wöchentlich- gmeinnüMe KiMtgen mö WWU Neun und Dreißigstes Stück. Dienstags den Mtcn Sept- 1765. Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. R. . . . den 29. Julius 1765. Hochgeehrteste Herrn! E^Mein Schwager der Herr Eurr'rlnus Altlr'eb hat mir das Glück, das er in feinem neuen Ehstand durch ihre Vermittelung genießt, so reizend beschrieben, daß ich die Grösse des Uebels, welches ich in der Ehe mit einem Thoren erleide, jezzo doppelt empfinde. Hätten Sie dann Ihre geheime Geschichte nicht ein wenig eher herausgeben können? Wenn es nur vor einigen Jahren noch geschehen wäre, so würden Sie mich gewis einem Unglück entrissen haben, worein mich blos die abergläubische Meynung meiner Mutter, daß die Ehen im Himmel geschlossen würden/ gestürzt hat. Ich will Ihnen meinen Mann, und den Zufall, durch welchen ich ihm meine Hand zu geben genöthigt worden bin, kürzlich beschreiben. Ur- theilen Sie dann selbst, ob ich nicht alles Mitleiden verdiene.' Ich war ein Madgen das einen unvergleichlichen Vater und eine recht gute Mutter hat. Die Feinde sagen zwar der letzteren nach, daß sie eine andre Xantip- pe sey, ja sie sind so boshaft, diesen Namen auch so gar ihren Schwestern bemlegen und ihn zu einem GeschlechtsNamen zu machen. Sie wissen Qq aber ZS6 GiesisihL gemekttttZtzkse Attzeigen Mr, meine Herrn, wie wenig auf die üble Nachreden zu gehen ist. Wenn Mine Mutter noch einen Fehler an sich hat, so ist es blos dieser: daß sie ein wenig abergläubisch ist, und beynahe den ganzen Tag mit den Mägden zankt» Dies sind aber nur bloss Gewohnl-eiten. Viel Vermögen haben meine Eltern nicht. Es ist bekannt, daß die DorsPsamyen in der Pfalz manchmal zum Erbarmen schlecht find. Mein Vater hak das Unglück gehabt, auf eine solche Stelle gesetzt zu werden , wo er kaum sein Auskommen hatte, und mithin unmöglich grose Reichthümer sammlen konnte. Er rhate aber doch alles, um ein Frauenzimmer von Stande aus mir zu bilden. Ich wurde zu meiner.Tante nach P . . , einem kleinen Städtgen, rvo man alle gross und vornehme Moden nachahmt, geschickt. Hier lernte ich, wie man in Gesellschaften artig rhut, wie man.über diese und jenePer- ßomn urtheilt, wie man diese Urtheile in andern Gesellschaften erzählt, und ß erzählt, daß fie Beyfaü erlangen, kurz, ich nahm alle-die Eigenschaften an, die man von einem galanten Frauenzimmer fordert. Ich wurde noch rwllkommner. Die Franzosen hatten einige Jahre nach einander Winterquartiers m P... Man hielte mir einen Tanzmeister, und ich genoß täglich des artigen Umgangs einiger Französischen -Officiers. Sie sagten wir immer so viele LobesErhebungen und so viele Schmeicheleyen vor, daß Kh sie noch nicht vergessen kann, die artigen Leute. Der allerliebste Marquis! o hätten Sie ihn doch gekannt, meine Herrn. Er würde Ihnen gewis gefallen haben. Genug, ich wurde sehr bald von meiner Tante für geschickt gehalten, die Rolle eines ModeFrauenzimmers zu spielen, und da ich auch selbsten anfieng, meine Gröse zu fühlen, so kehrte ich wieder zu weinen Ettern zurück. Ich hoffte von Tag zu Tag, daß meiner Artigkeit wegen eine Menge Manns-Personen und zum wenigsten Amtmänner um mich werben lassen würden. Meine Hosnung wurde aber immer schwächer und meine