> wöchentlich- gmeinnDge Metzen mö Mchlichtcn. Acht und Zwanzigstes Strick. Dienstags den -ten Julii 1765» Mtt Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis. haben verwichenen Posttag auser den Briefen, die zu unsrer an- gefangnen geheimen Geschichte gehören, noch die höchst er- fteuliche Nachricht erhalten, daß Herr (thririmis Altlieb/ von dem wir in einigen vorhergehenden Blattern Meldung gethan haben, nun* mehro wirklich ein Bräutigam ist. Mit wem, meinen wohl unsre Leser, daß er sich in den Stand der heil. Ehe zu begeben willens sey? Mit der sechzigjährigen Jungfer Gerttniänm'n oder mit der schönen Wittwe, der Frau Liebertodt? Sie irren, mit keiner von beyden. Er hat sich die, wir wissen nicht, ob wir sie eine Jungfer oder eine Frau nennen sollen, wir meinen, die Lavharma Wrlhelmma Susarrna Phüippma Frucht, barm zur Frau erwählt. Einige vermuthen, er hätte sie aus keiner andern Absicht geheyrathet, als denjenigen Frauenzimmern, die im vorigen Kriege sehr genau mit den Franzosen umgegangen sind, einige Hofnung zu - machen, daß sie dereinst auch noch Männer bekommen könnten. Andre hingegen meinen, er habe mit Fleiß ein Frauenzimmer heyrathen wollen, das ein Mittelding zwischen einer Jungfer und einer Frau sey, um durch sein Beyspiel diejenige Frauenzimmer, die schon einige Hufeisen vertohren haben, zu überzeugen, daß es noch Mannspersonen gebe, die ihnen diesen Verlust wieder ersetzen könnten« Wir enthalten uns aller Vermuthungen. 6< Herr Lir Gr'esische wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen Herr Altlieb mag für eine Ursache zu dieser Heyrath gehabt haben, welche er wolle. Für die geringe Mühe, die er uns jüngsthin durch seine Hey- rathsVorschläge verursacht hat, sind wir genug belohnt worden. Er hat uns die Liebe erwiesen und uns zu seinen Brautführern erwählt. Allein so wenig wir diese unschätzbare Ehre verdienen; so sehr bedauren wir es, daß wir sie wegen allzu häufigen Geschäften nicht geniesen können. Damit es aber doch dem Herrn Altlieb nicht an Brautführern fehlen möge; sy sind wir erbötig, einem jeden von unfern Lesern, der noch ein Junggeselle ist und dabey die Kunst versteht, eine Braut züchtig und ehrbarlich in die Kirche zu führen, die uns anvertraute Stelle zu überlassen. Wir hoffen, daß unter der grosen Menge Leser, die wir anitzt haben, wenigstens einige Junggesllen sind, die diese Stelle willig annehmen und sie vielleicht besser vertretten werden, als wir zu thun im Stande gewesen wären. Welche Lust dazu haben, können sich bei) unferm Herrn Verleger von allen Umständen näher erkundigen. Zu mehrerer Gewisheit wollen wir ihnen einsweilen den EinladungsBrief selbst mittheilen, den uns Herr Quirinus Altlieb zugeschickt hat. Er lautet in der unverbesserlichen Schreibart desselben also: ,, Hschgebretende Herrn! „ „ Denenstlben muß anitzt ohnverhalten, daß nunmehro ein Bräuti- „ gam bin, mit der Ehr, und Tugendsamen Jungfer Catharina wilhel- ,, mina Susanns Philip pina Fruchtbann. Wenn nun Dieselben ' „ gemüssget wären, mir und meiner geliebtesten Jungfer Braut die Liebe „ zu erzeigen, unserm beyderseits hochzeitlichem Tage beyzuwohnen; würde „ mich solches sehr erfreuen, maßen Dieselben unsertwegen viele Mühe sich „ zu machen nicht unterlassen haben. Wozu noch kommt, daß meineJung- ,, fer Braut Dieselben gerne von Person zu kennen wünscht, weilen Die- „ selben so