Mieffsche wöchentlich- WKW Ureigen Mb Kchrichken. Erstes Stück. Dieitstags dm 7ten' Januar. 1*766» Mit Hochfürstl. Hessen - Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. Meine Hochzuchreride Herrn! 6Ach sehe schon zum voraus, daß ich Ihnen heute mit meiner Zuschrift eben so gar willkommen nicht seyn werde. Denn ich weiß, daß Sie ihr erstes Blatt im Jahr immer mit Wünschen für ihre Leser anzufüllen gewohnt sind, und daß sie diese Gewohnheit nicht leicht abschaffen dürfen, wenn Sie nicht von einem jeden derselben wollen verachtet und verspottet werden. Dem ohnerachtet erkühne ich mich doch, Ihnen einen kleinen Aufsatz zuzuschicken. Ich überlasse es ihrem Urtheil, ob er verdient, die Stelle Ihres Neujahrswunsches zu vertretten, und in Ihr heutiges Blatt eingerückt zu werden. Ihr Urtheil mag ausfallen, wie es will; so wünsche ich Ihnen in diesem Jahre fleisige und folgsame Leser, die die schönen Wahrheiten, die Sie in ihren Blattern vortragen, nicht allein mit Aufmerksamkeit lesen, sondern auch in Ausübung bringen, und verharre mit wahrer Hochachtung Ihr « - gehorsamster Phrlarrder. Da sehen unsre Leser, wie es uns geht. Wenn wir meinen, wir hätten einmal eine bequeme Gelegenheit, wo wir ihnen eine überzeugende A Probe 4 Gr'esisthe wöchentlich -gememnützige Anzeigen Probe von unsrer Dankbegierde für ihren Veyfall geben könnten; so wird sie uns vorsetzlich aus der Hand gespielt. Welche Gelegenheit hatte schöner dazu seyn können, als dieser Tag! Wir hatten uns heute so unvergleichlich bey ihnen durch einen ganzen Bogen voll treuer Wünsche für ihr Ganges Leben, für ihre beständige Gesundheit, für ihr Gluck und ihre Zu« siiedenheit von neuem beliebt machen können. Und sie konnten es so gar mit dem völligsten Rechte verlangen, daß wir dieses neue Jahr mit solchen Wünschen angefangen hätten. Aber der böse Brief! Gewis es kränkt uns von ganzer Seele,-daß er uns an der Erfüllung unsrer ersten Pflicht verhindert. Es war ihm Zeit, daß er sich eben auf den heutigen Tag schickte, und daß wir vefmuthen konnten, er würde dem vernünftigen Theil unsrer Leser nicht gar zu sehr misfallen ; wir wurden ihn sonst ganz unfehlbar wieder zurück geschickt, und nach der alten höchst löblichen Gewohnheit unfern Lesern, lieber einen NeuJahr - Wunsch mitgetheilt haben. Unsre Leser werdens uns also gütigst verzeihen, daß wir diesem Briese dismal den Vorzug lassen. Aber sotten wir ihnen dann gar nichts zum NeueuJahr wünschen s Wir wollen alle unsre Wünsche in diesen einzigen aufrichtigen Wunsch zusammen fassen: haß unsre Leser jeden künftigen Tag lhres Lebens ft beschliefen mochten, wie der Verfasser der folgenden Betrachtung das verflossene Jahr beschlossen hat. Betrachtung über mich selbst am Ende des Jahres. Groftr GOtt! Dieses Jahr ist schon wieder verflossen. Ich bin schon wieder ein Jahr der Ewigkeit näher gekommen. Wie schnell fliehen hoch meine Tage dahin! Sie vergehen, ohne daß ichs merke und was das schlimste ist, sie vergehen, ohne daß ich sie zu meiner Gkückseeligkeit und den Absichten meines gütigen Schöpfers, der sie mir bis hieher aus so grofer erbarmungsvoller Langmuth verlängert hat, gemäs anwende. Wenn ich bedenke, wie unendlich viel mein Schöpfer bisher für mich gethan hat , und wenn ich mir