Eltern selbst fiengen endlich an zu zweifeln, ob sie meiner los werden würden. Da fast alle Hosnung verlohren war, kam die schwere Maschie- m meines jetzigen Ehemanns und trug meinen Eltern seine Liebe vor. Er- kauben Sie mir, daß ich Ihnen die Ausdrücke, die er brauchte bekannt mache. „ Theuerster und bis zu meiner Gruft liebwerthester Herr Amts- r, Kruder, sagte er als Conreetor zu meinem Vater, nachdem er seine ho- ft he rauchlederne Absätze zusammengeschkagen hatte, " es hat, wieJH- „ nen und jedermänniglichen zur vollkommnen Genüge bekannt ist, dem # kieben allmächtigen GOtt, dem HErrn über Leben und Tod gefallen, ss, w im Leben werth gehabte und bis an ihr fettiges Ende von mir kind- mrö VLachrichkett. Ach „ lich geliebte Mutter aus dieser zeitlichen Mühseligkeit in diefroheEwig- „ leit abzufordew. Dieses unverhoffte Ableben meiner wohlseligen Mut- M ter nöthiget, die zurückgekommene goldene Zeit, ich meine, der kostbare „ und edle Friede reizet mich, und selbst meine häusliche Umstünde erfort „ dern es , daß ich mich in den Stand der heiligen Ehe begebe. Ich weis, „ daß mein hochzuverehrender Herr AmtsVruder allzu groftn AntheiL au ff meinem trauervollen Verlust und überhaupt an meinen anderweitigen „ Umstanden nchmen, als daß mir Dieselben eine Bitte abschlagen soll- „ tcn, die mir Dieselben so leicht gewahren können, und deren Gewäh- „ rung anitzt mein einziger Wunsch ist,I und dereinst meine größte Glücksee- „ ligkeit auf dieser Welt seyn wird. Mein Herz, " (hier rückte der dicke Pedant seine Perücke in -Ordnung, die durch die gewaltige und tiefe Complimente unt) durch das aüzu öftere Kopfschütteln nur noch die eine Seite seines grauen Haupts bedeckte. ) „ Mein Herz, fuhr er fort, em- „ pfindet schon seit geraumer Zeit eine heftige Neigung zu Deroselben theu- „ ersten und hochgeschätztesten Jungfer Tochter. Ein unauslöschliches „ Feuer rollt durch meine Adern, und alle meine Philosophie ist nicht im „ Stande, seine Flammen zu dampfen. Halten Sie demnach meine Per- „ son nicht gänzlich unwürdig, Deroselben liebenswürdigste Jungfer Toch- „ ter und ihr unvergleichliches Herz zu besitzen; so werden mich Dieselben „ zeitlebens glücklich machen, wenn mir Dieselben gütigst erlauben, mich „ mit derselben ehelich zu verbinden. „ Hätten Sie wohl, meine Herrn, bey dem Anfänge dieser Chrie vermuthet, daß sie sich mit einem Heyraths- Antrage endigen würde? Es geschah aber gegen alle Vermuthung. Man machte dem Herrn Frey^ einige gleich steife Complimenten, und bat sich, wie gewöhnlich, Bedenkzeit aus. Ich wurde um meine Gesinnung befragt. Was konnte ich anders antworten, als daß ich keine Person zum Manne haben wollte, die von der ganzen vernünftigen Welt als ein Pedant angesehen wurde, und die mir oft selbst zum Gelächter gedienet hatte. Allein meine Entschuldigungen halfen mich nichts. Man sagte mir, daß diese Ehe im Himmel geschloffen wäre, und ich stünde meinem Glücke blindlings im Wege, wenn ich ihm nicht meine Hand gäbe. Wozu entschließt man sich nicht, wenn uns die Eltern zureden? Ich versprach mich mit ihm. Aber kaum war dieses geschehen, so wurde mir seine eckelhafte und unangenehme Aufführung noch kenntlicher. So pedantisch beredt er sonst auch