Itcsffsche wöchentlich- Von der Verbesserung der mländisthen Oele, inlonderheit des Leinöls. ist bekannt, daß die fetten Oele / welche man aus den ausländl« schrn Samen und Früchten durch die Auspressung erhalt / derglei- chen z. E- das Mandelöl und Olivenöl sind/ einen ungemeinen Vorzug vor denenjenigen Oelen besitzen / welche aus inländischen Samen ausgepreffet werden, wohin das Oel der Dvtibfeti (Napi), des Leins, des .Hanfs/ des Leindotters/ und viele andre gehören. Die erster» sind Heller, süsser und wohlschmeckender; die letztern hingegen sind dunckler, von einem mehr oder weniger bittern ranzigen und unangenehmen Geschmack, und lassen sich daher nicht so wohl zu verschiednen Gebrauch im menschlichen Leben anwenden. . . L Da nun die ausländischen Oele viel kostbarer und theurer sind, als die einheimische!', so wäre es in der That eine nicht geringe und im gemeinen Leben sehr nuzbare Entdeckung / wenn man eine leichte, im Grossen bequem auszuübende und zugleich unschädliche Art und Weise ausfindig machte, diese Oele in Ansehung ihres Geschmacks und Farbe zu verbessern, und dm ausländischen Oelen soviel möglich gleich zu machen. Dienstags den i7ten Februar. 1767. Mit Hochfürftl. Hessen - Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Messlsche wöchentlich- gemeittttützige Anzeigen Die Nutzbarkeit dieser Sache hat zu verschiednen Untersuchungen und Methoden, um zu solchem Endzweck zu gelangen, Anlaß gegeben. Es verdient unter selbigen vorzüglich dr.jenige angemerket zu werden, welche der ehemalige und insonderheit durch seine Schrift vom Torf berühmte Arzt zu Nimwegen, Herr D. Degner in den Alt. Phylico" Medico Mathemat. Wrarislav. an. 1725. p. 20S vorgesch lagen hat, dem Oele des LeinS und Rübsen den widrigen Geschmack und Geruch zu benehmen, und ihnen die Lieblichkeit des Baumöls oder süssen Mandelöls zu weae zu bringen. Seine Methode kauft kürzlich auf eine Digestion besagter Oele hinaus, die mit Wasser in einer bleiernen Pfanne angestellet wird. Es ist wahr, die Oele werden auf solche Art süsser als vorher, aber sie erlangen zu gleicher Zeit eine für die Gesundheit höchst gefährliche und schädliche Natur. Man erkennet solches gar leicht, wenn man den Ursprung dieser angenommenen Süssigkeit in Betrachtung ziehet. Der berühmte Berlinische ChY- mist Neumann hat in den Mifcellan. Societ. Reg BeroJ. T. IV. p. Z2I. durch verschiedne Versuche den Ursprung und die Entstehung derselben deutlich gewiesen. Es rühret nämlich diese Süssigkeit von den Blcitheil-. chen her, die das Oel aus dem bleiernen Gefässe, worinn die Digestion geschehen, ausgezogen und ausgelöset hat, so, daß es mit selbigen eine Art von Bleizucker hervorbringk; welcher, wie in der Arzneikunst zur Genüge bekannt ist, unter den Giften eine ansehiiliche Stelle emnimmt. Mehrere Arten will ich vor diesmahl nicht anführen, indem keine noch zur Zeit den erwünschten Endzweck erreichet hat. Ich glaube auch überhaupt, daß dieser Endzweck fchwerlicher erreichet werden wird, wenn man mit den schon wircklich ausgepreßten Oelen Versuche anstellet, sondern daß es besser sey, wenn man diejenigen Saamen, welche ein Oel in sich enthalten, vor der Auspressung durch eine dienliche Einweichung oder Ma- eeration so zubereitet, daß sie nachher vermittelst der Auspressung ein