vorstelle, wie wenig ich zu feiner Verherlichung beygetragen, uud wie sehr ich den unermüdeten Wirkungen feines Geistes an meiner Seele wiederstrebt habe , wenn ich anitzt alle meine Tage vor wich hinlege und das Verhalten meines GQttes gegen mich, mit meinem Verhalten gegen ihn vergleiche, wiowerde ich vor dem Allwissenden Zeugen meines Verhalten- bestehen! Ich sehe sie alle, diese ^age feiner Huld und feiner Langmuth, ich sche sie alle wie sie da vor mir liegen, mit unendlich vielen Wolthaten bmchntt / ich fthe die Güter, die er mir geschenkt hak, ich sehe die man- ----- iV nigfaltigen und Nächnchttrr. i ttiqfaltigen Gefahren, denen ich unterworfen gewesen bin und die feine gütige Hand von mir abgewendet hat; aber ich sehe keinen von rühmlichen Thaten, keinen von Tugenden, der Ewigkeit würdigen Tugenden, geschmückt. Mein ganzes Leben wird Licht, wenn ich die Güte und Erbar- mung meines GOttes gegen mich, und es wird ganz Finsternis, wenn ich meine Tugenden darin aufsuchen will. Was bleibt mir nun von allen den Thorheiten übrig, die ich bisher begangen habe? Haben sie mirdasVergnü- acn und die Glückseeligkeit gewahrt, dieichmirvon ihnentraumte? O! Wie ruhig könnte ich anitzt seyn, wenn ich alle meine Tage in der Erfüllung meiner Pflichten zugebracht, und meinen gütigen Schöpfer nicht so oft durch meine Ausschweifungen erzürnt hatte! Welch ein qualenvolles Leben ist doch das Leben des Menschen ohne Tugend! Man kann es nicht einmal ein Leben nennen. Es ist weniger als Leben, wenn man nur lebt, um den Unendlichen zu erzürnen. Ach wenn mich der Allmächtige in meinen unbedachtsamen Empörungen gegen ihn ergriffen und mich wie einen Wurm, der unter den Füßen des Wandrers stirbt, zermalmt hatte, wie un* glückseelig würde ich nicht auf ewig gewesen seyn! Und muß ich dieses nicht immer noch befürchten, wenn ich fortfahren wollte, ihn durch meinen Ungehorsam zu beleidigen? Nein dieser Gefahr will ich mich nicht wieder von neuem aussetzen. Ich will gegen die unaussprechliche Geduld meines GOt- tes nicht wieder so undankbar seyn. Ich will mir mein Leben von nun an besser zu Nutze machen. Ich habe meinen GOtt, der so unendlich viel für mich gethan hat, bisher nicht von ganzen Herzen und aus allen Kräften geliebt und gefürchtet. Von nun an aber soll dieses meine allerheiligste Pflicht seyn. Ich will es ihm durch alle meine Handlungen beweisen, daß rch ihn über alles liebe und fürchte. Die Pflichten gegen meinen Fürsten habe ich nicht mit der Strenge erfüllt, womit ich sie hatte erfüllen sollen. Ich war oft nachlässig und untreu in meinem Anit. Ich zog oft angenehme Gesellschaften und Lustbarkeiten meinen wichtigem und nöthigern Verrichtungen vor. Ich will hinführo meinem Fürsten treu dienen. Ich will nicht eher Gesellschaften und Lustbarkeiten besuchen, als bis ich den Pflichten meines Amts ein Genüge gethan habe. Die Ruhe meines Gewissens soll mir lieber seyn, als diese kurzen vorüberrauschenden Ergötzlichkeiten. Ich habe meinen Körper, diesen prächtigen Vau meines Schöpfers, oft durch Un- mäsigkeit im Essen und Trinken geschändet und geschmäht und dadurch selbst meine Vernunft manchmal zu wichtigem Geschäften untüchtig gemacht. Ich will von nun an mäsiger leben, um desto aufgelegter zur Ar Erfüllung 4 Gr'esische