wöchentlich Oecsn-mische Nachricht. :A'v Bnef eines spanischer, Edelmanns an Herrn Peter LEnson, Mitglied der königlichen Gesellschaft zu Landen/ drt spanische Schafzucht betreffend. aiebt in Spanien zweyerley Arten von Schafen. Einige haben \ qrobe Wolle, nemlich die, welche beständig an einem Orte blei* y ben, und im Winter alle Abend eingesperret werden; die andern aber haben eine ganz feine Wolle. Diese bleiben beständig auf den ebenen Geldern, und werden alle Sommer von den nordischen Geburgen von Spanien , in die Ebenen von Andalusien, Mancha und Estremadura getrieben, Da sie den ganzen Winter über weiden. Von dieser letzten Gattung hat man in Spanien bey fünf Millionen, und man hat ausgerechnet, daß die Wolle von einem jeden derselben jährlich 14 Realen, Deren einer nach stan- rösischem Gelde ohngefehr 10 Sols ausmacht, abwirft. Hiervon bekömmt der Eigenthümer einen Theil, der König einen, und der dritte wird zu Bestreitung der Weiden, Zehntens, Lohn des Hirten / Hunden, Salzes, des Weges rc. angewendet. u G a Man Dienstags den rzten Julir 1765. Mtt Hochfürstl. Hessen-Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis. 2-4 Mesisthe wöchentliche gemeittttStzrge Anzeigen Man sichet also, daß fünf Millionen solcher Schaft sechzig Millionen erbringen, davon ein Drittel dem Eigenthumer und eines dem Künia gehöret, das dritte aber zum gemeinen Vesten verwendet wird Die * auch dieseHecrden deswegen in ihren Verordnun- gen/ das köstlichste Klernod ihrer Krone. Vor diesem gehörte dieses Kleinod eigentlich zur Krone, indem die Komge dre emzrge Eigenthumer der Heerden waren/ daher es dann kömmt, daß man noch jo viele Verordnungen/ Strafgesetze/ und ertheilte Freyhei- ten aufweiset/ dre unter verschiedenen Regierungen der Heerden wegen geqe- ben sind. Man hat ern besonderes Gericht/ unter dem Namen Rath der Herren des Königes, errichtet. Diests hat man noch bis auf diese Stun- König kein einziges Schaf als eigetithümlr'ch besitzt. Die Irinnen sich das Königreich zuweilen befunden, hat die Königege- nöthiget, l'iese grose Heerde der Krone, wie auch derselben ertheilten Frey- Herten, welche i7zi. unter dem Titel: Gesetze der Römal. Schäft- reren, zusammen getragen und publicirt worden, zu veräusern. hilipö I. und der Aufwand, welchen selbige verursachet, Schaft an den Marquis von Jturbieta zu vcrkausen, dieses war dre einzige Heerde, welche der Krone noch gehörte. Eine jede Heerde bestehet aus 10000 Schafen, deren jede wiederum m/o Hamen eingetheilet ist. Diese ganze Heerde ist nun unter der allei- ' welcher aber zum wenigsten 4 bis J00 Schaft als eigen tbunihd) darunter besitzen, und stark und wachsam (7t.n\n>ie öte ^Öejöen, die Jahrszeiten und Krankheiten des Viehes verstehen muß. Er hat fo Schäfer und eben so viel Hunde unter sich, so daß 5 bey jcbem Hausen sind. Er hat das Recht solche s-lbsi u Walen zu bestrasin, auch werm es ihm gut dünkt, wieder abzusctzen, und ist gleich- sam das Haupt oder Generalschäftr dieser grosen Heerde. Man kann von / den er vor den andern hat, die L stehen , kercht urtheiten; denn er hat jährlich 4Louisd'or und em Mr , da im Gegentheil der erste Schäfer nur 48 Pfund "7^ , der zwuce 4v Pfund, der dritte ?o, der vierte ig und der Knecht jz Pfund a^funb ^i'mb °nS m811* Sr kttc san$m Nahrung weiter nichts als ®IC f°nl,en s'ch zwar einige Ziegen oder auch Schafe tzalttn, doch gehöret von diesen letzter» die Wolle dein Herrn, und sieka- den also nur wegen den käinmern und Fleisch zu disponiren. Der -Baust' fcfcaf« der ganze» Heerde siebt ihnen auch noch , Schillinge im Monat April, und Nachrichten. r z 5 April, und eben so viel im October / da sie von einem Ort zum andern ziehen/ zum trinken. Dieses ist also alles/ was diese elende Leute/ welche W aus Jahr ein, allen Ungemachlichkeiten des Wetters ausgesetzet