wöchentlich- gmeinllüMe Mzclgtll Siebknzehendr's Stück. Dienstags den 2 z een April 1765. Mlt Hochfurstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. ZortfttzUn^des^Beweists von der Wahrheit der Auferstehung SlleS dieses, mein Herr, beweiset deutlich, daß der Verdacht, als wenn die Apostel durch ihr Zeugniß von der Auferstehung des Gottversöhners andre hakten betrügen wollen, nicht allein ganz ungegründet, sondern auch wider alle Wahrscheinlrchkeit ist. Aber nun will ich Ihnen auch noch darthun, daß es unvernünftig ftyn würde, wenn man ihrem Zeugnis nicht glauben wollte. Denn wenn wir auch wirklich einigen Verdacht wider die Ehrlichkeit eines Zeugen hatten, würde dieser Ver-- dacht alsdenn nicht gänzlich bey uns ausgetilgt werden, r) Wenn dieser Zeuge der ganzen Welt durch ein untadelhaftes Leben, durch eine nachahmens-würdige Frömmigkeit und durch eine beständige Heiligkeit bewiese, daß er gar nicht fähig wäre ein falsches Zeugnis zu geben ? Daß die Apostel tugendhafte und rechtschafne Leute waren, dies bezeugen ihre eignen Feinde. Man sieht es aus allen ihren Schriften, die einen ganz auserordentlichen Charakter haben; sie schärfen nichts mehr ein als die Aufrichtigkeit, die Liebe, die Demuth, die Uneigennützigkeit, die Verleugnung der Welt, eine thätige Liebe zu G-Ott, und einen ununter- R brochenen i 30 Grcsische rvochentlrch - gemeinnützige Anzeigen brochenen Eifer um seine Verherrlichung. Man kann nicht mehr daran zweifeln/ wenn man erwägt/ mit welcher Strenge sie ihre SittenLehre wollen ausgeübt haben / wenn man ihr brennendes Verlangen und ihren heiligen Eifer betrachtet/ die Menschen zum Gehorsam gegen GOtt zu bewegen/ wenn man bedenkt/ daß sie durch ihr eignes Veyspiel ihre Zuhörer zur Nachfolge Christi anfeuerten. Und welch eine wunderbare Gewalt hatte nicht ihre Predigt über die Herzen der Menschen? Wurden nicht so erstaunlich viele/ und zwar in einer so kurzen Zeit bekehrt? Sagen Sw mir/ mein Herr / würde dieses wohl möglich gewesen seyn/ wenn sie mit ihrer Predigt nicht ein heiliges Leben und eine ganz besondere Frömmigkeit verbunden hatten? Ich übergehe noch mit Stillschw igen das Zeugnis ihrer frommen Schüler/ die den Märtyrer Tod um der Wahrheiten Witten ausgestanden haben / die ihre Lehrer bezeugt hatten. Und ich denke nicht einmal an das tugendvolle Leben der ersten Christen überhaupt/ das doch eine Nachahmung und ein Beweis von dem eben so tugendhaften Leben ihrer Lehrer war. Gewiss wenn man hierüber nur ein wenig nachdenkt; so wird man die Apostel nicht des geringsten Betrugs beschuldigen können/ noch viel weniger eines so unverschämten und gottlosen Betrugs/ als der ihrige würde gewesen seyn/ wenn sie selbst dasjenige erdacht hatten/ was sie von der Auferstehung JEsu bezeugt haben. Allein so sehr auch aus ihrem heiligen Leben erhellet/ daß sie keine Lügner und keine Betrüger waren: so erhellet es r) doch noch viel deutlicher aus den mannigfaltigen Leiden / die sie um der Wahrheit ihres Zeugnisses willen ausgestanden haben. Ich weis sehr wohl/ daß der Märtyrer Tod/ kein unumstöslicher Beweis für die gewisse Wahrheit einer Sache ist/ und daß es nicht ganz unmöglich ist/ um einer falschen Lehre willen sich das Leben nehmen zu lassen. Allein das ist doch wohl ganz unleugbar daß ein solcher qualenvoller Tod/ als der Tod eines Märtyrers ist/ der gewisseste und stärkste Beweis von der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit desjenigen / der ihn leidet/ kann genennt werden. Man kan zwar etwas falsches für wahr halten und so sehr davon eingenommen seyn / daß man sich um dieser vermeinten Wahrheit willen grose Marternzufügen läßt; allein es ist unglaublich und unerhört/daß man um einer falschen Sache willen / von deren Unwahrheit man in seinem Gewissen vollkommen überzeugt ist/ die allerempfindlichsten Qualen leidet. Und dieses müßte man doch gleichwol von den Aposteln behaupten/ wenn sie Betrüger gewesen waren und wider besser Wissen und Gewissen bezeuge hätten. mrd Nachrichten. rzr hatten, daß sie JEsum die Wunder, welche sie in ihren Schriften erzählen, hätten verrichten und ihn endlich von den Todten hätten auferstanden