ist, so wenig konnte er mir seine Liebe ordentlich erklären. Er sprach immer von Augen, die wie Sonnen-Stralm sein wächsernes Herz Qq r zer- 363 Giesifche wöchmtlich * gmerttttStzigL Anzeigen -ttschmetzen, und wenn er recht zärtlich war; so schlug er seine Absäzze zusammen, stellte sich hinter mich und trummelte mit seinen Zeigefingern auf meinem frisirten Kopf. Stellen Sie sich vor, was für Gedanken ich mir damals von meiner zukünftigen Ehe muß gemacht haben. Noch einen Vorfall muß ich Ihnen erzählen, woraus Sie ihn noch auf einer andern Seite kennen lernen. Ich besuchte ihn einmal als Braut mit meinen Eltern. Wir trafen ihn sehr beschäftigt an. Er hatte uns -um Essen eingekaden, und zu diesem Gastmahl ein Spanferkel geschlachtet, das er selbst in seiner Wohnstube ausnahm. Er empfieng uns auf der Treppe im Schlafrock, in einer Perücke so gros wie eine Wolke, und wie ein Metzger, mit dem Messer im Munde. Seine Bewillkommungs- Complimenten können Sie sich leicht vorstellen. Sie waren erz-pedantisch. Seine Magd, die, glaube ich, anitzt die schmutzigste in der Welt seyn mag, kochte einen Coffee und mein Verlobter reinigte immittelst die Tassen in dem Wasser, worinn er das Spanferkel abgeschwenkt hatte. Hätten Sie nicht mit trinken mögen, meine Herrn? Ich mußte ihn endlich meines Widerstrebens ungeachtet wirklich heyrathen. Und anitzt ist er als Mann noch ein eben sogroser Thor, als er ehedem war, und noch eben so galant in seiner Aufführung, als er bey dem Besuch war, den ich mit meinen Eltern bey ihm ablegte. Alle Vorstellungen helfen nichts bey ihm. Er ist einmal ein Thor, und als ein Thor will er sterben. Ich bin inzwischen allen Spöttereien ausgesetzt, und man lacht anitzt eben so sehr über mich > als ich ehedem selbst über ihn gelacht habe. So oft Gesellschaft zu ihm kommt; so oft spricht er in lauter Chrien mit ihr, und überhaupt beträgt er sich als ein ungeschliffener Pedant. O daß doch die Eltern ihre Kinder nicht nach ihren eigenen Neigungen heyrathen lassen. Glauben Sie mir, meine Herrn, es würde nicht so viele unglückseelige Ehen in der Welt geben, wenn man den Kindern selbst die Wahl derjenigen Personen über lies, mit denen sie zeitlebens in dem genauesten Bündnis leben sollen. Ich würde gewis nicht so unglücklich seyn, als ich es würklich bin, wenn man mir selbst diese Wahl vergönnt hätte. Wie soll ich mir nun helfen? Stehen Sie mir mit Ihrem guten Rath bey, meine Henn. Ich bitte Sie so sehr darum, als man nur bitten kann und bin Ihre aufrichtige Dienerin Helena Aphchonr'am'lj/ gebohrne Areigm. n Gelehr- rmd Nachrichten. zo- Gelehrte Anzeige. Es ist nunmehro durch archivalische Nachrichten zuverlässig gewiß, baß die Bambergische peinliche Halsgerichts - Ordnung nicht, wie alle Gekehrten bisher davor gehalten haben, allererst im Jahr ifos. publiciret, und in selbigem Jahr zuerst bey Schössern zu Mainz gedruckt worden, sondern selbige ist im Jahr 1707. publicirt und in dem nehmlichen Jahr zu Bamberg von Hannsen Pfeyll gedruckt. Ein Exemplar davon findet sich in dem Hochfürstl. Archiv zu Bamberg, und ist ganz ausserordentlich rar. Solte sich in hiesigen Gegenden nicht auch ein Exemplar davon finden r Ich ersuche alle Liebhaber und Beförderer