wöchentlich- gtUjnnüßW WWW u»ö WWW Funfzehcndks Stück. Dienstags den -een April 1765. Mit Hochfärstl. Hessen-Larmstädrsschet- gnädigsten Erlaubnis. Mein Herr! KkNie klagen mir in allen Ihren Briefen , daß Sie sich noch nicht WZ ganz von der Wahrheit und Göttlichkeit der christlichen Religion überzeugen könnten. Die Quelle Ihrer Klagen sind wie Sie sagen , einige Stellen der heiligen Schrift, in denen Sie bald Widerspruche, bald Unwahrheiten und bald etwas anders zum Nachtheil der Göttlichkeit derselben zu finden glauben Aber, mit Ihrer gütigen Erlaubnis, mein Herr, ich wundere mich sehr, d.ß Sie sich durch diese Zweifel, die doch von gar keiner Erheblichkeit sind, beunruhigen und zu so übereilten Urtheilen verleiten lassen. Es scheint, als wenn Sie noch keine von den vortresschen Schriften unserer Gottesgelehrten gelesen hatten, worin alle Schein-Widersprüche und alle Zweifel wider die Göttlichkeit-der Offenbarung und wider die darin enthaltene Wahrheiten auf die überzeugendeste Weise sind gehoben worben. Und, 0- schämen Sie sich, daß Sie einen so sichtbares Fehler begehen können, Sie, der Sie sonst so tiefe Einsichten haben I - sagen Sie mir nur, wie konnten Sie den übereilten Schluß machen: diese oder jene Stelle in der heiligen Schrift kann ich nicht recht begreifen; folglich muß die ganze heilige Schrift nicht von GOtt seyn? Kann es dann P nicht H4 Giesisch - wöchentlich gemeinnötziZe Anzeigen nicht noch andere Leute geben, die sie Ihnen begreiflich machen können? Und wenn auch dieses nicht wäre; so taugt der Schluß doch nichts. Denn die Stellen, die Ihnen dunkel oder widersprechend scheinen, sind von einem solchen Jnnhakt, der, wenn ihn auch kein Mensch einzusehen vermöchte, der Göttlichkeit der heil. Schrift und der Wahrheit der christlichen Re* tigion nicht den geringsten Abbruch thun würde. Glaubens Gle dieses, mein Herr? Ich glaube es und ich habe solche starke Gründe, es zu glauben, daß, wenn mir auch der größte Theil der heiligen Schrift unverständlich und widersprechend schien (verstehen Sie mich recht, ich rede hier Bedingungsweise) ich dennoch ganz ruhig bleiben und alle dunkle und widersprochene scheinende Stellen für göttliche Aussprüche halten würde? „ Wie so? „Weil immer noch solche Beweise für ihre Göttlichkeit übrig bleiben, welche weder in Zweifel gezogen, noch umgestossen werden können, die so deutlich, so leicht, so göttlich stark und überzeugend sind , daß sie nicht allein von dem einfältigsten Menschen können eingesehen, sondern auch von dem durchdringendsten Verstand müssen für unwidersprechlich und gültig angenommen werden. Unter diese Beweise rechnet man vorzüglich denjenigen, der aus der Auferstehung JEsu von den Todten hergenommen wird. Wenn es wahr ist, baß JEsus von den Todten auftrstanden ist; dann muß auch die Religion wahr seyn, die er gestiftet hat, dann muß auch die Schrift, die er von seinen Jüngern und Aposteln hat aufzeichnen lassen, und alles, was darin vorgctragen wird, von GOtt seyn. Würden Sie wohl anitzt Geduld genug haben, mein Herr, diesen Beweis zu kfen, wenn ich Ihnen denselben so kurz, als cs mir möglich ist, vortrüge? Doch warum soll ich an Ihrer Geduld in diesem Stück zweifeln, da Sie so sehr wünschen, völlig von der Wahrheit der christlichen Religion überzeugt zu seyn, und da Sie