das Misten in der ersten Stunde durch diese Cur nicht befördert werden, so kann man die zweyte englische Pille demselben auf nachbeschriebene Art eingeben, und von einem Menschen, der nicht eine allzustar- ke Hand hat, nachdem die Nägel wohl beschnitten und Hand und Arm mitBaumöhl fett geschmieret worden, aus dem Mastdarm, soweit man mit dem Arm hinein kommen kann, den darinne versetzten Mist heraus holen, und statt dessen ein dünnes Jnseltlicht hinein stecken lassen, da denn nochmals das Pferd ein wenig geritten wird, unter währender Zeit, die über ein und eine halbe Stunde nicht dauren darf, muß man schon die Praeparatoria zu Beybringung eines unumgänglich nöthigen Clistieres machen, falls das Pferd von diesen bis hieher beschriebenen Euren noch nicht hinlängliche Oeffnung bekommen sollte. Die Fortsetzung folgt künftig. Neue Bücher. Nützliche Nachrichten das Oecorromie-und CommetMsen betreffend. Wien r767.gr. 8. 1 fl. zo fr* Das 4<> GiessiM w§chettt!ich MekttnStztze' ÄttZekgeV Das Glaubensbekenntniß Iber durchlaucht. Fürstin Friderica Amalia Landgräfin zu Hessen und postulirten Dekanissin des Stiffts Quedlinburg, den 7ten Septembr. 1767. abgelegt, nebst einer Rede von Ouvrier, 12 fr. Medon oder die Rache des Weisen, em Lustspiel in drey Aufzügen, r. Franckfurt 1767- if fr. Candide en Dannemarc ou l’optimifine des honettes gens. A Geneve 1766 40. kr. LTlachricht. Den 12. Februar» dieses wird die rte Claffe der 6ten Chur-Cöllni- schen Geld-Lotterie gewiß gezogen werden, dahero die respective Herrn Interessenten geziemend ersucht werden, bis zum 8ten Febr. ihre Loose zu re- noviren. Will man sich zu dieser Claffe einkaufen, kann gegen Erlegung f fi. noch mit einigen Billets bey Ausgeber dieses gedient werden. Ein-und auspaßirmde vom 23. Januar. 17^8. bis den 2Stert Januar. 17^8. Herr Hofrath Brühl von Cleeberg, paßiret durch. Herr Secretarius Mertz, von Hanau, paß. durch. Herr von Buttler, Oberschenek von Cassel, paß. durch. Herr -Obrist von Rabenau, von Appeborn, und Herr Capitain von Btt- seck, von Durlach, log. im Einhorn. Herr Hosrath Steitz, von Eisenach, paß. durch. Herr Banß, komt von Franckfurt, paß. durch. Herr Lieutenant Truchses, von den Preussen, paß. durch. Extra logirc. Frau Generalin von Lehrbach, und Frau Oberforstmeisterin von Buttler log. bey Herrn Brigadier und Kommandant von Rothberg. Herr Capitain Morarius ehedem in Preussischen Diensten gestanden, log. bey Herrn Kriegsrath Schmitt. Herr Lieutenant von Linsdow, von den Preussen, log. bey der Frau Majorin von Linsdow. Herr Doctor Fabricius, v. Wetzlar, logirt bey Herrn Bergrath Baumer.