der Wissenschaften, daß sie ihre alte Raritäten, welche man oft unverdienter Weise verachtet, durchzusehen, und, falls sich obgedachte Edition darunter vorfinden solte, mir geneigte Nachricht davon zu erkheilen belieben mögen. Die mir aus dem Hochfürstl. Bambergischen Archiv auf gnädigsten Befehl Sr. Hochfürstl. Gnaden zu- gekommene weitere Nachrichten, werde nächstens bekannt machen. Dr. 2x0cb. Beiläufige Beantwortung der aufgegebenen Frage: Ob ctrt Unterschied zwischen einem schlechten und schlimmer» Haushalter sey, und worin derselbe bestehet Im gemeinen Leben pfiegek man denjenigen einen schlechten Haushalt ker zu nennen, welcher seinem eigenen Vermögen, oder den ihm zu verwalten anvertrauten Sachen nicht vorzustehen weiß. Es fehlet daher einem solchen an Wissenschaft, Ueberlegung oder Erfahrung, wie mit Einkünften und Güter umzugehen ist, und wie diese zu erhalten und zu vermehren sind. Aus Unverstand geschiehst es also, daß er in Absicht auf dieAusgaben unrichtig rechnet und zu weit gehet, bey einem vorhabenden Wercke keinen gehörigen Ueberschlag macht, das, was er unternimmt, unrecht anfangt oder übel einrichtet, Sachen nicht so nutzet, wie er könnte und sollte, und Güter, die zu verbessern sind, nicht verbessert, viel auf entbehrliche Dinge verwendet, oder unnöthige Kosten verursachet, ohne Noth Schulden macht, und solchergestalt das Vermögen schwächet oder erschöpfet. Denjenigen, welcher alles dieses oder eines oder das andere davon mit Fleiß, oder aus einer allzugroffen Sorglosigkeit, die dem Vorsatze nicht unähnlich ist, thut, oder der einem Vermögen nicht wohl vorstehen will, heiset man gemeiniglich eine» schlimmem Haushalrer. Vorsetzlich Hausen Qq i wohl ?rs Gresische wöchentlich -gemeinnötzige Anzeigen wohl nicht gar viele so arg in Ansehung ihres eigenen Vermögens: Allem es giebt mehrere, die aus einer unverantwortlichen Nachlästigkeit mit dem Ihrigen so übel zu wirthschaften pflegen. Eben eine solche Nachlässigkeit aussert sich manchmal bey der Verwaltung der Einkünfte oder Güter eines andern oder einer Gemeine. Stehet aber diesen jemand seines Vorteils halber mit Fleiß übel vor; so wird er insonderheit ein schlimmer, sonst auch ein ungerechter Haushalter genennet. Hieraus lasset sich gewissermassen der Unterschied zwischen einem schlechten und schlimmen Haushalter erkennen. Derselbe wird aber durch Bey- spiele, welche die vorgebrachte Sätze erläutern, begreiflcher gemacht. Einer, der unüberlegter Werse nach seiner Einnahme, die sich auf dreytausend Thaler beläuft, bey seinem Aufwande nicht richtig rechnet, und jährlich gegen vierhundert Thaler mehr ausgiebt, ist ein schlechter Haushalter, eben so wohl, als derjenige, welcher bey einem Gebäude, das er will aufführen lassen, aus Mangel der Einsicht nicht gehörig überschlägt, was es kosten mag, und an statt fünftausend Gulden, die er dazu gewidmet hatte, hernach über zehntausend Gulden zu der Verfertigung desselben anwenden muß. Einer aber, der mit Vorbedacht in seiner abzulegenden Rechnung von einem Jahre dreyhundert Gulden für Papier ansetzet, zu dessen Anschaffung er in der That kaum funzig Gulden gebraucht hat, und sonst in die Ausgabe zu viel bringt, ist so wohl ein schlimmer