wissen, daß eine ewige Glückseelig- keit von dieser Ulberzeugung abhangt? Ich hoffe, daß Sie die Mühe nicht bereuen werden, wenn Sie folgenden Beweis ohne Vorurtheile und mit Aufmerksamkeit lesen und weiter, als es mir hier erlaubt ist, darüber nachdenken. Uibrigens wird Ihnen nichts daran gelegen seyn, ob der ganze Beweis, oder nur ein Theil desselben mich zum Urheber bat. Genug wenn meine Absichten dadurch erreicht und Sie völlig von der Wahrheit der christlichen Religion überzeugt werden. - Die Auferstehung JEsu ist, wie Sie wissen, eine Begebenheit. Sie kann also nicht anders , als durch Zeugnisse erwiesen werden. Es giebt zweyerlep Zeugnisse, es giebtw-rr-mrd Sach-Zeugnisse. Unter den ersten rmö Nachrichten. i t $ ersten verstehen wir die Aussagen und Versicherungen der Zeugen selbst; unter den letzten aber diejenige Dinge, wovon man keine Ursach angeben kann, wenn man die Begebenheit selbst nicht als wahr und unstreitig anmmmffc Finden diese beyde Arten von Zeugnissen bey einer Begebenheit statt und man kann keine gegründete Einwendung dagegen machen; so Müssen die Zeugnisse als untrüglich und die Begebenheit selbst, als gewis angenommen werden Lassen Sie uns, mein Herr, nach diesen Grundsätzen der Vernunft, die Begebenheit der Auferstehung JEsu prüfen. Sie kann nicht allein aus ungezweifelten Wortzeugniffen sondern auch aus den überzeugendesten Sach-, Zeugnissen bewiesen werden, jo daß, wenn ihr auch eine Art von diesen Zeugnissen mangelte, sie dennoch äusser allem Zweifel gesetzt wäre. Ss richkiK und gewis sind diese Zeugnisse. Sie kann aus Wortzeugniffen bewiesen werden. Denn die Apostel haben es alle einmüthig bezeugt, daß Christus wahrhaftig von den Todtm auferstandrn sey. Wer das Zeugnis der Apostel umstoffen und für falsch halten will; der muß beweisen, daß sie sich entweder betrogen hättett, indem sie glaubten, den aufersiandenen IEsum gesehen zu haben/ oder daß sie sich alle »orgendnrmen hatten, die andern zu betrügen / bey denen sie sich als AugenZeugen von einer Sache ausgaben, die keiner von ihnen gesehen hatte- Das erste läßt sich auf keine Weise behaupten, wenn man nur bedenkt, daß sie alle Augenzeugen von der Auferstchung JEsu waren. Es waren lauter Leute, die ihn in seinem Leben öfters gesehen und mit der größten Aufmerksamkeit betrachtet hatten, wie man eine so auscrordentliche Person, als JEsus Christus war, zu betrachten pflegt. Sie waren die vertrautesten Freunde von Christo, sie waren seine Schüler, die seit vielen Jahren ununterbrochen bey ihm waren, die nur wenige Tage vorher das Oster, lamm mit ihm gegessen und das heilige Abendmal mit ihm gehalten, dis mit ihm jene Nacht in dem Garten zugebracht und ihn bis zu dem Ort begleitet hatten, wo er der Raub seiner Feinde wurde. Wenn man behaupten wtzllte, daß alle diese Leute JEsum sollten verkennt haben, als er ihnen nach seiner Auferstehung erschien; so müßte man auch behaupten, daß sie gänzlich und zwar alle auf einmal, und in einer so kurzen Zeit die Idee von ihrem Lehrer müßten verlohren, daß sie seine Gesichtszüge, seine Geberden, die Gestalt seines Leibes, seinen Gang, den Ton seiner Stimme und alles müßten vergessen haben, was eine Person von der andern unterscheidet. i x < Giesische wKchetttlich - gemeinnützige Arrzeigen Ja, wenn sie nur sagten, daß sie