ieslsche wöchentlich- WWA WW mb Mchrtchlen. Viertes Stück. Dienstags den aueit Januar. 1*76$; Mit Hockssürstl. Hessen-Darmstädktscher gnädigsten Erlaubnis. einmahl vernahm ich diese Worte: Beschluß der Geschichte des Larazan- tch sah den Engel des Todes gleich einem Wirbelwind auf mich los- stürmen. Er schlug mich, ehe ich durch mein Flehen fernen Streich zurückhalten konnte. Zugleich empfand ich, daß ich von der Erde erhoben, und mit einer erstaunenden Geschwindigkeit durch die rüste gml- sen wurde. Unter mir verlohr sich die Gestalt des Erdkreises in einen un- merklichen Atom, und um mich her glühten die Sterne m einem Glanze, der die Sonne verwinkelte. Nun erblickte ich das Thor des Paradieses, und ich wurde auf einmahl von helleuchtenden Strahlen umgeben , m die kein sterbliches Auge schauen konre. Das unwiederrufliche^Uttheil sollte nun gesprochen werden; die Tage meiner Prüfung waren dahm. .Die Sünden meines Lebens konten nicht vermindert, und die guten ^haten desselben nicht vermehrt werden. Die Betrachtung, daß mein Schicksal auf die Ewigkeit entschieden, und so entschieden werden sollte, daß keine Kräfte der Natur diese Entscheidung andern könten, entriß mir allen Muth und alle Hofnung. So stand ich da, zitternd und stille, verstnktm Schaam und Verwirrung/ und von einem kalten Schauer ergriffen. -OT r6 Uüfifcbe wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen // Carazan/ dem Gottesdienst ist nicht gnädig angenommen worden, „ weil er die Liebe zu GOtk nicht zu seiner Quelle hatte. Deine Gerechtia- n keit kan nicht belohnt werden /weil sie nicht aus der Liebe gegenden Men „ scheu entsprang. Um deinetwillen, um deinetwillen allein hast du jedem das „ Seinige gegeben; um deinetwillen allein hast du den Tempel des Allmach- ii tigen besucht. Du hast weder mit dankbarer Seele über dich hinauf, ii noch mit Gütigkeit und Menschenliebe um dich herum geschämt Es ist „ wahr, du hast um dich her nichts als Laster und Thorheiten erblickt; ii aber, wann Laster und Thorheiten deine Kargheit rechtfertigen könnten: n würden sie nicht aud) die Güte des Himmels verdammen ? Soll die ii Sonne nicht den Thoren und den Lasterhaften bescheinen, auf wen soll n sie dann ihre Stralen streuen? Auf wen sollen dann die Wolken ihren ii Thau herabträufeln lassen? Vor wen soll dann der Frühling seine Ge- ii rüche verhauchen, und der Herbst seinen Uiberfluß verschwenden ? Erin- ii nere dich, Carazan l du hast vor dem Mitleid dein Herz verschlossen ; du n hast deine Schätze mit ehernen Händen festgehglten ; du haft für dich ii selbst nur gelebt; deswegen sollst du von nun an auf ewig allein bleiben. n Von dem Licht des Himmels, und von der Gesellschaft aller Wesen n sollst du hinweg getrieben werden; die Einsamkeit soll dir die zaudernden ii Stunden der Ewigkeit noch länger machen, und die Finsterniß soll die ii Schrecken deiner Verzweiflung vergröserst. Eine geheime und unwiderstehliche Macht trieb mich hinauf in einem Augenblick durch das leuchtende System der Schöpfung vor unzählbaren Welten vorüber. .Als ich den Gränzen der Natur näher kam: so entdeckte ich die schattenvolle Tiefen eines unermeßlichen leeren Raums , die fürchterliche Gegend einer ewigen, stillen, öden Finsterniß I Bey diesem Anblick rief ich, von einem unaussprechlichen Schauer ergriffen, mit der heftigsten Sehnsucht aus: . ,, O wäre ich doch auf ewig zu der gemeinschaftlichen