sind, geniefen und die des Nachts weiter nichts als eine schlechte Hütte zu ihrer Bedeckung haben. Auf solche Weise müssen ifooo Menschen, welche durch ihren Schweis und Arbeit den Königen den Scharlach und den Car- dinälen den Purpur bereiten, leben; dann es müssen wohl eben so viel Leute seyn, welche die Schafe von der ersten Gattung hüten , deren jeder auch täglich 2 Pfund Brod bekömmt, und ebenfals seinen Schäferhund hat. Ich'bin diesen Heerden oft auf den Gebürgen und Hügeln des Königreichs 8on, Altcastilien, Cuenca und Arragonien begegnet. Ich habe stlbige des Winters in den Ebenen von Mancha, Estremadura und Andalusien aesehm/ und bin ihnen verschiedentlich, wann sie von einem Ort an den anderen getrieben worden, begegnet, daß man mir also ganz sicher glauben kann Ich habe allerhand Betrachtungen über solche angestellet, und was noch das vornehmste ist, so habe ich das Glück gehabt mit einem alten Geistlichen , der die Schafzucht vollkommen verstünde, und der die geringsten Kleinigkeiten sowohl wegen ihrer Erziehung als Nahrung wüste, be- könnt zu seyn. Schafe bringen nun, wie ich schon gesagt habe, den ganzen Sommer auf Bergen und Hügeln zu. Ehe ich aber etwas von ihrem Weg, wenn sie in ihre Winterquartiere getrieben werden, melde, so wollen wir erst sehen, wie einige Heerden in zwey verschiedenen Gegenden leben, daß man sich wegen deren Zucht, in Absicht auf andere, nur einigen Beqrif machen könne. Die eine ist um Munkana und die andere ist um Medina herum. Ich erwähle diese zwey Oerter blos deswegen, weil ick mich an dem einen zwey Sommer, am andern ober einen aufgehal- fen habe. Der eine ist ganz gegen Norden von Spanien, und von den Winterweiden am weitesten entlegen, der andere liegt gegen Westen, und ist selbigen desto naher; der eine hat die höchsten, der andere aber die niedrigsten unter allen spanischen Weiden; endlich hat der eine an würzigten Krautern einen Ueberflus, da im Gegentheil am andern nichts davon anzu- treffen^ bic Schäfer thun, wenn sie ihre Schafe des Mittags in ihre Sommerbehälter zurück führen, ist, daß sie ihnen so viel Salz, als sie nur essen können, geben. Ein jeder Eigentümer giebt vor jede tausend Schaft hundert Arroben, oder rs Centner Salz, welches sie in fünfMo- i)i Giesische wöchentlich -gemeinnützige A»;etzen naten auffressen. Des Winters aber, und wenn sie nach den Sommerweiden getrieben werden, bekommen sie gar keines. Man wird auch finden, daß die Könige von Spanien niemals das Salz auf einen so hoben Preis gesrtzet, als die Könige von Frankreich, und das bloß um deswillen, damit die Schäker solches ihren Schalen nicht entziehen, und solche dadurch zuruckkommen, oder deren Wolle schlechter werden möchte. Der Schäfer legt ro bis n Waizenland wäre. Wie man weis, so ent- halt der Kalk eine Menge Salztheilchen in sich; doch ist das Salz, wel- bereiten, gar sehr von demjenigen unterschieden, welches der Ka k, ehe er calcimret worden, in sich enthält. Es ist wohl mchts anders als eine Art Meer- oder alkalischen Salzes, welches demieni- mr!’en ^S/abilien befindet, und den Thieren anstatt des Salzes dienet, sehr nahe kommt. Zu Ende des Julii last man die Böcke zu den Schafen, und kbut gemeiniglich unter hundert sechs oder sieben. Wenn ste nun sind besprun- ^11 woiften, werden sie wieder von den Schafen abgesondert, und der Schäfer last sie alleine weiden. Es giebt noch andere Böcke welche man &en ®^öfen.Sufainnien last, sondern man giebt ihnen wegen chrer IboHe, und daß sie in die Fleischbank tüchtig sind, allein zu freßen; denn obgleich die Wolle, und das Fleisch der Schafe viel feiner und rWcrjbwS ist, so ist im Gegentheil auch gewis, daß die Wolle von einem Bock weit schwerer, als von einem Schaf ist, wie sie dann auch viel langer als diese leben, welches auch macht, daß man ihrer L^.