ihn nur einmal gesehen hatten. Al- rein, sie bezeugen, daß sie diesen auferstandenen JEsum sehr oft gesehen Ha- Len, daß er bald einem insbesondere, bald mehreren zugleich, bald allen auf einmal, bald an diesem, bald an jenem Orte erschienen sey, daß er seinen Leib habe anfuhlen und ihre Hände in seine schönen Wunden habe legen lassen, damit auch die Ungläubigsten möchten überzeugt werden, daß er eben der JEsüs sey, den die verfluchte Wuth der Juden am Kreuze ge- tödtct hätten. Uberdas war er damit'nicht zufrieden, daß er sich seinen Jüngern nur blos einen Äugend! cf an diesem, und einen Augenblick an einem andern Otte zeigte, nein, er war oft lange bey ihnen, er hat mit ihnen gereißt, hat mit ihnen gegessen, hat oft mit ihnen geredet, hat sie unterrichtet, hat ih-. nen Verheissungen gethan und befohlen, was sie thun sollend Und hat er Zucht vornemlich, ehe er unter den jauchzenden Cbören der Enael gen Himmel fuhr, die Taufe eingesetzt, die Taufe, die alle Christen, bis auf den heutigen Tag, als ein Mittel, Gnade bey GOtt zu erlangen, gebraucht haben; welches die unnützeste und lächerlichste Sache von der West wäre, wenn Christus nicht wahrhaftig von den Todten auferstanden wäre. Sollten wohl diese Jünger, diese vertrautesten desHErrn, als er dieses alles thate, als er dieses alles sägte, als er ihnen dieses alles anbefahl, sollten rvobl diese Jünger ihren Meister verkennt haben ? Das kann kein vernünftiger Mensch glauben. Und was noch mehr ist: Einige von diesen Düngern und einige Weiber, die an ihn glaubten, sind nach seinem Grabe gegangen, haben es offen und leer und den davor gewelzten Stein nicht mehr auf seiner Stelle gefunden. Sie haben Enges gesehen, die ihnen die Auferstehung ihres Heylandes verkündigten und die ihnen sagten, wo sie ihn finden würden. Können Sie wohl glauben, mein Herr, daß sich alle diese Zeugen sollten geirrt haben? ö Das Zweite, daß sich die Zeugen von der Aulerstebung JEsu Christi sollten vorgesetzt haben, andre zu betrügen, ist eher, so falsch Doch - ich sehe, daß mein Brief ganz unvcrmuthet lang geworden ist und daß ich befürchtet Müßte, 2fbrc Geduld zu ermüden, wenn ich anitzt noch weitläuf- tiger seyn wollte. Ich will deswegen schliesen und mit der nächsten Post, wenn Sic Mirs gütigst erlauben, da fortsahren, wo ich heute stehen gchlie- ben bitt. Leben Sw indessen wohl. Ich bin rc. < Auf und Nachrichten. u? Auf Verlangen eines Liebhabersvon Cbronodißicbis wird folgendes eingerücke. Betrachtung in der Stille über die vorstehende höchsterfreuliche Vernich- sung Ihrs Römisch-Königliche Msj.stät Josephs mit Jhro Hoheit Joiepha von Bayern rc. Der Kayser Rudolpbus Habsburgen Hs gehet in den Tempel der Vorsorge, sein Gebat zu verrichten, und da ihm der alte Sebald entgegen gieng, fragte der Kayser A^h! Wen foLte Der RöMlsChe König Joseph helrathen? 1764- Sebald lächelte, und erinnerte den Kayser Rudolphum an ihre in anno 174c. gehaltene Unterredung, wurde immittelst gewahr daß beyde Kaysere als Carl der VJ. und Carl der VH. sich an der Hand führeten, und eben- fals in den Tempel kamen, welchen Er winckete und denen drey anwesenden Kaysern sagete: So Mph, MphaM helrathet, bDVHet Das teVtsChe RelCH. 