gesehen. Ich würde in der That Ihre Geduld misbrauchen, mein Herr, wenn ich Ihnen hier eine Beschreibung von den mannigfaltigen Leyden, von den fürchterlichen und entsetzlichen Martern machen wollte, welche die ersten Prediger des Evangeliums erduldet haben. Ich will Sie nur gehorsamst bitten, selbst zu erwägen, daß die Apostel alle diese unbeschreibliche Leyden freywillig und mit reifer Überlegung ausgestanden, und daß sie sie einzig rind allein um ihrer Predigt und des Zeugnisses von Christo willen übernommen haben. Sie sahen alles voraus, was sie würden leiden müssen, wenn sie seine Lehren und seine Wunder verkündigen würden. Sie sahen auf der andern Seite, daß sie allen diesen Leyden hatten entgehen können, wenn sie diese Wunder und diese Lehren hätten verschweigen wollen. Sie wußten, nachdem sie schon wirklich das Evangelium predigten, daß sie von allen diesen Drangsalen befreiet seyn könnten, wenn sie ihre Parthey verlassen und auf die Seite der Feinde des Christentums tretten wollten. Sie konnten so gar hoffen, daß ihnen dieses bey der Welt Ehre machen würde. Sie konnten grose Belohnungen erwarten, wenn sie ihre Mitbe- trüger verrathen und ihr strafbares Vorhaben entdeckt hatten, (voraus gefetzt nemlich, wenn siedergleichen gehabt hätten). Aber ungeachtet aller dieser Vortheile verkündigten sie allenthalben die Lehre und die Auferstehung JEsu Christi. Sie setzten sich lieber tausend Qualen aus, als daß sie diese Wahrheiten, ob sie gleich verachtet, gehaßt und allenthalben verfolgt wurden, hätten verschweigen sollen. Sie wollen lieber sterben, lieber unter den empfindlichsten Schmerzen, lieber unter den entsetzlichsten Martern sterben, als ihr Zeugnis rviderruffen. Warlich, mein Herr, nur die Macht der Wahrheit wovon das ganze Herz durchdrungen ist, nur diese kann einen Menschen zu einer so ausserordentlichen Entschliesung bewegen, und anfeuern, sie mit einer so wunderbaren Standhaftigkeit zu behaupten. Ja ich getraue mir zu beweisen, daß solche Leute, wie die Apostel waren, nicht einmal würden fähig gewesen seyn, ihre Standhaftigkeit so weit zu treiben und diese Wahrheit, ob sie gleich AugenZeugen davon waren, ob sie gleich alle diese Wunder mit ihren eignen Augen hatten verrathen gesehen, so lange, als sie wirklich gethan haben, zu behaupten; daß sie alles dieses zu thun, nicht würden fähig gewesen seyn, wenn sie GOtt nicht auf eine auss'ror- R r deutliche rzr GLesisch-wöchentlich gememnützige Anzcigen deutliche Weise darin gestärkt, unh sie mit einer göttlichen und mehr alS heldenmüthigen Standhaftigkeit ausgerüstet hätte. Alles dieses, was bisher ist gesagt worden, wird Sie/ mein Derr, vömg von der Wahrheit der Auferstehung JEsu Christi überzeugt haben. Mein wir haben cmser diesem WortZeugnis der Apostel noch einen weit starkem Beweis für diese Wahrheit. Wir haben noch unter den vielen unwidersprechlichen Sachzeugniffen das Zeugnis Gottes selbst, das Zeugnis des heiligen Geistes, von diesern werde ich vielleicht noch in der Zukunft nnt Ihnen reden. Lassen Sie uns einsweilen den Schluß machen: Wenn Christus wahrhaftig von den Todten auferstanden ist: so muß er derwah-" re von GOtt gesendete Messias gewesen seyn: so muß auch die Religion wahr seyn, die er gelehret hat. Diese Religion aber ist in den Schriften Der Apostel, welche auf göttlichen Befehl und' unter der Eingebung des heiligen Geistes geschrieben haben, enthalten? GOtt ist demnach der Urheber der ganzen heiligen Schrift. Er hat uns alles, was uns zu unsrerSee- ligmt zu wissen nüthig war, hinlänglich und vollkommen deutlich offenba- ret. So lange wir also daran nicht zweifeln können, so lange uns dasjenige deutlich und begreiflich ist, was uns seelig macht; so können wir ganz ruhig seyn, wenn auch einige Stellen in seiner -Offenbarung vorkommen sollten, deren Wahrheit unser kurzsichtiges Auge nicht einsehen könnte. Sie sehen, mein Herr, daß ich mich hier sehr einschränken muß. Wenn Ihnen demnach mein Beweis zu kurz und zu mangelhast scheinen sollte; so verweile ich Sie auf diejenige Schriften, die unser Dochwürdige Derr D. Benner in seiner notitia Sakins, diesem ewigen Monumente seiner gründlichen und