viel Gutes an sich haben mögen. Dannenhero sie auch das Zu- „ trauen zu Denenftlben gefaßt har, Dieselben würden so viele Confide- i> ration für sie haben und sie vor der solennen Copulation in die Kirche fuh- „ rett. Steht Denenselben nun die Stelle der Brautführer an; ff so mache mir sehr viel Freude davon, wann Dieselben nicht verweilen, ff den, steil Tag dieses Monats Julii zu uns zu kommen, als an welchem if Tage das Biylager seyn wird. Hoffe anbey, daß Dieselben mit dem ii welligen werden vor lieb nehmen, ms Küch und Keller beschehrt. Uebri- j ' gens .-I - ' . . • - V ' - x7 rmd Nnchrr'chtett. 2 iy „ gen- erwarte Wit Ilngeduld Der^silben Anherökunst und -ttharre all- „ stets Mt wahrer Mime und Venerarion Meiner Hochgebietenden Herren jstichtschuldigst -gehorsamster Diener N. S- i< weder zum Vergnügen noch zum Glück gereichen. Ich bür Dero rmd Nacynwrett. tir Folgendes Gedicht ist uns zugeschickt worden. Das ärgerliche und lächerliche. Mann junge Madgen spröd sich stellen Und zu Matronen sich gesellen Das ärgert mich. Doch wann die alten sich bemühen, Uns listig in ihr Garn zu ziehen. Dann lache ich. Wann Schönen die wir stets verehren, Das Küssen immer uns verwehren, Daö ärgert mich. Doch wann sie endlich sich entschliessen , Und niemand sie verlangt zu küssen, Dann lache ich. Wann Laura alzu heilig scheinet, Und fast bey jedem Schertze weinet, Das ärgert mich. Doch wann man bald hernach er- fähret, Daß sie die junge Welt vermehret, Dann lache ich. Wann Madgen mit verwünsihten Trieben Nur unftr Geld, uns niemal lieben, Das ärgert mich» Doch wann em jeder nun entfliehet, Der sich vorher um sie bemühet, Dann lache ich. Wann Climon der doch nichts verstehet, Tiefsinnig durch die Strafen gehet, Das ärgert mich. Doch wann bald alle die ihn kennen, Ihn, den bekannten Gecken nennen, Dann lache ich. Wann Bav dem Geist und Feuer fehlet Uns stets mit seinen Versen quälet, Das ärgert mich. Doch sehe ich sie zu den Flammen Beym Tobacksrauchen schnell W dämmen Dann lache ich. j Wann Stax mit uns gantz unent- blöder Von nichts als feiner Heimath redet, , Das ärgert mich. Doch wann ihm bald ein andrer saget, Wie sehr er unsre Ohren plaget Dann lache ich. Wann Stump dem es an Stofe fehlet. Uns etwas hundertmal erzählet, Das ärgert mich. Doch wann da er mich bald getödtet, Er nun von meiner Doris redet, Dann lache ich. Ee r ' Wann Wt Giesisihe wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigen WannTrax mit Angst den Schatz Doch wann Hm Stix, der dieses bewahret, höret, Den er sich lange dumm ersparet, Den wohlverwahrten Kasten leeret, Das ärgert mich. Dann lache ich. Mittel wider die wnndläust. (AUS dem Journal oeconomique.) Folgendes Mittel wider die Wandläuse hat ein berühmter MedicuS erfunden, der es nicht nur selbst mit Nutzen gebraucht, sondern auch verschiedenen Don seinen Freundet! angerathen, die es alle sehr bewährt befunden. Man nimmt einen halben Schoppen Spiritum Vini reftificatiflimum, ganz frisches TerpentinOel, oder auch Terpentin *Spirirum einen halben Schoppen. Wenn dieses wohl unter einander geschüttelt worben, so läßt man eine halbe Unze Kampfer darin zergehen und schüttet es fleisig um. Alsdann nimmt man einem feinen Pulver, und gebe es der verletzten Person so bald als-es möglich in einer Tasse Thee oder Brandwein. Drey Tage hernach muß man ihr eine gleiche Portion geben und etwa nach