wöchentlich- gmeinWge KWigen Uliö Rachrtchtcn. Sieben und Dreißigstes Stück. Dienstags den roten Sepv. ,1765. Mtt Hochfürstl. HessensDarmstadtischer gnädigsten Erlaubnis. Zufällige Betrachtungen. ich gewohnt bin, täglich einige Stunden spatzieren zu gehen und auf meinen Spaziergängen nicht allein Betrachtungen über die Werke des Allmächtigen, sondern auch sehr oft über die Handlungen der Menschen anzustellen; so besuche ich am liebsten diejenige Oerter, die mir den meisten Stoff zu diesen Betrachtungen an bieten. Vor einigen Tagen hörte ich, daß wenigstens die Helfte der hiesigen Einwohner die Feyerlichkeiten des gegenwärtigen grosen Freyschiesens auserhalb der Stadt anzusehen gesonnen wäre. Ich entschloß mich gleichfals diesen Ort in meinen gewöhnlichen Spatzierstunden zu besuchen, weil es mir eben dazumal an einer schicklichen Materie fehlte, mit der ich meine Leser in dem heutigen Blatte unterhallen könnte. Vielleicht, dachte ich, findest du hier einige Gegenstände, die deiner Betrachtungen würdig sind. Solltest du an einem Orte, wo so viele hundert Menschen versammlet sind, nicht etwas lernen oder nicht einen einzigen Menschen finden können, den du deinen Lesern entweder zur Nachahmung oder zur Verabscheuung anpreisen töntest? Gesetzt auch, es kämen wenige vernünftige Leute dahin; so kannst du doch gus dm Handlungen der Thoren Weisheit für dem Herz sammlen. D/e- Oo ser r-o Gr'esisthe wSchMtlich^ gemeLttnötzrge Attzekgm fer letzte Gedanke hatte so viel Gewalt über mich, daß ich meinen Entschluß ausführte und auf den Schiesplatz gieng. Ich fand daselbst zu meiner Verwunderung eine sehr grose Menge von Menschen, über welche ich noch mehr erstaune, als ich erfuhr, daß sie aus einer ungleich grösern Men^ von Thoren alsVernuünstigen bestünde. Diese Verwunderung führte mich ganz natürlich auf die Betrachtung/ aus was für Absichten alle diese Leute eigentlich an diesem Ort mochten erschienen seyn- Ich will meinen Lesern meine Gedanken darüber mittheilen und ihnen die Entscheidung überlassen, ob ich die wahren Absichten errathen habe. Das erste, was meine Aufmerksamkeit auf sich zog, war eine menschliche Figur, dre sich von allen Menschen, die zugegen waren, so wohl in der Kleidung und in den Bewegungen, als auch in allen ihren Handlungen unterschied. Und alle dieie UnterscheidungsZeichen zusammen genommen, sollten den auserordenchchen Beruf anzeigen, daß diese lebendige Statue sich an diesem Orte eingefunden, um auf eine Zeitlang vor einige Stücke Silber, Verstand und Vernunft zu verleugnen, und die Rolle eines Narren zu spielen. Als ich mich ein wenig genauer um diese vermummte Person erkundigte; so sagte man mir, daß sie ihrer Seltenheit wegen aus einer andern Gegend wäre beschrieben worden. O wie glücklich, dachte ich anfänglich,, ist unser Giessen, daß man keine solche seltne Personen darinn an- trift. Doch als ich mich em wenig besann; so fielen mir einige aus unsrer Stadt em, die die Stelle dieser Person recht gut hätten vertretten können, und denen gewis Verstand und Vernunft um einen billigen Preiß würden feil gewesen seyn, wenn ihr Amt und die übrigen Umstände, darin sie leben, einen solchen Verkauf zuliesen. Ich habe sie manchmal an öffentlichen Oertern ohnenrgeklrch