besseres Oel liefern. Die Erfahrung lehret ersteres zur Gnüge; denn man wird finden, daß die meisten Materien (z E. saure Feuchtigkelten, alcali- sche ^a!ze, kalkartige Erpen, feine Tbonerden u. a. m.), wenn man mit ihnen die Oele bearbeitet, in selbigen eine grössere oder geringere Verdickung und Gerinnung verursachen, von dem Oel zu viel in sich nehmen, welches nicht leicht wieder zu scheiden ist, und übrigens den Geschmack und Geruch desselben wenig oder gar nicht verbessern. Der zweite Weg scheint einen glücktichern Erfolg und grossem Nutzen zu versprechen, wenn man nämlich den ölhaltigen Samen vor der AuS- urrd Nachrichten- p Auspressung in solchen Feuchtigkeiten einweichet, die geschickt sind, gewisse bittre Theilchen aus demstlben auszuziehen, welche, indem sie sich unter der Aus. ressung mit dem^Oel vermischen, dessen Geschmack verderben. Diese Flüssigkeiten müssen" zugleich wohlfeil und von solcher Art seyn, daß sie die wesentliche Natur eines Oels nicht zerstören, oder ihm eine schädliche Eigenschaft beibringen. Das Kalckwasser scheinet mir zu dieser Absicht vorzüglich dienlich zu seyn , und folgend Versuch wird die Sache einiger massen bestätigen. Ich goß auf i. Tbeil von guten ungelöschten Kalck 6. Tbeike reinen kalten Brunnenwassers. Nachdem die gewöhnliche Erhitzung vorbei war, und die Vermischung nach einiger Zeit vollkommen ruhig worden, so leigte ich das Wasser durch und schüttete es in einem reinen weiten Topf auf frischen Leinsamen, so daß das Kalckwasser etliche Querfinger hoch darüber stund. Ich ließ den Saamcn also 24 Stunden lang an einem kühlen =Örte ein weich en Nach Verflieffung dieser Zeit goß ich das Wasser ab, welches von Farbe grüngelb und zugleich klebrigt war. Auf den zurückgebliebnen Samen goß ich zu wiederholten mahlen kaltes Wasser, um die anhängenden klebrigten Theilchen abzuspühlen, die sich aber dadurch doch nicht gänzlich wollten absondern lassen, indem die Samenkörner noch ziemlich zusammenbackten, hierauf breitete ich den Samen auf einem leinenen Tuche aus, und ließ ihn in einer gelinden Wärme trocknen; denn in der blossen Luft wollte- das Trocknen nicht so gut und geschwind von statten gehen, sondern die Körner fingen zum Theil an zu kennen. Als er völlig trocken war, ließ ich ihn zerliossen, und in einem leinenen Beutel unter einer gewöhnlichen Apothekerpresse zwischen zwei warmgemachten Platten starck pressen. Das ausgepreßte Oel war anfänglich trübe, es wurde aber bald nach Abwerfung eines Bodensatzes klar und Helle, und hatte eine blaßgelbe Farbe, viel blasser als das auf die gemeine Art verfertigte Leinöl, welches mehr goldgelb ist oder ins bräunliche fällt. Der Geschmack dieses -Oels war süß, angenehm und ohne aller beigemischten Bitterkeit, welche sich hingegen bei dem gemeinen Leinöl, auch wenn es ganz frisch ist, deutlich offenbaret, so wie dieses die Gegeneinanderhaltung bei- derley Oele vollkommen bewies. Der Geruch war auch schwächer, als bei dem gemeinen. Mit einem Worte, das aus dem beschriebener massen Präparaten Leinsamen abgesonderte -Oel war von dem gewöhnlichen Leinöl so sehr unterschieden/ baß es vielmehr einem süssen Mandelöl ziemlich nahe kam. C- . ■ 1 • Ö x Da fn Giesttch« »vSchmtllch ♦ gemeinnützige Anzeigen •ft * e Da des hiesigen Stadt- und Burg - Predigers, Herrn