tiefsinnigen Gelehrsamkeit Seite 84 z, u. f. angeführt hat. Die Schriftsteller, die überhaupt von der Wahrheit der christlichen Re- Jigton geschrieben haben, sind Ihnen bekannt. Aber ein Buch muß ich Ihnen noch insbesondere empfehlen. Es ist des berühmten Lilienrhals gute Sache der heiligen Schrift/ wovon bereits elf octav Bände im Druck erschienen sind. In diesem unschätzbaren und der Ewigkeit würdigen Buche werden Sie alle Einwürfe wider die heilige Schrift und alle Schein- Widerspruche derlelben hinlänglich gehoben finden. Nun leben Sie wohl. Ich bin mit wahrer Hochachtung rc. rc. •T und LTlachrichten. ” 133 Acadernische Nachricht. Der Lections--Tatalogus kündigt folgende iit dein bevorstehend den Sommer allhierzu haltende Vorlesungen an: i. Theologische Facultät. Herr Superint. D. Rollius wird seine öffentlichen Vorlesungen über Fechtii Syllogen Conruoverfiarum sortsetzen, endigen, und DispUtir- Uebungen Darüber anstellen. Privatim wird er die Auguftanam Confef- fionem eiusque apologiam erklären. Herr Superint. D. Benner wird die zwote Epistel an die Thessalonicher erklären, nachdem die erstere schon ehedem ist erklärt worden. Privatim tvirD er Vorlesungen über feine notitiam Tahitis, Die nunmehro die Presse verlassen hat, ansiellen, und innerhalb einem Jahre endigen. Eben so wird er über sein noch ungedrucktes Compendium iuris Sacri Vorlesungen halten. Herr Prof. D. Mütter wird die angefangenen Vorlesungen über Gunneri Inlinutiones Theol. Dogmaticae zu Ende bringen, und die theologische Moral nach seinem eignen Handbuch von neuem vortragen. Er wird auch, wenn es verlangt wird, seine Zuhörer epaminiren und sie über theologische Wahrheiten disputiren lassen. Juristische Facultät. Herr ViceCanzler D. ^ortholt wird das lus publicum, Germa- nicum priuatum, unD Feudale nach Schmausens / Selchows und Mafcows Anleitungen lehren. Ueberdas erbietet er sich, practische Anleitungen zu Führung der Proceffe, hauptsächlich bey den höchsten ReichsGerichten zu ertheilen. Herr Hofrath D. Äocb, itziger Rector Magnifieus, wird das W turRecht / die Institutionen/ die pandecten/ das RirchenRech^ und andere Theile der Rechtsgelehrsamkeit lehren. Hiernächst wird er auch collegia examinatoria 6c difputatoria halten. Z. Medicinisthe Facultät. Herr Prof. D. Baumer wird Vogelii Inftitutiones Chemiae privatim erklären, und zu gleich experimenta chemica anstellen. Publice R 3 wird B-y dem Verleger dieser Blätter ist ans Mt getreten: loh. Ge. Hofmanni, LL. OÖ. in Acad. Giefenfi P. P. O. Giammatica he- , braea > principia Danziana methodo brcviHima luculcntiHunaque com- piexj) / 1Giesische /wochetttlich -- gerne innützige Anzeigen Wirb er über Boerhavii aphorifmos de cognofcendis & curandis mortis Vorlesungen halten. Hiernachst wird er die Metallurgiam nach seinem eianen Handbuch vortragen. , Herr Prof. D. Alefeld wird in seinen Dmetetrschett / fennologi# fcben und anatomischen Vorlesungen fortfahren und die chirurgiam & inem obiietriciam von neuem anfangen. 4. philofophische Facultät. Herr Prof. Thom wird seine Vorlesungen über das vlaturRecht, öbcr die philosophische Moral/ polürck und Oecomie von neuem anfanM. 0^ toirt) hl-e Vernunftlehre, Metaphystck undMathe- matick lehren und Sonnabends Nachmittags die Bibliothecken eröfnen. Herr Hofrath D. Mögen wird publice über Taciti Buch de mo- ribus Germanorum und priuatim über Achenwalle Geschichte der Europäischen Staaten, und Schmausens ReichsHistorie Vorlesungen halteN^^r Bechtold wird priuatim über Heineccii Fundament« ftili, über die Redekunst/ nach Carl Gotth. Müllers Anleitung, über Horazens Gedichte Vorlesungen anstellen und in feinen exercitiis difputatoriis über die theologiam naturalem fortfahren. Publice wird er do&rinam de numero oratorio vortragen. Herr Prof. D. Alefeld wird die Physick lehren, und wenn es verlangt wird, die hiitomm ele&ricitatis vortragen. Herr Prof. Hofmann wird publice die Griechische Sprache lehren, Priaatim wird er die Grundsätze der hebräischen Sprache nach Anleitung seiner eignen in dieser Messe herausgekommenen Grammatlck vortragen, wie auch die Lehre von den Accenten nach den Regeln, die er selbst in die