noch weit unvernünftigere Possen und Zoten reisen gehört; warum sollten sie dieses nicht auch thun, wenn man sie dafür bezahlte? Unser Giessen muß also nicht ganz rein an Narren seyn. Aber' dachte ich ferner, wie ist es möglich, daß sich ein Mensch entschliefen kann, das beste Geschenk fernes Schöpfers, seine Vernunft, um einige Silberlinge zu verkaufen ? Unglückseeliger! warum verleugnest du die Vernunft, ohne welche du em Vieh und zu allen Arten von Glückseekigkeit untückM mff/ Nahm Mr vor , nie so undankbar gegen die gütige Gefchencko meines Schöpfers zu seyn, sondern sie vielmehr immer zu seiner Ehre und ittr Erfüllung seiner weijen Absichten, die er immer bey der Austhei- 'lung-solcher unverdienter Geschenke hat, anzuwenden, und mich nicht MMuch des GenuKs aller' mir verheifenen Güter zu berauben, die rmö kknchnchtM. . Lgr die ich doch Mt MderS als durch W MbMch Einer Vev- nunst geniesen kann. In diesen für mich so interessanten Betrachtungen wurde ich durch einige Spässe, die dieser sogenannte Hannswurfi machte, gestört. Diese Spässe bestunden aus elenden und erbärmlichen Einfällen, die mir und wenigen Vernünftigen, die neben mir stunden, auserordentlich misfielev. Nichts destoweniger aber hatten sie bey vielen andern eine ganz entgeaenge- schte Wirkung. <-Jch sah eine sehr grose Menge, worunter sich auch verschiedene von Stand befanden, welche alle gekommen waren, die W-s- heit dieses Narren zu bewundern, und welche meistentheils, ehe noch der schmutzige Witz desselben zum Vorschein kam, schon den Mund zum La«. chen gespitzt hatten, und ihren lauten Beyfall nur bis zum Ausbruch dieses Witzes zu sparen schienen. Ich kann schwören, daßuch einige an diesem Ort viel aufmerksamer als bey mancher schönen Predigt gesehen habe. Hier konnte ich mich unmöglich enthalten, diese bereitwilligen Lacher von ganzem Herzen zu bedauern, und den Vorsatz zu erneuern, in Zukunft nichts zu bewundern, als was wahrhaft edel und gros ist, weil ich mich sonst durch das Gegentheil unfehlbar bey allen vernünftigen lächerlich und verächtlich machen würde. Einige Schritte von dem Haufen, wovon der Hannswurst umgebe» war, hörte ich einen entsetzlichen Lärm; und als ich mich demselben näherte, sah ich verschiedene Betrunkene, die sich die Liebe angethan und ihre Vernunft, nicht verkauft, wie der Hannswurst, sondern versoffen hatten. Nunmehro hielt ich den Hannswurst für einen weit vernünftigem Narrn, als diese. Jener liefe sich doch noch die Ehre, ein Narr zu seyn, bezahlen, diese aber gaben noch Geld dazu, daß sie diese Ehre erlangten. Warum mögen sich wohl diese Leute betrunken haben? dachte ich. Suchen sie vielleicht eine Ehre darinn, daß sie sich eine Zeitlang dem Vieh gleich machen.? das würde doch eine lchlechte Ehre seyn, und id) möchte alsdan» nur wissen, mit welchem Namen man die Schande benennen wollte. Nein, keine Ehre können sie darinn suchen. Sie würden ja sonst so tumm seyn und nicht wissen, worin« die wahre Ehre besteht. Und wer wird das glauben, daß diese Leute die Ehre nicht besser kennen sollten? Finden sie dann vielleicht ein Vergnügen in der Trunkenheit? Was?' Vergnügen sollten sie darin« finde«? das ist unmöglich. Wie kann ein Mensch vergnügt styn,der keine Vernunft hat ? Man hat