I. G. G. Schwarz D-ffert. de habiru homm. ad religiooem veuelatam, davon wir, !ob- gleich ohne Recension, schon eine Anzeige gethan, einem oder dem andern Feind eine Gelegenheit gewesen, den Verfasser anzugreifen; so wollen Wir den Jnnhalt dieser Schrift vor Äugen legen. Der V. betrachtet das Verhältnis eines Menschen gegen eine übernarürlicve Offenbahrung. Er pramiktiret allezeit das, woraus das folgende verstanden wird; und zeigtarr seinem Ort negarweund poliriue, wie man sich in Verwerfung und Anneh- niung emerOffenbarung zu verhalten habe. Bey dem ersten hat er die gewöhnlichsten falschen Grundsätze vor Augen, welche von dem vernunfrmasigen Weg abzulencken suchen. Dese sind die, wodurch die Feinde der Wahrheit die christliche Religion am häufigsten zu bestreiken suchen. Sie setzen ihr nämlich, das unbegreistiche, den Mangel ihrer Allgemeinheit und die Laster ihrer Bekenner, ja der in der Schrift voikommenden Personen entgegen. Man sehe $. 22. Schol. und 1 Schob Diesen setzt der V. Wahrheiten der Vernunft entgegen, und zwar nach ersterwähnter Ordnung. Eme übernatürliche Offenbahrung kann nach den zwo Bestimmungen betrachtet werden, in sofern sie nähmt cb als eine Offenbahrung/ und in sofern sie als eine übernatürliche Offenbahrung angesehen wird. Hieraus werden die gewöhnliche Kennzeichen gefolgert, und mit einigen Emschränckungen vorgekragen. Ferner kann man, bey emcr überuattirlichen Offenbahrung, auf die Sachen oder ouf Denmodum reue- Idioms sehen. (§. r ). Erstere sind §. «. berührt, und eine weitläufsige- re Abhandlung davon gehöret nicht zu gegenwärtiger Absicht. Eme Of- stnbahrung geschiehet, entweder um den Veyfali einiger/ oder aller Menschen zu erhalten (^. 3 X Im erstem Fall ist es genug, wenn sie mit solchen Zeichen ihrer Göttlichkeit begleitet wird, woraus diejenigen, welche ihren unmittelbaren Beyfall geben sollen, ihre Göttlichkeit ichliesen können, und es ist nicht zu fodern, daß diese Zeichen auf alle Menschen gerichtet feyen. Dieses ist angewendet auf einige Begebenheiten des A. T., als z. E-auf das Zeichen, welches Gideon durch den Thau gemacht wurde; am die Begebenheit an.dem Sonnenzeiger lAhas u. s. w. (Schol.). Sie muß ferner in diesem Fall, so viel es die göttliche Eigenschaften.erlauben, hem Geschmack und der Denkungs-Art der Menschen gemäs seyn (§.4). Hieraus werden dieThaten Simsons, und die symbolische Handlungen der Propheten begreistich vorgestellt (Schol.). Gehet aber eine Offenbahrung auf alle, so muß sie, wenn aller Beyfall, wegen Misbrauch der Fery- deit, tztttzkrE ttnd r^achn'chtett- M fz Helt, nicht zu erhalten steht, auf den Beyfall der mehresten gerichtet seyn (§. y ). ...Es ist also ein-Zeichen der göttlichen Weisheit, daß die Schrift, in Astronomischen und andern ihren Zeiten unglaublichen Wahrheiten optisch rede (dch >i.).- Das Verhalten Gottes wird, wenn eine Offenbah- rung.auf alle gehet, von Gründen bestimmet, welche, aus allen Menschm genommen sind, und es ist hier das Unbegreißiche norhwendig. In fo fern sie also als eine Handlung Gottes, die auf alle Menschen gehet, betrachtet wird, muß, sie unbegreifliches; und in so fern sie nach ihrem Jnnhalt betrachtet wird, kann sie unbegreifliches enthalten,.