Wohnung reu- m loser Sünder verdammt worden l Ihre G.sellschast hatte mir die Quaa- fi len der Verzweiflung erleichtert, und die Wut des Feuers hätte mir ii doch den Trost des Lichts nicht rauben können. Oder wann ich wäre ii verdammt worden, in einem Cometen zu wohnen, der nur einmal nach ii tausend Jahren in feiner Laufbahn zu den Gegenden des Lichts und des ii Lebens gekommen wäre: so würde mich in dem furchtbaren Zwischen- n raum der Kälte und Finsterniß, dennoch die Hofnung dieser auch noch ii solang entfernten Perioden getröstet haben. ' Mer imt> V7achrr'chten. 27 Uiber dieser Betrachtung verkehr sich der entlegenste Stern der Schöpfung aus meinem Blick, und der letzte Schimmer des Lichts wurde zur Finsterniß Die Kampfe der Verzweiflung verstärkten sich mit jedem Au- - genblick, so wie sich mit jedem Augenblick meine Entfernung von den Gränzen der bewohnbaren Welt vermehrte. Wann mich nun, so dachte ich mit einer unerträglichen Angst,wann mich zehen tausend tausend Jahre so weithin- wegführen werden, daß mich nichts mehr erreichen kann, als die Macht des Allmächtigen, der die Unendlichkeit erfüllt: so nmde ich doch noch immer einen unermeßlichen Abgrund der Zinsterniß vor mir sehen, durch dm ich ohne Hülfe, und ohne Gesellschaft, immer weiter, und weiter, immer länger und länger werde fortgetrieben werden. Hier streckte ich meint Hände nach den Gegenden des Daseyns aus, und über dieser Bewegung erwachte ich. Also habe ich den Werth des gesellschaftlichen Lebens, so wie andere Güter, durch seinen Verlust erkannt. Nun brennt mein Herz von Menschenliebe. Nun bin ich von dem stärksten Eifer entflammt, auch andern die Glückseeligkeit mitzutheilen, die ich empfinde. Dann die Gesellschaft eines einzigen Bettlers, den ich in dem Stolz des Glücks von meinem Thore vertrieb, würde mir in der furchtbaren Einsamkeit, zu der ich verdammt war, kostbarer gewesen seyn, als alles Gold aus Africa, und alle Perlet? aus Golconda. Nach dieser Betrachtung, die Carazan über seinen Traum anstellte, schwieg er plötzlich stine, und schaute in den Entzückungen der Dankbarkeit und Andacht zum Himmel hin. Das Volk, das um ihn her stund, wurde eben so sehr durch seine Lehren, als durch sein Beispiel gerührt. Der Calrphe erfuhr diese Begebenheit, und befahl sie zum Nutzen der Nachwelt aufzuzeichnen. Beiträge zur Hessischen Hr'st-rie und Geographie. So weit man, in der Historie, in das graue Alterthum zurück gehen kann, sind die ersten Völker, die in Hessenland gewöhnet haben, die Latten gewesen. Nachdem aber in der Mitte des dritten Jahrhunderts, die Franken bekannt, und in kurzer Zeit gros und mächtig geworden , so verlohren sich nach und nach die Latten, und das Land, das sie bisher bewohnet hatten, war nun die Wohnung der Franken. Sehr lange hernach kommen in eben diesem Land die Hessen zum Vorschein. In Arm D 2 Bnes sS . Herr Major von Wrede bey dem hiesigen löbl. Prinz Georg. Regiment. Am 16. Frau Mhnderich Müllerin, weil. Herrn Fähnderich Müllers, bep dem löbl. Prinz Georg Regiment hinterlassene Frau Wittib, gebohrne Köhlerm. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Krieger, UniversttatsDuchhandiern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen 1 Rthlr. halbjährige Pränumeration geliefert. Einzelne Bogen werden für 4 kr. ausgege- ven. Man wird auch den Herrn PrälUivreranten Mit denen schon herausgelonmre/ «en StiMkn d-eueru -fc<- i