mir immer gesagt, daß keine tbö- richte und unerlaubte Handlung den Menschen ein wahres Vergnüge» Oo i mache» Lyr Mesische »vZchmtlich -r Aemekttttütztze Anzeigen machen könnte. Aber sollten diese Leute vielleicht eine neue Sittenlehre erfunden haben, worin die Trunkenheit nicht mehr als eines von den verabscheuungswürdigsten Lastern, sondern als eine ganz erlaubte Handlung bewiesen würde? Das wäre doch in der That eine seltsame Erfindung. Aber auf diese Art müßten doch auch die Herrn Erfinder beweisen, daß die unausbleibliche Folgen der Trunkenheit, z. E.die Verlezung der Ehre, die Verminderung des Vermögens, das Verderben der Gesundheit, der Verlust der Vernunft und die Unmöglichkeit des vernünftigen Genusses aller nur wünschenswürdigen Güter etwas gutes und vortrefliches seyen. Und dieser Beweis sollte doch wohl seine gross Schwierigkeiten haben. Aber vielleicht haben sie sich Wohlstandes halber besaufen müssen? Auch dieses kann ich nicht glauben. Denn sollte der Wohlstand eines von den gröbsten Lastern von uns fordern können? Mich dünkt vielmehr, daß einen vernünftigen Menschen nichts in der Welt übler ansteht, als die Trunkenheit. Inzwischen ist es leider! schlimm genug, daß man das Wort: Wohlstand: so sehr misbraucht, und daß man sich so gar oft einbildet, die Pflichten des Wohlstandes ganz genau erfüllt zu haben, wenn man nicht eher im Saufen aufhört, als bis 1111111 von der Menschheit nichts weiter übrig behalt, als die Gestalt. Kurz, ich konte keine gerechte und hinlängliche Ursache ausfindig machen, warum sich diese Leute eigentlich bis unter das unvernünftige Vieh möchten erniedrigt haben. Ich fing eben an, sie von Grund meiner Seele zu bedauren, als ich eine Menge Leute von beyderley Geschlecht und sehr verschiedener Kleidung gewahr wurde, die dicht nebeneinander stunden und so aufmerksam und Gedankenvoll zu seyn schienen, als wenn sie hierher gekommen waren, die vom Krieg verheerete Lander wieder in Ordnung zu bringen.. Als ich die Gesellschaft ein wenig näher betrachtete, erstaunte ich über ihre Beschäftigung, die blos darin bestünde, daß sie sich untereinander durch das Würfelspiel zu bereichern suchten. Einige schienen mir blos um des Gewinnstes willen, andre aber Ehrenhalber für die Frauenzimmer, die sie an der Hand hatten, Geld auszusetzen. Hier sah ich, wie einer seinem Nachbar ein sehr unzufriedenes Gesicht machte, ich hörte, daß ein an- derer alle Teufel zusammen fluchte, weil sie zugelaffen hatten, daß sein Mitspieler einige Augen mehr geworfen hatte. Und dies war eine von den vornehmsten Ursachen, warum ich mich nicht länger bey dieser gewinnsüchtige» Gesellschaft verweilte. .. ZuumelM fQm jH an t>en Ort, wo man bleierne Kugeln dem Berg hlNüuf schoß, die, ich wollte fast wetten, manchen mehr als silberne kosteten. unb Nachrichten. W fnh id> allttlev Gesichter. Bald erblickte ich ein freundliches, Mih ein miöveranüqtes Gesicht. Dem einen sak ich es an, daß er heim- -r sich um dm Verlust seines Geldes und h^r kostbaren ^eit bekümmerte, dem dritten giengen die Borwurfe silner ^rnn ün Äo»f btrum une der vierte war heiter und gutes Muthes; )6 nldibem der Schutz, den er gethan hatte, entweder glücklich oder ungluck« ?