wöchentlich- gemeittttgtzige Attzeigm Erfüllung meiner Pflichten zu seyn. In meinen häußlichen Angelegenheit ren war ich bald verschwenderisch, bald geizig. Ich sorgte nicht genug für das Wohl meiner Frau und meiner Kinder. Besonders hätte ich meine Kinder öftrer und nachdrücklicher zum Guten ermuntern sollen. In Zukunft soll gewis kein Tag vergehen, an welchem ich diese Pflichten gegen die Meinigen nicht mit dem vollkommensten Eifer und der treuesten Sorgfalt zu erfüllen suchen werde. Gegen Arme und Nothleidende war ich oft unbarmherzig. Ich nahm Geschenke von ihnen, um andern Unrecht zu thun. Nie, nie will ich diese abscheulichen Laster wieder begehen.- Wie entsetzlich komm ich mir selbst vor bey allen diesen Vergehün- genl Ich war nie ein Menschenfreund. Ich freute mich nicht, wenn es andern wohl gienge. Selbst gegen meine besten Freunde war ich mistrau^ rsch und eigennützig. Ich war ost unzufrieden über die weisen und gehei- men Führungen der Vorsicht. Ich war ungedultig und mürrisch, wenn rch litte, unerträglich hochmüthig, wenn mir das Glücke lachte. Ach mein GOtt und mein HErr, wenn würde ich mit dem Verzeignis meiner Sünden fertig werden! Sie gehen mir über mein Haupt und wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, ob ich es gleich verdient hatte, und nimm in diesen, Jahre deinen Heiligen Geist, der diese göttliche Traurigkeit über meine Sünden in mir gewirkt hat, ach nimm ihn nicht von mir! Schaffe in mir ein reines Herz, ein weises Herz, das dich über alles liebet und fürchtet, das voll von Zuversicht auf deine Gnade, mit Ruhe und Zufriedenheit erfüllt ist, und das seine einzige Freude in der Erfüllung seiner Pflichten suchet. Erbarmungsvoller, gnädiger GOtt, wenn ich wieder in die Sünden zurückfallen sollte, die ich dir anitzt bekenne, ach dann reise dein mächtiger Arm Mich aus der Gefahr, ewig verlohren zu gehen, und sey mein Vatter, der Mir um IEsu willen, meine Schwachheiten vergiebt. Wir haben uns zwar vorhin gestellt, als wenn es uns sehr unangenehm wäre, daß man uns diese Betrachtungen zugeschickt habe. Wir wollen aber unfern Lesern nunmehro ganz offenherzig bekennen, daß sie uns zu keiner gelegenern Zeit hätten mitgetheilt werden können, und daß wir sie mit dem größten Vergnügen in das erste Blatt unsrer Wochenschrift von diesem Jahre gesetzt haben. Sie haben uns nicht allein von der verdrüs- lichen Nothwendigkeit befreyet, den ersten Tag im Jahr mit Menschen zu verschwenden; sondern sie waren auch den ernsthaftem Absichten vollkommen gemas, die wir uns dieses Jahr in unfern Blättern auszuführen vor- < genom- mrb Nachricht^ T gekommen haben. Bedenken Sie es selbst, hochgeschätzteste Leser, was würden alle unsre Wünsche ihnen genutzt haben, wenn sie sich nicht zugleich selbst um die Mittel bekümmert hatten, durch deren Gebrauch nur allein unsre Wünsche für Sie hatten erfüllt werden können? Kein Wunsch, dej^ sen Erfüllung in Ansehung unsrer möglich ist, wird ohne unser Zuthun erfüllt. Was würde es zum Beyspiel geholfen haben, wenn wir ihnen auch tausendmal ein langes Leben und eine beständige Gesundheit gewünscht hätten, und sie hätten sich täglich dem abscheulichen Laster der Trunkenheit ergeben wollen? Eben so würde der Wunsch für ihr beständiges Vergnügen