§.7.7.). Das ist a priori klar. Es-kunn kein endlicher Geist ohne Geheimnisse seyn, und der vollkommenste endlicheGeist hat die mehreste Geheimnisse (Schol.). Es ist also thöricht, und geg.n die Vernunft, eine Offenbahrung wegen ihrer Geheimnisse zu verwerfen. Nun geht der Verfasser zu den Vernunftwahrhelten fort, welche der andern Quelle von Einwürfen entgegen gefetztt werden muffen. . Er zeigt wie eine allgemeine angenommene Religion schon a prion nicht wahrscheinlich zu deneken fty. Dieses wird durch die Lehre von der sittlichen Grosse des Geistes bestätigt; und die Gestalt einer bey- nahe allgemein angenommenen Religion nach dem Geschmack der Menschen vorgestellt (§.'8-10 ». Wie also die Menge derer, welche einer Religion zugethan sind, kein Beweis von deren Wahrheit ist; so ist auch die wringe Anzahl derselben kein Beweis gegen dieselbe; und es ist weder ver- nünftig, aus dem Urtheil der mehresten einen Grund der Annehmung oder Verwerfung einer Religion zu nehmen, noch auch in itziger Verhältniß der verschiedenen Religionen möglich. Man hat allezeit das Urtheil der mehresten gegen sich , man wähle welche Religion man wolle, oder man wähle auch gar keine. Dieses lehret die Historie und Geographie (§. uti Nun.liefert der V. die Warheiten, welche dem dritten falschen Grundsatz entgegen gesetzt werden, und beweißt aus hinlänglichen Gründen, daß es so gar eine Empfehlung der Heiligkeit einer Religion sey, wenn die Laster ihrer Bekenner welche NB. bey keiner andern Religion lächerlich seyn würden, in differ lächerlich sind. Dann dieses weißt auf die in die Augen fallende Disharmonie mit den Lehrsätzen (§.14.15.), r Wer die Schriften der Religions-Feinde kennt, der weis, daß diese einen grofen Triumph darinn suchen, daß sie die Laster der in der Schrift und KirchemHistorie vorkommenden Personen lächerlich machen. Nachdem nun der V. das, was sich in gegenwärtiger Lage von Dingen fcent vernunftmäsigen Verhalten gegen eine geoffenbatte Religion entgegen, stellen, kann, removi- G - reu $4 MeflrlDe wSchettklr'ch- gemeittttötzige Auzer'gest ret; so z-igt er nun daß vernünftige Verhalten ftostrivs, und bestimmkdir unterschiedene mögliche Verhältmffe eines Menschen g gen eine geoftendar- te Religion. Sey auf den Willen des höchsten ÄLestriö aufmercksam, ist das erste Gesetz der natürlichen Religion, und zwar eines jeden redlichen Geistes. Der V- beruft sich ouf tue dillLit < e habim hom. ad relig. naturalem, wo er dieses erwiesen (§ l6.). Dieses ist von der LÜlerttrö- ficn Verbindlichkeit, und erfordert also die aliergröste Bemühung. Nach Lieser Mangeln ist die Grösse der Schuld nach Der natürlichen Religion, zu deurtheilen (§17.). In diesem Betracht können wir uns einen vierfachen fitth'cbcrt Zustand gedenken, gu Dem ersten gehören die, weiche um diesem Gesetz ein Genüge zu thun, gar keine cdram haben; zum andern die, welche aliqualem fed non praedominantem; zum dritten, welche praedo* minantem relatiue talem (die grösser ist, als für jede andere Sache); zum vierteu die, welche praedominaritem fimpliciter talem (wozu sie alle Kräfte gebrauchen) anwenden (§.i8.). Hieraus ist die Frage von der Seligkeit der Heiden einzuschrancken, und zu deurtheilen, wie aud) fides interpretanda zu verstehen (Schol.). Ferner ist in einer andern Bettad)^ rung eine dreyfache Verhältnis möglich; wann nämlich ein Mensd) von ei