Ä DM Anbl ck war für einen Zuschauer, dendie Sache weiter M>tsanqieng,s° gar unangenehm nicht. . Das verdrüßlichste dabey war biefc6, daß das Glück nicht einem jeden günstig seyn konte, und daß t>uU > mancher, der vor allen andern willens war, die vornehmste Gabe $u S* .n»ts gewonnen hat. Wie ost sind doch unsre Hosnungen vergebens ! Wir besuchen manchmal ganz vergnügt einen Ort und muffen jh/wieder in dem größten Mißvergnügen verlassen. Daß wir doch dieses *SÄ?8lÄÄ*. »" w» ■» rsn s^iicbern und von den Gelchüsten ihres Amtes weggelaufen waren. toiÄftn MÄYfliiire Bier, noch andre Wem, und verschiedene hatten Papiere in der Hand, aus denen sie allerlei) Ai ten von Con- fitüren assen. Ich sah Frauenzimmer, die heldenmuthig genug waren, sich mit ein Mengi Mannspersonen von sehr unterschiedenen Gesinnungen mW mit der größten Geduld die schmutzigen Reden und die kühnen Anfalle einiger Betrunkenen auszustehen. O wie sehr schmerzte mich biefer Anblick! doch er betrübte mich noch lange nicht so sehr , als ihr fto- k s Gckächter darüber. Was soll ich von einem Frauenzimmer denken, bti sinVeMÜq-n an solchen Zoten findet? Wenn es auch d.e Schönheit Ms Engels besöffe; so würde es doch dadurch m den Augen eines Mn vernünftigen alle Liebenswürdigkeit und alle Reizungen verlieren. Ich glau. be aewis, daß sich ein Frauenzimmer, durch nichts in der mehr an seiner Würde vergeben kan, als wenn es sich bey solchen niederträchtigen Re* v-n aleichaülkig bezeigt oder wohl gar seine Freude darüber zu erkmnen giedk. ie” Vwm-nd-nngar keine vernünftige Menschen an diesem Orte an* .„treffen? o das wist ich nicht b-hauvten. Denn ,ch habe daselbst recht- (Lfne reute gefunden, deren edle Gesinnungen nur aus mehr als einer vor« trestichen Handlung bekannt waren, die aber blvs zur Veränderung ihrer gewöhnlichen Spatziergänge hieher gekommm zu seyn schienen, ohne imge- nnaftm einen Gefallen an denen hier vorgehenden Thorheiten zu bczeigem 68 sey ferne von mir, daß ich dieses an ihnen tadeln sollte. Der Anblick ।• Oo 3 eines Giesische wöchentlich-gemeittttützige Anzeigen m Akademische Nachricht. . , 3m r;stm Bla» haben wir versprochen, von dem Inhalt der des Herrn M. Rambachs eine besondere Anzeige m thun. Der ^itel Helsset de fomno vigilanrium. So befremitfirhnnA tefe MbHft t(ing«rf6 richtig ist doch, nach dm E, kick mA des ä>rrrn xieitafletö, Die Sache, die er vortragt. Er zeigt Emgangsweise,daL alle unsere klare und deutliche Begriffe, in so fern sie noch Theilbeqriffe in siä) haben, zuletzt dunkle Vorstellungen weiterer Kennzeichen embalten Von diesen dunklen Vorstellungen beweist er, daß iKMdmM pfindungen seyen. Dann er theilt alle Empfindungen in äuserliche und in« Weiche, jede derselben aber in klare und dunkle. Der Beweis hiervon (dfl sich hrer, Kurze halber, nicht ausziehen, er verdient aber wohl gelesen zu werden. Hierauf handelt der Herr Verfasser von dem natürlichen Schlaf. m EN Zustand blos dunkler äuserlicher Empfindungen setzet, wie auch von dem wachenden Zustand; und beweist nun zuerst in « § daß un- sre auserliche klare Empfindungen , im wachenden Zustand, mit vielen dunklen vermischt seyen, wodurch wir also den Schlafenden, mitten im 9Ga* welchen Schlaf er fbmnuni imPHc“n^L ^®etm 5 fluf die vor; chyr erwiesene innerliche dunkle . * Em- eines Thoren Tan einem Vernünftigen sehr nützlich senn. Er kan bulchWstm Entschliesungen in ihm wirken, sichL ein u emünL Mensch aufzufuhren und auf den unseligen Pfaden der Thorhejt zu wL> a 01^100 Leser versichern, daß ich manchmal recht gern den Handlungen der Lasterhalten zuschaue, nicht, damit ich mich an ihren Aus- Awerfungen selbst vergnüge; denn dieses halte ich für meine unsterbliche Seele viel zu klein; sondern damit ich mich durch eine anschauende Erkent- Nis von der Abscheulichkeit des Lasters überzeuge, und MW zu war. nen desto geschickter werde. Diese kurze Betrachtungen, die ich noch viel werter hatte ausdehnen können, wenn ich sie nicht aus Mangel des Raums hatte emschrankeu müssen, sollten ein Beweis seyn, daß ein Weiser an aU r^f^^^ande zu seligen Betrachtungen finden und daß selbst die Msell chaft der ^lwren ihm emen reichen Stoff dazu geben könne. Ein Mittel, dessen sich diejenige mit grosem Nutzen bedienen.tönten, die ihres nmruneben^' Umstande wegen gezwungen sind, sehr oft mit Thoren UlH jUyvl/VM ♦ lmd Nachrrchtett. 2-5 Empfindungen und nenne den Zustand solcher Empfindungen einen Gemüths - Schlaf / (fomnum mentis) welchem die Wachsamkeit des Gemüths (vigilia mentis) entgegen gesetzt wird. Er merkt da- bey in einer Note, an, daß diese Benennungen in einem gesunden, obgliech etwas veränderten Verstand, schon bey dem Philo Judaus zu finden. Iw' dem folgenden io. uud ir. §. beweist er, daß sich dieser Gemüthsschlaf in dem Zustand confufer und deutlicher Ideen, wenn wir in diesen nämlich, wie in jenen, auf dunkle Vorstellungen kommen, allzeit bey uns finde, und macht daraus den Schluß, daß wir in Wachendem Zustand auch einem Gemüthsschlaf unterworfen seyen.. Darauf zeigt er, wie sich dieser-besonders in Den Atfectm offenbahre , weiter in den sogenannten Gewöhn- Helts-Handlungen/die wir ohne unser Wissen thun, ferner, so oft wir irren, und namentlich, wenn wir uns falsche Begriffe vom bösen und «ulen machen. Weil aber diese auch auf unser wollen und nichtwollen einen Einfluß haben, welches dadurch unrichtig gebraucht wird, so merkt er dabey av, daß man diesen Gemüthsschlaf, wie er sich bey allen sündlichen Hand-- hingen zeigt,' einen logicalistbmoralischen nennen könne. Soweit aebet die Hauptabhandlung. Nun werden im § 18. die verschiedene Grafen des bisher beschriebenen Schlafs im Wachen gezeigt, und alle ausdem allgemeinen Satz hergeleitet: re weniger Klarheit in unfern Vorstellungen' «nd Begriffen ist, desto höher ist der Grad des Schlafs, und wie jene zu- nimt, so nimt dieser ab; daher der höchste Grad bey neugeboren Kinderw und der geringste bey Gelehrten, vom ersten Rang, gefunden wird. Im § 20.. beweist er, daß kein endlicher Geist von allem Gemüthsschlaf gänzlich zu befteyen, woraus im 21. die Folge gezogen wird, daß also auch die Seeli- aen im Himmel, ohnbeschadet ihrer anschauenden Erkentm'ß Gottes, nie völlig davon frey werden können, wobey auch angemerkt wird, daß sich bey ihrem Gemüthsschlaf ebenfalls Grade gedenken lassen. GOtt allein aber ist es nach dem 22. §. bey Dem gar kein Schlaf, sondern die vollkommenste Wachsamkeit zu finden, in welchem Verstand der Herr Verfasser auch die Worte Davids Pf. 21,4. erkläret. Endlich wird zum Schluß