Verlauf eines Monats noch einmal. Gölte man aber gleich nach geschehenem Visse Merkzeichen von einer zu besorgenden. Raserey verspüren, so muß man dieses Mittel, dreymal hinter einander nemlich alle Stunde einmal nehmen. Man begreift von selbst, daß.man die Portion nach dem Alter des Kranken einrichten muß; die vorgeschriebene Dosts ist für erwachsene Leute; Kindern giebt man weniger. Neue Bücher. Coing (FranciCci) Inftitut. philofoph. de Deo, anima humana, & n>un« do 8- Marburg 40 Fr. v. Meyer (Gottfried) kluger und sorgfältiger Hausvatter, Nürnberg 1765. 45 Fr. • Cn'tische Jesuiter Geschichte, 8. Franks. 1765. 1 ff. zo Fr. Sidobre (Anton) Tra&atus de variolis & morbillis, Col. 17^ zo Fr. Baur (Christoph) Nachrichten von der ersten und berühmten Drachi- schen Buchdruckercy in der Reichsstadt Speyer, Speyer 765. 8. 12 Fr. Reinhard (lacob) de iure foreltali Germanorum, gr. 8. Francofurti i757 45 fr. ---1——E Principes de l’art de la guerre, 8. Strasbourg 1765. avec fig. r ff. Aeliani de Natura Aninralium Libri XVII. cum Animadverfionibus Gefheri&Trilleri curante Gronovio gr. &lar. 4. Heilbronn. 176s. 7 ff. zo Fr. Geschichte des berühmten Engelländers Johann Wilkes, nebst feinem Portrait, 8. Franks. 24 Fr. stzianconi zehen Sendschreiben an Herrn Marchese Philipps Hercolani, die Merckwürdigkeiten des Chur-Bayerischen Hofes betreffend, 8. Leipzig 76 s. 2.4 Fr. Bibliotheck (poetische) zur Ehre der Tcutschen nach den Grundsätzen des Herrn Batteux, Heilbron 76z. Lter Band. 4f kr. Untersuchung und Abänderung der Logicalilchen Constructionen des Herrn Pros. Lambert, Tübingen »7^5. if fr. Stre- »L4 Gksische wöchentlich * gemeinnützige Anzeigen Sttchw (Fnedr.) vollständiges Handbunch für Schulmeister, besonder- auf dem Lande, Halle 1765. 8. 40 kr. Mks (Friedrich) Betrachtung über die Vollkommenheit der christlichen Religion, 8- Tübingen 765. 10 kr. AvertifTement. > Zu der in Offenbach errichteten Geld- und Bücher-Lotterie, sind Plans und Loose angekommen. Diese Lotterie bestehet aus fooo. Loosen und fooo. Treffern, daß also kein einziger Fehler darinnen, wer also nichts gewinnet , bekommt vor sein Geld ein schön geistreich Buch in 8v. von fo. Bogen. Das Looß kostet 1 fl. und wird den 4tcn Nov. a c. auf einmal ausgezogen. Plans und Loose sind bey dem Fürst!. CanzleyBuchdrucker Joh. Christoph Schröder allhier, zu haben. Ern- und auspößrerende vom roten Iunu bis den stcn jjumx 176 f. YMltfoor den 29. Jun. ein Heßisther Rittmeister von den Gensd'armeS, Herr von Rau, paßirt von Cassel hierdurch. wallrhor den 1. Jni. Herr Assessor Mathe, paßirt von Cassel durch. Neuwegerthorden 5. ein Nassauischer Lieuten. Herr Berg, paß. durch. walkhor den s.Herr Baron von Forstmeister paß. von Marburg durch. Gebohren und getauft. Am rz. Jun. Catharina Margaretha, Johannes Weils, Bürgers und Schuhmachers, Töchterlein. Am 24. Jun. Ludwig Cornelius Friedrich , Philipp Henrich Hillgart, Bürgers und Waffen Vifitatoris allhier, Söhnlein. Am r6. Jun. Alexander Ludwig, Wilhelm Hüners, Bürgers undSatt- lerMeisters, Söhnlein. Diese wöchentliche Anzeigen werden von dem Verleger Johann Philipp Kries ger, UniversitnrsBluHHändlern hieselbst, an dre Herrn Liebhaber gegen 1 Rthkr. balbjährige Prannmeralion geliefert. Einzelne Bogen werden für 4 kr. ansgege, den. Man wird auch den Herrn Pranllmeranten mit denen schonheransgekommes nen Stücken dienerr.