^ Mmge unter den Heerden des Königs von Spanien sichel Die Wolle von drey Böcken wiegt gemeiniglich 25 Pfund, und muß man, wann Folgendes, so eingeschickt worden, wollen wir hiermit eimücken. Aurye Gedanken vom Rirchmgefattg- Daß die geistliche Gelange, znmahl wenn eine ganze Gemeine zusam- Gg i men Anderes und wohlfeileres Mittel gegen die Wanzen oder Wandläufe. Man [nimmt von gemeinem Vitriol, gieset Wasser darüber, ^viek, als man nöthig hak, um den Platz zu bestrichen, von welchem die Wan« zen vertrieben werden sollen. Wenn das «clöfct hak, so bestreichet man mit diesem VitriolWasser denselben Platz, vornemlicb also, daß die Ritze damit getranket werden. Zu demjenigen Mittel, das wir im röten Stuck bekannt gemacht haben? kann man auch Spiritum Camphorae khim, etwa halb so viel, al« man vom fpiritu vini re£tificati(fimo und bom fpinni terebinthino nommen hat. und CTaä)rid)tcrt. ' - Ml mann dieses Gewicht soll hcrauskommen, die Wolke von 4 Hammeln, oder f Schafen haben.' Was die Länge ihres Lebens betrift, so hangt Dieser qenieiniglich von ihren Zahnen, ob diese früh oder spat ausfallen, ab. Denn wenn sie selbige verlohren und das Futter nicht beissen können, so bringet man sie in die Fleischbank um geschlachtet zu werden. Den Schafen fallen die Zähne ordentlicher weise im sten Jahre aus, welche« wohl daher kommt, weil sie sehr schwach von Leibe sind, und vieles, wann sie trächtig sind ausstehen müssen. Die Hämmel aber verlieren sie erst 'M sechsten, und die Böcke im achten Jahr. Ob es gleich scharf verboten ist Bock, fleuch m verkaufen, so Unterlast man solches doch nicht, indem man schon allerhand Mittel, das Gesetz des Königes auscr Augen zu lassen, zu finden weis. Daiin, wann die Böcke alt sind, so verschneidet man sie, und bringet sie wann Vie Wunde wieder zugeheilek ist, in die Fleischbmik zum Verkauf, da sie dann um einen noch viel geringem Preis, als die Schafe m.k der groben Wolle, verkauft werden. Dieses macht auch, daß man m Madrid so schlecht Hammelfieisch als an irgend einem andern Ort zu essen bekömmt, und daß man in ve» Fleischbänken jederzeit mehr Hammel findet, als in ganz Europa. ES Nachricht. Dsr 2ten Flachs 11116 SilbnLokt-ri- ?te Classe ist nun auch tt Wben, und haben folgend- Nummern in meiner Collecte gewonnen^ Als - 6»2f. 6427. 6434. 6417.-44-. 6445. -447. «4 fr’S 6471. 6479 «482. 6488. Diei Herren Interessenten können ihre Gewinnst« bey Ausgebern dieses ablangen, woselbsten auch die Renovation . jur 4t°n Classe mit f= kr. geschiehet. Wir 'sich noch -Zzukauftn 7« t^ kan man noch mit einigen Loosen dienen. 8«*uui«» isi(«perz CMM Police-- und CommercienZeitung, wie auch die Marburg,sehen Anzeigen und Leipziger JnkelligenzBlökker, kan man bey Ausgebern dieses, wöchentlich zu lesen bekommen, für jedes der ersteren ^^'>unhi,lbiahr,g 5o kr. und für das Leipziger das halbe Jahr i. Gul- vHJ VVlHUPt rz8 Mesische wöchentlich- gemeinnützige Anzeigen men stimmet, GOtt angenehme seien / davon finden wir überaus viel- ' m Adeligen Schrift. Aber zwo Ä fürnemJ dabey erfordett: erstens die Uebereinstimmung des Herzens mit dem zweitens die Zusammenfkimmung des Thons und des Sil- benmafts. Fehlet eine von diesen Eigenschaften, so ist unser Kirchenae- sang allemal em Geplerre. Wenn der Mund den allerschönsten Lobgesana flbCr ^von entfremdet ist, so sage GOtt selbst?