noch ange- merckt, wie Himmelweit diese Lehre, namentlich des Gemüthsschlafs, von dem schädlichen Jrthnm, Dem Seelen-Schlaf, unterschieden sey. Dieses ist der Dornehmste Inhalt einer wohl ausgearbeiteten Schrift, die, wegen ihrer Gründlichkeit und damit verknüpften deutlichen Schreibart ihrem Herrn Verfasser eben so viele Ehre macht, als er, durch deren gründliche Vertheioigung, die mit einer wohlanständigen Freymüthigkeit geschähe, sich Veyfall erworben hat. * Ein- L9L Mesisihe wöchentlich- gemeinnützige Anzeigen Em-and ÄuspaßLrende vorn 31 Äug. bis 6. Sept. 1765. w-ilthor deu 31 Aug. em Amtmann aus dem Braunschweigischen, Herr Kett, und ein Hannöverscher Agent, Herr Schlem, paß durch. Selzerthvr den 1 Sept, auf dem Frf. Postw. 4Kaufleuthe, und ein Dänischer Lieuten. vom Regiment Saroge, Hr. Durch, paß. durch. Wallchor den 1. in dec Sperr, die Frau von Sieberdorfen, kommt von Marburg, logirt in Posth. Herr v.Amboden, kommt von Paderborn, paß. durch. Selzerchor den 1. ein Courrier vom Herzog von Zweybrücken, aus Waldeck, und Hr. CammerRath Gödeck von Rheinfels, paß. durch. waUchor den 2. Herr Amksverwefer Klingelhöfer von Burggemünden, log. bcy Herrn Secretar. Langsdorf. Selzerchor den 2. zween Baronen aus Rußland, Hrn. v.Siermes, paß. durch. Neustädrerchor den 2. ein OranienNassauis. Lieut.Hr.v. Raumer, paß. durch. Wallchor den 3. Herr Amtm. Liebknecht v. Homburg, log. im Einhorn, und Hr. ExpedttionsRath Strecker von Darmst. log. gleichfalls im Einhorn. Wallchor den 4. Herr Major Frieder, ein Preußischer Lieutenant, Herr Kettwig vom Regiment Sieburg, und der Herr Maior von Aifensleben, von den Dragonern, paß. durch. Selzerchor den 4. Her-r Obrist und Commeudant von Rothberg paß. herein, und Herr LandSchrelber Spengler von Darmstadt, log. im Einhorn. tAeustädterchor den 4. Ein Nassau-Saarbrückischer Obristlicuteuant, Herr von Lesch, paßrrt rmd repaßirt, und Herr Baron von Radenhaufen, OberMar- schall von Brussel, paß. durch. Wallchor den 5. Ein Heßrscher Lieuten. Herr Schußler, ein Rittmeister, Herr v. Rau, und Hr. CammerRath Grauß v. groß Selem, paß. durch. Wallchor den 6. ein Heßischer Fahndrich vom Regim. Printz Friedrich, Hr. Brau/ mer, und 4 Kausteuthe von Paderborn, paß. durch. t3enstädterchor den 6. Herr Assessor Döpp von Blanckenstein, log. in den 3 Crone«, und Herr v. Grimm, kommt von Wetzlar, log. im Einhorn. Gebohren und getaufr. Am 26. Aug. Christina Catharina Iohannetta, Ioh. Gottfr. Ellerts, Bürgers und Schneiders Söhnlein. Am 30. Anna Christina Iohanneta, Ludw- Reinh.Götsch, Bürger,». Schlosser, Töcht. Am 3 Sept. Johanne t. Maria, Carl Stoß, Bürgersund Metzgers Töchterlein. Verstorbene. Am 2 Sept. Elifabetha Ellbrechtin, weil. Johannes Ellbrechts, gewesenen Mahl/ Müllers in der kleinen Mühle, hinterlassene Wittib. Nm 6. Sept. Herr Ioh. Christian Eman. Wagner, wel. Hm. Matthias Wagners Fürst!.Commiß. Secretar. u. Jtalian.Sprachmeisterallhier,hinterlass. Cohn. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Kries ger, Univn-sttätsBuchhandlern hieselbst, an die Herrn Liebhaber gegen 1 Rthlr. halbjährige Pränumeration gelrefert. Einzelne Bogen werden für 4 fr. ausgeges ben. Man wird auch den Herrn Pranunieranten mit dcmn schon herausgekommes nen Stucken dicueu.