Haushalter, als derjenige, welcher bey einem Baue, darüber er die Aufsicht hat, vorher mit Fleiß einen unrechten oder hohen Überschlag macht, damit er nachher desto mehr vor Baukosten anschreiben, und einen grossem Vortheil unter der Hand für sich ziehen kann. Wenn einer aus Unbedachtsamkeit einen Unverständigen zum Aufseher über eine gewisse Sache macht: Wenn ein anderer, der einem Walde vorgesetzt ist und sich auf die wilde Baumzucht nicht verstehet, einen Strich Landes mit Eicheln besäet, weil Eichbäume darauf gestanden haben, ungeachtet sie vorher daselbst übel fortgekommen, oder an den Aesten abgestorben, oder ganz verdorret sind; oder wenn er Bucheckern dahin säet, wo Elchen vorher wegen des untauglichen Bodens ihren Untergang gefunden haben : Wenn ein dritter einen Wasserbau unternimmt, ohne daß er oder Diejenigen, welche dabey gebraucht werden, die dazu erforderliche Wissen- Erfahrung haben , und derselbe darnach so ausgeführet wird, daß es damit nicht lange Bestand hat, und künftig daran mit grossem Schaden immer >■ ttttd Nächrr'chkert, ixt immer zu ändern und auszubeffem ist; so fängt ein jeder die Sache unrecht M, und ist für einen schlechten Haushalter anzusehen. Wofern es aber einer mit Fleiß so einrichtet, daß ein Unverständiger zum Verwalter bestellet wird, und darunter seinen Vortheil sucht: Oder wofern einer es aus Gewinnsucht mit einem Baue oder Wercke, dessen Besorgung ihm übertragen ist, unrecht anfängt, und geschehen läßt, daß betrügerische Handwercksleute wegen der Geschencke und Vortheilen, die sie ihm zuflieffen lassen, die Arbeit unfleisig verrichten und untüchtig ma- chen, und er noch dazu das Seinige beyträgt, baß sie davor wohl bezahle' werden; so ist der eine und der andere vor einen schlimmen Haushälter zu achten. Wer an Orten, wo das Holz nicht wohlfeil ist, einen Wald hat, und aus Unachtsamkeit die Stöcke der abgehauenen Stamme, und die halb und ganz verdorreten Bäume, daraus er zum nöthigen Vehufe viel Geld lösen'könnte, nicht zu rechter Zeit ausmachen, sondern in Menge stehen läßt, bis das Holz daran verstocket oder erstorben ist, und durch Diebstahl einen merckiichen Abgang gelitten hat; auch viele von Holzentblösete Flecken,und grosse öde Strecken Landes, die zum Walde gehören, nicht mit Holzfaa* men besäet; sondern wüst liegen läßt; folglich den Wald nicht so nutzet,^ als er könnte und sollte: Wer überdas aus Unbesonnenheit seine nasse und sumpfigte Wiesen, welche ohne viele Kosten und mit grossem Nutzen ver- bessrt werden könnten, nicht verbessert; dem gebühret der Nähme eines schlechten Haushalters. Wer aber aus Eigennutz in dem ihm anvertrauten Walde mit dem Holze nicht gewissenhaft, noch forstmäsig umgehet, und die nach Umständen so nöthige Holzanpflanzung aus einer allzugrossenSorglosigkeit zum Schaden derNachkommen unterläßt, auch Güter, die besser zu nutzen sind, aus einer unverantwortlichen Nachlässigkeit in keinen bessern Stand sitzet, der verdienet Den Namen eines schlimmen Haushalters. Unter die Zahl der schlechten Haushalter gehöret auch gewiß derjenige, welcher da er nur so viel hat, daß er die Ausgaben, die der nöthige Unterhalt, die Bequem, rickkeit und der Wohlstand erfordern, bestreiten