^ ^fde Mchftrllen an eurem Geplerre Hingegen wenn das Herz zwar lkllt dem vjuui) uberemtrijt, die Thöne aber jo unterschieden sind/ daß der eine aus dem A mell, der andere ans dem A dur, singet, so ist der Gesang, an und vor sich selbst, ein Gcplerr. GOtt, der ein GO der L>d- nung lst, und der alles harmonisch geschaffen hak, kann an einem so Übel- gestimmten und unordentlichen Gesänge keinen Gefallen haben. DieMen- schtti, die m aller Andacht den Gesang mit angestimmet haben ^verlieren durch j)ie falschen -Lhone und durch das daraus entstehende Geplerr ihre Andacht gänzlich, wodurch das Mißfallen Gottes vergrößert wird. Es solte daher in Kirchen und Schulen, auf die Harmonie des Gesangs, vor* Sau-af >C[e,kCn n)CrrDen‘ gehöret zur auserlichen Zucht, worauf die -Obrigkeit sehen muß, und dre auch von der Obrigkeit erhalten werden kan. (mb Nachrichten. rz> Es ist ein Plan von der Sechsten Grumbacher GeldLotterie einge- sand worden, welche aus z Classen bestehet, in die erste wird i fl. eingelegt und den r6ten August 1765. gezogen. Zu der rten Claffe zahlt man 2 fl. und wird den 29. -October dieses Jahrs gezogen. In die zte Claffe entrich- tet man ; fl. und wird den 16 Decembr. gezogen, durch alle Claffen kostet das Loos 6 fl. Dieselbe bestehet überhaupt aus 8000. Loosen und 4221. Treffern, worunter einige Capital Preiße zu 4000. ifoo. gco. 600. foo. Zoo. und 100. Gulden. Wer darzu Lust bezeigt und sein Glück wagen will, kan sich bey Ausgebern dieses melden. Ein- und auspaßrermde vom rzem Iulü bis dm i^ten Iulü 1765. wallthor den 16. Julii, Zwey Cavakier, Herr von Schwentt und Hr. von Butler, kommen von Berlin, paßnen durch. Selzerthor den 16. Ein ChurMainzffcher ÄrtillerieLieutenant, Herr Roth, paß. herein, logirt im Posthaus. - < wallthor den 17. Ein König!. Englischer CammerHerr, Herr von Löw, paß. hierdurch. " * ♦ - Eod. auf dem Caffelischen Postwagen, vier Juden, ein Jurist, und eine Frauenspersön, paßiren durch. Selzerthor den 18. Ein HofCanzler von Rothenberg, Herr Würtz- paß. von Frankfurt hierdurch. - - Eodem ein Assessor von Homburg vor der Höhe, Herr Neuhoff - paßirt herein. wallthor den 1% ein nicht mehr in Diensten stehender Heßischer Obrist, Herr von Krug, paßirtvon Grünbcrg herein? logirt im Einhorn. ♦ - Eod. Herr v. Wildenfeld, kommt aus Sachsen, paß. durch. - - Eod. auf dem Cassel. -Postwagen ein Kaufmann aus Cassel, ein -Wcinhändler aus WPbaden, ein Candidat und ein Preußischer .Wachtmeister vom DragonerRegiment von Würtenberg, Hr. Stephan, logirt bey dem Huthmacher Stephan, die andern paß. durch. ♦ - Eodt der Herv Major von Zangen, vom löbl. Prinz GeorgenRe- giment, paßitt von Darmstadt herein, log. in dero Behausung. ♦ - Eod.zcheen Herrn von Güntherode und Herr Hostath Freund, paßiren von Hanau herein, logiren im Einhorn. wall-- Giesische wöchentlich --gemeümutzige Anzeigen Wattthor den 19» Jul. der Herr Obrist von Vogelsang, paßirt von CM herein, logirt im Einhorn. ♦ - Eod. ein Hannövrischer gcheimder Rath, Herr von Hartenberg, logirt im Posthaus. Selzerrhor den 19. der Herr Graf von Hanxleden, paßirt von Frankfurt hierdurch. Gebohren und getauft. Am 17. Jul. Catharina Dorothea Willhelmina, Johann Gottfried Schmidts, Bürgers und SchneiderMeisters allhier, Töchterlein. Am i8. Jul. Christina Margaretha, Andreas Dechers, Bürgers allhier, Töchterlein» Nucht- und andere Preiffe am Markttag den 29. Juuii 1765. Grejer Maas. Fl. Pft *> Alb. Pf. 1 Achtel Korn » 4 20 1 ft. Rind Fleisch 2 2 1 Achtel Gerste > 3 IO 4 1 ft. KalbFleisch 2 2 1 Achtel Waitzen 6 1 U. ScbweineFleisch r 1 Achtel Hafer - 2 1 ft. HammelFleisch r 1 ft. gescheite Hirsche - 2 1 td. SchaafFleisch 2 1 ft. gescheite Gerste - I 4 itfe Bock Fleisch - 2 1 U. klein gescheite Gerste 2 i ft Wurst - # 4 1 Meste Erbsen - 14 1 ft Kalbsgelüng ♦ 2 2 1 Meste Linsen - 14 i ft KalbsLeber 2 r 1 ft. Ochsen Fleisch 3 itb. frische Butter 1 »w»Küh Fleisch ♦ 2 4 8 Eher - 2 Becker Preis. £otb Bwd » - 4 M. 81 roch Weck « . 4 Pf. £ott> ButttrBrchel 4 Pf. 1* !oth Tettsch« - ♦4 Pt- . Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krie, ger, UnwersuätsBuchhändlern hieselbsi, an die Herrn Liedhaber gogen / Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Vogen werden für 4 fr. ausgegtt dm. Man wird auch den Herrn Pranumeranten mit denen schon herMsgekommer nen Stucken diene»,