und für ihre dauerhafte Glückseligkeit vergebens gewesen seyn, wenn sie sich täglich in allen Lastern herum gewelzt und ihr Gewissen damit befleckt hätten. Der einzige Nutzen, den sie vielleicht hätten haben können, wurde allenfalls darin bestanden haben, daß wir unfern Lesern dadurch einen neuen Beweis von unsrer Dankbarkeit und unserm Eifer, ihnen zu gefallen, würderr gegeben haben. Allein wir sind so kühn und hoffen, daß sie davon schon hinglänglich genug werden überzeugt seyn. Wir lassen es übrigens an seinen Ort gestellt seyn, ob der Verfasser der vorhergehenden Betrachtung dieses alles mag eingesehen haben. So viel aber glauben wir für ge- wis, daß er uns dadurch hat lehren wollen, es sey besser, wenn man die vielen Wünsche, die theils übertrieben, theils ohne Aufrichtigkeit und seht oft ohne Gedanken und mit schmeichlerischen Eomplimenten hergesagt werden, abschafte, und an deren statt demjenigen, dessen Wohl uns am Her» zen liegt, am NeuJahrs Tage die besten Mittel und Wege zeigte, wodurch er am bequemsten seine Wünsche erhalten könne. Seine Betrachtung ist wenigstens so lehrreich eingerichtet, daß wir die vollkommenste Glückseligkeit und das reinste Vergnügen geniesen würden, wenn wir in diesem Jahr eben dieselbe Vorsätze ausführken, die er sich auszuführen vorgenommen hat. . Allein diese Betrachtung haben wir auch aus diesem Grund mit Vergnügen an die Stirne unsrer dißjährigen Blätter gesetzt, weil sie mit dem Endzweck so genau übereinkommt, den wir in diesem Jahr durch unsre Bemühungen zu erhalten gedenken. Mr haben uns vorgenommen, unfte Leser in diesen! Jahr sehr oft an den weiten Umfang ihrer Pflichten die sie nicht allein als Christen, sondern auch als treue Unterthanen zu erfüllen haben, zu erinnern. Die Ausbreitung der wahren Religion, nicht der eingebildeten, wodurch fo viele Menschen, die sich schmeicheln, daß sie fromm wä- A - ren 6 Gftsssche wZchmtkr'ch^ gLmeinnuylge Anzeigen mi? verlohren gehen, wird unser vornehmstes Geschäfte und zugleich der würdigste Gegenstand unsrer Betrachtungen seyn. Wir werden die vielen Vormtheile in derselben, den Aberglauben mib andre schädliche Meynun- gen zu bekämpfen und auszurotten suchen ? welche vielleicht die alierstärksten Hindernisse und die wichtigsten Ursachen sind, daß die göttlichen Lehren un- ft er heiligsten Religion in unfern Gegenden so geringe geachtet werden und Tugend und Rechtschaffenheit so selten unter uns sind. Hiernächst werden wir es uns angelegen seyn lassen, die Sitten unserer Mitbürger sanfter zu machen und vernünftige Vorschläge zu Verbesserung derselben anzugeben. Da wir nunmehro wißen, daß auch Frauenzimmer unsre Blätter zu lesen würdigen, so werden wir uns nicht selten mit rhnen von Sachen unterhalten, die ihrer ganzen Aufmerksamkeit würdig seyn und einen sehr grosen Einstuß in ihre Glückseligkeit haben werden. Man hat uns ersucht, die gegenwärtige Schrift in eine ganz moralische Wochenschrift zü verwandeln und alle andre theils in die Jurisprudenz, theils in die Deconomie und in die übrigen Theile der Gelehrsam- keit cinschlagende Ausarbeitungen und alle Nachrichten von durchreisenden, von Getauften, Copulirten und Verstorbenen, von dem Preiße der Lebensmittel und dergleichen aus derselben zu verbannen. Es