17^4. Rudolpbus und Carl der VI. die den Sebaldum kenneten, bezeugten eine Freude. Carl der VII. der den Sebaldum zum erstenmahl sähe, bathe Den Greiß, zu meldten, aus welchen hohen Häusern TeutschlandS Jofeph, joRpham heirathete. Sebald bückte sich, und sprach: BesonDers OestrelCH/ HVngarn, Böhmen, Italien nebst Balern steVen slCH. 17^?» , Rudolpbus, Carl der VI. und Carl der VII. danketen der Vorsorge GOttes, mengen aus dem Tempel ganz freudig, und Sebald schlosse die Thür des Tempels zu. Mercurios der sich an des Tempels Thür geschlichen, und gehöret, was der alte Sebald aufs neue gesaget, machte solches denen Göttern gleich bekandt. Germania käme hierauf mit gekröntem Haupt, saß auf einem Tri- «mphWagen; vor ihm lagen lauter KriegsRüstungen, so alle mit Pal- P z men i r z Gr'esische wöch etttlrch §cme innützige Attzergen men und Oelzweigen umwunden waren; batte anbey in beyden Armen ein Cornu Copiae und schüttelte cs Uber das ga.nzs Römische Reich aus; bände der Famac, so um ihren Wagen flöhe, an ihre Trompete ein wei- es Fähnlein, daraufsiunden auf der einen Seite folgende Zeilen (vid. die ReichsPostZeittmg Nro. 202.) ,\ Joseph RöMIsCher König, helrathet Ole KönigLICHe Hoheit, Jofepfxi Von Balern 17^5. Die Göttin Juno käme auf einem Regenbogen in ihrer vollkommensten Pracht voller Freude, setzte sich b?y den Neitor auf seinen Wagen, welchen 4. Hirsche zogen, und grofe Löwen nebst kleinen begleiteten. Die Göttin hatte ein weises Bandt, so sie noch in aller Eil der Famae an ihr Fähnlein anderseits anhefftete. Auf der einen Seite läse man Kaiser FranClsCVs nebst Maria Theresia Leben In FreVOcn. 176f. Auf der andern Seite aber befanden sich diese Worte: Es steVet (IQ LVDWIg! ein treVer ZVrst zV Hessen! ein XVehrtefier Verehrer! VnD Vatter seines LanOcs. 1765. Die Fama flöhe hierauf fort, und verrichtete was ihr befohlen wäre. Kaum wäre die Fama fort, so käme Mercunus, hierauf die Venus unb Cupido, Pallas, Diana, Ceres unb Pales; ferner Jupiter, Mars, Apollo , Silvanus, Vertumnus, Neptunus und Vulcanus, denen immer mehrere folgten, und machten vor dem Tempel der Vorsorge einen Craiß- um Abrede unter sich zu nehmen, was vor Ergctzungen und Frölichkeiten wegen des Veylagers des Römifchen Königs und Königin aller Orten an- gestellet werden solten. Die Zeitungen werden von allen Orten die Ersetzungen und Frölichkeiten meldten. - J. F. L. P. B. Äcademrsche rTlachrrcht. Den 2. April dieses vertheidigte Herr Caspar Theodor Georg Pape aus Westphalen, ChurCöllnischer Amtmann zu Warstein, seine in zwey Bogen gedruckte Thetes ex omni jure Celestas ohne Vorsitz, um die Wurde eines Licentiati zu erhalten mir vieler Geschicklichkeit, unb Nachrichten. Zu verkaufen. Weil. Herrn Superintendenten Do&. Liebknechts Kinder erster Ehe, wollen ihre allhier habende Gärten: als i. Viertel Morgen 8. Ruthen auf de-u Selz?rsberg amj Mittelweg gegen dem PfanAcker über, zinset jährlich in hiesigen GottesK'tsten 16. Alb. 7. Pf. Weiters einen halben Mor» gen ohngefehr auf dem Garthfeldt in der ersten GartfeldsGaffe, welcher siösct auf Herrn ViceKanzler Kortholts Garten, worin nen 50. gesundS Apfel - und BirnBäume vom besten Obst, ohne die QuetschcnBäume, zinset jährlich in die Hochfürsti. Rennterei ??. Alb. 3. Pf. an den meistbietenden verkaufen. Wer dazu Lüsten hat, kann sich Montags den iy. dieses Monats Aprilis Nachmittags um 2. Uhr auf hiesigem Rathhaus (in* finden. Bek