kann, aufDinge, bie zur Lust und rum Staate dienen, als auf überflüssiges und köstliches Essen und Trincken, auf «naenehmeVeranderuugen, auf herrliche Auszierungen eines Hauses, auf schone Kleidungen, oder auf andere kostbare und entbehrliche Sachen ohne nach zu denken, fo viel verwendet, daß ihm die Mittel zu Bewerckstelligung nothwcndiger Dinge abgehen, und er dabey Schulden machen uurß. „ , Heraegen ist derjenige ohne Zweifel ein schlimmer Haushalter, welcher bey feiner Verwaltung mit Anwendung der Kosten zu «vthwendigen Dingen wohlbe- zir Gksische wöchentlich« gemeinnützige Anzeige» dächtlich zurück hält, aber fernes Vergnügens oder Vortheils halber unnöthige Un- kosten zu verursachen kein Bedencken tragt, als zum Exempel, wenn er nebst andern wegen Beaugenscheinigung einer Sache, die sechs Gulden betrifft, zehen Tha- lec verzehret, oder wenn er bey angestellten Besichtigungen äusser dem Orte die Kosten firr Kutsche, Pferde, Essen und Trincken, auch sonst bey irgend einer Gelegenheit den Aufgang an Wein nicht scheuet, oder wenn er kein Geld sparet, ein Haus von innen und von aussen aufs kosibareste zurechte machen zu lassen, ob er sich gleich bewustist, daß er nöchige Dinge ins Merck zu richten habe, und daß Schulden vorhanden unb zu machen sind. Ein Mehrers zu Beantwortung der vorgelegten Frage, die allenfalls genauer und ausführlicher hatte erörtert werden können, beyzubringen, möchte- überflüssig gewesen seyn. Ein- und Buspaßirende vom 14. bis den 20. Sept. 1765. Wallchor 14. Sept, ein Braunfchw. DragonerQuartiermeister,Hr.Meitz,paß. durch. Selzerchor den 14. Hr. Major v. WesierhagenundHr.Capitain Fuchs, vomHeft sischen Leib-Regiment, paßiren durch. Wallchor den 15. Herr Major v. Buseck vom LandBataillon, log.beym Herr Re- gierungsRath von Zang» Neustadterchor 16. Hr. HofCammerRath Frenzdorf und Herr v. Berlin, paß. durch. Wallchor 17. Herr Obrist Marschall von Schenck, von Hanau, paß. durch. Herr Fernhaber und Hr. Baron v. Cronstern, logiren im Einhorn. Wallchor 1 ß. auf dem Cass.Post. ein Student und eine Weibsperson, paß. durch. Selzerchor 18. ein Hannöverisch. Eapit. Hr. v. Oltershausen, vom Regim. Otten, paß. durch, i ChurPfaltz. Lieut. von der LeibGarde zu Fus, Herr v. Buseck, logirt im Einhorn. Wallchor 20. auf dem Cass. Postw. 4 Kaufleuthe aus Cassel, paß. durch. Gebohren und gerauft. Am 8 Sept. Joh. Philipp, Joh. Wolf,Bürgers und SchneiderMeisters, Söhnlein, lodcm. Johann Melchior, Georg Balthasar Stohr, Bürgers und WottenTuch- machers Söhnlein. Am 9. Sept. Catharina Sophia, Herrn Nicolans Hopfners, des XVI. Ratks Mitgliedes, Töchterlein. 9 Am lo.Sept. Altton Henning, Joh. Anton Müllers, Bürgers allhier, Söhnlein, »od. Christ. Jacob, Joh. Georg Kleins, Bürgers u. SchneiderMeisters, Söhnlein. Verstorben. Am 12. Sept. Frau Margaretha, Herrn Philipps Balthasar Vetzberaers, des XVI. Rath Mitgliedes allhier, eheliche Hausfrau. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krieger, UniversitatsDuchhandlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gogen 1 Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Bögen werden für 4 fr. ausgegr- ben. Man wird auch den Herrn Pranunzeranten mit denen schon herausgekommenen Stucken dienen.