ist wahr, eine solche Schrift wäre in unfern Gegenden, sehr nützlich und noch- wendig. Allein wir müssen gestehen, daß wir gegenwärtig zu einer solchen Arbeit noch zu wenig Muße haben. Und es wäre noch die Frage, ob man in Giessen, wo die Begierde, moralische Bücher zur Bildung des Herzens zu lesen, vielleicht erst zu den Zeiten unsrer Ur-Ur- Enkel wird Mode seyn, ob man, sage ich, in Giessen einen Verleger zu einer solchen Schrift würde finden können. Der Verleger würde immer viel wagen, und wenn er auch Steeles und Addifonsju Autoren hätte. Wir lassen also unser Wochenblatt dieses Jahr noch immer bcy eben der Einrichtung, wie es bisher gewesen ist, nur daß die Wahl der moralischen Wahrheiten, die wir abhandeln werden, sich etwas mehr auf das Herz, auf die Sitten und die Religion unsrer Leser erstrecken wird. Daß wir die Deconomie und die übrigen Anzeigen und Nachrichten bcybehalten haben geschieht deswegen, weil wir gemeinnützig seyn wollen. Dem einen gefällt dieses, dem andern jenes. Wem die Verbindung der moralischen mit den öconomischen Abhandlungen ungereimt vorkommt, der bedenkt Nicht, daß die guten Grundsätze der Oeconomie in unfern Gegenden eben so sehr ver- : i; dienen rrnd Nachrichten, i dienen bekannt gemacht zu werden, als die Grundsätze der Maral jene rnAbsicht auf die Verbesserung unsrer auserliche» Umstände, und dreft in Absicht aufdieVei- besserung unsrer innerlichen Mangel, und wer die übrigen Nachrichten aus unn'ein Wochenblatt ausgemerzt wissen will, der weis die Bedeutung des Ettels noch nicht- den wir demselben voran gesetzt haben. Kurz wir wünschen, daß man uns immer nach unfern Absichten bcurthetlen möge. . Noch etwas müssen wir erinnern. Wer unsknustighin nut seinen Beykta-- aen beehren will, muß sich folgendes merken. Seine Aussätze müssen unfern Lesern Nutzen und Vergnügen bringen, das ist, sie müssen lehrreich und rn einer angenehmen, nicht trocknen und verdrüsliclxn, Schreibart abgesaßt ftyrr, uns ihr ^nnhakt muß einen jeden interessrrcn. Es müssen keine beleidigende Satyreu scyn, die ans einem PrivatHasi oder aus der niederträchtigen Begierde, euren drstten verächtlich zu machen und ihn dem Spott der Welt auszuscheu, herfüeseu. Wir erinnern drefes nrcht vergebens. Man hat uns im vorigen Jahre trtclc der- gleichen Aufsätze zugefchickt, die wir anfänglich für ganz erlaubte Satyren und für nützliche Einfälle ansahen, und ihnen aus diesem Gesichtspunkt eine; stelle rn unfern Blattern einräumten. Allein wir haben hernach zu unferm größten Verdruß erfahren müssen daß viele unter unfern Lesern sehr nusvergnugt darüber gewesen sind und uns selbst für die Urheber solcher Berleuurduugen und Uuwarhenen gehalten haben. So sehr es uns immer erfreuen wird, wenn man uns gründliche, nützliche urrd angenehme Ausarbeitungen, die zur bessern Aufnahme unserer Blätter^ etwas beytragen /zuschicken wird; so gleichgültig werde» wir hmfuhro gegen alle diejenige feyn, von denen wir nur mit einiger Wahrscheinlichkeit das verdrüßliche Gegentherl befürchten müsse». Unsre Blätter sind dieses Jahr für lauter wichtige und nützliche Wahrheiten bestimmt, von denen wir nut einiger Hoft nung auf den Beyfall unsrer vernülssrigcn hefte schliefen. Äcademifche Nachricht. ' Das zu Anhörung der vom Herrm D. Bechtold gehaltenen AntritsRebe gefertigte Programm« des zeitigen R-ectoris Magnifici Herrn v. Kochs, enthalt cx»- men norme in computattone gradwim canonici inacntac rcgulac. 14nb ist wider den Hrn. Hofr. Böhmer in Göttingen gerichtet.. Ist 2 Bogen stark. Mit dem angetrettcnen Neuen Jahre legte Herr Hofrath D. Ich. Christoph T.od), das im vorigen Jahre geführte Rectorat ab, und übertrug diese hoheWur- de mit den gewöhnlichen Sokennitaten Herrn D. Georrs Lndwkg 2llcfekd, der Arzney Gelahttheit öffentliche» mdentlichen Lehrer auf der hiesigen Äcaderme. Etwas für die Liebhaber yer Zergliederttngskmrst. Die am giten Dec. 1765. aklhier enthauptete Kindermörderin ist in das hiesige ibeatram anaromicum gebracht worde», zu deren Zergliederung alle Liebhaber der Anatomie eingeladen werden, , Am s Giesifche wöchentlich- gemer'ttttötzige Attzer'Zm Arertiflemenc, Nachdeme das frey adelich Rodenhausifche RitterGuth zu Daubringen, Oberamts Gicsen, bestehend in einer grossen adelichenWohnung, HofHaus, 3 Scheuern, 2 Pferd-und zwey Ochsen-und Küh-Stäüen, Schaaf- und Schwein-Stallen, Drau-und BackHaus, sodann rrg Morgen i Viert!. 68 Ruth. Ackerland, 30 Morgen Wiesenwachö, und gegen 4 Morgen Obst-und GemüßGarten, nebst der Schaferey und nöthigem Brennholz, ferner auf 6. 9. oder 12. Jahre, von Petri Tag dieses i/LLsten Jahrs anfangend, verlehnt werden soll; So wird dieses zu dem Ende jedermänmglich bekannt gemacht, damit wer zu diesem Bestand Lüsten hat, auf Donnerstag den 2Zten Januarii gedachten 1766^0 Jahrs, in der adelichen Wohnung zu Danbringen sich alsdann einfindcn, und die nöthige und erforderliche Conditiones abwarten könne und möge. Signat. Giessen den 2iten De- cembr. 1765. Gebühren und xfetaufr. Am 25 Deccmbr. Johann Henrich Asmus, Johann Ludwig Christoph Fabers, Burgers und Beckermeisters allhier, Söhnlein. Am 26 Decembr. Johannekta Margarecha, Philipps Henrich Caterern, Bürgers und Knopfmachers Töchterlein. Am 27 Dec. Joh. Jacob, Jacob Bergers, Bürgers und SeilerMeisters, Söhnlein. Sedem. Sufanna Catharina, Johann Georg Königs, Bürgers und Schuhmacher Meisters, Töchterlein. Verdorbene. Am 19 Decembr. Johann Georg Höfeld, Burger, Cramer und Honigkuchen Becker allhier. Am 24 Decembr. Johannes Frank, Bürger und SchnciderMeister allhier. In denen nunmehro verflossenen i^ztenJahr, sind durch göttlichen Segen, von Jhro Hochfürstl. Durch!., Hochlöbl. Universität, löbl. Regiment und Guarni- son, sodann von löbl. Magistrat, wie auch aus denen wöchentlichen Büchsen, und von gutherzigen Christen, bey dahiesiger ArmenCasse eingekommen 768 fl. 26 alb. Davon sind ausgegebcn worden an die hiesigen Stadtarmen 732 fl. 16 alb. An fremde und reisende - - - ♦ 59 ff. 12 alb. In der Kirch und auf dem Rathhauß sind an gestifteten Allmofen ausgegeben worden - - - - 95« fl. 20 alb. Summa aller Ausgaben an die Armen - 1750 fl. 18 alb. Copulirte bey der StadtKirche 18 paar Bey der Burgkirche 20 paar Gebohren u. getauft bey der Stadtkirche, worunter 4 unehliche - 121 Dey der Burg-Kirche worunter 5 unehliche - $ 59 Verstorbene bey der Stadkirche 71 bey der VurgKirche 32 Sind also in diesem Jahr mehr gebohren als gestorben » 77 Commnnicauten in derStadtKirche worunter 123 Confirmanten f 2866 bey der BurgKirche - 1881